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Christopher Beyer: Forderungs­management im Krankenhaus

Cover Christopher Beyer: Forderungsmanagement im Krankenhaus. Deutsche Krankenhaus Verlagsgesellschaft mbH (Düsseldorf) 2016. 2., neu bearbeitete Auflage. 219 Seiten. ISBN 978-3-942734-76-9. D: 45,00 EUR, A: 46,30 EUR.
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Thema

Wenn Leistungen erbracht worden sind, werden diese in Rechnung gestellt. Dies gilt zumindest in weiten Teilen des Gesundheitswesens. Nicht immer werden die Forderungen allerdings rechtzeitig oder überhaupt beglichen. Insbesondere Krankenhäuser müssen in Deutschland nicht unerhebliche finanzielle Einbußen durch nicht oder lediglich sehr verspätet bezahlte Rechnungen beklagen. Der Umgang mit säumigen Schuldnern ist daher ein betriebswirtschaftlich relevantes Thema für die Klinikverwaltungen.

Entstehungshintergrund

In der nunmehr zweiten Auflage legt Christopher Beyer ein Handbuch zum Forderungsmanagement im Krankenhaus vor. Er möchte mit seiner Publikation die Kliniken dabei unterstützen, Forderungen gegenüber Selbstzahlern, Privatpatienten, Krankenversicherungen und anderen sozialen Leistungsträgern erfolgreich zu realisieren.

Autor

Christopher Beyer ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht in Köln. Er ist Mitglied der ARGE Medizinrecht im Deutschen Anwaltsverein sowie im CKM-Zirkel des Centrums für Krankenhausmanagement.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation enthält sechs Abschnitte.

In der Einleitung umreißt der Autor die Bedeutung und die Komplexität des Themenfeldes. Er verweist auf die Notwendigkeit, ein effizientes und straff organisiertes Management der Forderungen zu etablieren, um der Notwendigkeit einer hinreichenden Finanzsituation im Krankenhaus Rechnung zu tragen.

Im zweiten Abschnitt wird die Minimierung des Ausfallrisikos als betriebswirtschaftliche Pflichtaufgabe der Krankenhausverwaltung dargestellt. Dies erfolgt in den drei Ebenen des Vertragsabschlusses, der Leistungserbringung sowie der Debitorenbuchhaltung.

Im Mittelpunkt des dritten Abschnitts stehen Forderungen gegenüber Privatpatienten und Selbstzahlern. Nachdem die juristischen Grundlagen wie Fälligkeit und Verzug, Verjährung und Risikopläne bei fraglichem Versicherungsschutz dargelegt worden sind, erfolgen detaillierte Hinweise zur Rechnungslegung, zu Mahnschreiben und Mahnfristen, zu Zeitschienen in der Fälligkeitsbearbeitung, zu Kosten für Telefon und Fernsehen sowie zur Frage der Eigenverfolgung oder Auslagerung von Forderungen. Darüber hinaus behandelt der Autor in diesem Abschnitt Kleinstforderungen, die Titellangzeitüberwachung, das gerichtliche Mahn- und das Klageverfahren sowie die Zwangsvollstreckung.

Gegenstand des vierten Abschnitts sind Forderungen gegenüber Krankenkassen und anderen sozialen Leistungsträgern. Nach der Verjährung, der zuständigen Gerichtsbarkeit und den Verzugszinsen werden ausführlicher Fragen der Abrechnungsprüfung, der Rechnungskorrektur gegenüber Krankenkassen, der Kostenübernahmeerklärung unter Vorbehalt, des so genannten „Off-Label-Use“ sowie der Rückstellungen behandelt. Weitere Themen sind die Aufwandspauschale gemäß § 275 Abs. 1c Satz 3 SGB V, das Grundsatzgutachten des MDK, die Auslagerung auf Dienstleister, Rahmenvereinbarungen mit den gesetzlichen Unfallversicherungen sowie die Abgrenzung von Pflichtversicherern und Nothelfern. Ebenfalls berücksichtigt werden in diesem Teil des Handbuchs schließlich auch Felder wie Asylbewerber, JVA-Insassen und der nachgehende Leistungsanspruch gemäß § 19 Abs. 2 SGB V.

Im Zentrum des fünften Abschnitts stehen Forderungen gegenüber privaten Krankenversicherungen. Da keine unmittelbare Rechtsbeziehung zwischen dem Krankenhaus und einer privaten Krankenversicherung der Patienten besteht, werden in diesem Teil lediglich Ausnahmen wie das so genannte „Klinik-Card-Verfahren“, der Basistarif-Patient und die Abtretungsvereinbarung abgehandelt.

Im sechsten und letzten Abschnitt werden noch ergänzende Maßnahmen erörtert. Betont wird dabei, dass neben der Einrichtung von effizienten Strukturen und Abläufen des Forderungsmanagements auch ständige Auswertungen notwendig sind. Ein durchgehendes Hinterfragen bisheriger Praktiken und Prozesse ist nach Einschätzung des Autors ebenso angezeigt wie die regelmäßige Fortbildung der zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses. Sein Fazit dazu lautet: „Hier zu sparen, bedeutet am falschen Ende zu sparen“.

Diskussion

Auch in der neuen Auflage ist das Handbuch von Christopher Beyer ein für das Forderungsmanagement im Krankenhaus wichtiger Ratgeber. Der Autor stellt in aktualisierter Form die jeweilige Rechtslage anhand der Rechtsprechung dar, seine Ausführungen erfolgen im Rahmen einer übersichtlichen Gliederung sowie mit klaren Hinweisen zu Handlungsbedarf und Handlungsoptionen in den wesentlichen Forderungssituationen der Kliniken.

Mit Forderungen gegenüber Privatpatienten und Selbstzahlern, Krankenkassen und anderen sozialen Leistungsträgern sowie gegenüber privaten Krankenversicherungen sind die entscheidenden Felder abgedeckt. Die Kenntnis der jeweiligen Passagen kann Sicherheit für das Agieren der Klinik geben und als Argumentationshilfe in der Auseinandersetzung mit Schuldnern dienen.

Die informativen Darlegungen dieser Veröffentlichung richten sich an und sind geeignet für Praktikerinnen und Praktiker im Bereich der Krankenhausverwaltung. Sie können dazu beitragen, die Prozesse des Forderungsmanagements in der Klinik angemessen zu strukturieren und die Effizienz des Krankenhausmanagements zu erhöhen.

Fazit

Ein instruktives Handbuch zum Forderungsmanagement in Krankenhäusern.


Rezension von
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 15.12.2016 zu: Christopher Beyer: Forderungsmanagement im Krankenhaus. Deutsche Krankenhaus Verlagsgesellschaft mbH (Düsseldorf) 2016. 2., neu bearbeitete Auflage. ISBN 978-3-942734-76-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21408.php, Datum des Zugriffs 12.07.2020.


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