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Sarah Dieckbreder-Vedder, Frank Dieckbreder (Hrsg.): Das Konzept Sozialraum (Beispiel Bahnhofsmission)

Cover Sarah Dieckbreder-Vedder, Frank Dieckbreder (Hrsg.): Das Konzept Sozialraum. Vielfalt, Verschiedenheit und Begegnung : Soziale Arbeit lernen am Beispiel Bahnhofsmission. Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen) 2016. 235 Seiten. ISBN 978-3-525-70192-8. D: 25,00 EUR, A: 25,80 EUR, CH: 33,90 sFr.
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Herausgeber und Herausgeberin

Der Herausgeber Frank Dieckbreder ist Professor für Soziale Arbeit an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld.

Die Herausgeberin Sarah Dieckbreder-Vedder ist Leiterin der Bahnhofsmission in Hamm.

Thema

Titel und Thema des Buches lauten „Das Konzept Sozialraum: Vielfalt, Verschiedenheit und Begegnung. Soziale Arbeit lernen am Beispiel der Bahnhofsmission.“ Die Berufsfelder der Herausgeber deuten bereits an, dass eine Verschränkung theoretischer und praxisbezogener Aspekte der Sozialen Arbeit ein wesentliches Ziel des Buches ist.

Entstehungshintergrund

Entstanden ist die Idee zu diesem Buch laut Vorwort „nach einem Weihnachtsessen mit dem Team der Bahnhofsmission“ in Hamm (S. 8), bei dem nach einer Diskussion die Erkenntnis aufkam, dass die „Bahnhofsmission […] ein Ort [ist], mit dessen Hilfe dargestellt werden kann, was Sozialraum und sozialräumliches Handeln bedeutet.“ (S. 9).

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Studierende, Praktiker, Ehrenamtliche und die AdressatInnen der Sozialen Arbeit und somit in Prinzip an alle, da Soziale Arbeit als „am und im Sozialen (Gesellschaft) zu arbeiten“ (S. 8) verstanden wird – eine Arbeit, die jeden betrifft. Als exemplarischer Mikrokosmos mit ausdrücklichem Sozialraumbezug wird dabei die Bahnhofsmission gesehen, auf die unterschiedliche inhaltliche Stränge der Sozialen Arbeit bezogen werden.

Aufbau und Inhalt

Neben einem eher theoretischen bzw. lokalitätsspezifischen Teil des Buches, der jeweils einzelne Artikel zu den Themen Sozialraum, dem Bahnhof als Beispiel eines Sozialraumes, der Geschichte der Bahnhofsmission und den Aufgaben der Bahnhofsmission umfasst, gibt es einen praxisbezogenen Teil, der wichtige Bereiche der Sozialen Arbeit abdeckt: Dabei ist die Auswahl recht breit und mehr (Ehrenamt in der Sozialen Arbeit, Wohnungslosigkeit, Eingliederungshilfe, psychiatrische Versorgung, Migration und geflüchtete Menschen) oder weniger (Freundschaft, Kirche und Seelsorge, Solidarität und Ökonomie) eindeutig auf Handlungsfelder der Sozialen Arbeit bezogen.

Die Gliederung der einzelnen Artikel des zweiten Teils folgt dabei – bis auf wenige Ausnahmen – einem wiederkehrenden Schema: Zunächst wird das jeweilige Handlungsfeld überblicksartig erörtert, dann wird ein Bezug zum Sozialraum oder zum sozialräumlichen Arbeiten hergestellt, um in einem dritten Schritt am Beispiel des Bahnhofs und vorwiegend der Bahnhofsmission eine Übertragung in die Praxis herzustellen. Die Artikel schließen jeweils mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und Fragen zur Überprüfung des Verständnisses, so dass auch eigenständiges Lernen außerhalb von Seminarkontexten ermöglicht werden soll.

Der erste Aufsatz „Sozialraum und Sozialraumorientierung“ von Frank Dieckbreder nähert sich dem Begriff Sozialraum einerseits über die systemtheoretische System-Umwelt-Differenz und andererseits über die Sinus-Milieus als Resultat von Sozialer Ungleichheit, die sich räumlich niederschlägt – was dem Milieumodell von Sinus allerdings nicht inhärent ist, sondern abgeleitet werden muss. Weiter orientiert sich der Autor an Bourdieus Definition von Sozialraum, um sich dem Verständnis von Löw anzuschließen, wenn er soziale Räume als „die subjektiven Wahrnehmungen sozialer Gefüge“ (S. 29) beschreibt.

In einem zweiten Teil werden ausgewählte Methoden der sozialräumlichen Sozialen Arbeit vorgestellt, wobei sich Dieckbreder überwiegend auf Wolfgang Hinte beruft und zudem ein eigenes Modell erörtert. Die Herleitung über Luhmann erscheint zunächst ungewöhnlich, ist aber durchaus sinnvoll, da der Autor sich in späteren Artikeln wieder darauf beruft und somit eine gewisse Stringenz schafft. Bourdieu und Löw erscheinen hier ein wenig verkürzt – was sich vielleicht in einer kurzen Hinführung zum Thema kaum vermeiden lässt – da weder der angeeignete physische Raum Bourdieus erwähnt wird, der den sozialen Raum erst sichtbar werden lässt, noch die Kritik Löws an Bourdieus Raumbegriff dahingehend, dass er prinzipiell ein Behälterraum sei und eben kein relationaler Raum (vlg. Löw 2001, S. 179ff). Das Verständnis des Sozialraumes als relationalem Raum als Definition ist allerdings sinnvoll gewählt und bildet einen roten Faden durch das Buch.

Der Aufsatz zum Bahnhof als Sozialem Raum (Thomas Zippert) beschäftigt sich mit der räumlichen und gesellschaftlichen Besonderheit des Bahnhofs, wobei der Zugang ein autobiographischer ist, der dazu anregt, über eine eventuelle eigene biographische Verbundenheit zu diesem Ort zu reflektieren. Durch diesen Zugang wird einerseits die Entwicklung der Bahnhöfe selbst und deren wechselnde Beziehung zur Stadt und zur Gesellschaft andererseits nachgezeichnet: „So sind Bahnhöfe nicht nur symbolische Repräsentanz von wesentlichen Funktionen und Mächten der Gesellschaft und zugleich Ortsanweisung für die durchziehenden Massen, sondern auch Ort der sinnlich erlebbaren (aber nicht thematisierten oder diskutierten) Selbstoffenbarung einer Gesellschaft in ihrer aufeinander bezogenen und sich voneinander abhebenden Selbst-Differenzierung.“ (S. 43) Diese Betrachtung, die die Besonderheit von Bahnhöfen in ihrer Eigenschaft als Durchgangsraum, in dem sich gesellschaftliche Milieus treffen, die sich sonst weit entfernt sind, treffend beschreibt, ist unterhaltsam und anregend geschrieben, wenn auch der Bahnhof als öffentlicher Raum begriffen wird, was seit der Einführung der Hausordnung der Deutschen Bahn AG 2011 zumindest diskussionswürdig ist (vgl. dazu Bakemeier im selben Band).

In der „Geschichte der sozialen Hilfe am Bahnhof“ zeichnet Bruno W. Niklas die Entwicklung der Bahnhofsmission vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den neueren Entwicklungen z.B. der Bahnhöfe hin zu Einkaufszentren. Gegründet durch den evangelischen Verein zu Fürsorge für die weiblichen Jugend 1884, sollte sich die Bahnhofsmission zunächst den jungen Frauen und Mädchen widmen, die auf der Suche nach einer Anstellung waren und somit im öffentlichen Raum des Bahnhofs sichtbar wurden. Auch die Arbeit der Bahnhofsmission war von Anfang an von weiblichem Ehrenamt geprägt.

Christian Bakemeier beschreibt „die Aufgaben der Bahnhofsmission“, indem er die traditionellen Zuständigkeitsbereiche aufzeigt und deren Entwicklung nachvollzieht. Während sich erstere in materielle Hilfen, Seelsorge, Auskunft, konkrete Reisehilfen und Aufenthaltsmöglichkeit aufteilt, ist letztere vor allem geprägt durch die Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn AG: Das Verbot der Essenausgabe durch die Bahnhofsmission und die Hausordnung für Bahnhöfe und Vorplätze der Deutschen Bahn AG, die es „ihr ermöglicht, Menschen bei unbefugter Nutzung aus dem Bahnhof zu verweisen“ (S. 80) zeigt auf, in welchem Spannungsfeld die Bahnhofsmission agieren muss, wenn sie die AdressatInnen, die sich in prekären Lebenslagen befinden, nicht abweisen will. Diese Gruppe machte 2014 etwa die Hälfte der Besucherschaft in Bahnhofsmissionen aus. Der durchaus kritische Artikel weist auf die eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten und Restriktionen hin, mit denen sich die Soziale Arbeit in der Bahnhofsmission konfrontiert sieht und bezieht hier eindeutig Stellung für ein Selbstverständnis, das nicht nur Hilfe für Reisende, sondern auch ein Angebot für Ausgegrenzte umfasst.

Im zweiten, handlungsfeldgeleiteten Teil des Buches behandeln zunächst Jonas Meine und Karen Sommer-Loeffen das Thema Ehrenamt in der Bahnhofsmission. Neben einer Einführung der Begrifflichkeiten und der Verbindung des Ehrenamtes mit dem Sozialraum – wobei das Ehrenamt hier nicht expliziert wird – und dem Bahnhof geht es vor allem um die Anforderungen, die das Ehrenamt in der Bahnhofsmission mit sich bringt. Unklar bleibt zum Teil die Datenlage, wenn Befragungen von Ehrenamtlichen zitiert werden (Beusker 2013, vgl. S. 95) und der hohe Anspruch, wie er hier an die Arbeit der Ehrenamtlichen gestellt wird, lässt vermuten, dass als AdressatInnen eher nicht die Reisenden, die Hilfe brauchen, gemeint sind (vgl. Punkt 2 der Diskussion der Rezension). Expliziert wird dies allerdings nicht. Auch der missionarische Charakter der Arbeit in der Bahnhofsmission, der als dezentes Angebot beschrieben wird (S. 101), wird erwähnt, aber nicht weiter behandelt. Das wichtige Thema und die Frage, inwieweit missionarische Arbeit ethisch vertretbar ist, wenn sie in Situationen erfolgt, die von den AdressatInnen als prekär und krisenhaft erlebt wird, wird aber im Artikel von Oelschlägel und Graf thematisiert (vgl. unten).

Das Ziel, an einem spezifischen Beispiel die Spannbreite wichtiger Handlungsfelder zu verdeutlichen und so eine praxisnahe Einführung in die Soziale Arbeit zu bieten, wird mit den Artikeln von Andreas Wolf zur Wohnungslosenhilfe und Frank Dieckbreder und Sarah Dieckbreder-Vedder zur Eingliederungshilfe überzeugend erreicht. Wolf beschreibt Aufgaben und Problematiken der Wohnungslosenhilfe und kommt zum Schluss, dass die Bahnhofsmission Wohnungslosen zwar weniger Ressourcen bieten kann, diese aber nicht durch institutionelle Vorgaben eingeschränkt werden: „Das (Hilfe-) Angebot für wohnungslose Menschen […] kann gerade wegen der fehlenden gesetzlichen Normierung den sozialräumlichen Zugang zum Individuum realisieren in der rudimentären Form des Raumangebots ‚Aufenthalt‘.“ (S. 120) Dieckbreder und Dieckbreder-Vedder sehen in der Bahnhofsmission einen möglichen Ort und Träger, an dem Vereinbarungen zur Eingliederungshilfe getroffen werden können, so dass das Ehrenamt eine Eingliederungshilfe hin zur „Aufnahme einer angemessenen Tätigkeit“ darstellen kann (S. 139).

Ein beträchtlicher Teil von etwa 20% der NutzerInnen von Bahnhofsmissionen leidet an einer psychischen Krankheit (S. 145). Im kurzen Aufsatz zum Thema der „Arbeit der Bahnhofsmission der psychiatrischen Versorgung vor dem Hintergrund von Community Mental Health“ von Michael Schulz/Michael Löhr und Pascal Wabnitz wird das Konzept von Community Mental Health erläutert und „[p]sychiatrische Krankheit […] weniger als biologisch determiniertes Problem des Einzelnen, sondern vielmehr in seinem Geschehen innerhalb eines sozialen Kontextes betrachtet.“ (S. 150) Bahnhofsmissionen könnten in diesem Zusammenhang als „förderliche Nischen“ (S. 152) interpretiert werden, die sowohl Hilfe und Ressourcen als auch Schutz bieten.

Dem Thema „Migration im sozialräumlichen Kontext am Beispiel der Flüchtlingsarbeit“ widmet sich Alla Koval, wobei sie einerseits einen guten Einblick in das Handlungsfeld gibt und andererseits den sozialräumlichen Bezug über die Bahnhofsmission herstellt, die für Geflüchtete als „ ´Sozialraum im Dazwischen´ […] nicht selten zu einem Endziel ihrer Migration“ wird (S. 166). Für in der Bahnhofsmission Tätige ergeben sich dadurch vielfache Anforderungen an die zu leistende Arbeit.

In dem bereits erwähnten Artikel von Cristian Oelschägel und Claudia Graf über „Kirche und Seelsorge“ geht es um die Frage, inwieweit Kirche und Kirchlichkeit die seelsorgerischen Tätigkeiten, die hier als „zum elementaren Angebot der Bahnhofsmissionen“ (S. 177) gehörend interpretiert werden, in Inhalt und Form bestimmen sollten. Die Antwort darauf ist nicht ganz eindeutig, denn einerseits gibt „Seelsorge […] nicht ungefragt theologische Antworten auf Fragen, die die Gesprächspartner nicht gestellt haben“ (S. 178), andererseits „bleiben Bahnhofsmissionen und ihre Mitarbeitenden aber auch aufgefordert, das, wofür sie stehen und woran sie glauben, zur Sprache zu bringen.“ (S. 181)

Der Artikel von Jonas Meine zum Thema „milieuübergreifende Freundschaften“ kommt von der allgemeinen Definition von Freundschaften über die Beschreibung von Freundschaften im sozialräumlichen Kontext zur Beschreibung des Beispiels einer Frau, die sich durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Bahnhofsmission aus ihrer sozialen Isolation befreien kann – wobei hier das Spezifische des Settings Bahnhofsmission nicht ganz deutlich wird. Erwähnt werden müssen in diesem Kontext auch die wörtlichen Wiederholungen des anderen Textes des Autoren, die ganze Abschnitte umfassen (vgl. S. 91 und S. 193f).

Im den Band abschließenden Artikel über „Ökonomie und Solidarität“ von Frank Dieckbreder stellt der Autor die Fragen nach den Schwierigkeiten der Finanzierung des Sozialen, wobei er bei der Abgrenzung von Solidargemeinschaften wieder auf die System-Umwelt-Differenz von Luhmann zurückgreift. Als möglichen Ausweg aus dem Dilemma, dass Soziale Arbeit entweder von staatlichen Zahlungen oder von privaten Spendengeldern abhängig ist, sieht Dieckbreder den „Mittelweg aus fiskalischer und privatwirtschaftlicher Finanzierung“ (S. 210). So könnten „Interessierte, die sich das leisten können“ (S. 210) Bahnhofsmissionen finanziell unterstützen, da diese z.B. durch die (Wieder-) Eingliederung von Ausgegrenzten auf dem Arbeitsmarkt mittels Ehrenamt einen relevanten Beitrag für die Gesellschaft leisten können.

Diskussion

Insgesamt ergeben sich durch die Lektüre des Buches einige artikelübergreifende Themen und Erkenntnisse:

  • Überlegungen zum Besonderen der sozialraumorientierten Arbeit in einem Sozialraum, der sich vom klassischen Quartier stark unterscheidet, da in ihm schlichtweg nicht gewohnt wird und er somit eine große Unbeständigkeit und Fluktuation aufweist.
  • Eine Fokussierung auf die AdressatInnen, die keine Reisenden sind und dementsprechend keine Orientierungs- oder Umsteigehilfe benötigen, sondern solche, die statt der „ersten Hilfe“ eine „letzte Hilfe“ (Bakemeier, S. 81) benötigen, da sie entweder durch das staatliche Hilfesystem durchgefallen oder quasi nebenhergelaufen sind, ohne die ihnen zustehenden Hilfen in Anspruch nehmen zu können. Diese Schwerpunktsetzung erfolgt meist mehr implizit, aber die Artikel zur Wohnungslosenhilfe, zu Geflüchteten oder zu den notwendigen Kompetenzen der Ehrenamtlichen ergeben wenig Sinn, wenn man sie auf die Reisenden bezieht, die lediglich eine Auskunft, eine Umsteigehilfe oder einen Sitzplatz zum Warten benötigen.
  • Das Ehrenamt ist in doppelter Hinsicht ein Instrument der Hilfe: Ehrenamtliche helfen den AdressatInnen, die in die Bahnhofsmission kommen, und zugleich erhalten sie ggf. durch das Ehrenamt die Gelegenheit, (milieuübergreifende) Freundschaften zu schließen (vgl. Meine), sich als nützliches Mitglied einer Gemeinschaft zu empfinden und ihrem Tag eine Struktur zu geben (vgl. Dieckbreder/Dieckbreder-Vedder).

Eine große inhaltliche Stärke hat das Buch dann, wenn es die Möglichkeiten der Bahnhofsmission innerhalb des Systems der Sozialen Arbeit austariert, da die Missionen weniger staatlich reglementiert sind und so auch Ungleichheiten des Sozialen Systems kompensieren können. Dies wird z.B. in den Aufsätzen zur Wohnungslosenhilfe und zur Sozialen Arbeit mit Geflüchteten deutlich. Der sozialräumliche Bezug zieht sich durch alle Artikel, wobei es hier zu einigen Redundanzen kommt, die zwar – wie von den HerausgeberInnen geplant – die separate Lektüre einzelner Artikel erleichtern mögen, beim Erarbeiten des kompletten Buches aber ermüdend wirken.

Fazit

Das Buch „Das Konzept Sozialraum: Vielfalt, Verschiedenheit und Begegnung. Soziale Arbeit lernen am Beispiel der Bahnhofsmission“, herausgegeben von Frank Dieckbreder und Sarah Dieckbreder-Vedder will das Thema des Sozialräumlichen Arbeitens in der Sozialen Arbeit in verschiedenen Handlungsfeldern am Beispiel der Bahnhofsmission erläutern. Demgemäß ist das Buch in einen allgemeinen, sich auf das Konzept des Sozialraums und die Lokalität des Bahnhofs bzw. der Bahnhofsmission beziehenden, und einen spezifischen Teil unterteilt, in dem einzelne Handlungsfelder und angrenzende Thematiken der Sozialen Arbeit behandelt werden. Ausgangspunkt bildet dabei jeweils der sozialräumliche Ansatz; Beispiele für Handlungsfelder sind die Wohnungslosenhilfe, die Einzelfallhilfe und die Soziale Arbeit mit Geflüchteten. Das Ziel, eine beispielhafte Einführung in die Soziale Arbeit zu bieten, kann überwiegend erreicht werden, wobei das Buch vor allem dann interessant wird, wenn es sich kritisch zu den verhandelten Handlungsfeldern positioniert und die Bahnhofsmissionen als Orte begreift, in denen ggf. Versäumnisse der Sozialen Arbeit kompensiert werden können.

Literatur

Löw, Martina (2001): Raumsoziologie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp


Rezensentin
Prof. Dr. Andrea Janßen
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Zitiervorschlag
Andrea Janßen. Rezension vom 23.08.2017 zu: Sarah Dieckbreder-Vedder, Frank Dieckbreder (Hrsg.): Das Konzept Sozialraum. Vielfalt, Verschiedenheit und Begegnung : Soziale Arbeit lernen am Beispiel Bahnhofsmission. Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen) 2016. ISBN 978-3-525-70192-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21415.php, Datum des Zugriffs 24.09.2017.


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