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Anja Voss, Susanne Viernickel: Gute gesunde Kita

Cover Anja Voss, Susanne Viernickel: Gute gesunde Kita. Bildung und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen : Konzept einer integrierten Gesundheits- und Qualitätsentwicklung. verlag das netz (Berlin) 2016. 114 Seiten. ISBN 978-3-86892-120-5. D: 17,90 EUR, A: 18,50 EUR.
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Thema

Der Begriff „Gute gesunde Kita“ basiert auf einer Expertise der Bertelsmann Stiftung (2012) sowie dem NRW-Landesprogramm (2013) „Bildung und Gesundheit“. Ihm liegt die begründete Annahme zugrunde, dass Menschen mit niedriger Bildung weniger gesund leben, weshalb sie im Durchschnitt häufiger krank sind und früher sterben als gebildete Menschen. Insofern ist Bildung eine zwingende Voraussetzung für Gesundheit und diese wiederum ist eine entscheidende Voraussetzung für einen erfolgreichen Bildungsprozess. Demzufolge stehen beide Aspekte in Wechselbeziehung zueinander. Sie werden im vorliegenden Buch theoretisch und empirisch begründet und als Konzept zur Qualitätsentwicklung und systematischen Umsetzung für Kindertageseinrichtungen vorgestellt.

Autorinnen

Die Autorinnen sind beide Professorinnen an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Dr. Susanne Viernickel vertritt den Bereich „Pädagogik der frühen Kindheit“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Frühkindliche Bildungsprozesse sowie Bildung und Gesundheit in Institutionen der Kindheitspädagogik.

Dr. Anja Voss vertritt das Lehrgebiet „Bewegungspädagogik/-therapie, Gesundheitsförderung und Tanz“. Ihre Forschungsschwerpunkte beziehen sich u.a. auf Gesundheitsförderung, Salutogenese sowie Gesundheit und Krankheit im Kindesalter.

Die vorliegende Veröffentlichung erfolgte unter Mitarbeit von Rainer Strätz, Karin Esch, Maren Janella, Tim Krüger und Stefanie Schwarz.

Aufbau

Ziel des vorliegenden Buches ist es, im Rahmen der guten gesunden Kita ein Konzept zur qualitätsbezogenen Verankerung von bildungs- und gesundheitsfördernden Strukturen und langfristigen Maßnahmen zu entwickeln, die erfolgreiche Bildungsprozesse ermöglichen.

Das Buch ist in fünf Kapitel eingeteilt, die systematisch aufeinander aufbauen.

  1. Es werden zunächst Merkmale vorgestellt, die Kindertagesstätten pädagogisch – inhaltlich, rechtlich und organisatorisch konstituieren.
  2. Im zweiten Kapitel befassen sich die Autorinnen mit theoretischen Grundlagen zum Thema „Gesundheit in Tageseinrichtungen für Kinder“.
  3. Das dritte Kapitel geht auf den Qualitätsbegriff im Hinblick auf die „Gute gesunde Kita“ ein und stellt Leitlinien vor, die bei der Konzeptentwicklung von Bedeutung sind.
  4. Im vierten Kapitel wird der Referenzrahmen der guten gesunden Kita vorgestellt und anhand von acht Qualitätsbereichen und vierzig Qualitätsfeldern veranschaulicht.
  5. Das fünfte Kapitel gibt konkrete Anleitung zur prozessorientierten Qualitätsentwicklung.

Zum ersten Kapitel

Ausgehend von dem gesetzlichen Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag von frühkindlichen Kindertageseinrichtungen wird im ersten Kapitel dessen Bedeutung für die Identitätsentwicklung und Sozialisation des Kindes herausgestellt.

Betreuung wird als Basisaufgabe für die frühkindliche Entwicklung beschrieben, bei der es in erster Linie um die Befriedigung grundlegender Bedürfnisse von Kindern geht mit dem Ziel einer verlässlichen Beziehungsgestaltung.

Der Erziehung kommt die Aufgabe zu, in wechselseitigen interaktiven und kommunikativen Prozessen die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes zu fördern unter Einbeziehung des gesellschaftlichen und kulturellen Kontextes. Dabei geht es um die Entwicklung der moralischen Grundhaltung und den Erwerb gesellschaftlicher Regeln, wodurch das Kind einen klaren Orientierungsrahmen für seine weiteren Entwicklungsprozesse bekommen soll.

Die Aufgabe der Bildung in diesem institutionellen Kontext ist die Förderung der aktiven Aneignung von Wissen und Erfahrung.

Das Bildungsverständnis wird weiter ausgeführt und als lebenslanger Aneignungsprozess verstanden. Die Bedeutung von qualitativen Bindungs- und Beziehungsverhältnissen für erfolgreiche frühkindliche Bildungsprozesse wird ausdrücklich hervorgehoben. Es folgt eine Auflistung von Prinzipien und Inhalten, die im Bildungsprozess von Bedeutung sind und in Deutschland eine länderübergreifende Verbindlichkeit haben. Darüber hinaus orientieren sich die Autorinnen in ihrem Konzept der guten gesunden Kita an dem Bildungsverständnis des Bildungsberichtes (2014) mit den Indikatoren „individuelle Regulationsfähigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit sowie Humanressourcen“ (s.S.12). Das zugrunde liegende Bildungsverständnis impliziert auch Fort- und Weiterbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die verbindliche Zusammenarbeit mit den Eltern.

Im weiteren Verlauf des ersten Kapitels wird auf den Angebotscharakter sowie die Träger und Konzeptionsvielfalt von Kindertageseinrichtungen eingegangen.

Zum Abschluss des ersten Kapitels stellen die Verfasserinnen Kindertageseinrichtungen als Personale Dienstleistungsorganisation vor, deren Strukturen und Handlungsweisen durch Qualitätsfaktoren entwickelt und verstetigt werden sollte.

Zum zweiten Kapitel

Im zweiten Kapitel wird das Thema Gesundheit in Tageseinrichtungen für Kinder theoretisch fundiert und durch empirische Untersuchungen belegt.

Beim Gesundheitsverständnis beziehen sich die Autorinnen u.a. auf Hurrelmann & Richter (2013), die als bestimmende Faktoren verhaltensbezogene Komponenten, soziale und wirtschaftliche Verhältnisse sowie personale Bedingungen nennen. Zwischen diesen Faktoren besteht eine gewisse Interdependenz, von denen in der Konzeption der guten gesunden Kita zumindest die ersten beiden aufgegriffen werden im Hinblick auf die Gestaltung äußerer Rahmenbedingungen.

Bei der Zielformulierung zur Gesundheitsförderung orientieren sich die Autorinnen u.a. an Aussagen der WHO (1986), die von einer Stärkung der gesundheitsbezogenen Selbstbestimmung und damit von einem gesundheitsförderlichen Verhalten ausgeht, welches zur Gesundheitskompetenz führen soll. Die gesundheitsfördernden Maßnahmen sollen über drei Handlungsfelder realisiert werden, über die „Schaffung gesunder Lebenswelten“, die „Förderung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktivitäten“ sowie über die „Entwicklung persönlicher Gesundheits- und Lebenskompetenzen“ (s. S. 19). Die Verfasserinnen weisen darauf hin, dass die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen vom Robert Koch-Institut (2014) grundsätzlich als gut bewertet wird, jedoch bei etwa 20% der Zielgruppe aufgrund von lebensweltbezogenen Bedingungen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko vorliegt. Zudem wird auf eine Zunahme von psychischen Problemen bei Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Auf der Grundlage verschiedener Studien wird auch die Gesundheit von pädagogischen Fach- und Leitungskräften thematisiert. Demnach zählt diese Berufsgruppe aufgrund von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen sowie höheren pädagogischen und organisatorischen Ansprüchen zu dem gesundheitlich besonders gefährdeten Personenkreis, für den im betrieblichen Gesundheitsschutz besondere Vereinbarungen getroffen wurden.

Mit einem Blick auf den Bildungsbereich Gesundheit belegen die Verfasserinnen, dass Gesundheitserziehung in Kindertageseinrichtungen in den Rahmenrichtlinien der Bundesländer vereinbart ist und als prozess- und ressourcenorientierte Maßnahme ganzheitlich umgesetzt werden soll. Unter Bezugnahme auf den 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung (2009) kommt der „Prävention und Gesundheitsförderung“ sowie den „Frühen Hilfen“ (s.S.26) eine zentrale Bedeutung zu. Zum Abschluss dieses zweiten Kapitels gehen die Autorinnen noch einmal auf die Wechselbeziehung von Gesundheit und Bildung ein und belegen anhand der Bindungsforschung und Neurobiologie, dass Gesundheit ein Resultat gelungener Bildungsprozesse ist und umgekehrt, dass eine gute gesunde Konstitution die Grundlage für erfolgreiches Lernen ist.

Zum dritten Kapitel

Im dritten Kapitel werden zunächst die Ziele des Konzeptes vorgestellt, die aus einem salutogenetischen Ansatz sowie einem bindungsbezogenen Bildungsverständnis heraus entwickeln werden. Sodann wird das Qualitätsverständnis des Konzeptes „Gute gesunde Kita“ dargelegt.

An erster Stelle wird die Pädagogische Qualität genannt, deren Umsetzung abhängig ist von strukturellen Qualitätsdimensionen, also der Implementierung von Prozessabläufen unter Berücksichtigung festgelegter Standards. Die Autorinnen stellen zehn dieser Grundsätze auf, die als Basis für die Entwicklung der Qualitätsbereiche gültig sind.

  • An erster Stelle wird die „Kita als Setting“ genannt, womit ein lebensweltbezogener Lernort für Kinder, ein niedrigschwelliges, familienbezogenes Unterstützungssystem sowie Arbeitsstätte für pädagogisches Fachpersonal gemeint ist. Daraus leiten sich unterschiedliche Bedürfnisse ab, die im Konzept Berücksichtigung finden sollen.
  • Mit dem Kriterium der „Verhaltens- und Verhältnisorientierung“ wird beschrieben, dass Gesundheit sowohl durch die Lebensverhältnisse als auch durch Verhalten bestimmt wird. Für die Gesundheitsförderung bedeutet das sowohl die Einflussnahme auf die Lebensbedingungen als auch auf die Veränderung von Verhaltensweisen.
  • Der dritte Grundsatz „Leitungshandeln“ bezieht sich auf Führungskräfte in Kindertageseinrichtungen, die das Thema „Gesundheit“ überzeugend und kongruent verkörpern und umsetzen und dabei optimale Arbeitsbedingungen sowie die Unterstützung des jeweiligen Trägers benötigen.
  • Mit den Standards „Transparenz“ und „Partizipation“ werden demokratische Aspekte des Offenlegens als Basis für eine prozesshafte Entwicklung sowie die Teilhabe und Mitbestimmung und damit verbunden ein verantwortungsvolles Miteinander als eine grundlegende Voraussetzung angeführt.
  • Als sechster Punkt ist die „Resilienz“ genannt, die durch eine Balance von Schutz- und Risikofaktoren auf unterschiedlichen Ebenen die psychische Gesundheit von Kindern stärken kann.
  • Eng mit der Resilienz verbunden ist das „Empowerment“, das durch selbstgesteuerte Lernprozesse und pädagogische Unterstützung zur Autonomie und Selbstbestimmung führen soll.
  • Der Aspekt der „Risiko- und Ressourcenorientierung“ bezieht sich auf die Reduzierung von gesundheitsgefährdenden Faktoren unter Einbeziehung und Aktivierung der Ressourcen aller am Prozess beteiligten Personen sowie den Organisationsabläufen.
  • Mit dem Grundsatz „Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung“ werden zwei sich ergänzende Herangehensweisen im Hinblick auf die Reduzierung von akuten Gefährdungen sowie der Aufbau von Schutzfaktoren thematisiert.
  • Als letztes Kriterium wird die „Nachhaltigkeit“ genannt, die durch Evaluations- und Qualitätsentwicklungsprozesse eine qualitative Verstetigung zum Ziel hat.

Zum vierten Kapitel

Mit einem Referenzrahmen für das Konzept „Gute gesunde Kita“ stellt das vierte Kapitel das Kernstück der vorliegenden Veröffentlichung dar. Dabei handelt es sich um konkrete Empfehlungen zur Qualitätsentwicklung von Kindertageseinrichtungen mit dem Ziel der Integration von Bildung und Gesundheit. Die Vorlage dieses Bezugssystems bildet u.a. das Handbuch „Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Evaluation in Schulen (IQES)“ von Bräger & Posse (2007a), das „Landesprogramm Bildung und Gesundheit in NRW“ (2012) sowie der Referenzrahmen „Gute gesunde Schule“.

Ausgehend von fünf „Qualitätsdimensionen“ ist die vorliegende Konzeptstruktur in acht „Qualitätsbereiche“ unterteilt, von denen jeder fünf thematische Unterpunkte hat, so dass sich daraus insgesamt vierzig „Qualitätsfelder“ ergeben. Zur besseren Erfassung sind diese Strukturelemente auf einer Matrix angeordnet. Sie werden nachfolgend einzeln konkretisiert.

  1. Der erste Qualitätsbereich bezieht sich auf die Kindertagesstätte als „Lebens- und Erfahrungsraum“. Hierbei geht es um den Gesundheitszustand aller am Prozess beteiligten Personen, die Infrastruktur der Einrichtung, die Arbeitsbedingungen sowie eine Vernetzung über gesundheitsbezogene Kooperationen.
  2. Die zweite Kategorie beinhaltet den Themenschwerpunkt „Grundlagen der pädagogischen Arbeit“. Damit ist gemeint, dass auf der Grundlage des kontextuellen Rahmens von Bildung und Gesundheit der pädagogische Alltag gestaltet, verlässliche Beziehungen aufgebaut und empathisches und wertschätzendes Verhalten praktiziert werden. Zu diesem Verständnis von pädagogischer Arbeit gehört auch die Unterstützung individueller Bildungsprozesse, um so Inklusion tatsächlich zu ermöglichen und die Verortung von gesundheitsbezogenen Themen als Querschnittsaufgabe in alle Bereiche der pädagogischen Arbeit zu integrieren.
  3. Im dritten Qualitätsbereich geht es um die „Gestaltung der Bildungs- und Lernprozesse“. Ausgangspunkt bildet das selbstbestimmte Lernen und das Aufbauen sozialer Beziehungen unter Abgrenzung zur dinglichen Umgebung, um eine erfolgreiche Selbstwahrnehmung und Ich-Identität zu entwickeln. In diesem Zusammenhang kommt der Kommunikation eine Schlüsselstellung zu, da sie die Grundlage des menschlichen Miteinanders abbildet. Den pädagogischen Fachkräften obliegt die Aufgabe, gezielte Beobachtungen durchzuführen und zu dokumentieren mit dem Ziel der individuellen Prozessbegleitung und pädagogischen Förderung. Letztere orientiert sich an dem Ressourcen orientierten Ansatz und der auf Partizipation abzielenden Teilhabe der Kinder.
  4. Die vierte Kategorie „Kooperation, Partizipation“ versteht sich als Konstrukt und Prozess, in dem grundlegende demokratische Prinzipien zur Anwendung kommen und vermittelt werden. Die Zusammenarbeit mit den Eltern und Familien basiert auf einem partnerschaftlichen, wertschätzenden Verständnis. Eltern und Kinder werden bei Transitionsprozessen langfristig begleitet und unterstützt, damit der Übergang zur Grundschule positiv verlaufen kann. Zu dieser Qualitätsdimension gehört auch eine sozialräumliche Öffnung der Kindertagesstätte als aktive Gestaltungsinstanz für familienunterstützende Maßnahmen. Schließlich unterliegt die gesamte Einrichtung einem gesundheitsfördernden Klima, das sich in Struktur, Atmosphäre, Arbeitsbedingungen und Umgang niederschlägt.
  5. Die fünfte Kategorie nennt sich „Team und Leitung“ und ist in Qualitätsfelder aufgeteilt, die sich mit den vielfältigen Aufgaben der Leitungspersonen im Hinblick auf Führung, Delegieren von Aufgaben, Gestaltung von Teamarbeit, Verbindung zum Träger und Repräsentation der inhaltlichen Ausrichtung auseinander setzen.
  6. Die sechste Qualitätsdimension befasst sich mit der „Professionalität und Personalentwicklung“, bei der es um die Entwicklung von Personalstrukturen, der Förderung professioneller Kompetenzen und Entwicklungsmöglichkeiten durch Weiterbildung, einer offenen Kommunikations- und Konfliktkultur sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung geht.
  7. In der siebten Kategorie wird das „Qualitätsmanagement“ konkretisiert. Ausgangspunkt ist die Zielrichtung, die durch die Integration der Themenschwerpunkte „Bildung und Gesundheit“ sowie „Frühkindliche Bildung“ vorgegeben werden. Zur Installation von Qualitätsstrukturen und zur Sicherung des pädagogischen Profils kommen Steuerungsmethoden des Sozial- und Qualitätsmanagements zum Einsatz. Grundlage der Qualitätsentwicklung ist eine Situations- und Ressourcenanalyse, aus denen heraus der Handlungsbedarf formuliert und Maßnahmen zur Personalentwicklung abgeleitet werden.
  8. Die achte und letzte Qualitätsdimension bezieht sich auf die „Wirkungen und Ergebnisse der Einrichtung“ Hierbei geht es um die Reflexion und Überprüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen im Hinblick auf die Umsetzung des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Kindertageseinrichtung wie beispielsweise die Aneignung selbstaktiver Lernmethoden, der Erwerb von Schlüsselkompetenzen sowie deren Anwendung für eine gesundheitsbezogene Lebensweise. Der Bildungsauftrag umfasst die Vermittlung von Lernen als einen lebenslangen Prozess, in dem Übergänge bewältigt und Kompetenzen erweitert werden. Ein zentrales Ziel der Qualitätsentwicklung ist die weitgehende Erfüllung von Erwartungen und Ansprüchen aller am Prozess beteiligten Personen und Institutionen, die sich an den Qualitätsmerkmalen „Gesundheit“ und „Wohlbefinden“ orientieren.

Zum fünften Kapitel

Im fünften Kapitel werden praktische Empfehlungen zur qualitativen Konzeptentwicklung und Konzeptumsetzung für die „Gute gesunde Kita“ gegeben, Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei der Qualitätsentwicklung um einen Prozess handelt, der ständig in Bewegung und fester Bestandteil der pädagogischen und strukturbezogenen Arbeit ist. Empfohlen wird eine kleinschrittige Vorgehensweise bei der zunächst mit den Qualitätsfeldern gearbeitet wird, die für die Einrichtung primäre Bedeutung haben und bei denen auf verfügbare personelle und organisatorische Ressourcen zurückgegriffen werden kann.

Am Anfang der Qualitätsentwicklung steht ein Kommunikationsprozess mit dem Team, bei dem es um die Verständigung von Inhalten, Zielen, Haltungen, Handlungsbedarfen und die Vorgehensweise bei der Umsetzung des Referenzrahmens geht. Zur Dokumentation sollen die Ergebnisse dieses Verständigungsprozesses schriftlich festgehalten werden. Die Ergebnisse der umgesetzten Qualitätsziele sind regelmäßig zu überprüfen und zu bewerten, um daraus Konsequenzen für den weiteren integrierten Gesundheits- und Qualitätsprozess zu ziehen.

Diskussion und Fazit

Mit der vorliegenden Veröffentlichung verfolgen die Autorinnen das Ziel, Kindertageseinrichtungen, die das Profil „Gute gesunde Kita“ anstreben, eine konkrete Unterstützung hinsichtlich des Qualitätsentwicklungsprozesses in Verbindung mit der Integration der inhaltlichen Ausrichtung „Bildung und Gesundheit“ zu geben. Ausgehend von dem gesetzlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag wird das Verhältnis Bildung und Gesundheit theoretisch begründet und empirisch belegt, um im weiteren Verlauf konkrete Schritte des Qualitätsmanagements zu beschreiben. Der Aufbau des Buches folgt einer stringenten Logik und einer sorgfältigen wissenschaftlichen Methodik, die komplexe und mehrdimensionale Materie systematisch zu strukturieren. Auf hohem Niveau werden theoretisch begründete praxisorientierte Anleitungen gegeben, die für akademisch gebildete Fach- und Leitungskräfte eine konkrete Orientierungshilfe sein können.


Rezensentin
Dipl. Soz.Päd. Hildegard Schumacher-Grub
Dipl. Umweltwiss.
Fachlehrerin für Sozialpädagoik, insbesondere Sonder- und Heilpädagogik sowie Systemökologie an der Fachhochschule Bielefeld
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Zitiervorschlag
Hildegard Schumacher-Grub. Rezension vom 28.02.2017 zu: Anja Voss, Susanne Viernickel: Gute gesunde Kita. Bildung und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen : Konzept einer integrierten Gesundheits- und Qualitätsentwicklung. verlag das netz (Berlin) 2016. ISBN 978-3-86892-120-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21493.php, Datum des Zugriffs 21.09.2017.


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