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Eva Cendon, Anita Mörth u.a. (Hrsg.): Theorie und Praxis verzahnen - Lebenslanges Lernen an Hochschulen

Cover Eva Cendon, Anita Mörth, Ada Pellert (Hrsg.): Theorie und Praxis verzahnen - Lebenslanges Lernen an Hochschulen. Waxmann Verlag (Münster, New York) 2016. 288 Seiten. ISBN 978-3-8309-3374-8. D: 34,90 EUR, A: 35,90 EUR.
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Thema

Der Band präsentiert Ergebnisse des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ insbesondere in Hinblick auf die Stärkung des Lebenslangen Lernens an deutschen Hochschulen.

Herausgeberinnen

  • Eva Cendon ist Leiterin der Forschungsstelle Weiterbildungsforschung und und Bildungsmanagement (FWB) und Studiengangleiterin an der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).
  • Anita Mörth ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Weiterbildungsforschung und und Bildungsmanagement (FWB), Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW).
  • Ada Pellert ist Rektorin der Fernuniversität Hagen und Präsidentin der Carl Benz Academy in Beijing.

Aufbau

Der Band enthält fünf Kapitel mit ein bis vier Artikeln. Dem „Executive Summary der wissenschaftlichen Begleitung“ und der „Einleitung“ schließen sich folgende Inhalte an:

  1. Praxisforschung
  2. Theorie-Praxis-Verzahnung
  3. Kompetenz- und Lernergebnisorientierung
  4. Rolle der Lehrenden
  5. Blick in die Zukunft

Inhalt

In der „Executive Summary der wissenschaftlichen Begleitung“ geben Anke Hanft, Ada Pellert, Eva Cendon und Andrä Wolter einen Einblick in den Bund-und-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ und weisen auf die beiden Teilstudien „Zielgruppen Lebenslanges Lernens an Hochschulen“ sowie „Organisation und Management von Weiterbildung und Lebenslangem Lernen an Hochschulen“ als weitere Ergebnisse des Wettbewerbs hin.

Eva Cendon, Anita Mörth und Ada Pellert halten in der „Einleitung“ fest, dass die drei Forschungsschwerpunkte Theorie-Praxis-Verzahnung, Kompetenz- und Lernergebnisorientierung sowie Rolle der Lehrenden im Band jeweils theoretisch, projektbezogen und von einer Außensicht her beleuchtet werden.

Im Artikel „Gemeinsam forschen – Action Research als Arbeitsform der wissenschaftlichen Begleitung“ führt Eva Cendon unter Mitarbeit von Tina Basner in das Thema Praxisforschung ein. David Coghlan erläutert in seinem Artikel Forms of Knowing – Developing the Scholarship of Practice die Rolle des Scholar-Practitioner als jemanden, der oder die die Wissenschaft in die Praxis integriert und vielfältige Perspektiven einnimmt. Roswitha Grassl beschreibt in ihrem Artikel den Einsatz der „sokratischen Methode“ als Instrument der Aktionsforschungs in Angeboten der Weiterbildung und Personalentwicklung.

Ada Pellert begründet die Notwendigkeit der Theorie-Praxis-Verzahnung an den Hochschulen im ersten Artikel dieses Schwerpunkts damit, dass Hochschulen in einer wissensbasierten, globalisierten Organisationsgesellschaft reflektiertes Denken und darauf aufbauendes Handeln fördern sollten. Im Praxisbericht beschreiben Kathrin Köster, Melanie Schiedhelm, Sonja Schöne und Jochen Stettner ihre Erfahrungen mit Work-based Learning in On-the-Job-Projekten. Jon Talbot gibt einen Einblick in die Umsetzung von Work-Based Learning Ansätzen an britischen Universitäten.

Anita Mörth leitet mit ihrem Artikel in den Schwerpunkt Kompetenz- und Lernergebnisorientierung ein, indem sie die Wichtigkeit von Kompetenz- und Lernergebnisorientierung für die Gestaltung von Studiengängen und Lehr-Lernprozessen sowie für Prozesse der die Anrechnung betont. Aus der Praxis berufsbegleitender Studiengänge kommt Miriam Schäfers Ansatz des Kompetenzportfolios mit den Zielen der Kompetenzfeststellung zu Studienbeginn und der Dokumentation des Kompetenzzuwachs während des Studiums. Uwe Elsholz diskutiert das Potential von Portfolios in der wissenschaftlichen Weiterbildung zur Stärkung der wissenschaftlichen Handlungsfähigkeit. Peter Dehnbostel setzt sich mit der Durchlässigkeit zwischen beruflichem und hochschulischem Bereich auseinander und sieht die Kompetenzbasierung der Berufsbildung und Weiterbildung als wichtige Voraussetzung.

Der Schwerpunkt Rolle der Lehrenden widmet sich den zentralen Akteurinnen und Akteuren in der wissenschaftlichen Bildung. Eva Cendon diskutiert im einführenden Artikel Rollen von Lehrenden, die akademische Lehrkompetenz, Grundannahmen für das Lehrhandeln sowie die zentrale Rolle der Reflexion. Im nächsten Artikel stellen Eva Cendon, Anita Mörth, Erik Schiller unter Mitarbeit von Yvette Pavlicek eine qualitative Studie zu Rolle und Selbstverständnis von Lehrenden vor. Erik Schiller, Renate Heese, Kathrin Rheinländer, Heike Rundnagel und Simone Wanken beleuchten in ihrem Befund aus der Praxis die Rolle der Lehrenden in ausgewählten Projekten. Ayad Al-Ani hält fest, dass digitale Bildungskanäle und Bildungsstrukturen neue Rollen und Funktionen von Lehrenden bedingen, und zwar Lehrende als Konstrukteurin und Coach von Lernenden in ihren jeweiligen „Lernstrecken“ sowie als WissenskuratorIn.

Eingerahmt von Ada Pellert, Eva Cendon und Anita Mörth wagen Michaela Brohm, Carol Costley, Roland Deiser, Jean-Marie Filloque, Roland Fischer, David Major, Hans Pechar, Michael Power, Jochen Robes, Andrea Schenker-Wicki, Alan Tait, Lothar Zechlin und Ortrun Zuber-Skerritt einen Blick in die Zukunft und und deponieren ihre Wünsche an „Die Lifelong-Learning-Hochschule der Zukunft“.

Diskussion

Der Band zum Schwerpunkt „Theorie und Praxis verzahnen. Lebenslanges Lernen an Hochschulen“ des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ widmet sich den Implikationen der Verankerung Lebenslanger Lernprozesse an der Hochschule auf Lerninhalte, Lehr-Lernformate und Lehrende.

Die Praxisforschung als Forschungszugang führte im Wettbewerb bereits auf konzeptioneller Basis Theorie und Praxis zusammen. Artikel zum Thema Praxisforschung / Aktionsforschung führen in diese Herangehensweise ein. Passend zum Titel wird die Notwendigkeit der Verzahnung von Praxis und Theorie aus vielfältigen Perspektiven und in Beispielen dargelegt und das Zusammenspiel von Theorie / Reflexion und Handlung verdeutlicht. Modelle der Kompetenz- und Lernergebnisorientierung sind nützlich, um den Übergang von einem Bildungssystem in ein anderes transparenter zu machen und um mit heterogenen Lernenden umzugehen. Kompetenzportfolios sind ein alternatives Reflexions- und Bewertungsinstrument für Lebenslange Lernprozesse. Die Verzahnung von Theorie und Praxis und die dadurch bedingten Lebenslangen Lernprozesse wirken sich auf die Rolle der Hochschullehrenden aus, für die die Herausforderungen wachsen.

13 ExpertInnen gewähren im letzten Kapitel einen individuellen Ausblick in ihre Fantasien zur Hochschule der Zukunft, die vielfältigen Ideen laden zur eigenen Reflexion ein.

Fazit

Das Buch setzt sich mit der Verzahnung von Theorie und Praxis an Hochschulen auseinander. In 17 Beiträgen wird eine Vielfalt an Aspekten und Blickwinkeln angeboten, wobei theoretische Zugänge im Vordergrund stehen.


Rezensentin
Dr. Jutta Pauschenwein
Homepage www.fh-joanneum.at/zml
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Zitiervorschlag
Jutta Pauschenwein. Rezension vom 13.01.2017 zu: Eva Cendon, Anita Mörth, Ada Pellert (Hrsg.): Theorie und Praxis verzahnen - Lebenslanges Lernen an Hochschulen. Waxmann Verlag (Münster, New York) 2016. ISBN 978-3-8309-3374-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21495.php, Datum des Zugriffs 16.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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