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Endris Björn Heimer: Die schlanke Pflegedokumentation

Cover Endris Björn Heimer: Die schlanke Pflegedokumentation. - sicher und entbürokratisiert dokumentieren nach dem Strukturmodell. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2016. 90 Seiten. ISBN 978-3-86216-305-2. D: 29,99 EUR, A: 30,90 EUR.
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Thema

Das vorliegende Buch mit dem Titel „Die schlanke Pflegedokumentation – sicher und entbürokratisiert dokumentieren nach dem Strukturmodell“ thematisiert die Grundlagen, Hintergründe, Leitgedanken sowie rechtlichen, organisationalen, strukturellen und personellen Voraussetzungen für eine systematische Umsetzung des Strukturmodells in Einrichtungen ambulanter, teilstationärer und stationärer Pflege.

Autor

Endris Björn Heimer ist examinierter Krankenpfleger und geschulter Multiplikator zur Implementierung des Strukturmodells. Darüber hinaus ist er Gesellschafter der Curazept Unternehmergesellschaft und berät in dieser Funktion Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens. Er begleitet Einrichtungen ambulanter, teil- und vollstationärer Pflegeeinrichtungen bei der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation.

Entstehungshintergrund

Der Autor verfolgt vor dem Hintergrund der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation mit dem Buch das Ziel, Fragen zu beantworten und Hilfestellungen zu geben, die bei der Umsetzung und Umstellung in den Einrichtungen der Pflege entstehen. Darüber hinaus möchte er das Interesse für die strukturierte und entbürokratisierte Pflegedokumentation wecken.

Aufbau

Das Buch ist in zehn Kapiteln auf 85 Seiten untergliedert. Es folgt einem inhaltlich logischen Aufbau, der von der Beschreibung des vierphasigen Pflegeprozesses in Kapitel 2 über die Darstellung der Elemente und Grundprinzipien des Strukturmodells in Kapitel 3 hin zur Beschreibung des kompensierten Risikos (Kapitel 4), des rechtlichen Hintergrundes inkl. Fragestellungen (Kapitel 5) sowie der Thematisierung des „Immer-So-Beweises“ (Kapitel 6) und der Umstellung auf das Strukturmodell in Kapitel 7 reicht. Das Buch wird abgeschlossen mit einer Diskussion zum Für und Wider des Strukturmodells in Kapitel 8, Orientierungshilfen in Kapitel 9 sowie Formulierungsbeispiele in Kapitel 10.

Inhalt

In Kapitel 2 wird sehr kurz auf das vierphasige Pflegeprozessmodell eingegangen, auf das das Strukturmodell gegründet ist.

Es schließt sich in Kapitel 3 eine Beschreibung der Elemente und Grundprinzipien des Strukturmodells an. Einleitend werden die einzelnen Elemente kurz erläutert und in weiteren Unterkapiteln werden der Aufbau, das Anliegen, die Leitgedanken sowie wie diese Elemente auszufüllen sind, beschrieben. An der ein oder anderen Stelle werden Verweise zu dem alt bekannten AEDL-Modell nach Krohwinkel hergestellt.

In Kapitel 4 wird mit Hilfe eines Algorithmus bildhaft dargestellt, wie mit dem Punkt des „kompensierten Risikos“ im Kontext des Strukturmodells umgegangen werden kann.

Im anschließenden Kapitel 5 setzt sich der Autor mit der wichtigen Frage nach dem rechtlichen Hintergrund und möglichen Fragestellungen auseinander. Insbesondere wird die haftungsrechtliche Frage im Zusammenhang mit einer Pflegedokumentation nach dem Strukturmodell diskutiert sowie welche Unterschiede zwischen stationärer und ambulanter Pflege und Grund- und Behandlungspflege in der Dokumentation bestehen. Der Autor gibt diesbezüglich eindeutige und gut umsetzbare Hinweise.

In Kapitel 6 geht der Autor auf den „Immer-So-Beweis“ ein. Damit ist gemeint, welche Voraussetzungen in den Einrichtungen geschaffen werden müssen, um mit der Aussage „Das machen wir immer so“ bestehen zu können. Dazu zählen bspw. vorhandene Verfahrensanleitungen, einheitliche Regelungen im Qualitätsmanagement-System etc.

In Kapitel 7 mit dem Titel „Umstellungen auf das Strukturmodell“ werden die erforderlichen Ressourcen auf den unterschiedlichen Ebenen diskutiert, die vorhanden sein sollten, wenn sich Einrichtungen mit dem Gedanken tragen, ihr Pflegedokumentationssystem umzustellen.

Im nachfolgenden Kapitel 8 wird das Strukturmodell im „Für und Wider“ diskutiert.

In Kapitel 9 nimmt der Autor Orientierungshilfen in tabellarischer Form vor, um einen Transfer vom altbekannten Verfahren nach AEDL auf die Themenfelder des Strukturmodells zu erleichtern.

Im letzten Kapitel 10 werden Formulierungsbeispiele für die Maßnahmenplanung in den einzelnen Themenfeldern aufgelistet.

Das Buch wird insgesamt mit Beispielen weiterführender Literatur abgeschlossen.

Diskussion

Es wird sichtbar, dass der Autor über sehr gute fachliche sowie beraterische Fähigkeiten verfügt und die Problem- sowie Fragestellungen der pflegerischen Einrichtungen in der Umstellung auf das Strukturmodell kennt. In allen Kapiteln finden sich praktische Hinweise, aber auch Bezüge zum herkömmlichen Verfahren der Pflegedokumentation, so dass die Neuerungen des Strukturmodells gut nachvollzogen werden können. Es wird aber auch deutlich, dass die Umstellung auf das Strukturmodell hohe zeitliche, finanzielle und personelle Ressourcen der Einrichtungen erfordert. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Umstellung ohne Friktionen und Probleme in den Einrichtungen erfolgt. An die verantwortlichen Pflegefachkräfte werden hohe qualifikatorische Anforderungen gestellt. Es ist ein hohes fachliches Wissen in den Bereichen der der Themenfelder (z.B. kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Mobilität und Beweglichkeit, Selbstversorgung u.w.m.), Assessments, Gesprächsführung, Analyse der Risiken sowie der Ableitung von angemessenen Maßnahmen und der fachgerechten Dokumentation und Evaluation erforderlich. Die verantwortlichen Pflegefachkräfte müssen in der Lage sein, die Informationen in der Priorität und Relevanz zu ordnen und in der schriftlichen Dokumentation sowie in die pflegerische Versorgung umzusetzen und zu überprüfen. Den Einrichtungen sind gut beraten, wenn sie diese Anforderungen an das für die Dokumentation und Umsetzung pflegerischer Maßnahmen verantwortliche Personal in der Ressourcenplanung und Stellenbesetzung sowie Ermöglichung von Fort- und Weiterbildung berücksichtigen.

Fazit

Der Autor legt mit dieser Publikation eine übersichtliche Darstellung der wichtigsten Aspekte zur entbürokratisierten Pflegedokumentation nach dem Strukturmodell vor. Es kann allen Einrichtungen ambulanter, stationärer und teilstationärer Pflege empfohlen werden, die sich mit dem Gedanken tragen, die Pflegedokumentation nach dem Strukturmodell umzusetzen oder bereits im Prozess der Umsetzung sind. Es ist sehr gut lesbar, praxisnah und bearbeitet alle relevanten Fragestellungen.


Rezensentin
Prof. Dr. rer.medic. Martina Hasseler
Homepage www.ostfalia.de/cms/de/pws/hasseler/index.html
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Zitiervorschlag
Martina Hasseler. Rezension vom 06.01.2017 zu: Endris Björn Heimer: Die schlanke Pflegedokumentation. - sicher und entbürokratisiert dokumentieren nach dem Strukturmodell. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2016. ISBN 978-3-86216-305-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21711.php, Datum des Zugriffs 24.08.2019.


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