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María do Mar Castro Varela, Paul Mecheril (Hrsg.): Die Dämonisierung der Anderen

Cover María do Mar Castro Varela, Paul Mecheril (Hrsg.): Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart. transcript (Bielefeld) 2016. 136 Seiten. ISBN 978-3-8376-3638-3. D: 12,99 EUR, A: 13,40 EUR, CH: 16,90 sFr.
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Thema

„Rassismus gehört zu den folgenschwersten historischen Hypotheken, mit denen sich die Welt auch im 21. Jahrhundert auseinanderzusetzen hat.“ Diese Tatsache stellt eine Herausforderung dar, Begriffen und deren Verwendung im individuellen alltäglichen, wie im gesellschaftlichen Umgang miteinander aufs Maul zu schauen (Susan Arndt, Rassismus. Die 101 wichtigsten Fragen, 2012, www.socialnet.de/rezensionen/14286.php). Rassistische Begriffe und rassistisches Verhalten kommen als bewusste und ideologiebestimmte Denk- und Verhaltensweise zutage; sie zeigen sich aber auch als unbewusste, allzu oft als verharmlosend und ungewollt sich darstellende Einstellungen. Das Echo auf die jeweiligen rassistischen Aktivitäten kann zwar unterschiedlich ausfallen, doch sie verletzen in jedem Fall, weil immer damit Abwertungen, Diskriminierungen, Höherwertigkeitsvorstellungen und die Würde des (anderen) Menschen verletzenden Aktionen verbunden sind. Es sind oft weite Wege, Einbahn- und Stoppstraßen, Zäune und Mauern, holperige Gassen, die im Eigenen das Bild des Anderen als das Böse und Fremde projiziert. Es sind selten Brücken, die hinführen zu der Erkenntnis: Der Andere bin ich selbst! Deshalb gehört die Auseinandersetzung mit Xenophobie zu allen Zeiten, besonders aber in den gemachten, eingeredeten, produzierten und für eigene ideologische Zwecke und Macht benutzten Zeiten von Unsicherheiten und Veränderungsprozessen, zu den allgemeinbildenden Herausforderungen heute (Erhard Oeser, Die Angst vor dem Fremden. Die Wurzeln der Xenophobie, 2016, www.socialnet.de/rezensionen/21874.php).

Entstehungshintergrund und Herausgeberteam

Der Umgang mit Rassismen und Rassismuskritik heute bedarf vielfältiger Zugänge: Historische, psychologische, soziologische, gesellschaftspolitische, weltanschauliche und pädagogische. Den Anderen, Fremden als Dämon zu bezeichnen und das Bild des Bösen, Gefährlichen, Bedrohlichen und Abzuwehrenden für eigene und ideologisierte Zwecke zu benutzen, ist ein uraltes Mittel, das zu Übermacht, zu Kriegen, Eroberungen, Unterdrückung und sogar zur Vernichtung von Individuen und Völkern geführt hat. „Der Dämonisierungsdiskurs stellt einen effizienten Legitimisierungsdiskurs für Sicherheit durch ein Mehr an gewaltvoller Ausgrenzung und Marginalisierung dar“. Die Frage, warum auch heute, wie zu allen Zeiten, rassistische, fremdenfeindliche und vorurteilsbehaftete Argumentationen benutzt werden – Leben wir doch (oder nicht?) in aufgeklärten, emanzipativen und demokratischen Zeiten! – wird ganz unterschiedlich beantwortet. Es geht nicht um die eher tumbe und eben bereits rassistische und faschistische Auffassung, der Mensch brauche den Feind, um eine eigene Identität entwickeln zu können; vielmehr wird in dem Sammelband „Die Dämonisierung der Anderen“ die aktuelle Entwicklung thematisiert, wie sie sich in der globalen Flüchtlingskrise darstellt und welche Wirkungen und Reaktionen sich dadurch sowohl für die betroffenen flüchtenden und migrierenden Individuen und Kollektive, als auch für die aufnehmenden Gesellschaften in den Zielflucht-Ländern ergeben.

18 Fachleute setzen sich in dem von der Sozialwissenschaftlerin Maria do Mar Castro Varela von der Alice Salomon Hochschule in Berlin und dem Erziehungswissenschaftler Paul Mecheril von der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg herausgegebenem Sammelband mit disziplinären und interdisziplinären Argumentationen auseinander.

Aufbau und Inhalt

Neben der Einleitung durch die Herausgeber, in der sie die zentrale Fragestellung des Bandes erläutern: „Wie kann Gewalt thematisiert werden, ohne dass diese Praxis selbst zu einer unangemessenen Gewalt wird?“, steht im Mittelpunkt des Diskursbandes die Frage, warum angesichts der Flucht- und Migrationskrisen „in Europa die Bereitschaft zu Denk- und Handlungsweisen besteht, die an rassistische Deutungs- und Urteilsmuster anschließen, von diesen vermittelt sind und diese stärken“. Die Autorinnen und Autoren verstehen ihre Beiträge als „analytische Mosaiksteine eines unfertig bleibenden Bildes der Logik der gegenwärtigen Dämonisierung der Anderen“.

Die Sozial- und Politikwissenschaftlerin Schirin Amir-Moazami vom Islam-Institut der Freien Universität in Berlin beginnt den Sammelband mit dem Beitrag „Dämonisierung und Einverleibung: Die ‚muslimische Frage‘ in Europa“. In Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention (vom 4. 11. 1950) heißt es, in Anlehnung an die von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 proklamierten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die auch als „globale Ethik“ bezeichnet wird: (1) Jedermann hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit des Einzelnen zum Wechsel der Religion oder der Weltanschauung sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen öffentlich oder privat, durch Gottesdienst, Unterricht, durch die Ausübung und Beachtung religiöser Bräuche auszuüben. (2) Die Religions- und Bekenntnisfreiheit darf nicht Gegenstand anderer als vom Gesetz vorgesehener Beschränkungen sein, die in einer demokratischen Gesellschaft notwendige Maßnahmen im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der öffentlichen Ordnung und Moral oder für den Schutz der Rechte und Freiheiten anderer sind. Während die verfassungsgemäßen und rechtlichen Grundlagen eindeutig sind, zeigen sich in der real existierenden Praxis und Mentalität der Völker in Europa unangemessene und konfliktträchtige Differenzierungen, ethnozentrierte und weltanschaulich dominierte Ansprüche über eigene (christliche und kulturelle) Prägungen, die sich zum einen in Erwartungshaltungen und Forderungen nach „Einverleibung“, Assimilation, Anpassung und Einstellungen wie: „Wenn ihr so werdet wie wir, seid ihr willkommen!“ artikulieren; sich andererseits in fremdenfeindlichen, rassistischen Höherwertigkeitsvorstellungen ausdrücken. Die Autorin fragt, „auf welche Weise auch unausgesprochene säkulare Anlagerungen, Verkörperungen und Affekte sowohl für die Exzeptionierung als auch für ihre Normalisierung von Muslimen in Europa mitverantwortlich sind“.

Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik verbindet mit seinem Beitrag „Juden: Vampyre – Gemeinschaftsschädliche Dämonen“ in einer historischen, geistesgeschichtlichen Betrachtung über das „Juden“-Bild mit der Analyse zu jüdisch- und islamisch-europäischen Wirklichkeiten. In beiden Situationen wird „Dämonisierung“ als ein ideologisches Mittel benutzt, um mit den Mitteln von „unausgesprochene(n) Festschreibung(en) und Generalisierung(en) durchaus zu verurteilender, sich massenhaft addierender Handlungen von Einzelnen auf das ‚Wesen‘ ihrer Kultur, verbunden mit der Annahme, dass es kaum möglich ist, sich dieses Wesens zu entledigen“ zu schließen.

Maria do Mar Castro Varela setzt sich mit ihren Gedankensplittern „Die Geister, die wir riefen!“ mit der Entwicklung und den Formen von Terror auseinander. Die Autorin nimmt die ambivalente und irritierende Situation zum Anlass, dass „parallel zu den wachsenden Fluchtbewegungen aus Osteuropa und dem globalen Süden ( ) es in den Städten Westeuropas und auch in den Metropolen des globalen Südens immer wieder zu grausamen Anschlägen auf menschliches Leben (kommt)“, und sich daraus Angst und Unsicherheit, Macht und Radikalisierung entwickeln. Sie erinnert daran, dass im europäischen Diskurs über Flüchtlingskrisen und gesellschaftliche Dämonisierungstendenzen der Zeigefinger auf die Anderen immer und automatisch mit drei weiteren Fingern auf den Anklagenden zurück verweisen, denn „Dämonisierungsprozesse sind immer eingebettet in hegemoniale Diskurse“.

Die an der Innsbrucker Universität tätige Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan klagt mit ihrem Ausruf „Doch wieder!“ die Selbst-Barbarisierung Europas an. In der Geschichte sind seit der Antike die Tendenzen nachweisbar, dass sich Europa in der griechisch-römischen Tradition immer wieder selbst erhöht und durch eurozentriertes Denken und Handeln andere Völker und Kulturen vereinnahmt, kolonisiert und erniedrigt hat – wenn sie sich nicht dem Diktat der Dominanz und Herrschaft beugten. Dass auch Deutschland auf seinen Schulden sitzen bleibt und sie nicht zurückzahlt, zeigt die Doppelmoral des Agierens der Europäer gegenüber den historischen und aktuellen Schuldenlasten, deren Ergebnisse sich (auch) in den globalen Krisensituationen zeigen.

Es ist nicht falsch, eine der Voraussetzungen für eine gelingende Integration im Rahmen von Einwanderungsprozessen in der Aneignung und Beherrschung der Sprache(n) zu sehen, die in dem jeweiligen Einwanderungsland gesprochen werden. Es ist auch richtig und gut, dass es bei der Realisierung dieser Grundlagen verschiedene Theorien, Konzepte und Methoden gibt. Die Forderung, dass diese gesellschaftsrelevanten Vorgehensweisen wissenschaftlich und nicht ideologisch erfolgen sollten, ist ebenfalls angesagt und zu beachten. Die Frage jedoch bleibt, was ideologisch und was objektiv ist. Das Forscherteam aus Wien reagiert auf diese Diskrepanz mit der Frage: „Nichts als Ideologie?“ und antwortet auf die verschiedenen Versuche der Abwertung von rassismuskritischen Arbeitsweisen. Die Sprachwissenschaftlerin Inci Dirim, die Erwachsenenbildnerin Alisha M. B. Heinemann, die Germanistin Natascha Khakpour und Doris Pokitsch, alle im Arbeitsbereich für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Wien tätig, Hannes Schweiger vom Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und die derzeit am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien wirkende Mario do Mar Castro Varela, setzen sich mit den Ideologievorwürfen auseinander: „Ideologiekritik betrachtet die Machterfülltheit von Wissensproduktion und begegnet dem Ideologievorwurf mit der Spiegelung des eigenen Tuns, der eigenen Diskurse“.

Die Gesellschaftswissenschaftlerin von der Berliner Humboldt-Universität, Naika Foroutan, setzt sich mit ihrem Beitrag „Nationale Bedürfnisse und soziale Ängste“ mit den sich europa- und weltweit ausbreitenden national-konservativen, völkischen, populistischen und xenophoben Entwicklungen auseinander. Sie diskutiert die verschiedenen Formen, Ausprägungen und sowohl festgefügten als auch neu entstehenden, individuellen und kollektiven nationalen Bedürfnisse und setzt sie in Beziehung zu vorherrschenden wie gemachten Ängsten und sich daraus entwickelnden Feindbildern. Sie wendet sich gegen den zunehmenden Sprech, dass man „die Ängste der AfD-Anhänger ernst nehmen“ müsse; vielmehr plädiert sie dafür, dass „man ( ) die Unwissenheit der Bevölkerung ernst nehmen (muss)“. Damit landet sie bei der dringenden gesellschaftlichen Aufgabe, darüber nachzudenken und Strategien zu entwickeln, wie es gelingen kann, die Menschen davon zu überzeugen, dass sie aufgeklärt sein wollen!

Die Politikwissenschaftlerin Meltem Kulaçatan von der Goethe-Universität in Frankfurt/M. geht mit ihrem Text „Die verkannte Angst des Fremden“ auf wissentliche, verborgene und unbewusst vorhandene Einstellungen und Verhaltensweisen und beim Umgang mit rassistischen und sexistischen Begriffen in der bundesrepublikanischen rmedialen Öffentlichkeit ein. Mit ihrer realistischen, real existierenden Analyse malt sie kein schönes Bild; vielmehr prognostiziert sie: „Zu erwarten ist, dass Rassismus und Sexismus zunehmen werden und dass die humanitären Anliegen von Geflüchteten weiterhin größtenteils ignoriert werden“. Umso deutlicher lautet die Forderung nach einem individuellen und lokal- und globalgesellschaftlichen „Einsatz wider die Angst und für den Schutz derjenigen, deren Seelen und Körper durch den Rassismus verletzt werden“.

Paul Mecheril und die an der Universität in Köln tätige Erziehungs- und Kultursoziologin Monica van der Haagen-Wulff verhandeln mit ihrem Beitrag „Bedroht, angstvoll, wütend“ die Affektlogik in einer Migrationsgesellschaft. Die Sexualisierung der als bedrohlich empfundenen Anderen ist ein bekanntes Mittel für diskriminierende und rassistische Reaktionen und ist meist affektiv motiviert: „Heteronormativ-rassistische Macht- und Begehrensordnungen werden affektlogisch stabilisiert, indem der Andere als Bedrohung … angerufen wird“. Durch die Absolutsetzung, der selbstverständlichen, triebhaften und nicht in Frage zu stellenden eigenen Affekthaftigkeit wird Unrechtsbewusstsein verdrängt oder ausgeschaltet, vor allem dann, wenn die dabei wirkenden Gefühle wie Hass, Wut oder Angst im kulturellen und gesellschaftlichen Bewusstsein eingelagert sind und zu spontanen oder geplanten Aktivitäten herausfordern und sie sogar legitimieren.

Der Bielefelder Sozialarbeiter Claus Melter formuliert mit seinem Beitrag „Die Entrechtung national, religiös oder rassistisch konstruierter `Anderer´“ historische Schlaglichter und konfrontiert sie mit aktuellen Formen der Entrechtung und Ungleichbehandlung Anderer. Sie bilden und entwickeln sich in gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen und politischen Prozessen und werden durch Ideologien gesteuert. Er zeigt Möglichkeiten und Mittel auf, wie eine gegenwartsbezogene, menschenrechtliche Argumentation aussehen kann, „die die Rechte und Integritäten aller Menschen in das Zentrum ihrer Forderungen und Ziele stellt“.

Die Wuppertaler Erziehungswissenschaftlerin Astrid Messerschmidt formuliert mit ihrem Beitrag „`Nach Köln´ – Zusammenhänge von Sexismus und Rassismus thematisieren“ real existierende Befindlichkeiten in der deutschen Öffentlichkeit und Mentalität. Es geht nicht darum, die Ereignisse zu relativieren, sondern die ohne Zweifel abzulehnenden sexuellen und gewaltsamen Übergriffe in den Kontext der historischen und aktuellen „Obsession in der Bundesrepublik Deutschland“ zu stellen, sie nämlich mit den entstandenen, gelebten und in neuen nationalistischen, rassistischen und populistischen Einstellungen zu vergleichen. „Ein Mittel zur Verbreitung von Ressentiments besteht in der Behauptung von Schweigegeboten und Tabus“. Die Autorin belässt es nicht nur bei den Analysen, sondern stellt auch alternative Perspektiven vor, wie durch Aufklärung und Bündnisbildung gegen Sexismus und Rassismus vorgegangen werden kann.

Die Kunsthistorikerin von der Zürcher Hochschule der Künste, Carmen Mörsch, setzt mit „Stop Slumming!“ ein Ausrufezeichen. Gegen „Prekariatsschauen“ und durchaus wohlmeinende karitative Aktivitäten von Wohlhabenden und Gutsituierten bei den Habenichtsen und Benachteiligten in der Gesellschaft, die sich als „Kultur- und Bildungsschauen“ darstellen, stellt die Autorin die Forderung: „Kultur und Bildung … sollen den Kampf gegen Ungleichheit unterstützen und Privilegien umverteilen, anstatt diese zu bestätigen und zu reproduzieren“.

Der Osnabrücker Sozialgeograph Andreas Pott verweist mit seinem Beitrag „Geographien des Rassismus“ darauf, dass in der rassistischen Kommunikation und rassistischen Praxis die räumliche Dimension ins Auge fällt: „Die abgewerteten Anderen werden oft mit Bezug auf Herkunfts- und Wohnräume markiert… (wie gleich zeitig ) rassistische Ordnungen ( ) durchräumliche Bezüge und Verortungen geschaffen (werden)“. Orte und ihre Bilder spiegeln somit die Migrations- und rassistischen Verhältnisse in einer Gesellschaft wider.

Aram Ziai, interkultureller und postkolonialer Wissenschaftler von der Universität Kassel, beschließt den Sammelband mit seiner fiktiven Erzählung „Unsere Farm in Zhengistan“. Er zeigt, wie koloniale Muster unser Bewusstsein bestimmen und rassistisches Denken (auch) zu denen gemacht hat, die wir (heute) sind. „Es geht um die Verweigerung gleicher Rechte mit der Begründung, die Anderen seien einfach nicht so rational wie wir, sondern rückständig, unterentwickelt oder unzivilisiert“. In den Postcolonial Studies (siehe dazu auch den Begriff „Weißseinsforschung“, Maureen Maisha Eggers / Grada Kilomba / Peggy Piesche / Susan Arndt, 2005) sieht Ziai die Chance, „bestehende politische Konzepte, Akteur_innen und Prozesse auf ihren kolonialen Gehalt, auf ihre Nähe zu kolonialen Denkmustern und Strukturen zu befragen“.

Fazit

Dämonisierung in lokalen und globalen, gesellschaftlichen Veränderungsprozessen bewirken eine Distanzierung vom humanen, anthropologischen Bewusstsein, von der „globalen Ethik“ der Menschenwürde und Gleichheit und machen den anthrôpos zum Menschenfeind. Mit dem rassismuskritischen Blick auf migrationsgesellschaftliche Differenzverhältnisse werden historisch und gesellschaftlich entstandene und weiterhin wirkende Denk- und Verhaltensmuster erkennbar, die sich epistemisch, symbolisch, politisch und physisch als Macht- und Gewaltstrukturen zeigen und sich im Einwanderungs- und Migrationsdiskurs für die „Insassen“ als Bedrohung und Gefahr darstellen. Die „Praxis der Dämonisierung“ als individuelle und kollektive Aktion und Reaktion fällt nicht vom Himmel oder ist auf ehernen Tafeln geschrieben, sondern ist natio-ethno-kulturell imaginiert.


Rezensent
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Zitiervorschlag
Jos Schnurer. Rezension vom 04.04.2017 zu: María do Mar Castro Varela, Paul Mecheril (Hrsg.): Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart. transcript (Bielefeld) 2016. ISBN 978-3-8376-3638-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21724.php, Datum des Zugriffs 21.08.2019.


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