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Claudia Beyer, Carina Strobl u.a.: "Hier kommste nicht raus". Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Cover Claudia Beyer, Carina Strobl, Thomas Müller: "Hier kommste nicht raus". Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Endpunkt erzieherischer Willkür der SED gegenüber verhaltensabweichenden Jugendlichen. Schneider Verlag Hohengehren (Baltmannsweiler) 2016. 227 Seiten. ISBN 978-3-8340-1582-2. D: 20,00 EUR, A: 20,60 EUR.
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Thema

In dem Buch geht es um den „Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau“, der als „Endstation“ für schwererziehbare Jugendliche in der DDR 1964 eröffnet und nach der Wende geschlossen wurde. Es werden geschichtliche Hintergründe des DDD-Erziehungs- und Bildungssystems sowie Erfahrungen von Betroffenen thematisiert. Das Buch möchte zur „Aufarbeitung“ beitragen und die Folgen für die Betroffenen verdeutlichen.

AutorInnen

Claudia Beyer und Carina Strobl haben 2013, bzw. 2014 ihr Studium der Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Universität Würzburg abgeschlossen.

Thomas Müller ist ebenfalls Sonderpädagoge und an dem o.g. Lehrstuhl seit 2011 Dozent. Er hat eine zehnjährige Erfahrung als Lehrer und Schulleiter an einer Schule für Erziehungshilfe.

Entstehungshintergrund

Das Buch ist in der Reihe „Pädagogik bei Verhaltensstörungen“ als dritter Band erschienen. Herausgeber sind Roland Stein und Thomas Müller.

Im Vorwort erläutern die Reihenherausgeber, dass sich ihr Fachgebiet als Teildisziplin der Sonderpädagogik versteht. Sie möchten aber das klassische Themenspektrum ihrer Disziplin erweitern, auch um historische Fragestellungen.

Das Buch ist den Kindern und Jugendlichen gewidmet, die in der DDR als „verhaltensabweichend galten und deshalb Opfer von Gewalt, Zwang, Machtmissbrauch und erzieherischer Willkür“ geworden sind (7).

Im Klappentext und in der Einleitung weisen die AutorInnen darauf hin, dass die Geschichte des Jugendwerkhofs Torgau bisher zu wenig Aufmerksamkeit erfahren habe. Die Betroffenen würden bis heute noch massiv unter den dort praktizierten Erziehungsmethoden leiden, die durchaus auch als „Folter“ bezeichnet werden könnten (14). 1996 war die „Initiativgruppe geschlossener Jugendwerkhof Torgau“ gegründet worden, die die Geschichte der Einrichtung dokumentiert und die dort entstandene Gedenkstätte heute unterstützt (88). Die interviewten Personen in dem Buch sind oder waren in diesem Verein aktiv und wurden teilweise schon häufiger interviewt, bzw. machen Führungen durch den ehemaligen Werkhof.

Aufbau

Das Buch ist in zwei etwa gleich große Teile gegliedert, die jeweils etwas mehr als hundert Seiten umfassen.

  1. Der erste Teil behandelt in 10 Kapiteln die Themen: Kindheit und Jugend in der DDR, Makarenko, Erziehungsverständnis der DDR, Abweichendes Verhalten in der DDR, Heimsystem und Heimerziehung, Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, Erzieher im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, Betroffene – Interviews mit Zeitzeugen, Resümee.
  2. Von Seite 115-224 sind die drei Interviews mit den ZeitzeugInnen (zwei Frauen, ein Mann) im Wortlaut abgedruckt.

Inhalt

Im zweiten Kapitel des Buches (Kindheit und Jugend in der DDR) richten die AutorInnen einen Blick auf das Schulwesen der DDR, das entgegen dem eigenen Anspruch auf Bildungsgerechtigkeit nach politischer Gesinnung selegiert habe (19). Auf die Erweiterte Oberschule (EOS), die zum Studium berechtigte, durften nur SchülerInnen gehen, die eine moralische und politische „Reife“ zeigten (z.B. durch Mitgliedschaften in sozialistischen Organisationen wie der FDJ etc.). Neben der EOS und der vorhergehenden Polytechnischen Oberschule gab es sogenannte Spezialschulen, das waren u.a. Schulen für gehörlose, blinde oder körperbehinderte Kinder, sowie besondere Schulen für Sport oder Musik.

Im dritten Kapitel wird die Kollektivpädagogik nach Makarenko auf drei Seiten vorgestellt.

Danach folgt im vierten Kapitel (Erziehungsverständnis in der DDR) ein Überblick über die Werte, die in der DDR vermittelt werden sollten, wie Friedens- und Heimatliebe, Ehre, Sittlichkeit, Verantwortung gegenüber dem Kollektiv, usw. (29). Höchstes Erziehungsziel war die sozialistische Persönlichkeit, die die absolute Wahrheit des Marxismus-Leninismus anerkennt. Im § 1, Abs. 2 des Jugendgesetzes wurde ausgeführt, was darunter zu verstehen war: Die sozialistische Persönlichkeit habe „selbstlos und beharrlich zum Wohl des sozialistischen Vaterlandes (DDR) zu handeln, … den Freundschaftsbund mit der Sowjetunion… zu stärken …, … sich durch sozialistische Arbeitseinstellung solides Wissen und Können auszuzeichnen“ und sich auch „offensiv mit der imperialistischen Ideologie“ auseinander zu setzen (31). Die AutorInnen vertreten die These, dass insbesondere die Vaterlandserziehung zum „gesunden Nationalstolz“ zu einem „Freund-Feind-Denken“ und auch zum Hass gegen andere geführt habe. Neben dem Patriotismus waren der Kollektivismus und die Erziehung zur Arbeit ein wichtiges Element der DDR- Erziehung, insgesamt sei sie manipulativ gewesen mit schwerwiegenden Langzeitfolgen (27).

Abweichendes Verhalten und Heimerziehung in der DDR. In der DDR machte der Staat – so die AutorInnen – den Eltern Vorschriften in Bezug auf die Erziehung der Kinder, die bis zu Kleidervorschriften gingen. Die Jugendhilfe der DDR hatte dabei die Aufgabe, „Abweichungen vom Idealbild der sozialistischen Menschengemeinschaft“ (Ministerium für Volksbildung 1968, zit. n. 38) zu verfolgen. Zu diesen Abweichungen zählten Mitgliedschaften in einer Jugendkultur, Kriminalität, Schwererziehbarkeit, „Asozialität“ oder das „Rowdytum“, welches als Straftat galt. Wer sich „zusammenrottete“ oder die Regeln des „sozialistischen Gemeinschaftslebens“ missachtete, indem sie oder er lange Haare trug oder Kaugummi kaute, konnte in diese Kategorien fallen (39). Schwererziehbar war, wer – so Eberhard Mannschatz – die gesellschaftliche Disziplin verletzte, „psychische Besonderheiten“ oder eine negative Persönlichkeitsentwicklung aufwies. Schwererziehbare wurden in die vom Volksbildungsministerium getragenen Jugendwerkhöfe (Spezialheime) eingewiesen. Einer zeitgenössischen DDR-Studie von 1966 zufolge waren sie durch folgendes Verhalten aufgefallen: „Schul- und Arbeitsbummelei, Sachbeschädigungen, sexuelles Fehlverhalten, Rowdytum (einschließlich Körperverletzung)“ (45). Insbesondere die „Arbeitsscheu“ galt als asozial, gesellschaftlich unreif und „parasitär“, weshalb sie mit Arbeitserziehung bestraft wurde (47).

Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Offiziell galt Torgau als einzige geschlossene Einrichtung der Jugendhilfe und als Endstation für 14-18-jährige, schwererziehbare Jugendliche. In zwei Jungen- und einer Mädchengruppe konnten dort 60 Jugendliche für maximal sechs Monate aufgenommen werden (60). Das Gebäude selbst hatte eine lange Tradition als Gefängnis und diente in den 1950er Jahren bereits als Jugendgefängnis. Mauern, Stacheldraht und „Hundelaufstreifen“ sicherten das Gebäude. Eingewiesen wurden Jugendliche auf Antrag des Heimleiters eines anderen Spezialheims (62). Kinder und Eltern wurden nicht befragt. Gründe waren häufig Fluchtversuche aus anderen Heimen sowie Arbeitsbummelei und Schule schwänzen, aber auch mangelnde „Umerziehungsbereitschaft“ im „Stammheim“ sowie „terroristische Handlungen“ und „faschistische Provokationen und Verhaltensstörungen“ (66). Auch die Volkspolizei konnte einweisen. Der Direktor von Torgau war ermächtigt, die Aufenthaltsdauer festzulegen. In diesem Teil des Buches werden bereits Aussagen der Zeitzeugen eingebracht, die die teilweise entwürdigenden Transporte nach Torgau beschrieben. Die Aufnahmeprozedur bestand in der Untersuchung von Körperöffnungen, der Leibesvisitation, der Neueinkleidung in der Kleiderkammer, dem Scheren der Haare und dem tagelangen Einsperren in eine Isolierzelle („Zuführungszelle“). Dort sollte die Hausordnung auswendig gelernt werden. Der erste Absatz lautete: „Sie haben die Gelegenheit, Fehler in ihrem Verhalten zu korrigieren, im Jugendwerkhof nicht genutzt. Hier im geschlossenen Jugendwerkhof müssen Ihnen deshalb ihre Pflichten gegenüber der Gesellschaft nachdrücklich bewusst gemacht werden und es wird Ihnen geholfen, Ihr Leben in Zukunft gefestigt und sinnvoll zu gestalten.“ (zit. n. 65) Nach dem Arrest fand ein Gespräch mit dem Direktor statt. Danach wurde ein Brief an die Eltern geschrieben, der nur die Inhalte des Aufnahmegesprächs beinhalten durfte (66). Das pädagogische Konzept in Torgau sah vor, eine „explosive Veränderung der bisher negativen Einstellungen der Jugendlichen zum Erziehungsvorhaben im Stammjugendhof“ zu bewirken, hierzu diente auch die Isolierung zu Beginn, die mit der Makarenkos „Explosionsmethode“ gerechtfertigt wurde (65, 67). Die Erziehung zur Arbeit, die mit einem militärischen Umgangston erzwungen wurde, war das Haupterziehungsmittel. Der Tagesablauf war von 5.30-21.00 Uhr streng festgelegt. Dreimal am Tag gab es Sport. Unterrichtet wurde einmal die Woche, vor allem Staatsbürgerkunde. Die Jugendlichen standen unter ständiger Beobachtung, selbst beim Gang auf die Toilette. Alle Wege mussten im Laufschritt bewältigt werden. Ordnung und Sauberkeit waren oberstes Prinzip, genau war festgelegt, wie die Betten zu richten und wie geputzt werden sollte (72). Die Jugendlichen in Torgau mussten in der Metallverarbeitung arbeiten, die Mädchen in der Abteilung Elektromontage. Nach 21:00 Uhr waren die Jugendlichen sich selbst überlassen, was nach Aussagen von Zeitzeugen häufig zu Misshandlungen von Schwächeren und sexuellen Übergriffen führte. Strafmaßnahmen waren neben Arrest, Essenentzug, Schlägen, Strafaufsätzen und Reinigungspflichten auch „Zwangssport“ (z. B. Liegestütze bei jedem Wetter, Laufen auf der „Sturmbahn“).Insgesamt waren 40 Mitarbeiter in Torgau beschäftigt und es war offenbar schwer diese zu finden, da von ihnen besonders „politische Standhaftigkeit“ verlangt wurde. Viele der MitarbeiterInnen waren überfordert und hatten keine oder nur geringe pädagogische Ausbildung. Manche waren strafversetzt worden, einige sogar wegen sexueller Verfehlungen oder Gewalttätigkeiten bei der Armee (90).

Interviews mit Zeitzeugen und Resümee. Der Darstellung der Zustände in Torgau folgt die Zusammenfassung der drei Interviews mit Zeitzeugen (Corinna Thalheim, Ralf Weber, Kathrin Begoin). Die Interviews sind nicht anonymisiert, alle drei haben sich bereits wiederholt – auch im Fernsehen und im Internet – zu ihrem Aufenthalt in Torgau geäußert. Aus den Lebensgeschichten wird deutlich, dass die Unterbringungsründe ähnliche waren wie sie aus der Aufarbeitung der Heimerziehung im Westen bekannt sind: materiell und psychisch überforderte Alleinerziehende, Jugendkriminalität, „Arbeitsbummelei“. Spezifisch ist hier allerdings der Verweis auf eine Mobbingsituation in der Schule, weil der Vater angeblich bei der Stasi gewesen war und eine Einweisung wegen der Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Friedensgruppe. Bei allen spielte aber auch die Flucht aus anderen Heimen eine Rolle. Alle drei beschreiben auch demütigende Strafen und die lebenslangen Folgen in Bezug auf Ängste vor Dunkelheit, geschlossenen Räumen und mangelndes Vertrauen in andere Menschen. Nach Frau Thalheim dienten die Werkhöfe vor allem dazu, den Willen der Jugendlichen zu brechen, „jeden der da rein kam, gefügig zu machen auf welche Art auch immer. Es war einfach nicht mehr existieren, nur noch vegetieren. So war´s vorgesehen. Dass, wenn du da rauskommst, zu allem Ja und Amen sagst, wie eine Maschine funktionierst. Das war´s. Das war eigentlich von denen der Leitfaden gewesen…“ (104).

Abschließend fassen die AutorInnen noch einmal ihre Argumentation zusammen, ausgehend vom Schulsystem der DDR und dem Ziel der Erziehung einer sozialistischen Persönlichkeit, die so nicht funktioniert habe. Sie sehen die „Janusköpfigkeit“ der DDR- Erziehung darin, dass einerseits der Jugend viel Aufmerksamkeit zuteil geworden ist, sie andererseits aber schnell kriminalisiert worden sei (106). Jugendliche seien zum Objekt der Umerziehung geworden. Torgau sei der „furchtbare Höhepunkt“ der Versuche der Umerziehung gewesen, das Ziel habe der Jugendwerkhof aber verfehlt, lediglich Traumatisierungen bewirkt (112). Wichtig sei die Erinnerung an die Folgen der Betroffenen, da die Gefahr eine „Nostalgisierung“ der DDR-Vergangenheit bestehe (114).

Diskussion

Den vielen Veröffentlichungen zur Geschichte der Heimerziehung in der Nachkriegszeit ist mit dieser Publikation eine weitere hinzugefügt. Ihr Anspruch war, zur Aufarbeitung insbesondere der Heimerziehung der DDR beizutragen. Daher muss die Frage gestellt werden, ob hier wesentlich Neues zum bisherigen Forschungsstand und zur Diskussion beigetragen wurde und dies ist leider nur ansatzweise der Fall. Das liegt u.a. daran, dass dieser Forschungsstand nicht hinreichend wahrgenommen wurde. Die Literaturliste der Publikation umfasst nur zwei Seiten und fünf Zeilen. Es fehlen die wichtigsten Forschungen zu den Endstationen der Jugendhilfe in der BRD, mit denen die Zustände in Torgau hätten verglichen werden können, um spezifische und unspezifische Erziehungsmethoden und Erfahrungen von Betroffenen herauszuarbeiten. So bleibt unklar, welche Aspekte mit der im ersten Teil vorgestellten DDR-Erziehung erklärbar sind, und welche auf die gemeinsame Geschichte im Nationalsozialismus einerseits oder auf die Wirkweisen totaler Institutionen (Goffman) zurückzuführen sind. Gerade in Bezug auf die NS-Vergangenheit verdichtet sich der Eindruck, dass die DDR trotz offiziell antifaschistischer Politik in Bezug auf den Umgang mit „Arbeitsscheu“, „Asozialität“ und Vaterlandsliebe ungebrochen spezifische pädagogische Methoden der NS-Zeit fortsetzte. Allerdings sind diese Themen bereits in der Expertise von Laudien/Sachse (2012) und in dem Buch von Christian Sachse über die Spezialheime der DDR-Jugendhilfe in Sachsen (Sachse 2013) sehr differenziert in ihrer Entwicklung von der Nachkriegszeit bis zur Wende beschrieben worden – auch in Bezug auf Torgau. Leider ist auch dieses Buch nicht rezipiert worden. Die AutorInnen schreiben zur mangelnden Berücksichtigung des Forschungsstandes der BRD lapidar:

„Was dieses Buch nicht berücksichtigen konnte, ist ein Blick auf die Erziehungskultur der BRD und ihr Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen zu Zeiten der deutschen Teilung.“ (113) Warum dies nicht berücksichtigt werden konnte, bleibt unbegründet, ebenso die Frage, warum sich die AutorInnen dann trotzdem das Urteil erlauben, es habe im Westen nie „eine Einrichtung wie den geschlossenen Werkhof Torgau“ gegeben (ebd.). Dies ist nicht zutreffend, denn ein Blick auf die Forschungsergebnisse über Freistatt oder Glücksstadt (Benad u.a. 2009, Schrapper/Johns 2010) hätte deutlich machen können, dass diese „Endstationen“ im Westen sehr vergleichbare Erziehungsmethoden anwandten.

Allerdings wird in Bezug auf die Erinnerungskultur in Torgau eine Differenz deutlich: Torgau ist eine Gedenkstätte, die ähnlich wie Bautzen auch an das „Unrechtsregime“ DDR erinnern möchte. Daher scheinen die befragten Betroffenen offensiver mit ihrem Schicksal umzugehen, vielleicht, weil sie sich eher in einer Reihe mit anderen Opfern der DDR fühlen, als mit anderen Heimkindern.

Fazit

Auch wenn die Publikation einige neue Aspekte der Erziehungsmethoden in Torgau aus Sekundärliteratur und Zeitzeugenberichten zusammenträgt, so ist der eigenständige Forschungsbeitrag eher gering – er liegt vor allem in der Kontextualisierung in Bezug auf das Bildungssystem. Dieser Beitrag hätte daneben in einer methodisch und theoretisch fundierten Auswertung der Interviews bestehen können, hier wird aber lediglich Material zur Verfügung gestellt. Sicher ist dies interessant, denn es sind nicht nur Dokumente von Menschen, die schwierige Kindheitserlebnisse bewältigten, sondern die Tatsache, dass sie dies seit Jahren öffentlich tun, hinterlässt erkennbare Spuren in den Geschichten, die in der Perspektive auf „Gedenkstättenpädagogik“ erzählt werden. Es bleibt aber den Lesenden überlassen, dies einzuordnen. Abschließend sei noch angemerkt, dass für eine historische Studie der Umgang mit den Quellen verbesserungswürdig ist. Häufig bleibt unklar, ob die aus der Sekundärliteratur referierten Quellen aus der DDR-Zeit, aus dem Westen oder aus der Zeit nach der Wende stammen, was ihre Bewertung teilweise verunmöglicht.

Literatur

  • Laudien, Karsten/Sachse, Christian 2012: Expertise 2: Erziehungsvorstellungen in der Heimerziehung der DDR. In: Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer (Hg.) 2012: Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR, Berlin: Eigenverlag
  • Sachse, Christian 2013: Ziel Umerziehung, Spezialheime der DDR-Jugendhilfe 1945-1989 in Sachsen, Leipzig: Universitätsverlag
  • Johns, Irene/Schrapper, Christian 2010: Landesfürsorgeheim Glückstadt 1949-74: Bewohner – Geschichte – Konzeption, Neumünster:Wachholtz
  • Benad, Matthias u.a. 2009: Endstation Freistatt. Fürsorgeerziehung in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bis in die 1970er Jahre, Gütersloh: Verlag für Regionalgeschichte (vgl. dazu die Rezension)

Rezensentin
Prof. Dr. Carola Kuhlmann
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Zitiervorschlag
Carola Kuhlmann. Rezension vom 09.02.2017 zu: Claudia Beyer, Carina Strobl, Thomas Müller: "Hier kommste nicht raus". Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Endpunkt erzieherischer Willkür der SED gegenüber verhaltensabweichenden Jugendlichen. Schneider Verlag Hohengehren (Baltmannsweiler) 2016. ISBN 978-3-8340-1582-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21738.php, Datum des Zugriffs 23.10.2019.


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ISSN 2190-9245

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