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Hannah-Marie Heine: Leni und die Trauerpfützen

Cover Hannah-Marie Heine: Leni und die Trauerpfützen. Balance Buch + Medien Verlag (Köln) 2016. 40 Seiten. ISBN 978-3-86739-157-3. D: 14,95 EUR, A: 15,50 EUR.
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Thema

Lenis liebste Hundefreundin Frieda ist gestorben, ihr Korb ist leer. Lenis Gefühle spielen verrückt, manchmal ist es so, als zerspringe sie vor lauter Gefühlen im Bauch. Leni braucht Erwachsene, die sie verstehen!

Kinder trauern anders als Erwachsene – in einem Moment spielt, lacht und singt das Kind, im nächsten ist es von Trauer und Schmerz regelrecht überwältigt.

Dieses abrupte Wechselbad von tiefer Trauer und verspielter Fröhlichkeit, mit dem Kinder oft auf einen Verlust reagieren, irritiert nicht nur die erwachsenen Begleiter, sondern auch die Kinder selbst.

Autorinnen

Hannah-Marie Heine ist Heilpädagogin mit Schwerpunkt Spieltherapie und Entwicklungsförderung. Sie arbeitet in einer Frühförderstelle und begleitet dort Kinder und Eltern ein Stück auf ihrem Weg. Seit ihrer Kindheit schreibt sie gerne Geschichten.

Katharina Vöhringer ist Diplom-Designerin mit Schwerpunkt Illustration und Motiondesign. Sie liebt Hamburg, Wellen, Wind und Abenteuer.

Aufbau

Das mit einem festen Einband stabil gebundene Buch beinhaltet auf 16 Doppelseiten großflächige, in lebendigen Farben gehaltene Illustrationen, die mit kurzen Erzähltexten kombiniert sind.

Im Anhang folgt ein Text von Hannah-Marie Heine, der an die Eltern gerichtet ist und kurz erläutert, inwiefern Kinder anders trauern als Erwachsene.

Inhalt

Im Mittelpunkt der anrührenden Geschichte steht Leni, die um ihre Hündin Frieda trauert. Zunächst gelingt es ihr nicht, diesen unabänderlichen Abschied zu akzeptieren. Immer wieder wird die ihr eigene Fröhlichkeit und Sorglosigkeit von heftigen Gefühlen der Trauer und Verzweiflung unterbrochen; Leni erlebt dabei eine große Leere, weint viel und reagiert oft aufbrausend. Nach und nach vermag sie es, durch die wohlige Erinnerung an Frieda die kindliche Unbeschwertheit zurück zu erlangen. Eine entscheidende Hilfe ist ihr hierbei Kinderarzt Dr. Johann, der ihr erklärt, dass man in solchen Situationen sehr wohl urplötzlich gänzlich niedergeschlagen ist und damit in eine ‚Trauerpfütze‘ stolpert. Aus diesen, so Dr. Johann, kann man sich jedoch auch wieder heraus bewegen – zum Beispiel indem man auf ein Kissen trommelt, mit den Füßen auf den Boden stampft oder einfach die Wut laut herausschreit. Ein weiterer wichtiger Schritt besteht darin, dass man Bilder aus der Vergangenheit nicht verdrängt, sondern zulässt. Auf diese Weise wird Frieda wieder ein Stück lebendig und behält einen festen Platz im Herzen von Leni.

Diskussion

Kinder erleben den Verlust eines nahestehenden Menschen oder eines ihnen nahe stehenden Lebewesens oft ganz anders als Erwachsene. Je nach Altersstufe gehen sie sehr unterschiedlich mit dem Verlust um. Ihre Reaktionen irritieren die Großen, da manchmal der Eindruck entsteht, die Kinder würden gar nicht trauern. Dem ist aber keineswegs so. Kinder trauern anders. Es ist wichtig, sie in ihrer Trauer so anzunehmen, ihnen beizustehen und ihnen zu helfen.

Diese zentrale Botschaft vermittelt das liebevoll gestaltete Buch in bester Weise, wobei die kindgemäßen Texte und der Lebenswelt von Kindern entsprechenden Illustrationen den entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass sie sowohl bei den Kindern als auch bei den vorlesenden Erwachsenen ankommt.

Fazit

In „Leni und die Trauerpfützen“ geht es um große Emotionen, die uns alle geradezu überfluten, wenn der Tod den Alltag überschattet. Dabei brauchen besonders Kinder Begleitung, Unterstützung, Verständnis sowie Impulse, mit der neuen Situation so umzugehen, dass Zuversicht und Vertrauen wieder Einkehr halten.

Hannah-Marie Heine und Katharina Vöhringer gelingt es beeindruckend, ein bedrückendes Thema so zu bearbeiten, dass am Ende ein versöhnliches, dankbares Lächeln bleibt und neue Kräfte geschöpft werden. Ein gelungenes Plädoyer für das Leben, das den Tod nicht ausschließt!

Dies ist für Kinder und auch Erwachsene eine inneren Frieden vermittelnde Erkenntnis.


Rezensent
Thomas Hax-Schoppenhorst
pädagogischer Mitarbeiter der LVR-Klinik Düren, Sachbuchautor, Herausgeber, Erwachsenenbildner
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Zitiervorschlag
Thomas Hax-Schoppenhorst. Rezension vom 12.04.2017 zu: Hannah-Marie Heine: Leni und die Trauerpfützen. Balance Buch + Medien Verlag (Köln) 2016. ISBN 978-3-86739-157-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21826.php, Datum des Zugriffs 10.12.2019.


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