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Wolf Rainer Wendt: Geschichte der Sozialen Arbeit 2

Cover Wolf Rainer Wendt: Geschichte der Sozialen Arbeit 2. Die Profession im Wandel ihrer Verhältnisse. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2016. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. 395 Seiten. ISBN 978-3-658-15434-9. D: 29,99 EUR, A: 30,83 EUR, CH: 31,00 sFr.
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Entstehungshintergrund

„Das Interesse an der Geschichte ist gewachsen. Sich der eigenen zu vergewissern hat die soziale Arbeit, wenigstens im deutschsprachigen Raum, bis vor kurzem kaum Gelegenheit gelassen. Es gab genug anderes zu tun, es waren gegenwärtig Positionen zu beziehen, diverse Aufgaben zu übernehmen und einigermaßen zu erfüllen. Jetzt nötigt die Krise in der Sozialpolitik und im Sektor sozialer Dienstleistungen zu kritischer Rücksicht auf das eigene Selbstverständnis und seine Wurzeln. Der Blick zurück kann Wege deutlich machen, die weiterführen, und lehren, sie von denen zu unterscheiden, die weniger versprechen. Das vorliegende Buch soll zur Orientierung beitragen, Standpunkte in ihrem Kontext klären und die Chancen sozialer Arbeit bestimmen helfen. Wer sie studiert, kann das historische Bewusstsein brauchen, in kategoriale Vorgaben, andauernde Prozesse sozialer Reform und vielfältiger Hilfstätigkeit eingebunden zu sein und anzuknüpfen an leitende Vorstellungen, die, von ihren Schicksalen gezeichnet, noch längst nicht abgegolten sind.“

Das ist – unter der Überschrift „EINFÜHRUNG: ZUR HISTORISCHEN IDENTITÄT DER SOZIALEN ARBEIT“ – der erste Textabschnitt von Wolf Rainer Wendts „Geschichte der sozialen Arbeit. Von der Aufklärung bis zu den Alternativen“, erschienen 1983 bei Enke in Stuttgart. Ich las diese erste Fassung der Wendtschen „Geschichte“ neben den damals schon vorhandenen Darstellungen zur Geschichte der Sozialen Arbeit vor 33 Jahren. Zum SS 1984 war ich an den Fachbereich Sozialwesen der Hochschule München für das damals neu eingerichtete (Zentral-)Fach Sozialarbeit/Sozialpädagogik (SA/SP) berufen worden und stand vor der Aufgabe im WS 1984/1985 eine Großvorlesung zur Geschichte der SA/SP zu halten. Das genannte (Zentral-)Fach SA/SP war in Bayern eingerichtet worden, um – in heutiger Sprache gesprochen – in der Lehre wegzukommen von einer „reinen Fächerakkumulation“ zu einer „Fächerakkumulation mit Ausrichtung auf das zentrale Fach“.

Man sieht es schon an den Begrifflichkeiten „Sozialwesen“, „Sozialarbeit/Sozialpädagogik“ und der von Wolf Rainer Wendt damals noch für die Profession benutzen Bezeichnung „soziale Arbeit“: Was wir heute „Soziale Arbeit“ nennen, war damals noch Zukunft. „Soziale Arbeit“ als Bezeichnung einer angewandten Wissenschaft (Disziplin) und einer bestimmten Profession wird erst seit den 1990ern als Ober- und Sammelbegriff der traditionellen Fachrichtungen Sozialpädagogik und Sozialarbeit gebraucht. Wolf Rainer Wendts „Geschichte“ wurde als einbändiges Werk bis 1995 viermal aufgelegt, 2008 erschien es erstmals in zwei Bänden. Die Jahre 1983 – 2017 waren für Profession und Disziplin der Sozialen Arbeit in der Bundesrepublik sehr bedeutsam; die in jenen Jahren intern ablaufenden Prozesse und relevante kontextuelle Veränderungen spiegeln sich in den Überarbeitungen und Erweiterungen der „Geschichte“ wider. Insofern ist die „Geschichte“ in und mit ihren Veränderungen über drittel Jahrhundert hinweg Dokument der Zeitgeschichte der deutschen Sozialarbeit. Sie war und ist aber zugleich etwas Anderes: nämlich selbst ein Veränderungsfaktor.

Autor

Das war denn auch die Absicht des Autors, der im letzten halben Jahrhundert nicht nur Beobachter der (west-)deutschen Sozialen Arbeit war, sondern über Jahrzehnte ihre Entwicklung zur heutigen Gestalt aktiv mit betrieb. Wolf Rainer Wendt (https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Rainer_Wendt), Jahrgang 1939, ein „Kriegskind“, geboren in Schwerin, war ein in jungen Jahren vom DDR-Regime politisch Verfolgter und in der DDR Inhaftierter, der nach seiner Flucht „in den Westen“ das Abitur nachholte und seine anschließenden Studien in Berlin und Tübingen 1968 abschloss mit der Diplomierung in Psychologie und 1969 mit einer Promotion über eine geisteswissenschaftliches Thema bei Otto Friedrich Bollnow (https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Friedrich_Bollnow), einem Schüler des als Begründer der Sozialpädagogik geltenden Herman Nohl (https://de.wikipedia.org/wiki/Herman_Nohl).

Im selben Jahr nahm er seine berufliche Tätigkeit in der Erziehungsberatung beim Jugendamt der Landeshauptstadt Stuttgart auf, war anschließend in den Jahren 1972-1977 Leiter der Abteilung Sozialpädagogische Heime, Adoptions- und Pflegestellenwesen des Jugendamts Stuttgart und übernahm 1977 die Leitung des Ausbildungsbereichs Sozialwesen der (damaligen) Berufsakademie Stuttgart (jetzt Duale Hochschule Baden-Württemberg), wo er seit 1975 Dozent gewesen war. Dort wurde er 1978 Professor und Studienbereichsleiter Sozialwesen, was er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2004 blieb. Wolf Rainer Wendt, das macht die kurze Skizze deutlich, war einer der ersten Fachhochschulprofessor(inn)en für Soziale Arbeit. Und dafür einschlägig qualifiziert: mehr als die geforderten fünf Jahre berufstätig auf Arbeitsfeldern und in Institutionen der Sozialpädagogik wie der Sozialarbeit, erfahren in der direkten Arbeit mit Klient(inn)en ebenso wie in der Arbeit einer bedeutenden Stabsstelle der Kinder- und Jugendhilfe.

Er gehört zu jenem kleinen Kreis von Fachhochschullehrern (ja, es waren anfangs nur Männer), die ab Mitte der 1980er darüber nachdachten, wie man die an Fachhochschulen gemeinsam gelehrte Sozialpädagogik und Sozialarbeit unter ein gemeinsames konzeptionelles Dach fassen könnte; darin, dass die universitäre deutsche Sozialpädagogik dies – entgegen deren Anspruch – nicht leisten könne, war man sich einig. Die Folge jener Gespräche war die 1989 erfolgte Gründung der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit, die 2006 in Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit umbenannt wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/). Niemand war länger als er dort im Vorstand. Es gibt einen Film über die ersten 25 Jahre der Gesellschaft (https://www.youtube.com/embed/QCHSsoR6c04), in dem natürlich auch Wolf Rainer Wendt ausführlich zu Wort kommt; man sollte ihn – nicht nur seinetwegen – allen Studienanfänger(inne)n zeigen. Wolf Rainer Wendt war, dies sei an dieser Stelle angemerkt, meines Wissens der erste, der hierzulande den Begriff „soziale Arbeit“ verwendete: In dem bereits 1973 erschienenen Aufsatz „Der Beitrag der Systemtheorie zur Strategie und Planung der sozialen Arbeit“ (Blätter der Wohlfahrtspflege, 120, S. 72-75).

Worum es Wolf Rainer Wendt mit seiner „Geschichte“ 1983 ging, nämlich um eine eigenständig begründete Identität der Sozialen Arbeit, hatte er bereits ein Jahr zuvor in „Ökologie und soziale Arbeit“ (Stuttgart: Enke, 1982) gezeigt. Aus diesem ersten Buch zum Ökosozialen Paradigma (https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kosoziales_Paradigma) sei zur Anschauung eine Passage aus S. 2 zitiert, die sich als Plädoyer für eine eigenständige Sozialarbeitswissenschaft liest:

„Weil der Gegenstand der sozialen Arbeit komplexes menschliches Leben in dessen alltagspraktischen Zusammenhängen ist, erscheinen die Beiträge der einzelnen Fachwissenschaften, die sich auf bestimmte Seiten dieser Daseinsweise eingerichtet haben, zu seiner theoretischen Bewältigung nicht ausreichend. Die Soziologie, die Psychologie, die Medizin und andere Disziplinen tragen ihre jeweiligen Aspekte zum Verständnis des Menschen und sozialer Probleme bei, jedoch sind ihre Erklärungsangebote, für sich genommen und im angestammten Bezugsrahmen, für die Sozialarbeit nicht zugeschnitten. Sie hat es mit ganzheitlichen Lebenssituationen, mit existentiellen Schwierigkeiten und weiteren gesellschaftlichen Kontexten zu tun. Im Umgang damit ist das Defizit an ‚Zusammenhangswissen‘ zu beklagen, an ordnenden Kategorien und an durchgängigen Perspektiven. So wertvoll und hilfreich das fachliche Wissen und die Theoriebildung in den einzelnen Disziplinen für die soziale Arbeit sein mögen, bloß additiv genommen, vermehren sie erst einmal die Kompliziertheit ihres Gegenstandes. Es mangelt an regulativen Begriffen, von denen die Theorieteile sowie der Bereich und der Inhalt der gemeinten Tätigkeit durchdrungen werden.“

Thema

Die Thematik des vorliegenden Buches, des zweiten Teils seiner „Geschichte“ (vgl. die Rezension zu Band 1), hat der Autor im Vorwort auf den Seiten V – VI so skizziert: „Der erste Band bietet keine Berufsgeschichte, denn die Verberuflichung der sozialen Betätigung kommt erst in der Folge jener Bewegungen und im Rahmen der schrittweise organisierten freien Wohltätigkeit und öffentlichen Armenpflege zustande. Der vorliegende zweite Band entfaltet die Berufsgeschichte Sozialer Arbeit eingebettet in die Umstände, unter denen die Profession und ihre Dienste sich entwickeln konnten. Die Zeitspanne, in der diese Vorgänge stattfanden, beginnt mit Sozial- und Bildungsreformen um 1900 und reicht über die Ausprägung des Wohlfahrtsregimes bis in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts. Die Entwicklung Sozialer Arbeit hat einen offenen Ausgang. Nun als Profession verstanden, ist ihr Schicksal nicht abzusehen.

Der zweite Band hat den Titel ‚Die Profession im Wandel ihrer Verhältnisse‘ erhalten, weil die Berufsausübung in der ganzen Zeit abhing von größeren Umschwüngen in Staat und Gesellschaft und weil solche Veränderungen sich auch in der professionellen und disziplinären Verständigung über Soziale Arbeit selber ergaben.“

Aufbau und Inhalt

Der hier zu besprechende zweite Band der „Geschichte“ enthält nach einem

Vorwort, in dem die Entwicklungsgeschichte des (jetzt doppelbändigen) Werkes, dessen methodische Anlage und materialer Gehalt und seine Zielsetzung umrissen werden, eine Einführung mit der Skizzierung des Horizonts, unter dem der Autor seine „Geschichte“ selbst versteht und anderen verstanden wissen will. Beides entbindet freilich nicht von der Lektüre des für das Verständnis des zweibändigen Gesamtwerkes grundlegenden Einführung: Zur historischen Identität der Sozialen Arbeit, die im ersten Band geboten wird.

Die acht Kapitel des vorliegenden Buches sind bestimmten „geschichtlichen Gegenständen“ gewidmet. Ich sage bewusst „Gegenstände“ und nicht etwa „Epochen“ oder „Perioden“, da die Darstellung zwar eine geordnete zeitliche Abfolge zeigt, nicht aber zeitliche Linearität. So weist etwa „Methodenentwicklung“ (Kap. 3) mit einem Zeitraum von 1910 – 1960 eine zeitliche Überschneidung auf mit „Konstruktion des Wohlfahrtsstaates“ (Kap. 4), für die der zeitliche Rahmen mit den Jahren 1914 – 1950 angeben ist. Der Vorteil einer Darstellung nach „geschichtlichen Gegenständen“ ist der, dass – und das ist Absicht des Autors – die Kapitel als selbständige Abschnitte gelesen werden können. Sie sind auch eigenständig, da sie jeweils 1. eine voran gestellte Zusammenfassung, 2. ihre eigenen (mitunter recht ausführlichen) Anmerkungen und 3. ihr eigenes (oft langes) Literaturverzeichnis haben.

Diesen, die jeweilige Eigenständigkeit der einzelnen Kapitel und ihren dort behandelten „geschichtlichen Gegenständen“ betonenden Gestaltungselementen, gleichsam zentrifugalen Kräften, stehen andere, zentripedale, gegenüber, die den Zusammenhang und -halt herstellen sollen. Dazu gehört einmal das nach dem 8. Kapitel zu findende Sachverzeichnis, das zwar oft „Sachen“ ausweist, die nur in einem Kapitel zu finden sind, mitunter aber auch solche, die in mehreren Kapiteln erwähnt werden („Beziehungsarbeit“ etwa). Dann gibt es eine Chronologie (S. 10), die bestimmte „Marksteine der Entwicklung“ auflistet: vom Progressive Movement in den USA um 1900 (https://www2.gwu.edu/~erpapers/teachinger/glossary/progressive-era.cfm) bis zur Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 (https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCchtlingskrise_in_Europa_ab_2015). Schließlich bietet (auf S. 11) eine Schautafel „Die Zeiträume der Kapitel“ eine anschauliche Darstellung dafür, auf welchem Abschnitt der Zeitachse bestimmte Kapitelinhalte zu verorten sind.

Die Inhalte der acht Kapitel des vorliegenden Buches sind nachfolgend ihrer Überschrift und dem jeweils zugeordneten Zeitfenster nach, vom Rezensenten versehen mit Gebietsangaben, aufgelistet:

  • 1 Sozialpädagogische Bewegung (1890 – 1930; Deutschland)
  • 2 Progressive Era: Zeit für Reform und Profession (1900 – 1915; USA sowie West- und Mitteleuropa)
  • 3 Professionalisierung über Methoden (1910 – 1960; USA sowie West- und Mitteleuropa)
  • 4 Die Konstruktion des Wohlfahrtsstaates (1914 – 1950; westliche Demokratien)
  • 5 Dienstleistungen des Sozialstaats und die Soziale Arbeit (1950 – 1980; entwickelte westliche Länder)
  • 6 Neue soziale Bewegungen und ihre Folgen (1960 – 1980; Wohlfahrsstaaten der westlichen Welt)
  • 7 Ohne Heil. Von sozialer Therapie zum Sozialmanagement (1975 – 2000; Schwerpunkt: Deutschland)
  • 8 Sorgen in der Globalisierung (2000 – …; USA und EU)

Diskussion

Im Vorwort des ersten Bandes seiner „Geschichte“ schreibt der Autor: „Im Studium der Sozialen Arbeit an Hochschulen wird die Geschichte dieses Metiers an vorderer Stelle gelehrt.“ (S. V) Oh, wenn dem nur so wäre! Ich kenne Studiengänge der Sozialen Arbeit, in denen deren Geschichte als Wahlpflichtfach ohne Prüfung angeboten wird – und die zudem ihre „Ehemaligen“, die die Ausbildung ab den 1970ern in Gang gebracht haben, nicht mehr erwähnenswert finden. Die Studierenden erkennen die (gleich doppelte) Botschaft klar: Kenntnisse der (Entwicklungs-) Geschichte sind kein „must“, sondern (bestenfalls) ein „nice to have“. Das halte ich für falsch – auch und gerade im Falle der Sozialen Arbeit. Wohl etablierte Professionen wie die Jurisprudenz und die Medizin können auf die Sicherung ihrer historischen Identität als Teil der Festigung ihrer beruflichen Identität wohl weniger Wert legen. Professionen aber, die sowohl um ihr Selbstverständnis als auch ihre gesellschaftliche Anerkennung noch ringen, kommen ohne historische Selbstvergewisserung nicht aus. Die Psychotherapie, wie die Soziale Arbeit eine ebenfalls noch recht junge Handlungswissenschaft, jedenfalls verwendet einen beträchtlichen Teil ihrer Energie zur Sicherung ihrer historischen Identität.

Die Soziale Arbeit steht vor derselben Notwendigkeit. Zur Begründung seien die Sätze des Autors zitiert, die dem oben referierten nachfolgen: „Die historische Vergewisserung wird gebraucht, um zu identifizieren, was diese Betätigung ausmacht und umfasst, woher sie kommt und wohin es mit ihr weitergehen kann. In der Geschichte ist in zivilen und politischen Prozessen, in sozialer Bewegung, in Theorie und Praxis dasjenige professionelle und fachlich differenzierte Handeln geformt worden, für das heute und morgen ausgebildet wird. Auf die in der historischen Entwicklung gebahnten Wege begibt sich, wer beruflich sozial zu arbeiten beginnt.“ (S. V)

Das vorliegende Buch ist zusammen mit dem ersten Band zur „Geschichte der Sozialen Arbeit“ für mich weiterhin die erste Wahl unter den deutschsprachigen Arbeiten zur Geschichte der Sozialen Arbeit. Das aus zumindest vier Gründen. Zum ersten und wichtigsten: Weil es die Geschichte der Sozialen Arbeit konsequent und durchgängig nicht als etwas von „Dort-und-damals“, sondern als für das „Hier-und-heute“ der Sozialen Arbeit Wichtiges, ja Unverzichtbares darstellt. Zweitens, weil das Wendtsche Werk bis an die Gegenwart heranführt, mithin auch Zeit- und Gegenwartsgeschichte ist. Zum Dritten: Der Blick des Autors ist breit; ins Gesichtsfeld kommt die internationale Entwicklung der Sozialen Arbeit, insbesondere die Geschichte des US-amerikanischen Social Work, das nach dem 2. Weltkrieg der Sozialen Arbeit in (West-)Deutschland bedeutsame Anstöße gab und bis heute seinen Einfluss auf die Praxis (weniger die Theorie) der hiesigen Sozialen Arbeit ausübt. Viertens: Die Wendtsche Geschichte der Sozialen Arbeit war schon Anfang der 1980er und ist bis heute die einzige umfassende deutschsprachige Darstellung, die nicht aus Kreisen der deutschen universitären Sozialpädagogik stammt; bei dieser Bewertung habe ich andere Arbeiten aus Fachhochschulkreisen sehr wohl im Blick, nur bietet die eine (Landwehr & Baron, 1983) keine zusammenhängende Darstellung und der anderen (Kuhlmann, 2013) mangelt es an einer internationalen Darstellung.

Fazit

Seine „Geschichte“ sah Wolf Rainer Wendt von Anfang an und sieht sie noch heute (S. VIII) „als ein Arbeitsbuch, gedacht für den Gebrauch in Vorlesungen und Seminaren und für die Hand derer, die ein Verständnis Sozialer Arbeit dadurch gewinnen wollen, dass sie ihrer Herkunft und ihren Entwicklungslinien forschend nachgehen, sowie als Wissensbasis, die sich für die Auseinandersetzung über die Natur der Profession und der Disziplin der Sozialen Arbeit, für ihre parteiliche oder zivile Ausrichtung nutzen lässt“. Diese Zielbestimmung und Zwecksetzung teile ich.

Literatur

  • Kuhlmann, C. (2013). Geschichte Sozialer Arbeit I. Studienbuch (3., überarbeitete und erweiterte Fassung). Schwalbach am Taunus: Wochenschau Verlag.
  • Landwehr, R. & Baron, R. (Hrsg.) (1983). Geschichte der Sozialarbeit. Hauptlinien ihrer Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert. Weinheim – Basel: Beltz.

Rezensent
Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Heekerens
Hochschullehrer i.R. für Sozialarbeit/Sozialpädagogik und Pädagogik an der Hochschule München
Homepage de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Heekerens
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Zitiervorschlag
Hans-Peter Heekerens. Rezension vom 26.05.2017 zu: Wolf Rainer Wendt: Geschichte der Sozialen Arbeit 2. Die Profession im Wandel ihrer Verhältnisse. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2016. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. ISBN 978-3-658-15434-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21898.php, Datum des Zugriffs 17.08.2019.


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