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Kornelia Schlaaf-Kirschner: Der Beobachtungsbogen für Vorschulkinder

Cover Kornelia Schlaaf-Kirschner: Der Beobachtungsbogen für Vorschulkinder. Mit Infos und Förderideen für die Kita-Praxis. Verlag an der Ruhr (Mülheim an der Ruhr) 2016. 79 Seiten. ISBN 978-3-8346-3213-5. D: 22,99 EUR, A: 23,70 EUR, CH: 27,60 sFr.
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Thema

Kornelia Schlaaf-Kirschner stellt die Beobachtungsschnecke vor. Die Ausarbeitung findet auf der visuellen Ebene statt und soll dadurch die Entwicklung des Kindes erkennbar machen, auch für Eltern und besonders für die Eltern, die in der sprachlichen Verständigung eingeschränkt sind. Was Kornelia Schlaaf-Kirschner besonders wichtig ist, ein positiver Blick bei der Beobachtung des Kindes.

Entstehungshintergrund

Kornelia Schlaaf-Kirschner möchte mit der Beobachtungsschnecke den Erzieherinnen und Erziehern in Kindertagesstätten eine Hilfestellung für den kurzgetakteten Tagesablauf an die Hand geben. Ein praktisches Beobachtungsverfahren, aus dem alle Entwicklungsschritte auf einen Blick ersichtlich sind. Diese Überlegungen veranlassten sie, die entsprechenden Techniken und Tipps in diesem Buch zu vereinen. Das Beobachtungsverfahren ist in Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Praxis entwickelt worden.

Aufbau

  1. Im ersten Kapitel stellt Kornelia Schlaaf-Kirschner die Vorzüge des Beobachtungsbogens und die Handhabung vor.
  2. Das zweite Kapitel beinhaltet zusammengefasst sieben Kompetenzbereiche. Die sensorischen, sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzen. Sowie die motorischen, mathematischen, naturwissenschaftlichen, sprachlichen und die Alltagskompetenzen.
  3. Der Inhalt des dritten Kapitels umfasst die Auswertung der Beobachtung, es werden Formulierungshilfen aufgezeigt und Hilfestellungen für strukturierte Entwicklungsberichte gegeben.
  4. Das vierte Kapitel befasst sich mit der Kompetenzförderung der Kinder, der Gestaltung von Übergängen und der optimaler Führung eines Elterngespräches.

Inhalt

Das erste Kapitel ist eine Einführung. Kornelia Schlaaf-Kirschner stellt hier die Vorzüge und die einfache Handhabung der Entwicklungsschnecke vor. Durch die positive Fragestellung „Was kann mein Kind alles“, soll eine positive Haltung gegenüber dem Kind erzeugt werden. Dies ermöglicht den individuellen Entwicklungsprozess des Kindes zu sehen. Mit einem Kriterienkatalog werden die einzelnen Kästchen ausgemalt, sowie die Rückseite mit den persönlichen Daten und Besonderheiten ausgefüllt. Das Beobachtungsverfahren ermöglicht es, jedes einzelne Kind zu beobachten, seine Stärken zu erkennen und es innerhalb der Gruppe zu sehen. Dadurch, dass jedes Kind ein Individuum ist (und sich individuell) entwickelt, sind auch entsprechende Zielformulierungen als Anregung vorgegeben. Hierdurch ist es möglich, Elterngespräche lösungsorientiert und auf Augenhöhe durchzuführen, sowie bei der Planung und Durchführung von Projekten sinnvolle Anhaltspunkte als Grundlage für ein Thema zu haben. Durch den Austausch mit Kollegen, vor der Verschriftlichung, findet eine objektivere Beobachtung statt.

Das zweite Kapitel beinhaltet zusammengefasst sieben Kompetenzbereiche,

  1. Sensorische Kompetenzen
  2. Soziale und emotionale Kompetenzen
  3. Kognitive Kompetenzen
  4. Alltagskompetenzen
  5. Motorische Kompetenzen
  6. Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen
  7. Sprachliche Kompetenzen

Die Autorin geht im Vorfeld auf die Zielformulierung ein.

Der Inhalt des dritten Kapitels umfasst die Auswertung der Beobachtung. Nachdem mit den Kollegen gemeinsam alle Fragen zum Kind beantwortet sind, wird der Entwicklungsbericht erstellt. Der Entwicklungsbericht sollte folgende fünf Teile enthalten: im ersten Teil die Entwicklung innerhalb der Kompetenzbereiche. Im zweiten die Stärken des Kindes. Im dritten Teil die Bereiche, in denen das Kind Unterstützungsbedarf hat. Im vierten die Zielformulierungen und im fünften Teil die Einbeziehung der Eltern. Ein Beispiel zum Aufbau und Formulierungshilfen sind aufgeführt.

Das vierte Kapitel fasst unter der Überschrift „Kompetenzen nutzen und erweitern“ drei Bereiche zusammen. Der erste Abschnitt weist auf die Wichtigkeit von Projekten und der gemeinsamen Durchführung hin. Im Rahmen von Partizipation sollte mit den Kindern gemeinsam überlegt, geplant, durchgeführt und im Anschluss reflektiert werden. Die Kinder können dadurch ihre Stärken miteinbringen und werden mutiger. Weiterhin geht sie in diesem Kapitel auf die Gestaltung des Überganges von der Kita zur Schule ein und stellt einen Leitfaden für ein erfolgreich geführtes Elterngespräch vor.

Diskussion

Ich fand das Buch verständlich und praxisnah geschrieben. Die Kompetenzbereiche sind ansprechend gestaltet. Schlaaf-Kirschners positiven Blick auf das Kind, bei der Ausformulierung der Kriterien, fand ich sehr angenehm. Ihre Ideen und Tipps für die Praxis basieren auf Verständnis und Empathie. Sie können gut in den Kita-Alltag mit einfließen. Das Beispiel eines Entwicklungsberichtes und die Formulierungshilfen, gerade bei Unterstützungsbedarf, sind hilfreiche Werkzeuge für den Alltag. Die Elterngespräche wirken auf mich strukturiert und durchdacht. Sowie die Vorlagen der Beobachtungsbögen, der beiliegende Kriterienkatalog und die Projektplanung. Das Ausfüllen der Beobachtungsbögen und der Blick auf den Kriterienkatalog, werden meines Erachtens mit der Zeit zu Routine. Viele Nummern und die dazugehörigen Kompetenzen, verfestigen sich mit der Zeit. Das Buch eignet sich vor allem für Pädagoginnen und Pädagogen, die mit Kindern von viereinhalb Jahren bis zum Schuleintritt arbeiten.

Fazit

Es handelt sich um ein Begleitbuch mit Erläuterungen, Spiel Vorschlägen und Förderideen zu jedem Beobachtungskriterium mit vielen nützlichen Hinweisen. Eine ideale Ergänzung zum Portfolio.


Rezensentin
Larissa Shaw
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Zitiervorschlag
Larissa Shaw. Rezension vom 28.06.2017 zu: Kornelia Schlaaf-Kirschner: Der Beobachtungsbogen für Vorschulkinder. Mit Infos und Förderideen für die Kita-Praxis. Verlag an der Ruhr (Mülheim an der Ruhr) 2016. ISBN 978-3-8346-3213-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21930.php, Datum des Zugriffs 24.11.2017.


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