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Peter Erath, Kerstin Balkow: Einführung in die Soziale Arbeit

Cover Peter Erath, Kerstin Balkow: Einführung in die Soziale Arbeit. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2016. 290 Seiten. ISBN 978-3-17-028727-3. D: 29,00 EUR, A: 29,90 EUR.
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Thema

Die Publikation bietet laut Klappentext „die seit Langem geforderte umfassende Einführung in die Soziale Arbeit“ und behandelt in vier Schwerpunkten Praxis, Wissenschaft, Lehre und Profession Sozialer Arbeit. In Teilen wird an Kapitel aus dem 2006 erschienenen Buch „Sozialarbeitswissenschaft – eine Einführung“ von Peter Erath angeknüpft.

Autor

Dr. Dr. h.c. Peter Erath ist Professor für Theorien der Sozialarbeit und Pädagogik an der Fakultät für Soziale Arbeit an der Katholischen Universität Eichstädt-Ingolstadt.

Kerstin Balkow, M.A., Diplom-Sozialpädagogin ist Dozentin für Soziale Arbeit an der gleichen Fakultät.

Aufbau

Das Buch ist in vier große Themenkomplexe untergliedert, denen insgesamt 26 Abschnitte mit entsprechenden Unterabschnitten zugeordnet sind. Innerhalb dieser Unterabschnitte gibt es bis zu zwei weitere Gliederungsebenen, die leider nicht im Inhaltsverzeichnis aufgeführt werden. Die Suche nach spezifischen Inhalten und die Orientierung im Buch werden dadurch deutlich erschwert.

Zu Teil I

Nach einem Vorwort und einleitenden Gedanken behandelt Teil I die „Soziale Arbeit als Praxis“. Ihm zugeordnet sind die Unterkapitel

  • „Aufgaben, Ziele und Strategien der der Sozialen Arbeit“,
  • „Arbeitsfelder, Zielgruppen und Methoden der Sozialen Arbeit“,
  • „Personales und fachliches Handeln in der Sozialen Arbeit“,
  • „Voraussetzungen und Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit“ sowie
  • „Soziale Arbeit als mündige Praxis“.

Intention des ersten Kapitels ist es, „…zu zeigen, dass sich Soziale Arbeit zuallererst als Praxis konstituiert und etabliert hat“ (S. 14). Konkret werden die Strategien und Funktionen der Sozialen Arbeit als „Intervention, Prävention und Gesellschaftskritik“ benannt und im folgenden Unterkapitel an Hand unterschiedlicher Arbeitsfelder und deren Methoden belegt. Persönliche sowie fachliche Kompetenzen von Sozialarbeiterinnen stehen im Fokus des dritten Unterkapitels. Erst der vertiefende Blick in den Text verdeutlicht, dass hier etablierte Handlungskonzepte wie die multiperspektivische Fallarbeit nach Müller (S.68), das Handlungskonzept von Heiner (S.80) oder das grundlegende ASPIRE- Modell von Sutton (S.64) vorgestellt werden. Politische, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit (Neue Steuerung, Aktivierender Sozialstaat, Qualitätsmanagement, Wohlfahrtspluralismus) behandelt das vierte Unterkapitel. Abschließend wird im fünften und sechsten Unterkapitel Soziale Arbeit als reflektierte, reflexive, diversitäre und interprofessionelle Praxis beschrieben. Deren Zukunftsfähigkeit hängt davon ab, wie sie sich ihrer historisch entwickelten Stärken besinnt und die Praxis vor Ort klientenorientiert gestaltet.

Zu Teil II

Der zweite große Themenkomplex beschäftigt sich mit der Sozialen Arbeit als Wissenschaft. Neben grundlegenden Gedanken zur Wissenschaftsfähigkeit Sozialer Arbeit und deren notwendiger Verwissenschaftlichung im siebten Unterkapitel erfolgen im achten Unterkapitel zentrale begriffliche Klärungen von Sozialarbeit. Sozialpädagogik, Sozialarbeitswissenschaft und Wissenschaft Sozialer Arbeit. Ihnen folgen Ausführungen zur disziplinären Verortung, Inter- und Transdisziplinarität der Sozialarbeitswissenschaft sowie deren Relevanz in Lehre und wissenschaftlichen Austauschbeziehungen. Den Kern des zweiten Teils des Buches bilden sechs erkenntnistheoretische Zugänge zur Sozialarbeitswissenschaft in den Kapitel 10 bis 15. Im Gegensatz zu anderen Lehrbüchern werden die disziplinären Theorien nicht an Hand einzelner Protagonisten einzeln dargestellt, sondern auf dem Hintergrund jeweils gemeinsamer erkenntnistheoretischer Grundlagen. Die Unterkapitel folgen einer einheitlichen Gliederung in paradigmatische Kernaussagen, gegenstandsbezogene sozialarbeitswissenschaftliche Theorien, handlungsstrukturierende (d.h. aus der Praxis heraus entwickelte) Modelle sowie ausgewählte Methoden und Techniken. Eine systematische Vergleichbarkeit wird Leserinnen und Leser durch eine Zusammenfassung und Bewertung der jeweiligen sozialarbeitswissenschaftlichen Ausrichtung erleichtert.

Die hermeneutische Sozialarbeitswissenschaft eröffnet den Reigen der sechs verschiedenen Theoriestränge. Helfen wird paradigmatisch unter Bezugnahme auf Dilthey und Nohl als „Verstehen und Begleiten“ eingeführt. Zu den relevanten Theorien zählen Erath/Balkow die rekonstruktive Fallarbeit, die objektive Hermeneutik im Sinne von Fallverstehen als wissenschaftsbasierte Kunstlehre, die Lebensweltorientierung sowie die sozialraumorientierte Soziale Arbeit. In der Konkretisierung finden Leserinnen und Leser eine Auswahl an Modellen der hermeneutischen Sozialen Arbeit (aufgabenorientierte Soziale Arbeit, nachgehende Betreuung, Krisenintervention, Präventionsarbeit), die wiederum noch einmal eine Spezifizierung in acht Methoden und Techniken findet: (Arbeits-)Beziehung, Kommunikation, personenzentrierte Beratung, Mediation, Coaching, Biografie-Arbeit, Kasuistik sowie hermeneutische Diagnostik.

„Helfen als Normieren und Aufbauen“ ist der paradigmatische Kern der nun folgenden normativen Sozialarbeitswissenschaft. Auf der Theorieebene werden die systemisch-prozessuale Soziale Arbeit, der Capability Approach sowie Soziale Arbeit auf der Basis einer christlichen Ethik behandelt. Auf der Modellebene wird erneut auf das Handlungsmodell von Staub-Bernasconi und Obrecht rekurriert. Des Weiteren finden Aspekte von „Social Justice“, Antidiskriminierungsarbeit und interkultureller Bildung hier ihren Niederschlag. Abgeschlossen werden die Ausführen zur normativen Sozialarbeitswissenschaft durch eine Ansammlung relevanter Methoden und Techniken.

Der dritte sozialarbeitswissenschaftliche Zugang beinhaltet die empirische bzw. kritisch-rationale Wissenschaftsperspektive und ist mit „Helfen als Diagnostizieren und Intervenieren“ übertitelt. Zu ihr zählen die verhaltensorientierte und die wirkungsorientierte Soziale Arbeit. Als relevante Modelle werden die verhaltensorientierte Beratung, verhaltensorientierte Gruppenprogramme, Token-Economy-Programme und das Soziale Training genannt. Auf der Ebene „Methoden und Techniken“ finden sich acht Praxisbeispiele: Verhaltensdiagnostik und psychodiagnostische Testverfahren, Verhaltensangleichung und Zielbestimmung, Gestaltung des Settings, operante Methoden, Kognitives Lernen, Motivationsförderung und Selbstmanagement.

Im 13. Kapitel beschäftigen sich Erath und Balkow mit der kritischen Sozialarbeitswissenschaft und der Vorstellung von „Helfen als Kritisieren und Emanzipieren“. Zu den Theorien zählen sie die kritische Soziale Arbeit, die solidarische Soziale Arbeit, die machtkritische Soziale Arbeit, sowie die feministische Soziale Arbeit. Modellprägend sind das Empowermentkonzept, die nicht-unterdrückende Soziale Arbeit, das Arbeitsprinzip Gemeinwesenarbeit, die Solidarökonomie und die Sozialraumarbeit. Methodisch betrachtet geht es um die Praxis der Befreiung, um Verhandeln und Konfliktmanagement, um alltagsorientiertes Handeln und auch um Selbstkritik.

Die systemisch-konstruktivistische Sozialarbeitsarbeitswissenschaft mit ihrem Hilfeverständnis in Form von „Irritieren und Konstruieren“ wird im nächsten Kapitel behandelt. Theoretisch wird Bezug genommen auf Sozialarbeit als Teil des Funktionssystems Soziale Hilfe, auf systemische Sozialarbeit als Kybernetik zweiter Ordnung und abschließend auf konstruktivistische Soziale Arbeit. Modellhaft werden die systemische Beratung, die lösungsorientierte Beratung und das systemische Case Management angeführt. Technisch-methodisch finden sich hier ausgewählte, sehr kurze Beschreibungen aus der systemischen Familientherapie und dem neuro-linguistischen Programmieren (NLP).

Das letzte sozialarbeitswissenschaftliche Paradigma ist das sozial-ökologische, verstanden als Hilfeform des „Bilanzierens und Befähigens“. Ihm zugeordnet sind das „Life Model“, die ökosoziale Arbeit sowie eine vergleichsweise unbekannte Theorie von Schubert, welche Soziale Arbeit in einem Wechselspiel zwischen Lebensführung und Umwelt begreift. Zugehörige Modelle sind die ressourcenorientierte Beratung, die systemische Sozialberatung, das ökosoziale Case Management und die aufsuchende Sozialarbeit. Methodisch bedeutsam sind die ressourcenorientierte Diagnostik, die Genogrammarbeit, das Life-Events-Diagramm, der Kompetenzdialog, der Ressourcencheck, die Ecomap, die Netzwerk-Ethnografie, netzwerkorientierte Interventionen, Selbsthilfekontaktstellen, Sozialplanung, Arbeiten mit Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und schlussendlich die motivierende Gesprächsführung.

Der große Abschnitt „Soziale Arbeit als Wissenschaft“ endet mit einem Kapitel zur Forschung in der Sozialen Arbeit. Er bietet einen umfänglichen Einblick in die mittlerweile ausdifferenzierte Forschungspraxis einschließlich ihrer unterschiedlichen forschungsmethodischen Zugänge und Forschungstechniken.

Zu Teil III

Teil III des Buches widmet sich dem Studium der Sozialen Arbeit. Er hat den Charakter eines informativen Serviceteils für Studieninteressierte wie auch Studierende der Sozialen Arbeit. Er bietet neben den Besonderheiten des modularisierten Studiums eine Einführung in wissenschaftliche Lehr- und Lernformen. Hilfreich für Studierende ist sicherlich das Kapitel 19, in dem es um Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und Forschens sowie das unvermeidliche, wenig geliebte Selbststudium geht. Kapitel 20 besteht aus zehn Thesen zur Notwendigkeit der Sozialen Arbeit als akademische Tätigkeit.

Zu Teil IV

Der letzte Teil des Buches setzt sich mit der „Sozialen Arbeit als Profession“ auseinander. Nach einem kurzen Blick in die Berufsgeschichte stellen Erath und Balkow unter Bezugnahme auf Ferchhoff unterschiedliche Versuche einer professionstheoretischen Bestimmung der Sozialen Arbeit vor, u.a. das Konzept der stellvertretenden Deutung, das altruistische das technokratische und das hermeneutische Professionskonzept. Etwas ausführlicher gehen sie auf das reflexive Professionsmodell des dienstleistungsorientiertem Professionshandeln von Dewe und Otto ein. Es folgt ein Abriss des Ansatzes von Paulo Freire, der Sozialarbeiterinnen als „Agents of change“ versteht. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession im Sinne von Staub-Bernasconi firmiert hier unter dem Titel der moralischen Profession. In einem merkwürdigerweise eigenen Unterkapitel wird Soziale Arbeit als postmoderne Profession im Sinne Kleves kurz dargestellt. Abgeschlossen wird dieser Teil des Buches durch die Diskussion notweniger Voraussetzungen für eine gelingende durchgängige Akademisierung und Professionalisierung Sozialer Arbeit.

Im 22. Kapitel werden Kernbereiche der beruflichen Tätigkeit problematisiert: Berufseinstieg, Karriereplanung, Personalentwicklung oder auch fehlende Frauenförderung. Zur Veranschaulichung werden Fallgeschichten für unterschiedliche Positionen und Aufgaben geschildert.

Das Klientel der Profession steht im Mittelpunkt des nächsten Kapitels, vornehmlich festgemacht an den unterschiedlichsten Bezeichnungen als „Adressat/in, Proband/in, Nutzer/in, Kundin oder Leistungsberechtigte/r“.

Kapitel 24 nimmt eine Verhältnisbestimmung von Ehrenamt und Profession vor. Das vorletzte Kapitel beschäftigt sich mit dem insgesamt etwas uneinheitlichen Bild der Sozialen Arbeit in der Öffentlichkeit. Das Buch schließt mit zehn Thesen zur Sozialen Arbeit als etablierte und anschlussfähige Profession.

Diskussion

Um es vorwegzunehmen – das vorwiegende Werk ist weit mehr als eine „Einführung in die Soziale Arbeit“ – es bietet einen umfangreichen Überblick mit stark sozialarbeitswissenschaftlicher Akzentuierung und darf – im Gegensatz zu manch anderer Publikation mit ähnlicher Intention – zurecht als Grundlagenwerk bezeichnet werden. Es besticht durch eine ungemein detaillierte Darstellung und bietet dadurch ein Spiegelbild der Komplexität von Profession, Wissenschaft und Lehre Sozialer Arbeit. Die Stärke dieser Darstellung ist aber auch gleichzeitig eine nicht zu vermeidende Schwäche: Der Anspruch, Soziale Arbeit umfassend zu entfalten, führt zwangsläufig zu einem Informationsüberfluss, der bei der Lektüre bisweilen erschlagend und verwirrend wirken kann. Erst der detaillierte Blick in die verschiedenen Unterkapitel lässt den Gewinn, den dieses Grundlagenwerk bietet, deutlich werden. Dort gibt es eine wahre Fundgrube an Theorien, Modellen, Methoden und Techniken, die in dieser Form einzigartig, in Teilen sicherlich nicht mal der gut informierten scientific community geläufig sein dürften.

Besonders hervorzuheben ist die sozialarbeitswissenschaftliche Systematisierung im Teil II, die deutlich werden lässt, dass die Sozialarbeitswissenschaft längst eine eigenständige Wissenschaft ist und nicht unter dem Signum der „Transdisziplinarität“ in erneute Kolonialisierungen diverser Bezugswissenschaften zurückfallen kann. Leider wird die terminologische Stringenz im Folgenden nicht konsequent durchgehalten, wahlweise ist von „(Wissenschaft) Sozialer Arbeit“ oder „Sozialarbeitswissenschaft“ die Rede.

Für Studierende bietet der dritte Teil des Buches eine tatsächliche Einführung in das Studium der Sozialen Arbeit, beantwortet er doch zentrale Fragen, die gerade zu Studienbeginn auftreten können. Empfehlenswert sind die Ausführungen zur Notwendigkeit eines eigenverantwortlichen Studiums und die Bedeutung der Sozialen Arbeit als akademische Tätigkeit (Kapitel 20). Angesichts zunehmender Heterogenität der Studierenden, Verschulungstendenzen durch die Modularisierung und eine unkritische Praxisorientierung der zukünftigen Professionellen haben diese Aspekte einen angemessenen Platz in dem Werk gefunden.

Einige Anmerkungen kritischer Natur sollen trotz des sehr positiven Gesamteindrucks dennoch gemacht werden. Der Anspruch, Soziale Arbeit umfassend darzustellen, findet erkennbar dort seine Grenzen, wo es um die Aufzählung von Methoden und Techniken geht. Hier bleibt es schon aus Kapazitätsgründen bei sehr kurzen Beschreibungen, die ohne weitere Lektüre von Originalliteratur oder Methodenlehrbüchern zumindest für Studierende wenig nachvollziehbar sein dürften – exemplarisch: Zirkuläres Fragen in 5 Zeilen (S. 330); Neurolinguistisches Programmieren in 29 Zeilen (S. 331). Gut gemeint im Sinne von Vollständigkeit, aber wahrlich zu viel des Guten. Wirklich ärgerlich ist jedoch der Umstand, dass Modelle, Methoden und Techniken im Text nur schwer zu finden sind, da sie im Inhaltsverzeichnis nicht auftauchen und ein Sachregister (vermutlich aus Platzgründen) fehlt. Gerade für Studierende in den ersten Semestern ohne profunde Theorie- und Methodenkenntnisse ein eher frustrierender Einstieg in sozialarbeitswissenschaftliche Literatur, die explizit als Einführung ausgewiesen ist.

Zu kritisieren sind weiterhin einige professionstheoretische Ausführungen, die nicht von ungefähr als „Versuche“ überschrieben werden. Es bleibt leider beim „Versuch“, die aktuellen professionstheoretischen Entwicklungen nachzuzeichnen. Fast durchgängig wird mit deutlich veralteter Literatur gearbeitet (so zumindest bei Staub-Bernasconi, Oevermann, Kleve). Völlig unbeachtet bleiben sowohl die mittlerweile durchaus vorhandenen empirischen Arbeiten wie auch neuere professionstheoretische Beiträge; zu denken wäre da beispielsweise an die von Becker-Lenz et al. herausgegebene „Edition Professions- und Professionalisierungsforschung“ mit ihren zahlreichen namhaften Beiträgen. Völlig unverständlich wird diese Nachlässigkeit angesichts der einführenden Zeilen des professionstheoretischen Kapitels, welches hier auszugsweise wiedergegeben wird: „Zahlreiche Theoretiker/innen haben in der gut gemeinten Absicht, damit etwas zur Professionsentwicklung beizutragen, immer wieder versucht, das Denken und Handeln der Sozialarbeiter/innen … zu beleuchten und verständlich zu machen. Ziel sollte es dabei sein, die Tätigkeit wissenschaftlich zu begründen und damit zur Statussicherheit der Sozialarbeiter/innen beizutragen. Bedauerlicherweise wurde allerdings oftmals das Gegenteil erreicht!“ (S. 452). Das professionstheoretische Kapitel 21.2. leistet durch die Nichtkenntnisnahme des aktuellen Forschungsstandes ironischerweise selbst einen Beitrag zur professionellen Identitätsdiffusion und fällt im Niveau gegenüber dem Gesamtwerk deutlich ab.

Fazit

Erath und Balkow haben ein in weiten Teilen hervorragendes Grundlagenwerk der Sozialen Arbeit geschaffen, das durch Komplexität und Detailfülle gekennzeichnet ist. Es überschreitet bei weitem den postulierten einführenden Charakter und kann mit den gemachten Einschränkungen Studierenden empfohlen werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich an der ein oder anderen Position zur Sozialarbeitswissenschaft oder disziplinären Verortung reiben – aber das ist bei dem formulierten Anspruch auch nicht anders zu erwarten.

Literatur:

Erath, P. (2006): Sozialarbeitswissenschaft. Eine Einführung. Stuttgart. Kohlhammer.


Rezensent
Prof. Dr. Thomas Harmsen
Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel, Lehrgebiet Sozialarbeitswissenschaft; M.A. Sozialwissenschaftler, Diplom-Sozialarbeiter, Supervisor, Familienberater, Qualitätsentwickler
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Zitiervorschlag
Thomas Harmsen. Rezension vom 03.01.2017 zu: Peter Erath, Kerstin Balkow: Einführung in die Soziale Arbeit. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2016. ISBN 978-3-17-028727-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21942.php, Datum des Zugriffs 19.11.2019.


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ISSN 2190-9245

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