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Marian Kratz: Das psychosoziale Erleben des Jungen in der Familie

Cover Marian Kratz: Das psychosoziale Erleben des Jungen in der Familie. Differenzerfahrungen und die körpernahe Formung des Selbst. Brandes & Apsel (Frankfurt) 2016. 259 Seiten. ISBN 978-3-95558-171-8. D: 24,90 EUR, A: 25,60 EUR.

Wissen & Praxis, 177. Mit einem Geleitwort von Hans Hopf.
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Autor

Marian Kratz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und Lehrbeauftragter am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurter Universität of Applied Sciences. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich psychoanalytischer Geschlechter- und Kulturforschung sowie in Theorien der Subjektgenese.

Thema

Anhand von Fallanalysen aus Beobachtungsprotokollen und Elterninterviews geht der Autor der Frage nach, wie die frühe geschlechtsspezifische Lebenspraxis des Jungen erlebt wird und sich als persönlichkeitsprägende Erfahrung im Selbstkonzept verfestigt. Es geht darum, für die kindliche Wahrnehmung der Welt zu sensibilisieren, „die voller beeindruckender Körperbilder und körpernaher Erfahrung ist“ (So die Verlagsinformation).

Hans Hopf fasst das Erkenntnisziel in seinem Geleitwort – wie folgt – zusammen:

„1. Welche Geschlechterkonzepte sind in Familie wirkmächtig und strukturieren die Interaktionsabläufe, in denen Jungen sich und ihr Gegenüber erleben? 2. Welche Beziehungserfahrungen sammeln Jungen in der Familie? 3. Welche Schlüsse lassen sich über das innerfamiliäre Selbst- und Fremderleben bei Jungen ziehen?“ (S. 12).

Aufbau

Das Buch umfasst drei Hauptkapitel, die sich weiter ausdifferenzieren:

I. Einleitung und Vorbau

  1. Historische Hinführung – das Ende der »Latenzzeit«
  2. Methodologie und Methode
  3. Forschungspraxis – von der Fallkonstruktion bis zur Ergebnisdarstellung

II. Empirie – Tiefenhermeneutische Fallnovellen

  1. Der Fall Tom Schwarz
  2. Der Fall Yannis Fischer

III. Erkenntnis, Relevanz und Konsequenz

  1. Das innerfamiliale Selbst- und Fremderleben des Jungen in der Familie
  2. Aggression und Geschlecht
  3. Männer verändern sich! Väter nicht?
  4. Psychoanalyse in der empirischen Hochschulforschung
  5. Fazit und Ausblick

Inhalt und Forschungsmethodik

Das Buch fußt auf der Dissertation des Autors. Im Rahmen dieses umfangreichen Forschungsprojektes, das sich als qualitatives Forschungsvorhaben versteht, werden im Sinne einer Methodentriangulation verschiedene Analyse-, Auswertungs- und Interpretationsverfahren miteinander kombiniert: Teilnehmende Beobachtung, tiefenpsychologische Analyse, leitfadengestützte Interviews mit Eltern. Sowie die Erfassung, Auswertung und Systematisierung der Daten mittels MAXQDA

Studierende der Fachhochschule Frankfurt/M. [so ihre damalige Bezeichnung, F.V.] haben im Rahmen des Studiengangs Soziale Arbeit im Forschungsmodul „Forschendes Lernen“ seit 2009 teilnehmende Beobachtungen durchgeführt, um die Interaktionsmuster von kleinen Jungen und Mädchen zu erfassen. Hinzu traten leitfadengestützte Interviews mit narrativen Anteilen mit den Eltern.

Insgesamt wurden 46 Familien erfasst. Es fanden 131 teilnehmende Beobachtungen in diesen Familien statt. Hinzu traten 25 Elterninterviews und 92 Diskussionsprotokolle der tiefenpsychologischen Auswertungen wurden angefertigt.

Die Studierenden, die sich im 2.oder 3. Semester befanden, tragen, so der Autor, primär „Alltagswissen an das Feld heran. Die Deutungsfolien sind Alltagsfolien, sie entspringen kulturell vermittelter Alltagstheorien.“ (S. 75). Dies begreift der Autor als „Chance, über dieses `akademisch unkontaminierte´ Material kritische Kulturforschung zu betreiben“ (ebd.). So folgert der Verfasser geradezu euphorisch: „Material zu erlangen, das A. aus einem Feld entspringt, das durch seine Intimität schwierig zu begehen ist, und B. von einem Subjekt erhoben wird, das mit einem naiven Blick Neues entdecken kann, fast frei von sozialwissenschaftlichen Bezugssystemen, ist eine Chance erster Güte für explorative Forschung“ (ebd.).

Die beobachten Studierenden fanden offensichtlich leicht Zugang zu Familien mit kl. Kindern. Es konnte „ein Zugang zu 46 Familien im Frankfurter Raum gefunden werden und ein facettenreicher Datenpool gefüllt werden, der in seiner Zusammensetzung der sozialen Struktur Frankfurter Mittelschichtsfamilien erstaunlich nahe kommt“ (S. 77). Konkrete Angaben dazu erfolgen nicht, welche der verschiedenen Milieus hier – z.B. im Sinne der Sinusstudien – zusammenfassend verdichtet erfasst werden konnten. Die Schichtzugehörigkeit der beobachteten Familien korrespondiert laut Verfasser mit den „heterogenen Seminargruppen aus Frankfurt, die in ihrem sozialen Umfeld erhoben haben, sie spiegeln in etwa die Varianz der beobachteten Familien wider“, so die Fußnote 67 (S. 77).

Dabei verliefen die Beobachtungen nach folgendem Schema, im Gegensatz zur Familienbeobachtung in der psychoanalytischen Ausbildung, die über ein bis zwei Jahre erfolgt, wurde hier festgelegt, dass die Studierenden fünf Mal wöchentlich für eine Stunde das familiale Setting beobachten sollten und sich Familien suchen sollten, mit Söhnen im Alter von bis zu 4 Jahren, wobei mit diesen keine nähere Verbindung bestehen sollte. Die Beobachtungshinweise verwiesen auf die einzunehmende passive Haltung, sie sollten „in der Stimmung der Situationen, im Sinne gleichschwebender Aufmerksamkeit, mit[.]schwingen an sie Herangetragenes weder sortieren noch [.] bewerten“ (S. 81).

„Im direkten Anschluss an die Beobachtungen sollten deskriptiv-narrative Erfahrungsprotokolle verfasst werden, die von Situationsbeschreibungen bestimmt und durch das eigene Erleben der Situation ergänzt sein sollen. Theoretische Kopplungen und theoriegeleitete Interpretationen gilt es zu vermeiden“ (S. 81), so die Hinweise zu den teilnehmenden Beobachtungen. Weitere Hinweise oder auch vorausgehende Übungen sind nicht erkennbar. Auch nicht auf die jeweilige Tageszeit des Besuches, was wahrscheinlich die Präsens der Eltern signifikant beeinflusst. In einem Fall, der hier in der Darstellung und Analyse eine große Rolle spielt, ist der Vater Dachdecker und während den zur Analyse herangezogenen Beobachtungsaufenthalten bei seiner Arbeit „auf dem Dach“, was sein kl. Sohn spielerisch nachvollzieht.

Der Autor hält jedoch fest, „dass diese Erhebungsmethode gut geeignet ist, um Aussagen über das Erleben des Säuglings, respektive des Jungen, in seiner Beziehung zu Bezugspersonen treffen zu können“ (S. 81).

Die Protokolle wurden den Interpretationsgruppen zur Verfügung gestellt. Die tiefenhermeneutische Auswertung der Beobachtungsprotokolle, das szenische Verstehen, erfolgte in „konsistenten Gruppen“ über ein Jahr hinweg. „Der Auswertungsprozess der 46 Einzelfälle zog sich über drei Jahre. Drei Kohorten von Studierenden wurden in das Forschungsprojekt eingebunden“ – so die Fußnote 70 auf Seite 84. Auf der Grundlage eines zirkulären Prozesses der Verständnisentwicklung wurden Leseerwartungen (strukturiert durch Deutungsfolien) an das Material herangetragen, die eine Verifizierung oder Falsifizierung in der Konfrontation mit diesem fanden. „Begleitet wurde diese Gruppe von dem Psychoanalytiker Prof. Dr. Dammasch“ der als Moderator wirkte und auf „das Textverstehen der Gruppe“ achtete (S. 85).

Die Diskussionsprotokolle bildeten das Material für die folgende Interpretationssitzung. Über die Analyse der Diskussionsprotokolle wurden weitere Diskussionsprotokolle angefertigt. Grundlage dazu war ein Methodenmanual, das den Studierenden einleitend vermittelt wurde, um eine Regelgeleitetheit zu erreichen und einen intensiven Einblick in das Konzept des Szenischen Verstehens zu gewähren. Es ging darum, „eine möglichst detaillierte und nachvollziehbare Technik der Tiefenhermeneutik darzustellen“ (Fußnote Nr. 72, S. 87).

Offensichtlich bewirkt die Herausforderung der Elternschaft eine Orientierungskrise, so die fokussierte, heuristische Rahmung, die durch unterschiedliche Umgangsformen gekennzeichnet sind. „Diese unterschiedlichen Umgangsformen ermöglichen eine differenzierte Fallkonstruktion und einen forschungsrelevanten Fallvergleich“ (S. 90). Dieser systematische Vergleich wurde an 25 Einzelfällen vorgenommen. Dabei kristallisierten sich zwei Orientierungshaltungen heraus:

  • „Ich mache alles so, wie man es ‚natürlich‘ macht, wie es die Eltern gemacht haben, wie es die Kultur lehrt“ und zweitens,
  • „Ich mach es anders als es in der familiären Heptade [eine Familie plus die Eltern der Eltern] erfahren wurde, nämlich so wie es heute möglich ist“ (S. 90 f.)

Beide Haltungen sind Pole von Tendenzen, die in dieser Reinform nicht vorliegen. Der systematische Fallvergleich führte jedoch zu zwei Fällen, die einmal das Verharren in der Orientierungshaltung der Heptade dokumentieren, zum anderen das Lösen aus dieser.

Ergebnis

Fall 1: „In Yannis Familie gibt es keine klaren (eindeutige) Rollenzuweisungen. Mutter und Vater arbeiten. Beide kümmern sich um kindbezogene Care-Aufgaben. Über Rollenbilder und Geschlechtersozialisation wird reflektiert. Ambivalenzen werden kommuniziert. Uneindeutigkeit wird ausgehalten und aufrechterhalten. Geschlechterdekonstruktionsversuche manifestieren sich an materiell gegengeschlechtlichen Angeboten (Spielküche, Puppe u.Ä.). Im Interview wird sich an der Frage nach der Bedeutung von Geschlecht an aktuellen, medial vermittelten Genderdiskursen orientiert“ (S. 92).

Fall 2: „In Toms Familie geht der Vater als Dachdecker außer Haus arbeiten, die Mutter arbeitet ihm vom Büro aus zu. Sie übernimmt die Haushaltsaufgaben und die Kindererziehung. Eine patriarchalische Rollenverteilung wird aufrechterhalten. Das Geschlechterverhältnis wird vom Vater offen kommuniziert und von der Mutter scheinbar wohlwollend mitgetragen.

Im Interview sagt der Vater: Sagen wir es mal so. Als Mann hat man zu kleinen Kindern noch nicht so die Beziehung weil man noch nichts damit anfangen kann. Du kannst mit dem Kind erst etwas anfangen, als Mann, wenn es anfängt zu reden, zu krabbeln und so weiter. So ist des! So seh ich des. Wenn die am Anfang noch so klein wie ein Pfundbrot sind, dann hat man damit wenig Beziehung. (Elternpaarinterview: 29)“ (S. 92).

Die ausführliche Darstellung der beiden Beobachtungsprotokolle und deren tiefenpsychologische Analyse bilden den Kern des Buches.

„Beide Fälle wurden über einen Zeitraum von einem Jahr in regelmäßigen Sitzungen mit Doktorandinnen und Doktoranden der Erziehungswissenschaften am Institut für Sonderpädagogik erneut [eig. Hervorhebung] tiefenpsychologisch analysiert“ (S. 93). Diese Gruppe hatte keine Information über die heuristische Rahmung der Fälle, um eine Wahrnehmungsakzentuierung zu vermeiden. Die Analyseergebnisse wurden ebenfalls in MAXQDA eingepflegt. Diese Interpreten waren mi konstruktivistischen Denkansätzen und Traditionen vertraut. Für beide Fälle wurden ausführliche Fallnovellen erstellt, die jeweilige Falldarstellung wurde mit einer ausführlichen Analyse verbunden.

Die beiden Fallnovellen werden in übersichtlicher Form dargestellt. Ziel ist es, von den manifesten Darstellungen von auszugsweisen, überschaubaren Textsequenzen der protokollierten Beobachtungen zu den latenten Sinnebenen familiärer Inszenierungen zu gelangen. Auf die Wiedergabe der originalen Protokollauszüge folgt, daran anknüpfend, die schriftliche Ausformulierung eines logisches Textverständnisses, um eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit zu ermöglichen. Diese bildet das Fundament für die tiefenhermeneutische Interpretation und zugleich der Nachweis, dass das szenische Verstehen keine „wilden Deutungen“ umfasst.

„Aus einer Zusammenfassung der (näher-)verstandenen Beziehungsmuster und -dynamiken werden fallspezifische Rekonstruktionen und erste Thesen formuliert“, durch eine „Konfrontation mit kontrastiven Szenen im Material wird deren Reichweite“ überprüft und in „einem weiteren Schritt folgt ein nachvollziehbares Begreifen der Thesen“. Anschließend werden einzelne Fallhypothesen im Kontext der „Psychoanalyse und ihrer Nachbardisziplinen diskutiert“ (S. 96).

Die fallspezifischen Thesen, die aus dem Material in mehrgliederigen Prozessen herausgearbeitet wurden, „orientiert am Methodenstil der Objektiven Hermeneutik“ wurden „schließlich in nachvollziehbaren, textnahen Fallnovellen poetisch-novellistisch verarbeitet. Eine eineinhalbstündige Diskussion dieser Fallnovellen mit einer Gruppe von 50 Analytikern hat diese Absicherung beendet“ (S. 236).

Diese Fallnovellen sind spannend zu lesen und geben einen umfassenden Einblick in die Familienstruktur und -dynamik.

Im Kapitel Erkenntnis, Relevanz und Konsequenz führt der Autor nochmals die vier disziplinären Bezüge auf, in deren Kontext die Ergebnisse der Studie diskutiert werden können: erziehungswissenschaftliche, gesellschaftliche und entwicklungspsychologische, sozialpolitische und wissenschaftstheoretische.

Diese Bezüge stellt er im abschließenden Kapitel „Fazit und Ausblick“ in 4 Thesen her.

  1. „Die Strukturen der Familie und die innerfamiliären Beziehungen stellen Möglichkeitsbedingungen dar, in denen die Qualität von körpernahen Beziehungserfahrungen die Weichen der männlichen Identitätsentwicklung stellen“ (S. 239).
  2. „Erziehungsagenten verkörpern Resonanzkörper, die sich bezüglich der Anerkennungsmöglichkeiten destruktiv-aggressiver Äußerungen unterscheiden. Sie führen zu unterschiedlichen Reaktions- und Affektregulierungspraxen“ (S. 240).
  3. „Die Folgen der Urszene, die Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach wecken frühe bildhafte Geschlechterkonzepte im Vater. Sie haben ihren Ursprung in den eigenen körpernahen Beziehungserfahrungen der frühen Kindheit. Mit dem Übergang in die Elternschaft erfahren traditionelle Geschlechterkonzepte eine bildhafte Wiederauflage. Einher geht dieser Effekt mit einer Aktualisierung biologisch-genetischer Geschlechterkonzepte insgesamt. Sie erzeugen Widerstand im gesellschaftlichen Projekt einer praktizierbaren Geschlechteregalität“ (S. 241).
  4. „Psychoanalytisch orientierte Forschung kann als empirische Sozialforschung an der Hochschule begründet angewandt werden. Sie unterscheidet sich im Bereich der Gütekriterien, bei gebotener Sorgfalt und Disziplinierung nicht von anderen Methoden und Verfahren der empirischen Sozialforschung“ (S. 242).

Diskussion

Diese komplexe Studie leistet einen guten Beitrag zu Erforschung innerfamiliärer Prozesse, hier insbesondere zum Verstehen der Identitätsbildung von bis zu vierjährigen Jungen im Kontext ihres Erlebens des Verhaltens von Vater und Mutter als Erziehende, Anwesende oder Abwesende, passiv oder aktiv am Sozialisationsprozess beteiligte Eltern. Die Studie ist sorgfältig angelegt. Wenn auch die leitfadengestützten Paarinterviews nur eine marginale Rolle spielen. Worauf der Autor am Ende selbst eingeht und dies mit dem Argument in Anlehnung an George Devereux begründet: „dass damit nur der Ort subjektiver Verzerrung verschoben worden wäre“ und dem „Erleben des Jungen und den lebenspraktischen Sozialisationsbedingungen in der Familie [.] sich auch über die Worte, die Eltern im Elternpaarinterview finden, nicht weiter genähert werden“ kann (S. 243). Die steht allerdings im Kontrast zu den prägnanten Äußerungen im Fall zwei seitens des Vaters und seiner Rolle in der frühkindlichen Erziehung.

Die hier ausführlich dargestellten Fälle spiegeln sicherlich Lebenswelten wider. Ob sie aber, wie dargestellt, für die Mittelschicht stehen, die in sich doch sehr differenziert ist, dies wäre gesellschaftstheoretisch exakter zu belegen. Die Milieustudien lassen die Unterschiede deutlich hervortreten. Die dargestellten und umfassend analysierten Einzelfälle sind sicherlich typologisch, doch hier wären vielleicht noch andere Fälle heranzuziehen und andere Lebenskonstellation, so z.B. Patchworkfamilien und Alleinerziehende oder auch Konstellationen des living-apart-together. Die Auswahl der Familien im Kontext der Lebenswelten der Studierenden wäre sicherlich weiterer Erörterung wert, um die Signifikanz der Beobachtungsdokumentationen zu untermauern. Das erwähnte Methodenmanual für die am Forschungsprozess beteiligten Studierenden wird leider nicht weiter dargestellt. Dies gilt auch für den Leitfaden für die narrativ-orientierten Paarinterviews. Beides hätte vielleicht (in synoptischer Weise) in einem Anhang Platz gehabt?

Fazit

Das Buch von Marian Kratz ist das Ergebnis systematischer Feldforschung zur Frage der (beginnenden) Ausformung der kindlichen, männlichen Identität in einer ersten Lebensphase. Die Darstellungen der Fälle und deren differenzierte Interpretationen sind plastisch und lassen das familiale Geschehen lebendig werden. Eine empfehlenswerte Lektüre und ein ergiebiger Beitrag zur qualitativen Feldforschung und einer methodisch vielschichtigen Erfassung der Lebensrealität von Familien und der Bedeutung von Mutter und Vater für den Sozialisationsprozess.


Rezensent
Prof. Dr. Friedhelm Vahsen
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Zitiervorschlag
Friedhelm Vahsen. Rezension vom 12.01.2018 zu: Marian Kratz: Das psychosoziale Erleben des Jungen in der Familie. Differenzerfahrungen und die körpernahe Formung des Selbst. Brandes & Apsel (Frankfurt) 2016. ISBN 978-3-95558-171-8. Wissen & Praxis, 177. Mit einem Geleitwort von Hans Hopf. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21962.php, Datum des Zugriffs 18.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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