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Horst Marburger: Rechte pflegender Angehöriger

Cover Horst Marburger: Rechte pflegender Angehöriger. Ansprüche auf soziale Absicherung, Beratungsrechte und Entlastungsangebote kennen und nutzen. Walhalla Fachverlag (Regensburg) 2016. 144 Seiten. ISBN 978-3-8029-4078-1. D: 12,95 EUR, A: 13,40 EUR.
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Thema

Die Pflegeversicherung ist, darauf weist der Autor in einem Vorwort hin, gegründet worden, um das Risiko der Pflegebedürftigkeit abzusichern. Es ist also für die Pflegebedürftigen geschaffen worden. Allerdings beinhaltet es auch Schutzvorschriften für die Personen, die Pflegebedürftige ehrenamtlich pflegen, also die Pfleger. Um die Pflegeversicherung und ihre Leistungen den aktuellen Erfordernissen anzupassen, wird sie ab 01.01.2017 auf völlig neue rechtliche Beine gestellt.

Die Pflege kranker Menschen ist harte Arbeit. Lohn gibt es für Familienangehörige und andere ehrenamtlich tätige Personen, wie z. B. Nachbarn oder Bekannte, nicht oder nur in geringem Maße. Deshalb ist es sachgerecht, dass der Gesetzgeber für Versicherungsansprüche gegen die soziale Pflegeversicherung sorgt. Gerade die Vielfalt der Ansprüche für Pflegende und zu pflegende Menschen macht es aber für den Einzelnen schwierig, seine Ansprüche zu kennen und geltend zu machen, und das gerade jetzt, vor Beginn der neuen Pflege-Ära mit den neuen leistungsauslösenden Tatbeständen.

Dieses Buch soll helfen, die Ansprüche auf soziale Absicherung, auf Beratungsrechte und insbesondere auch auf Entlastungsangebote zu erkennen und zu nutzen.

Autor

Horst Marburger, Oberverwaltungsrat a. D., langjähriger Abteilungsleiter bei der AOK Baden-Württemberg. Der Experte auf dem Gebiet der sozialen Leistungen ist Lehrbeauftragter an der Hagen Law School. Erfolgreicher Fachautor.

Aufbau und Inhalt

Das Werk ist in fünf Abschnitte gegliedert. Ein Vorwort ist vorangestellt, in dem der Autor überschlägig darlegt, was Pflegepersonen zusteht. Es folgt ein Abkürzungsverzeichnis. Das Stichwortverzeichnis schließt das Buch als sechster Abschnitt ab. Die fünf Abschnitte sind im Einzelnen:

  1. Rechtsgrundlagen der Ansprüche von Pflegepersonen,
  2. Auskunft, Beratung, Unterstützung,
  3. Auszeit vom Beruf,
  4. Auszeit von der Pflege,
  5. Soziale Sicherung.

Der Autor stellt die maßgeblichen Gesetzesvorschriften voran und erläutert sie detailliert. Selbstverständlich geht er auch auf den neuen Begriff der „Pflegebedürftigkeit“ und die Pflegegrade ein. Es wird darauf hingewiesen, wer als Pflegeperson zu bezeichnen ist und inwieweit Angehörige den Pflegepersonen gegenüber stehen.

Das Gesetz sieht vor, dass jeder anspruchsberechtigte Versicherte einen originären Anspruch auf Aufklärung und Auskunft, aber auch das Recht der Teilnahme an einem Pflegekursus hat. Leider werden diese Rechte nicht immer in dem erforderlichen Maß in Anspruch genommen.

Pflege und Beruf waren bislang oftmals nicht miteinander zu vereinbaren. Hier half der Gesetzgeber mit dem Pflegezeitgesetz von 2008 und dem Familienpflegezeitgesetz aus dem Jahr 2012 in bestimmtem Umfang zum Beispiel durch Freistellung von der Arbeitsleistung und durch Pflegeunterstützungsgeld. Bei Pflegezeit und Familienpflegezeit ist jetzt die Inanspruchnahme eines zinslosen Darlehens möglich, um die finanziellen Einbußen zu kompensieren. Auch die Auszeit von der Pflege durch Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und den Entlastungsbetrag werden beschrieben.

Im fünften Abschnitt wird die soziale Absicherung durch Sozialversicherungsträger dargelegt.

Diskussion und Fazit

Die Pflegeversicherung geht grundsätzlich alle Menschen in der Bundesrepublik an; sie betrifft alle Bevölkerungsgruppen vom Säugling bis zum Erwachsenen. Jedoch stehen Angehörige oder Pflegepersonen den Betroffenen oft ratlos zur Seite, wenn es um Fragen zu ihren Rechten geht. In vielen Publikationen erhalten Ratsuchende Informationen zu allen Leistungen der Pflegeversicherung und über die Möglichkeiten der Inanspruchnahme. Die Rechte pflegender Angehöriger treten dann oft in den Hintergrund, und das, obwohl sie keinesfalls unbedeutend sind. Hier hilft der Autor in anschaulicher Weise durch detaillierte Schilderung der Rechte, aber auch der Pflichten. Diese werden, in der handlichen Form des Buches alle direkt mit der Pflegeversicherung befassten Personen interessieren. Damit kann den Beratungsrechten sehr gut entsprochen werden.

Die kompakte Darstellungsform macht umständliches Suchen in Rechtsquellen entbehrlich. So spricht nicht zuletzt der günstige Preis für eine Anschaffung.


Rezensent
Hans-Joachim Dörbandt
Rechtsberatung Kranken-/Pflegeversicherung, Rentenberater und Prozessagent -
Fachautor in den Bereichen Pflege, gesetzliche Pflegeversicherung, gesetzliche Krankenversicherung
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Zitiervorschlag
Hans-Joachim Dörbandt. Rezension vom 07.12.2016 zu: Horst Marburger: Rechte pflegender Angehöriger. Ansprüche auf soziale Absicherung, Beratungsrechte und Entlastungsangebote kennen und nutzen. Walhalla Fachverlag (Regensburg) 2016. ISBN 978-3-8029-4078-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/21996.php, Datum des Zugriffs 18.10.2017.


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