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Friederike Coester: [...] Begleitung und Pflege demenziell erkrankter Menschen

Cover Friederike Coester: Qualitätsmessinstrumente in der Begleitung und Pflege demenziell erkrankter Menschen. Kuratorium Deutsche Altershilfe (Köln) 2004. 92 Seiten. ISBN 978-3-935299-67-1. 12,00 EUR.

Reihe: „thema“, Nr. 193 (Ordner).
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Ein Überblick über Möglichkeiten zur Qualitätsmessung in Altenheimen

Die Anzahl der demenziell erkrankten Menschen in Altenpflegeheimen steigt stetig an. Die Pflegenden übernehmen dabei einen großen Teil an Betreuung und Pflege, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Um die Qualität dieser Pflege messen zu können, wurden in den englischsprachigen Ländern verschiedene Instrumente entwickelt, die im vorliegenden Buch ausführlich dargestellt und bewertet werden.

Über den beruflichen Hintergrund der Autorin erfährt der Leser leider nichts. Man kann nur vermuten, dass es sich um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, deren Einbindung aber leider auch nicht deutlich wird.

Aufbau und Inhalte

Die Autorin hat ihre Arbeit in sechs große Kapitel aufgeteilt, die - da sie knapp, aber gut verständlich geschrieben sind - sehr gut in ein bis zwei Stunden gelesen werden können.

  1. Demenz als komplexes Phänomen. Die Autorin gibt hier einen kurzen Einblick in die verschiedenen Formen und Stadien der Demenz.
  2. Bedürfnisse und Bedarfe demenziell erkrankter Menschen. Es folgt die Beschreibung der Bedürfnisse demenziell erkrankter Menschen und darauf anschließend ein kurzer Abschnitt über Handlungsempfehlungen zur Begleitung und Pflege, der in der Kürze auch Sinn hat, da das eigentliche Thema ein anderes ist. Weiterführende Literatur ist im Literaturverzeichnis zu finden.
  3. Zum Definieren und Messen von Qualität. In diesem Kapitel wird es wissenschaftlich. Verschiedene wichtige Begriffe wie Validität, Reliabilität und Objektivität werden gut verständlich erklärt. Außerdem wird auch der Unterschied verschiedener Methoden zur Messung (Befragung und Beobachtung) leicht verständlich dargelegt.
  4. Zum Einsatz von Qualitätsmessinstrumenten in der Begleitung und Pflege demenziell erkrankter Menschen. Die verschiedenen Messinstrumente, die die Autorin hier aufzeigt und erklärt, sind in die beiden Methoden Beobachtung und Befragung aufgeteilt. Sie kommen alle aus dem englischsprachigen Raum, die Autorin hat sie bis auf eines (Dementia Care Mapping liegt schon in Deutsch vor) ins deutsche übersetzt. Dieses Kapitel ist verständlicherweise das längste in der gesamten Arbeit. Die einzelnen Instrumente werden nicht nur vorgestellt sondern auch bewertet. Ein Vergleich der verschiedenen Messinstrumente schließt sich an und bietet eine gute Übersicht.
  5. Diskussion der Qualitätsmessinstrumente unter Berücksichtigung des personellen, gesetzlichen und ökonomischen Rahmens. Die Autorin beschreibt kurz die Situation in den USA und vergleicht sie mit der in Deutschland. Hierbei stellt sie fest, dass es hier keine einheitliche Vorgehensweise für die Qualitätssicherung und - messung gibt, dies aber notwendig wäre. Die Qualitätssicherung in Deutschland entbehrt noch einiger wissenschaftlicher Grundlagen.
  6. Zusammenfassung und Ausblick. Eine kurze abschließende Zusammenfassung nicht nur der vorliegenden Arbeit sondern auch der Meinung der Autorin.

Abkürzungsverzeichnis, Literaturverzeichnis und Anhang folgen.

Diskussion

Die Rezensentin hält dieses Buch - vielmehr diese Arbeit - für wichtig im Hinblick auf wissenschaftliche Grundlagen, die auch für die Pflege immer mehr gelten (sollten). Es gelingt der Autorin, verschiedene Messinstrumente plastisch darzustellen und auch nicht kommentarlos stehen zu lassen. Dabei bleibt sie objektiv und sachlich. Die Schrift bietet einen gut gelungenen Überblick sowie eine objektive Bewertung der Messinstrumente, die auch in Deutschland Anwendung finden könnten. Im Rahmen der Pflegewissenschaften sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Es wird aber auch deutlich, dass diese Methoden nicht immer einfach und überall anwendbar sind. Man muss sich im Klaren darüber sein, was genau gemessen werden soll.

Fazit

Als wissenschaftliche Arbeit ein lesenswertes und interessantes Exemplar. Der Einstieg in Messmethoden ist leicht nachzuvollziehen. Wünschenswert ist eine weitere Verbreitung des Inhalts und nachfolgend auch die Anwendung einiger Methoden.


Rezensentin
Claudia Schwill
QualitätsBeratungSchwill
Homepage www.qb-s.de
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Zitiervorschlag
Claudia Schwill. Rezension vom 26.04.2005 zu: Friederike Coester: Qualitätsmessinstrumente in der Begleitung und Pflege demenziell erkrankter Menschen. Kuratorium Deutsche Altershilfe (Köln) 2004. ISBN 978-3-935299-67-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/2210.php, Datum des Zugriffs 15.10.2019.


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ISSN 2190-9245

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