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Thomas Eckert, Burkhard Gniewosz (Hrsg.): Bildungs­gerechtigkeit

Cover Thomas Eckert, Burkhard Gniewosz (Hrsg.): Bildungsgerechtigkeit. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2016. 284 Seiten. ISBN 978-3-658-15002-0. D: 39,99 EUR, A: 41,11 EUR, CH: 50,00 sFr.
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Thema

Das hier zu rezensierende Buch trägt den Titel „Bildungsgerechtigkeit“. Was nach Meinung der einen oder der anderen Bildungs(un)gerechtigkeit ist bzw. was man darunter verstehen kann oder auch nicht, wird im Buch nicht systematisch behandelt. Daher sei die vorhergehende (!) Lektüre von „Bildungsungleichheit und Bildungsgerechtigkeit“ (Strietholt & Bos, 2014) empfohlen. Dass das Thema „Bildungsgerechtigkeit“ im vorliegenden Buch nicht systematisch behandelt wird, sondern die Überschrift gleichsam eine Girlande ist, liegt an ihrem Charakter als Festschrift. Eine Festschrift freilich, die sich nicht so nennt – vielleicht, weil „Festschriften“ etwas in Verruf geraten sind. Jedenfalls: Das Buch ist gewidmet „Dem geschätzten Kollegen Hartmut Ditton zum 60. Geburtstag“ (S. V).

Der Geehrte

Hartmut Ditton (www.psy.lmu.de/ape/personen) ist seit 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Pädagogik, Erziehungs- und Sozialisationsforschung an der Fakultät für Pädagogik und Psychologie der Münchener Ludwig – Maximilians – Universität (LMU). Ein vielleicht ungewöhnlicher (Ziel-)Ort für einen, der seine akademische Laufbahn als gebürtiger Heidelberger eben nicht in Heidelberg, sondern in Landau in der Pfalz begann. Andererseits keine unerwartete Position für jemanden, der sich (schon) in der Zeit vor PISA 2000 habilitiert hat mit der Schrift „Ungleichheit und Mobilität durch Bildung“ (Weinheim – München: Juventa, 1992). Wem aus dem Kreis der Sozialen Arbeit der Geehrte noch nicht bekannt sein sollte, lese seinen 2010 in der Zeitschrift für Pädagogik (56, 53 – 68) veröffentlichten Aufsatz „Wie viel Ungleichheit durch Bildung verträgt eine Demokratie?“. Dieser Frage steht seit geraumer Zeit eine zweite, allgemeinere zur Seite: Wie viel soziale Ungleichheit verträgt eine Demokratie? Das ist eine zentrale Frage der Sozialen Arbeit – oder sollte es zumindest sein.

Herausgeber

Der promovierte und habilitierte Pädagoge Thomas Eckert (www.psy.lmu.de/ape/personen) ist (jüngerer) Kollege von Hartmut Ditton und seit 2002 (vertretungsweise) bzw. 2003 (ordentlich) LMU – Professor für historische Sozialisationsforschung und qualitative Methoden.

Burkhard Gniewosz (www.uni-salzburg.at/), promovierter und habilitierter Diplom-Psychologe ist seit (Oktober) 2016 Universitätsprofessor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt quantitative Forschungsmethoden an der Paris -Lodron – Universität Salzburg (PLUS). In den Jahren 2007 – 2013 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung an der Universität Würzburg und 2013 – (September) 2016 hatte er eine Vertretungsprofessur für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Jugendforschung an der LMU inne. Mit Hartmut Ditton und anderen war er 2011 Mitherausgeber des zweibändigen Werkes „Empirische Bildungsforschung“ (Reinders u. a., 2011a, 2011b).

Autor(inn)en

Das Buch enthält auf der Cover – Rückseite Minimalinformationen zu den Herausgebern, aber überhaupt keine Angaben zu den Autor(inn)en. Leider, sei im Namen all derer gesagt, die als Leser(innen) nicht zum Kreis der „Eingeweihten“ (oder gar „Erleuchteten“) gehören. Für sie ist es gerade bei einem Werte-Thema wie „Bildungsgerechtigkeit“ doch nützlich zu wissen, nicht nur was gesagt wird, sondern auch vom wem etwas gesagt wird. Zumindest dann, wenn man den Habermasschen Hinweis auf den Zusammenhang von „Erkenntnis und Interesse“ (Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1968) nicht für eine links-gestrige Marotte hält. Im Nachfolgenden werden daher die Autor(inn)en der einzelnen Buchbeiträge namentlich benannt und näher beleuchtet.

Aufbau und Inhalt

Das Buch enthält nach dem Vorwort der Herausgeber, in dem sie ihren Begriff von Bildungsgerechtigkeit entfalten und eine Inhaltsangabe skizzieren, sechs Teile, von denen die ersten fünf die 15 thematischen Einzelbeiträge (jeweils mit Zusammenfassung und Literaturverzeichnis) umfassen, während der sechste Teil Angaben zu Hartmut Dittons Lebenslauf und dessen Publikationsverzeichnis enthält.

Im ersten Teil finden sich unter dem Titel Begriffe zwei Beiträge.

  • DieTheologin und Pädagogin Elisabeth Zwick, eine Kollegin von Hartmut Ditton und Thomas Eckert trägt in Bildungsgerechtigkeit: Maßstab ohne Maß? einige grundsätzliche Überlegungen zu einer Kriteriologie von Bildungs(un)gerechtigkeit aus philosophisch – theologischer Sicht vor.
  • Ist Inklusion gerecht? fragen Ewald Kiel, Inhaber des LMU – Lehrstuhls für Schulpädagogik, und Joachim Kahlert, Ordinarius für Grundschulpädagogik und -didaktik der LMU sowie seit 2009 Direktor des Münchener Zentrums für Lehrerbildung der LMU. Genauer: Sie fragen danach, ob und wie die in der deutschen Inklusions – Debatte bedeutsame Konzeption von Anerkennung i. S. Axel Honneths (https://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Honneth) kompatibel sei bzw. gemacht werden könne mit (verschiedenen Varianten von) Gerechtigkeit(skonzeptionen).

Fünf Beiträge findet sich im zweiten Buchteil unter der Überschrift Fokus: Bildungsbeteiligung

  • Gymnasium? Das ist nichts für uns.“ Auf der Basis repräsentativer Längsschnittdaten wird der Einfluss von Rational Choice (nach Raymond Boudon) und Kapitalienausstattung (nach Pierre Bourdieu) auf die Entscheidung für oder gegen das Gymnasium analysiert. Die Autorinnen sind Susanne Gerleigner, wissenschaftliche Referentin in der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung von Familien“ am Deutschen Jugendinstitut, München und Juliane Aulinger, Leiterin der Geschäftsstelle des Departments für Pädagogik und Rehabilitation der LMU.
  • Thomas Eckert und Rudolph Tippelt, LMU – Ordinarius für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung stellen in Learning Regions – Learning Cities – Learning Communities: Auf dem Weg zur Gestaltung regionaler Bildungsräume? unterschiedliche nationale und internationale Governance- und Supportstrategien vergleichend und bewertend dar.
  • Mit ‚Kellerkinder‘ des Bildungssystems. Woher sie kommen, wohin sie gehen macht Klaus Klemm, bis zu seiner Emeritierung 2007 Professor für empirische Bildungsforschung und Bildungsplanung an der Universität Duisburg – Essen, aufmerksam auf eine besondere Gruppe von „Bildungsverlierern“: Jugendliche, Heranwachsende und junge Menschen ohne Ausbildung(smöglichkeit).
  • Auf der Basis von PIAAC-Daten (https://de.wikipedia.org/wiki/PIAAC-Studie) aus 22 OECD – Ländern wird in The Speed of Educational Expansion and Changes in Inequality of Educational Opportunity plausibel gemacht, dass rasche (!) Bildungsexpansion soziale Bildungsungleicheit verringert.Die Arbeit stammt von den Soziologinnen Pia Blossfeld (Universität Leipzig) und Gwendolin Blossfeld (Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, Bamberg) sowie Hans-Peter Blossfeld, von dessen zahlreichen Funktionen nur die erwähnt sei, dass er 2008 – 2012 Direktor des Instituts für bildungswissenschaftliche Längsschnittstudien an der Universität Bamberg war.
  • Intergenerationale Bildungsmobilität und. Bildungshomogamie überschreiben Christian Tarnai, bis 2012 Professor für Sozialwissenschaftliche Methodenlehre an der Universität der Bundeswehr, München und Florian Hartmann, dort seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter, ihren Beitrag mit dem UntertitelUntersuchung eines Stichprobenproblems oder die Schwierigkeit die richtigen Eltern zu finden“, wo sie anhand von ALLBUS – Daten (https://de.wikipedia.org/wiki/a/) methodische Schwierigkeiten bei der Analyse von intergenerationaler Bildungstransmission diskutieren und dafür Lösungen anbieten.

In Teil III Fokus: Leistung und Motivation finden sich drei Beiträge.

  • Mit Wie viele Punkte auf der TIMSS-Metrik entsprechen einem Lernjahr? Leistungszuwächse in Mathematik und Naturwissenschaften am Ende der Grundschule beantworten Heike Wendt, Daniel Kasper, Wilfried Bos, Mario Vennemann und Martin Goy, alle tätig am Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund, der die operative Verantwortung für TIMSS 2015 (Wendt u. a., 2016; vgl. Heekerens, 2016a) oblag, auf Basis einschlägiger und repräsentativer Befunde eine (auch bildungspolitisch) bedeutsame Frage.
  • Soziale Disparitäten bei Abiturleistungen sollten nach all den bis dahin stattgefundenen sozial wirksamen schulischen Selektionen eigentlich nicht mehr nachweisbar sein, sind es in Resten aber dennoch. Für diese Aussage, getroffen nach Analyse repräsentativer Daten, stehen zwei große Namen der deutschen empirischen Bildungsforschung: Olaf Köller, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel und im Herausgeberkreis nicht nur von TIMSS 2015, sondern auch von PISA 2015 (Reiss u. a., 2016; vgl. Heekerens, 2016b) und Kai Maaz, Direktor der Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, Berlin.
  • Michael Bayer, tätig am Bamberger Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, und Florian Wohlklinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter an Hartmut Dittons Lehrstuhl, untersuchen in Meritokratie und Gerechtigkeit in der Grundschule. Gerechtigkeitstheoretische Implikationen schulbezogener Motivation die Entwicklung schulbezogener intrinsischer Motivation neben und mit Bezug auf (in Noten ausgedrückten) Schulleistungen. Ihr Fazit gibt Anlass zum Nachdenken: „Abschließend lässt sich festhalten, dass die Grundschule nach wie vor weit entfernt von einer aktiven und erfolgreichen Herstellung von Chancengerechtigkeit zu sein scheint. Bevor dies nicht zumindest in Ansätzen gelingt, produziert die Grundschule unterschiedliche Leistungen und Motivationen und verletzt somit die allgemein anerkannten Grundlagen einer meritokratischen [auf Leistung, nicht auf Herkunft begründeten] Gesellschaft.“ (S. 181) Freilich sollte man sich vor Augen halten, dass die heran gezogene Datenbasis von KOALA – S -(https://sofis.gesis.org/) Fragen nach der Repräsentativität aufwirft.

Fokus: Kontexte, der vierte Buchteil enthält zwei Beiträge:

  • In Bildungsungleichheit – Alles eine Frage der Familie?! nehmen Burkhard Gniewosz und Sabine Walper, von der LMU beurlaubt seit 2012 Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut, beide aus dem Forschungsgebiet der Pädagogischen Psychologie kommend, das Thema Bildung und Familie in den Blick. Dabei kommen sie auch zu sprechen auf das Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“, von dem es im vorliegenden Beitrag heißt, in dessen Abschlussbericht (Müller u. a., 2015; Sabine Walper ist Mitautorin) würden auch „Vorteile für die Kinder … sichtbar.“ (S. 197) Dem Rezensenten erschloss sich solche Erkenntnis bei Lektüre des Abschlussberichts allerdings nicht.
  • Geschlechtergerechtigkeit im Klassenzimmer wird betrachtet von Bettina Hannover, Professorin im Arbeitsbereich Schul- und Unterrichtsforschung am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der FU Berlin, und Ilka Wolter sowie Lysann Zander, ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen. Unter Verzicht auf irgendwelche empirischen Forschungsergebnisse arbeiten, so die Eigenbekundung, die Autorinnen heraus, „dass Geschlechtergerechtigkeit im Klassenzimmer in dem Maße gefördert wird, wie Geschlecht kein bedeutsames Merkmal darstellt, Geschlechtsstereotype als wenig wahrscheinlich automatisch aktiviert werden“ (S. 201). Die Tiefgründigkeit dieses Forschungsresultats zu begreifen, bedarf es sicher tiefer gehender Reflexion.

Im letzten Buchteil, mit Handlungsmöglichkeiten überschrieben, finden sich drei Beiträge.

  • Von Förderung der Bildungsgerechtigkeit mit Instrumenten des kommunalen Bildungsmanagements – zwei Beispiele der Landeshauptstadt München berichten Andreas Müller, Wolfgang Bremer und Anita Henselmann, alle Mitarbeiter(innen) der Landeshauptstadt München, sowie Elena Gärtner, wissenschaftliche Mitarbeiterin an Hartmut Dittons Lehrstuhl. Wie bei anderen Reports dieser Art ist der Rezensent beeindruckt von all dem, was da getan wird – und ratlos bei der Frage, was es bewirkt. Dass in München mit diesen oder jenen Maßnahmen die Bildungsgerechtigkeit tatsächlich nachweislich befördert würde, kann dieser Report nicht glaubhaft machen.
  • Der Beitrag Kommunales Bildungsmonitoring und kommunale Lebensbedingungen berichtet von (unterschiedlichen Formen) kommunaler Bildungsberichtserstattung. Er stammt von Hans Döbert und Horst Weisshaupt. Die Herausgeber von „Inklusive Bildung professionell gestalten“ (Münster – New York: Waxmann, 2013) wurden damals ausgewiesen als Mitarbeiter in der Abteilung Steuerung und Finanzierung des Bildungswesens des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung. In dessen Personal ist der emeritierte Professor für Empirische Bildungsforschung Horst Weisshaupt (noch) heute als assoziiertes Mitglied zu finden, während Hans Döbert seine Kompetenz in kommunalem Bildungsmonitoring offensichtlich in ein eigenes Unternehmen (www.hansdoebert.de/) einbringt.
  • Claudia Schuchart, Professorin für empirische Bildungsforschung am Institut für Bildungsforschung an der School of Education der Bergischen Universität Wuppertal, und der dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätigen Matthias Rürup widmen sich im letzten Buchbeitrag der Frage Alternative Wege zur Studienberechtigung und die weitere Bildungs- und Berufskarriere: Können durch die Öffnung des gegliederten Schulsystems Ungleichheiten reduziert werden? Ihre auf – als repräsentativ anzusehenden – Daten aus dem Nationalen Bildungspanel (www.neps-data.de) beruhenden Analysen berühren allgemein und unter besonderer Berücksichtigung von Migrationshintergrund drei „Bildungsetappen“: 1. Aufnahme des Studiums, 2. dessen Beendung und 3. Ertrag.

Diskussion

Die Korona der den Jubilar Ehrenden ist groß an Zahl und beeindruckt durch einschlägige wissenschaftliche Reputation. Festschriften, so wurde oben angedeutet, haben heute keinen allzu guten Ruf mehr. Ruf-schädigende Gründe sind fehlende Selektivität und damit einhergehende starke Heterogenität der Beiträge. Beides kennzeichnet auch das vorliegende Buch. Viele Leser(innen) werden nach dem sprichwörtlichen Roten Faden fragen – und das in dem Maße mehr, als sie mit der hier behandelten Materie wenig(er) vertraut sind. Man kann die Dinge auch anders sehen. So etwa: Wer Vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Oder auch: Manche Sträuße gefallen durch die Vielzahl ihrer Blumen. Zum Genuss, wie er in den beiden angesprochenen Punkten angesprochen ist, bedarf es freilich gewisser Vorkenntnis des hier betrachteten thematischen Feldes und einem schon recht gesicherten Urteil bei den angesprochenen Themen. Kurzum: Das Buch ist voraussetzungsreich und braucht zu einer (Er-)Kenntnis fördernden Lektüre Leser(innen) mit angemessenen (Vor-)Kenntnissen.

Die deutsche Soziale Arbeit kümmert sich als Disziplin wie als Profession in theoretischer wie in praktischer Hinsicht (zu) wenig um Fragen der Bildungs(un)gerechtigkeit. Überhaupt sind in Sachen soziale Gerechtigkeit „blinde Flecken in der sozialarbeitswissenschaftlichen Theorieentwicklung“ (Schachameier, 2016) auszumachen. Das berührt nicht etwa nur Randfragen der Sozialen Arbeit, sondern rührt an Innerstes. Zumindest dann, wenn man Soziale Arbeit so versteht, wie es ihr Wolf Rainer Wendt (https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Rainer_Wendt) unlängst (noch einmal) ins Stammbuch geschrieben hat: „Soziale Arbeit ist, von ihrer Genese her und im ganzen [sic!] betrachtet, eine andauernde praktische Antwort auf die soziale Frage, was zur Bewältigung von Problemen, an denen die Gesellschaft leidet, die sie sich anzulasten hat und die von ihren Angehörigen nicht einfach hinzunehmen ist, getan werden kann und muss.“ (Wendt, 2017, S. VII)

Fazit

Muss die deutsche Soziale Arbeit das vorliegende Buch zur Kenntnis nehmen? Sie sollte es nicht, wenn es an der nötigen Vorkenntnis mangelt. Ist solche gegeben, wäre es aber schade, das Buch zu ignorieren, weil der eine oder andere Beitrag gut bis bestens geeignet ist, die Soziale Arbeit in Sachen Bildungsgerechtigkeit kompetent aufzuklären und auf neusten Sachstand zu bringen. Daher: In den Bibliotheken all der Hochschul(einrichtung)en für Soziale Arbeit, an denen die Frage der Bildungsgerechtigkeit als (wichtige) Teilfrage der sozialen Gerechtigkeit (noch) eine Rolle spielt, sollte das Buch greifbar sein; und das nicht nur für Lehrende, weshalb die Anschaffung von mindestens zwei Exemplaren angezeigt scheint.

Literatur

  • Heekerens, H.-P. (2016a). Rezension vom 21.12.2016 zu Wendt, H., Bos, W., Selter, C., Köller, O., Schwippert, K. & Kasper, D. (Hrsg.) (2016). TIMSS 2015. Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich. Münster – New York: Waxmann. Socialnet Rezensionen (www.socialnet.de/rezensionen/22014.php).
  • Heekerens, H.-P. (2016b). Rezension vom 21.12.2016 zu Reiss, K., Sälzer, C., Schiepe-Tiska, A., Klieme, E. & Köller, O. (Hrsg.) (2016). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster – New York: Waxmann. Socialnet Rezensionen (www.socialnet.de/rezensionen/22060.php).
  • Müller, D., Beck, M., Gerleigner, S., Guglhör-Rudan, A., Hein, K., Schwaß, M., Stemmler, M. & Walper, S. (2015). Evaluation des Bundesprogramms „Elternchance ist Kinderchance – Elternbegleitung der Bildungsverläufe der Kinder“. Abschlussbericht. München: Deutsches Jugendinstitut. Online verfügbar unter www.dji.de (letzter Aufruf am 7.1.2017).
  • Reinders, H., Ditton, H., Gräsel, C. & Gniewosz, B. (Hrsg.) (2011a). Empirische Bildungsforschung Bd. 1. Gegenstandsbereiche. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Reinders, H., Ditton, H., Gräsel, C. & Gniewosz, B. (Hrsg.) (2011b). Empirische Bildungsforschung Bd. 2. Strukturen und Methoden. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Reiss, K., Sälzer, C., Schiepe-Tiska, A., Klieme, E. & Köller, O. (Hrsg.) (2016). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster – New York: Waxmann.
  • Schachameier, A. (2016). Soziale Gerechtigkeit: blinde Flecken in der sozialarbeitswissenschaftlichen Theorieentwicklung. Socialnet Materialien online verfügbar unter www.socialnet.de/materialien/attach/321.pdf (zuletzt aufgerufen am 2.1.2017).
  • Strietholt, R. & Wilfried Bos, W. (2014). Bildungsungleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Recht der Jugend und des Bildungswesens, H. 2/2014, 145 – 150.
  • Wendt, H., Bos, W., Selter, C., Köller, O., Schwippert, K. & Kasper, D. (Hrsg.) (2016). TIMSS 2015. Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich. Münster – New York: Waxmann.
  • Wendt, W. R. (2017). Geschichte der Sozialen Arbeit 1. Die Gesellschaft vor der sozialen Frage 1750 – 1900 (6. überarbeitete und erweiterte Aufl.). Wiesbaden: Springer VS.

Rezensent
Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Heekerens
Hochschullehrer i.R. für Sozialarbeit/Sozialpädagogik und Pädagogik an der Hochschule München
Homepage de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Heekerens
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Zitiervorschlag
Hans-Peter Heekerens. Rezension vom 24.01.2017 zu: Thomas Eckert, Burkhard Gniewosz (Hrsg.): Bildungsgerechtigkeit. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2016. ISBN 978-3-658-15002-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22103.php, Datum des Zugriffs 06.12.2019.


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ISSN 2190-9245

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