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Cornelia Kricheldorff, Lucia Tonello: IDA (...) Dialoginstrument zum Technikeinsatz im Alter

Cover Cornelia Kricheldorff, Lucia Tonello: IDA. Das interdisziplinäre Dialoginstrument zum Technikeinsatz im Alter. Pabst Science Publishers (Lengerich) 2016. 133 Seiten. ISBN 978-3-95853-213-7. D: 15,00 EUR, A: 15,50 EUR.
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Autor

Monika Jansen Diplom Sozialpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin (M.A.) und Master of Organizational Management (MoM) ist tätig als Referentin für ambulante Dienste, Bereich Wirtschaft und Statistik eines großen Wohlfahrtsverbandes. Langjährige Berufserfahrung in Führungspositionen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Altenhilfe. Herausgeberin der beiden Werke „Pflege & Management“ und „Pflegehandbuch“ des DUZ-Verlages.

Thema

Die Kommunikation ist eine der wichtigsten Fundamente aller Zusammenarbeit an Schnittstellen. Oftmals scheitert diese jedoch wenn es sich um unterschiedliche Akteure aus unterschiedlichen Professionen und Fachdisziplinen handelt. Um diesen notwendigen und wenn geglückt auch fruchtbaren Dialog in Gang zu setzen, zu gestalten und zu steuern bedarf es eines besonderen methodischen Vorgehens. Ein interdisziplinärer Dialog sollte daher geplant und struktureiert verlaufen um das Ziel einer effektiven und erfolgreichen Zusammenarbeit über Fach- und Inhaltsgrenzen hinaus sicherzustellen.

Aufbau und Inhalt

Die beiden Autorinnen Cornelia Kricheldorff und Lucia Tonello erläutern in ihrem Buch die Genese von Projekten zum Thema technische Assistenz im Alter auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Kooperationen zwischen unterschiedlichen Fachinstitutionen und Wissenschaftszweigen.

Daraus hervorgegangen ist ein interdisziplinäres Dialoginstrument das Hilfestellung geben kann für eine schnittstellenbezogene Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren. Dieses methodische Tool mit Namen „IDA“ – interdisziplinäres Dialoginstrument – wird ausführlich und praxisbezogen beschrieben.

Im ersten Kapitel wird der Leser auf den aktuellen Stand zum Thema Alter und Technik gebracht. Verbunden wird dies mit einer Beschreibung der Begriffe des sozialen, gesellschaftlichen und demografischen Wandels sowie neuer sozialer Phänomene.

Im zweiten Kapitel wird der Forschungsverbund „ZAFH – AAL“ Zentrum für angewandte Forschung mit seinem Schwerpunktthema der technischen Assistenz vorgesellt und dessen konkrete fachübergreifende Arbeitsweise erläutert. Im Fokus stehen dabei interdisziplinäre Lösungsstrategien die für und mit Betroffenen entwickelt werden. Wichtig sind dabei die Sicherstellung der Selbstbestimmtheit und der Erhalt der sozialen Teilhabe der Nutzer. An diesen beiden Kriterien müssen sich alle technischen Entwicklungen messen lassen.

Cornelia Kricheldorff und Lucia Tonello stellen stichwortartig sieben Projekte aus Bereich der technischen Assistenz (AAL) vor, die alle den Zweck dem Erhalt sozialer Beziehungen und der Teilhabe trotz zunehmender Einschränkungen dienen. Übergreifend wurde für die sieben Einzelprojekte ein Metaprojekt implementiert das den Dialog zwischen den Beteiligten stärken sollte. Ziel dieses Metaprojektes war ein interdisziplinärer und zugleich perspektivischer Austausch, um zu einer effektiven Zusammenarbeit zu kommen. Die handlungsbestimmenden Faktoren waren die Interdisziplinarität, die Integration, die ethischen Grundwerte und der konkrete Bezug zur Praxis. Hieraus abgeleitet wurde ein sogenanntes Trias von spezifischen Fachdisziplinen mit der Bezeichnung „Gretha“. Die bestimmenden Fachdisziplinen waren die Soziale Gerontologie, die Ethik und die Alter(n)sphilosophie.

Im dritten Kapitel wird der Leser auf der Grundlagen der beiden vorhergehenden Kapitel an das entwickelte Instrument zum Dialog zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen und den unterschiedlichen Handlungsebenen herangeführt. Stichworte wie Beratung, professionelle Pflege, Quartier und Sozialraum werden hier ebenso einbezogen wie die Begriffe Interdisziplinarität, Kommunikation, Sozialwissenschaften und Ethik. Im Kernpunkt geht es um die Entwicklung eines nutzbringenden Dialogs zwischen verschiedenen Akteuren.

Cornelia Kricheldorff und Lucia Tonello nutzen dabei die Präzisierung der gerontologischen- ethischen Prämissen zum Thema Menschenbild im Alter auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Präzisiert wird dies durch die Beziehung zu den grundlegenden und vorherrschenden Begrifflichkeiten in der sozialen und gesellschaftlichen Umwelt, nämlich der Individualität, der Diversität, der Solidarität und der Bürgergesellschaft.

Daran anschließend führen die Autorinnen den Leser in das konkrete Dialoginstrument IDA ein. Es werden zunächst die zwei Ebenen des Dialoges mit ihren je spezifischen Schwerpunkten vorgestellt und die entsprechenden Werte der Ebenen beschreiben.

  1. Die 1. Ebene kennzeichnet sich demnach durch folgende Begriffspaare aus: soziale Teilhabe und Teilgabe, soziale Verortung und Bedingungen, Selbstbestimmung und Selbstbefähigung, Souveränität und Selbstbestimmtheit.
  2. In der 2. Ebene finden sich die Soziale Umwelt, die Organisation / Profession und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wieder.

Im vierten Kapitel stellen Cornelia Kricheldorff und Lucia Tonello den entwickelten Leitfaden zur Nutzung von IDA in der Praxis vor. Sie strukturieren die Implementierung in die beiden auf einander aufbauenden Teile, die Vorbereitung (organisatorisch und inhaltlich) und die Haltung im Dialog. Darüber hinaus geht es auch um das Vorgehen im Prozess selbst und die Sicherung der Ergebnisse. Der Leser erhält hier ausführliche und schrittweise Hilfestellungen und Tipps zur Umsetzung des Instrumentes.

Im fünften Kapitel gehen die Autorinnen schließlich zur Beurteilung des Instruments über. Sie verstehen dabei IDA als ein Werkzeug das dazu verhilft Dialogprozesse zwischen sehr unterschiedlichen Professionen und Akteuren in Gang zu bringen, zu gestalten und zu steuern.

Abschließend erhalten die Leser noch eine umfangreiche Literaturliste sowie Handouts und Kopiervorlagen als Arbeitshilfen.

Fazit

Das vorliegende Buch führt praxisnah in ein Methoden-Tool zur Stärkung des Dialogs in Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Disziplinen ein. Es bleibt dabei offen für die Anzahl, die Professionalität und die Inhalte. Das was festgelegt ist sind die Prämissen auf die das Instrument aufgebaut ist. Damit kann IDA auch genutzt werden für andere, individuelle Dialogsituationen und -inhalte. Durch die Handreichungen und die Begleitung der Autorinnen durch einen beispielhaften Dialogprozess kann das Instrument gut in die Praxis integriert und genutzt werden. Wie jedoch bei allen Methoden bedarf es zur idealen Umsetzung ein wenig Übung.


Rezensentin
Diplom Sozialpädagogin Monika Jansen
Erziehungswissenschaftlerin (M.A.) und Master of Organizational Management (MoM), ist tätig als Referentin für ambulante Dienste, Bereich Wirtschaft und Statistik eines großen Wohlfahrtsverbandes. Langjährige Berufserfahrung in Führungspositionen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Altenhilfe. Herausgeberin der beiden Werke „Pflege & Management“ und Pflegehandbuch des DUZ-Verlages.
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Zitiervorschlag
Monika Jansen. Rezension vom 06.06.2017 zu: Cornelia Kricheldorff, Lucia Tonello: IDA. Das interdisziplinäre Dialoginstrument zum Technikeinsatz im Alter. Pabst Science Publishers (Lengerich) 2016. ISBN 978-3-95853-213-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22212.php, Datum des Zugriffs 25.06.2019.


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