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Markus Emanuel, Lutz Müller-Alten u.a.: Kinder- und Jugendhilfe

Cover Markus Emanuel, Lutz Müller-Alten, Annette Rabe: Kinder- und Jugendhilfe. Das Lehrbuch über die strukturellen Arbeitsbedingungen. Das Strukturmodell der Kinder- und Jugendhilfe (SKJ). Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2017. 246 Seiten. ISBN 978-3-7799-3492-9. D: 16,95 EUR, A: 17,50 EUR, CH: 23,90 sFr.
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AutorInnen

Prof. Dr. Markus Emanuel ist Professor für Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Darmstadt, mit den Schwerpunkten Erziehung und Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe, Kommunale/Regionale Bildungsplanung. Seine praktischen Erfahrungen als Sozial- und Jugendhilfeplaner sowie als Bezirkssozialarbeiter in einem Städtischen Sozialdienst bereichern seinen professionellen Blick in die aktuelle Jugendhilfelandschaft.

Prof. Dr. Lutz Müller-Alten und Prof. Dr. Anette Rabe, ebenfalls ProfessorInnen an der Evangelischen Hochschule Darmstadt vertreten als Juristen die Themenfelder Sozial-, Familien- und das Kinder- und Jugendhilferecht.

Entstehungshintergrund

Grundlegende Idee des vorliegenden Buches ist es, ein Lehrbuch zu strukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe vorzulegen. Aus beiden Disziplinen (sozialpädagogische und rechtswissenschaftliche Perspektive) heraus, entwickeln die AutorInnen Ihren Blick auf das Feld der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei beziehen sie sich explizit auf die strukturellen Bedingungen und komplexen Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe und des Jugendhilfesystems.

Das Verhältnis von pädagogisch-professionellem Handeln (meist im direkten Kontakt mit den AdressatInnen) und dem Verwaltungshandeln (beispielsweise in Jugendämtern) wird in diesem Lehrbuch explizit aufgegriffen, denn die „Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe agieren dabei in Rahmenbedingungen ihres Arbeitsplatzes. Das sind die Themen dieses Buches.“ (S. 10). Dies vollzieht sich – so die AutorInnen – in der Gewährung und Ausgestaltung individueller Rechtsansprüche von BürgerInnen und der Verwendung von Steuermitteln zur Finanzierung dieser Arbeit (vgl. dazu S. 10). „Das führt zu bestimmenden Verwaltungsstrukturen (1), die die alltägliche Arbeit stark beeinflussen. Diese Verwaltungsstrukturen sind immer durch Gesetze (2), hier insbesondere durch das Sozialgesetzbuch geprägt. Die in der Gesellschaft und der Fachwelt vorhandenen Vorstellungen über Erziehung und Bildung sind vielfältig. Die Kinder- und Jugendhilfe ist an der Verschiedenheit daraus abgeleiteter normativer Vorstellungen (3) ausgerichtet.“ (S. 10). Die Auswirkungen dieser drei Aspekte auf die konkrete Soziale Arbeit werden als strukturelle Rahmenbedingungen der Jugendhilfe verstanden und in einem Strukturmodell veranschaulicht.

Neben diesem inhaltlichen Ziel skizzieren die AutorInnen die Entstehungsgeschichte des vorliegenden Lehrbuchs, welches aus Lehrveranstaltungen in der Studiengängen der Sozialen Arbeit heraus entstanden ist. In einem längeren Entwicklungs- und Verständigungsprozess ist das vorliegende Strukturmodell eine Annäherung, damit sich „[…] junge Leser_innen […] daraus ‚ein Bild‘ der Kinder- und Jugendhilfe schaffen können.“ (S. 11). Zur Entstehung ist anzumerken, dass weitere Beteiligte „Spuren“ in diesem Buch hinterlassen haben. Neben den Rückmeldungen von sechs Studierende, die als Tutor_innen studentische Arbeitsgemeinschaften im Jugendhilferecht geleitet haben, wurden die Erfahrungen und Anmerkungen erfahrener Fachkräfte aus der Jugendhilfepraxis in das Buchprojekt integriert.

Aufbau

Das Lehrbuch gliedert sich, nach einer Einleitung (die ausdrücklich als Einladung formuliert, zum Weiterlesen motiviert), in neun bzw. zehn Themenfelder und endet mit einem Ausblick (zu Reformbestrebungen des SGB VIII aus dem Jahr 2016). In den zehn Themenfeldern werden wesentliche Eckpunkte der Kinder- und Jugendhilfe im Kontext von Aufgaben, Aufträgen, Rahmenbedingungen und Herausforderungen vor- und mit Hilfe des entwickelten Strukturmodells dargestellt. An den Ausblick schließt sich ein Abkürzungs-, ein Stichwort- und ein Literaturverzeichnis an.

Jedes der zehn Themenfelder wird identisch erschlossen:

  1. In einem ersten Schritt wird in jedem Kapitel der jeweilige Themenhorizont skizziert.
  2. Es folgen im zweiten Schritt die jeweils fachlichen Grundlegungen.
  3. In einem dritten Schritt werden anschließend wesentliche Gesetze mit ihren jeweiligen Rechtsanwendungen erläutert. Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Die zehn Themenfelder

1. Strukturmodell der Kinder- und Jugendhilfe. In diesem Kapitel entwickeln die AutorInnen aus den beiden (sozial- und rechtswissenschaftlichen) Grundrichtungen ein Strukturmodell der Kinder- und Jugendhilfe (SKJ) und erläutern anhand von sechs Fragestellungen die Arbeit mit dem Strukturmodell.

2. Offene Arbeit für junge Menschen gestalten. Neben der grundsätzlichen Einordnung in die Kinder- und Jugendhilfe beschreiben die AutorInnen die Grundrichtung und die allgemeinen Ziele der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und führen in wesentliche Paradigmen sozialpädagogischer Arbeit (Freiwilligkeit, strukturelle Offenheit, Selbstorganisation, Teilhabe und Partizipation) ein. Daran schließt sich ein Exkurs zu „Trägern der Jugendhilfe“ an. Den Abschluss des Kapitels bilden Überlegungen zu Fragen der Aufsichtspflicht in diesem Kontext.

3. Kinder in Tageseinrichtungen in ihrer Entwicklung fördern. Nach einer Einbindung in das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe stellen die AutorInnen den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) als „[…] ein Instrument zur Einordnung und Vergleichbarkeit der Qualifikationen des deutschen Bildungssystem im europäischen Kontext“ (S. 52) vor, um das Aufgabenspektrum der Fachkräfte in der Kinderbetreuung zu begründen. Besonderes Augenmerk richten sie dabei auf sechs Handlungsfelder, die in der unmittelbaren sozialpädagogischen Arbeit mit dem Kind zum Tragen kommen:

  • Kinder in ihrer Lebenswelt verstehen und Beziehungen zu ihnen entwickeln;
  • Förderung und Unterstützung von Entwicklungs- und Bildungsprozessen;
  • Gruppenpädagogisches Handeln;
  • Zusammenarbeit mit den Eltern (Elternarbeit) und den Bezugspersonen;
  • Teamentwicklung und Organisationsentwicklung;
  • Kooperationen in Netzwerken und die Gestaltung von Übergängen. (vgl. dazu S. 53).

Im Abschnitt „Gesetz und Rechtsanwendung“ erinnern die AutorInnen an den Einfluss des SGB VIII und an das Jugendamt als Element des Sozialstaats. Als grundsätzliche Strukturelemente der Kinder- und Jugendhilfe führen die AutorInnen an dieser Stelle die Freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe als Leistungserbringer ein und beziehen dieses Strukturelement auf die Forderung nach Trägervielfalt. Abschließend wird der Teilaspekt „Kinderbetreuung und Schutzauftrag“ blitzlichtartig beleuchtet.

4. Familien mit vielfältigen Bedarfen betreuen und begleiten. In diesem Kapitel werden in einem Exkurs die „Hilfen zur Erziehung“ eingeführt. Mit dem Blick auf ambulante Hilfeformen werden u.a. Unterstützung in der Alltagsbewältigung der Eltern, wie auch Leistungen in Bezug auf Kinder und Jugendliche als fachliche Grundlagen referiert. Im rechtswissenschaftlichen Kontext beziehen sich die AutorInnen auf die Freien Träger als Erbringer der direkten sozialpädagogischen Leistung und das Jugendamt (öffentlicher Träger) als Kostenträger. Insgesamt sind in diesem Kapitel fünf weitere Exkurse zu finden: zu „Konzeption“, zu „Grenzen des Weisungsrechtes“, zu „Beratungspflicht der Jugendämter“, zu „Begriffsdefinition Eltern“ und zum „Hilfeplanverfahren“.

5. Kinder, Jugendliche und Eltern bei der Erziehung in einer anderen Familie unterstützen. Neben der grundlegenden Einführung in die Pflegekinderhilfe, wird das Spannungsfeld Herkunftsfamilie – Pflegefamilie thematisiert. Das Strukturmodell sieht hier neben den Beteiligten (Mutter/ Vater, Pflegekind, Pflegefamilie, MitarbeiterIn beim öffentlichen Jugendhilfeträger) auch das Jugendamt als Sozialpädagogische Fachbehörde vor, die die Arbeitsweisen der Fachkraft in der Abteilung Pflegekinderwesen rahmt. Finanzierungsfragen und Rückkehroptionen des Kindes zur Herkunftsfamilie werden gegen Ende des Kapitels skizziert.

6. Kinder und Jugendliche im Heim erziehen. Anhand eines kurzen Fallbeispiels werden grundlegende Fragen aufgeworfen und im weiteren Verlauf des Kapitels mit Blick auf unterschiedliche Formen der Heimerziehung auf grundlegende Spannungsfelder der Heimerziehung bezogen. Ein kurzer Blick auf statistische Daten zur Heimerziehung illustriert die weiteren Ausführungen. So wird die Heimerziehung als eine Hilfe zur Erziehung unter juristisch-fachlichen Gesichtspunkten sowie Finanzierungsaspekten beschrieben. Gegen Ende dieses Themenfeldes rücken die Akteure in der Heimerziehung (das Heim (und deren Mitarbeitenden) als Leistungserbringer, das Jugendamt als Kostenträger, die Eltern und das Kind) in den Fokus. Mit einem Exkurs zur Beratungspflicht der Jugendämter und dem Hinweis auf strukturelle Eckpunkte der Heimerziehung (Entgeltvereinbarung und Betriebserlaubnis), endet das Kapitel.

7. Sozialpädagogische Standrads und rechtliche Grundlagen berücksichtigen. Kenntnisreich und klar formuliert referieren die AutorInnen in diesem Kapitel komplexe Spannungsfelder. Werden die strukturellen Arbeitsbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe in den Blick genommen, unterschieden die AutorInnen analytisch vier Ebenen: die handlungspraktische Ebene (verstanden als sozialpädagogische Methodik), die institutionelle Ebene (verstanden als Verwaltungsstrukturen), die gesetzliche Ebene (Verstanden als die Normebene) und die Ebene sozialpolitischer Implikationen und berufsethischer Reflexionen (verstanden als sozialpädagogisches Mandat). In diesem Kapitel beziehen sich die AutorInnen insbesondere auf die institutionelle und die gesetzliche Ebene (vgl. dazu S. 157). Im Verlaufe des Kapitels führen sie leitende Denkmuster der Anfänge der Kinder- und Jugendhilfe ebenso ein, wie neue fachliche Zielbestimmungen einer zeitgemäßen Kinder- und Jugendhilfe (vgl. dazu 165-166). In aller Kürze zeigen sie Struktur- und Handlungsmaxime auf (S. 167), beschreiben zentrale Weiterentwicklungsmomente zentraler Jugendhilfestandards durch das Dienstleistungsparadigma und verdichten diese einführenden Gedanken zum programmatischen Arbeitsauftrag der Kinder- und Jugendhilfe, welches mit dem Vereinbarungsprinzip in der Jugendhilfe Hand in Hand geht. Auch hier beziehen Sie sich erneut auf den Erziehungsvertrag als normative Konstruktion und erläutern seinen Stellenwert auch mit Bezug zum Kindeswohl. Zum Ende des siebten Kapitels zeigen die AutorInnen am Spannungsfeld Freier und Öffentlicher Jugendhilfeträger beispielhaft die komplexen und komplizierten Verhältnisse, die der Kinder- und Jugendhilfe zugrunde liegen.

8. Jugendamt und Kinderschutz. Auf knapp 14 Seiten umreißen die AutorInnen den Kinderschutz im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei schneiden Sie wesentliche Themenbereiche an und zeigen damit exemplarisch die offenkundige Komplexität des Themas. Wichtige Begriffe und Aspekte sind dabei insbesondere: der Schutzauftrag, die Sachverhaltsaufklärung durch das Jugendamt, Sozialdaten zur Gefährdungseinschätzung, die Beteiligung Freier Träger am Schutzauftrag, die strafrechtliche Seite der Kindeswohlgefährdung, das Einschalten des Familiengerichts, Familiengerichtliche Maßnahmen, die Inobhutnahme und die Frühe Hilfen.

9. Rechtliche Grundlagen, Finanzen und Planung in der Kinder- und Jugendhilfe. In diesem Kapitel resümieren und führen die AutorInnen bereits benannte Eckpunkte zusammen. Dabei beziehen Sie sich auf die Leistungsträger und Verwaltungsverfahren ebenso wie auf die Leistungserbringer und wiederholen den zu Grunde liegenden Rechtsaufbau. Der Aspekt der Finanzen wird im Bezug zum Jugendhilfeausschuss und weiteren Finanzierungsquellen beleuchtet. Ein wichtiger Stellenwert nimmt in diesem Kapitel die Jugendhilfeplanung ein.

10. Anhang: Elterliche Sorge und Jugendhilfe. In einer Art Anhang wird die rechtliche Grundkonstruktion der elterlichen Sorge eingeführt. Auf dieser Basis werden die Einflüsse des SGB VIII auf das Sorgerecht hin untersucht. Dabei werden die Aspekte Trennung und Sorgeerklärung, Vormundschaft und das staatliche Wächteramt besonders berücksichtigt. Der Erziehungsvertrag wird erneut als wesentliches Instrument und als Rechtskonstruktion bezeichnet, der der gesamten Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe zu Grunde liegt, „auch wenn nur selten ein schriftlicher Vertrag ausformuliert wird.“ (S. 233).

Diskussion

Markus Emanuel, Lutz Müller-Alten und Annette Rabe haben sich mit Ihrem Buch in die Grundlagenliteratur zur Kinder- und Jugendhilfe eingereiht. Veröffentlichungen, Grundlagentexte und Einführungen in die Kinder- und Jugendhilfe gibt es einige und in den letzten Jahren sind weitere hinzugekommen. Nun also noch ein weiteres Grundlagen-Lehrbuch, aus welchen sich Studierende der Sozialpädagogik/ Sozialen Arbeit ein „beliebiges“ auswählen können?

Diese Frage lässt sich abschließend nicht beantworten. Der engagierten Einladung zu Beginn des Buches folgend, erhält die interessierte Leserin bzw. der interessierte Leser mindestens einen grundlegenden und einführenden Blick in relevante rechtswissenschaftliche Aspekte der Kinder- und Jugendhilfe.

Darüber hinaus beleuchten die AutorInnen explizit die strukturellen Arbeitsbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe. Dieses Ziel formulieren Sie zu Beginn und unter dieser Prämisse gelingt Ihnen das äußert kenntnis- und fassettenreich.

Es handelt sich hier um einen fundierten Blick auf strukturelle Gegebenheiten und heterogene Spannungsfelder aktueller Kinder- und Jugendhilfe. Bedenken muss die Leserin/ der Leser zu jeder Zeit, dass jeweils zwei Blickrichtungen (sozialpädagogisch und juristisch) miteinander verschränkt werden. Daraus ergibt sich der erkenntnisreiche „neue“ Blick – der ein weiteres Lehrbuch zur Kinder- und Jugendhilfe hinreichend begründet.

Obwohl sich die Ausführungen (beispielsweise zum Erziehungsvertrag) an einigen Stellen doppeln und durchaus als redundant bezeichnet werden können, kann das vorliegende Lehrbuch sowohl in der Ausbildung von Studierenden an Hochschulen und Universitäten, aber auch in der Jugendhilfepraxis vor Ort als Informationsquelle, Nachschlagewerk und Orientierungsrahmen gelten.

In dem Lehrbuch vermisst werden historische Bezüge zur Entstehung und Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe allgemein. So kann das Feld der Kinder- und Jugendhilfe zwar klar umrissen werden. Es entsteht jedoch auch der Eindruck, als wären komplexe Spannungsfelder formal eindeutig aufzulösen. Die Komplexität und die „zweideutige Eindeutigkeit“ – wie es sich beispielsweise beim doppelten Mandat (bestehend aus Hilfe und Kontrolle) in der Jugendhilfe zeigen lässt, wird dadurch nicht angemessen abgebildet. Tatsächlich können solche Spannungsfelder jedoch nicht einseitig aufgelöst werden.

Diese Bezüge und Hinweise wären für die Studienanfängerin bzw. den Studienanfänger wünschenswert gewesen und erscheinen dringend notwendig, um die komplexen und komplizierten Verhältnisse, Bedingungen und Verschränkungen des Jugendhilfesystems verstehen und einschätzen zu können. Implizit tauchen diese an einigen Stellen im Verlauf des Buches blitzlichtartig auf. Die versierte Leserin/ der versierte Leser kann dies deuten und einordnen. Wer sich zum ersten Mal mit der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigt und deren strukturellen Bedingungen verstehen will, mag damit überfordert sein.

In einem Lehrbuch muss immer entschieden werden, an welchen Stellen in die Tiefe gegangen wird bzw. werden muss und wie sich die Breite des Themas umfassend und präzise darstellen lässt. Mit diesem Lehrbuch liegt ein engagierter Versuch vor, diese Herausforderung zu gestalten und das Verhältnis von Tiefe und Breite „in Balance zu halten“. Die Expertise im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wird durchgehend deutlich. Viele Themen, Aspekte und Eckpunkte werden präsentiert, thematisiert und kritisch gewürdigt. So mag sich die Leserin bzw. der Leser an einigen Stellen obgleich der vielen Themen und Aspekte überfordert fühlen. Eine Einordnung der Thematik und Verweise auf weiterführende Literatur zu den jeweiligen Diskursen und Diskussionslinien hätte dies eventuell abgefedert.

Gut gefällt das übersichtliche und jederzeit orientierende Layout. Für StudienanfängerInnen sicherlich hilfreich und weiterführend, scheint das didaktische Konzept des Lehrbuches (z.B. die Merksätze und die entsprechend formatierten wesentlichen Erkenntnisse).

Darüber hinaus fällt positiv auf, dass fachliche Grundlagen und Standards, sozialpädagogische Grundüberzeugungen und Paradigmen präzise formuliert, klar strukturiert und äußerst anschaulich referiert werden. Diesen Pluspunkt gilt es besonders hervorzuheben.

Fazit

Das vorliegende Lehrbuch stellt eine angemessene Einführung in strukturelle Arbeitsbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe dar. Studierende werden dazu aufgefordert, sich ein „Bild“ von der Kinder- und Jugendhilfe „zu machen“. Wer bis dato kaum etwas von den Strukturen der Jugendhilfe kannte, wird sich nach der Lektüre des Buches orientieren können. Sie /Er wird Grundzüge erkennen und einordnen können und ist an grundlegende Spannungsfelder herangeführt worden.

Am Ende bleibt festzuhalten: Als Einstiegswerk zum Beginn des Studiums eine lohnende Anschaffung.


Rezensentin
Dr. phil. Vanessa Schnorr
Vertretung der Professur Sozialpädagogik an der Universität Koblenz-Landau
Homepage www.uni-koblenz-landau.de
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Zitiervorschlag
Vanessa Schnorr. Rezension vom 13.02.2019 zu: Markus Emanuel, Lutz Müller-Alten, Annette Rabe: Kinder- und Jugendhilfe. Das Lehrbuch über die strukturellen Arbeitsbedingungen. Das Strukturmodell der Kinder- und Jugendhilfe (SKJ). Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2017. ISBN 978-3-7799-3492-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22276.php, Datum des Zugriffs 19.11.2019.


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ISSN 2190-9245

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