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Jean-Claude Bringuier: Jean Piaget - ein Selbstporträt in Gesprächen

Cover Jean-Claude Bringuier: Jean Piaget - ein Selbstporträt in Gesprächen. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2004. 224 Seiten. ISBN 978-3-407-22763-8. 14,90 EUR.

Reihe: Beltz-Taschenbuch - 763 : Biographie und Kontext. Originaltitel: Conversations libres avec Jean Piaget. Aus dem Französischen von Enrico Heinemann und Reinhard Tiffert. Mit einem Vorwort zur deutschen Ausgabe von May Widmer-Perrenoud.
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Das Thema

In 14 Gesprächen gibt der weltberühmte Schweizer Psychologe und Erkenntnistheoretiker Jean Piaget (1896 - 1980) Auskunft über seine Person und sein Lebenswerk. Das vorliegende Buch entstand in den 70er Jahren und wurde wenige Jahre vor seinem Tod in Frankreich erstmals veröffentlicht.

Zum Autor

Jean-Claude Bringuier ist in Frankreich ein bekannter Journalist und Filmemacher.

Aufbau und Inhalt

Die 14 einzelnen Gespräche, die Bringuier mit Jean Piaget geführt hat, geben dem Buch die Struktur. In einer lockeren Weise spricht Piaget wie in einem Lebensüberblick über seine Vorstellungen von Psychologie, thematisiert seine Vorstellungen vom Kind als Modell für die Entwicklung von Intelligenz, erläutert seine jahrzehntelangen Experimente mit Kinder und positioniert sich in der Wissenschaft.

Dabei erläutert er quasi nebenbei sein Konzept der Strukturen mit den Begriffen Assimilation, Akkomodation und Äquilibration. Er philosophiert über Erkenntnis und Aktivität, über Kausalität und Konstruktivismus sowie über Bewusstwerdung. Durch die Form des verschriftlichten Gesprächs bleibt die Lebendigkeit und Spontaneität der Erzählung gewahrt, wodurch viele ansonsten sperrigen Gedanken von Piaget plausibler und einsichtiger werden. Daneben gelangt man, gleichsam als ein Nebenprodukt, zu einigen Eindrücken über die Lebensgestaltung dieses Mannes, den man nicht nur genial, sondern auch durchaus kauzig nennen könnte.

Ein "siebtes Gespräch zum zweiten", d.h. außer der Reihe, vermittelt die Ansichten von drei engen Mitarbeitern Piagets, Howard Gruber, Rafel Carreas und Guy Cellerier zu ihrem Chef und Mentor.

Abgerundet wird dieses Buch durch einen bibliographischen Abriss und einer Auflistung der Studien zur genetischen Erkenntnistheorie unter der Leitung von Piaget.

Zielgruppen

Das Buch ist Menschen zu empfehlen, die sich für erkenntnistheoretische, philosophische und psychologische Fragen interessieren. Speziell zu empfehlen ist es für all die, welche sich im Rahmen ihres Studiums zwangsweise mit ihm beschäftigen müssen, da man mit diesem Buch einen anderen Zugang zu Piaget finden kann.

Fazit

Das Buch ist sehr lesenwert, gleichsam informativ wie auch unterhaltsam. Die Vorstellung, die man möglicherweise von Piaget hatte, wird nach dieser Lektüre um einige Facetten reicher sein.


Rezension von
Prof. i.R. Dr. Peter Bünder
Vormals Hochschule - University of Applied Sciences - Düsseldorf, Lehrgebiet Erziehungswissenschaft am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Homepage www.systemische-praxis-bruehl.de
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Zitiervorschlag
Peter Bünder. Rezension vom 15.03.2005 zu: Jean-Claude Bringuier: Jean Piaget - ein Selbstporträt in Gesprächen. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2004. ISBN 978-3-407-22763-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/2237.php, Datum des Zugriffs 14.07.2020.


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