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Joachim Hecker: Das Raumschiff der kleinen Forscher

Cover Joachim Hecker: Das Raumschiff der kleinen Forscher. Spannende Experimente zum Selbermachen. Rowohlt Verlag (Reinbek) 2017. 192 Seiten. ISBN 978-3-499-21738-8. D: 16,99 EUR, A: 17,50 EUR, CH: 21,90 sFr.
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Thema

Das Buch bietet spannende Experimente zum Selbermachen für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene. Hecker will Interesse an Naturwissenschaften und Mathematik wecken und gleichzeitig eine Geschichte erzählen.

Autor

Joachim Hecker ist Ingenieur und Wissenschaftsjournalist. Beim WDR macht er seit fast 20 Jahren Wissenshaft für Erwachsene und Kinder. Er ist Autor von Kindersachbüchern und reist mit seinen Wissenschafts- Shows seit 10 Jahren durch die Welt und ist an vielen Wissenschafts- und Schulprojekten beteiligt.

Entstehungshintergrund

Vorausgegangen sind der „Kinder- Brockhaus“, „Das Haus der kleinen Forscher“ und „Frag doch mal die … Maus“. Nun gibt es eine neue Rahmengeschichte.

Aufbau und Inhalt

Die Grundgeschichte handelt von Kim, Vanessa und Metin, die im Keller einen kleinen Hamster treffen. Der lädt sie in sein Raumschiff ein, um gemeinsam zu seinem Heimatplaneten zu fliegen. Auf der Reise erleben sie viele Abenteuer. Die Probleme und Fragen, vor denen sie stehen, bewältigen Sie mit Hilfe von Tricks und Effekten aus Physik, Chemie und Mathematik.

Hecker stellt in jedem der 31 Kapitel ein Experiment vor. Manche gehen schnell (10 Minuten) andere brauchen mit Wartezeit bis zu 2 Stunden. Dabei werden allerlei alltägliche Gegenstände benötigt. Sehr anschaulich wird erklärt, wie alles abläuft. Die Rubriken sind:

  • Zutaten
  • Vorbereitung
  • Es wird kniffelig
  • Gib alles!
  • Gut gemacht
  • Was ist da los?

Heckers Beschreibungen sind leicht verständlich und leicht um zu setzen. Sollten „Erwachsene“ nötig sein, ist das ausdrücklich erwähnt. Zum Abschluss werden die jeweiligen Phänomene verständlich erklärt. Dabei gibt es auch immer wieder kleine interessante Exkurse zu ähnlichen Themen, Randthemen oder Hintergründen.

Beispiel: ein „Zaubertrick“, bei dem aus einem Kartenstapel die gemerkte Karte wiedergefunden wird. Unter der Frage: Was ist da los? wird eine „Matrix“ und der „Algorithmus“ erklärt. Doch wozu man das gebrauchen kann, wird im weiteren Text unter dem Stichwort Raster deutlich. Hier wird erklärt, wie die Polizei z.B. eine Rasterfahndung macht und was das mit dem Trick zu tun hat.

Und noch ein weiteres Beispiel von zwei Stunden Dauer: Gebaut wird die einfachste Lokomotive der Welt. Dazu braucht man ein paar Spezialgegenstände wie Draht, Magnete und eine Batterie. Zunächst wird eine Spule gewickelt, dann ein Magnet und eine Batterie hineingesetzt und der andere Magnet startet diese Batterie- Lok. Nachdem Hecker das Prinzip erklärt hat, werden weitere Beispiele gegeben und wie sie funktionieren: Magnetschwebebahn, Transrapid, Aufzüge, Güterverkehr unter der Erde. Die Rohrpost ist dann ein Exkurs in das Gebiet der Pneumatik. Zum Abschluss wird von Hecker noch auf die hohe Temperatur der Batterie aufmerksam gemacht. Dieses Merkmal wird unter anderem bei der Erforschung des Südpols genutzt, um Bohrungen zu machen.

In der Rahmenhandlung kommen die Kinder schließlich wieder auf die Erde zurück. Zu Hause haben sie dann lediglich das Abendessen versäumt.

Fazit

Dieses schön gestaltete Buch mit treffenden Zeichnungen von Sabine Kranz ist auf der einen Seite ein Kinderbuch. Hecker beschreibt eine phantastische Geschichte, der man gerne folgt. Bei der Reise der drei Kinder und einem Hamster nach Meinkenbracht stehen die Protagonisten vor Fragen und Situationen, die zu den Experimenten führen. Andererseits dreht es sich um physikalische, chemische und mathematische Experimente. So wird das Buch zum naturwissenschaftlichen Lehrbuch. Die Experimente sind von Hecker einfach, strukturiert und unterhaltsam beschrieben.

Hecker selbst spricht im Vorwort die Kinder als Zielgruppe direkt an. Sicher hat er die Erfahrung, dass Kinder das Durchhaltevermögen besitzen, sich durch 295 Seiten zu lesen. Erleichtert wird es jedenfalls durch kurzweilige Kapitel und die interessante Geschichte.

Eine weitere Zielgruppe könnten Erwachsene, z.B. LehrerInnen, ErzieherInnen und Eltern sein. Das Buch eignet sich als „Gute- Nacht-“, „Vorlese-“ oder „Mitlese-Geschichte“, um dann die Experimente zu ermöglichen. (Und sich nur noch dann einzuschalten, wenn es, wie im Buch beschrieben, erforderlich ist.) Auch aus der Perspektive eines Erwachsenen sind viele der Fragen spannend: wo sammelt sich der Sauerstoff in einem geschlossenen Behälter? Wie kann man einfach das Eigelb vom Eiklar trennen; wie funktioniert eine Notbremse aus Löffel, Schnur und Schlüssel u.v.m. Auch als Erwachsener lernt man viel und gerade die Zusatzinformationen und Randgebiete sind aufschlussreich. Nicht zuletzt kommt der Gedanke auf, warum der eigene Naturwissenschaftsunterricht nicht so spannend und lebensnah war.


Rezensentin
Monika Pietsch
Training und Konstruktives Lernen
selbständige Trainerin und Beraterin, Schwerpunkt: Team- und Führungskompetenzen mit den Methoden des konstruktiven Lernens
Homepage www.training-konstruktiv.de
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Zitiervorschlag
Monika Pietsch. Rezension vom 14.09.2017 zu: Joachim Hecker: Das Raumschiff der kleinen Forscher. Spannende Experimente zum Selbermachen. Rowohlt Verlag (Reinbek) 2017. ISBN 978-3-499-21738-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22467.php, Datum des Zugriffs 24.09.2017.


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