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Börries Hornemann, Armin Steuernagel (Hrsg.): Sozialrevolution!

Cover Börries Hornemann, Armin Steuernagel (Hrsg.): Sozialrevolution! Campus Verlag (Frankfurt) 2017. 209 Seiten. ISBN 978-3-593-50682-1. D: 19,95 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 25,30 sFr.
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Zukunftsträchtige Diagnose oder Horrorszenarium?

Das Bild von einer funktionierenden, gerechten und humanen Gesellschaft ist geprägt von Strukturen und Erwartungshaltungen, wie sie sich z. B. als „globale Ethik“ in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1947, im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, vom 19. 12. 1966, und in den nationalen Verfassungen und Grundrechtsvereinbarungen als soziale und allgemeine, nicht relativierbare Rechte darstellen. Es sind die Sozialsysteme, die soziale Gerechtigkeit und Sicherheit garantieren – oder vorenthalten. Artikel 23 der Menschenrechtsdeklaration setzt dabei die Maßstäbe:

  1. Jedermann hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
  2. Alle Menschen haben ohne Diskriminierung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
  3. Jedermann, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und günstige Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch anders soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.
  4. Jedermann hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Entstehungshintergrund und Herausgeberteam

Als die Sozialreformer vor mehr als 130 Jahren den im Zeichen der industriellen Revolution sich darstellenden sozialen Verwerfungen, Ausbeutungen und unhaltbaren Existenz- und Arbeitsbedingungen eine Sozialgesetzgebung entgegen setzten, da wurde dies als ein humaner Fortschritt begrüßt. In den real existierenden Zeiten der technologischen Revolution stellen sich neue, bisher ungeahnte und unbewältigte Herausforderungen dar. Menschliche Arbeit wird durch Automaten, Maschinen und sich selbst produzierende, digitalisierte, „intelligente“ Computer und Roboter ersetzt; Arbeit als Sinnerfüllung, individuelle und gesellschaftliche Wertschätzung und identitätsstiftende Funktion, das sind Moralvorstellungen, die im Zeichen von globaler Monetarisierung, Kapitalisierung und Präkarisierung wie Märchenerzählungen aus einer ganz anderen Welt klingen (Andrea Komlosy, Arbeit. Eine globalhistorische Perspektive. 13. bis 21. Jahrhundert, 2014, www.socialnet.de/rezensionen/17372.php).

Der Journalist, Sozialinnovator und Mitbegründer des Forschungsnetzwerks Neopolis, Börris Hornemann und der Politikwissenschaftler, Gründer der Purpose Stiftung und Mitglied des Think Tank 30 des Club of Rome, Armin Steuernagel, beide auch Unternehmer, fragen in ihrem mit Ausrufezeichen versehenem Buch „Sozialrevolution!“: „Führt die digitale Transformation zu paradiesischen Zuständen oder zu einem entfesselten globalen Turbokapitalismus?“. Die nehmen damit die wachsenden Einlässe der Kapitalismus-, Neoliberalismus- und Gesellschaftskritik auf und erinnern daran, dass die lokale und globale technologische Revolution die Menschheit in ungewollte und unmenschliche Entwicklungen bringt (vgl. auch: Evi Hartmann, Wie viele Sklaven halten Sie? Über Globalisierung und Moral, 2016, www.socialnet.de/rezensionen/7881.php), gelingt es nicht, den globalen technologischen Entwicklungen neue Formen des Sozialen beizuordnen. Dass Sie dafür den Begriff der „Sozialrevolution“ wählen, weist darauf hin, dass der von den Kapitalismusbefürwortern so gerne benutzte Einwand, dass der Markt mit seiner unsichtbaren, aber fairen Hand es schon richten werde, kein wirksames, humanes Argument sein könne, sondern es einer revolutionären Anstrengung zum Perspektivenwechsel bedürfe. Auch diese Sichtweise ist ja nicht neu; sind es doch seit Jahrzehnten die Mahnungen und Warnungen, dass ein business as usual, ein ungebremstes Wachstumsdenken und -handeln die Menschheit an den Abgrund ihrer Existenz bringen müsse. Es ist auch schon wieder mehr als zwei Jahrzehnte her, dass die von den Vereinten Nationen eingesetzte Weltkommission „Kultur und Entwicklung“ (1995) in ihrem Abschlussbericht die Aufforderung formulierte: „Die Menschheit steht vor der Herausforderung umzudenken, sich umzuorientieren und gesellschaftlich umzuorganisieren, kurz: neue Lebensformen zu finden“.

Die Herausgeber versammeln in ihrer Analyse und Vision zur sozialen Lage in der Arbeitswelt 13 radikale Denker unserer Zeit, um mit dem Rückblick auf die vergangenen Bismarckschen Sozialreformen eine Gegenwarts- und Zukunftsbetrachtung über die soziale Entwicklung in Deutschland und weltweit anzustellen: „Die Zeit drängt. Es drohen Massenentlassungen und politische Verwerfungen. Wir müssen Wege finden, wie die technologische Revolution zu einer lebenswerteren Gesellschaft führt und wie eine soziale Sicherung im 21. Jahrhundert gelingen kann“.

Aufbau und Inhalt

Armin Steuernagel fragt mit seinem Beitrag „Was kommt nach Bismarck?“. Mit der historischen Rückschau verdeutlicht er die Entwicklungen, wie sie durch die staatliche Sozialgesetzgebung zur Industriellen Revolution wohlfahrtsstaatlich zustande kamen und die Auswirkungen der Flexibilisierung und Differenzierung in der Arbeitswelt absicherten, aber auch verbürokratisierten. Ohne eine weitere, gesellschaftliche und politische Bewertung dieser sozialen Phase vorzunehmen, wird in seinen Ausführungen jedoch deutlich, dass die sich aus der technologischen, automatisierten und digitalen Revolution ergebenden Herausforderungen für das individuelle und gesellschaftliche Leben der Menschen nicht mit den Mitteln bewältigt werden können, wie sie bei der Industriellen Revolution durchaus hilfreich waren.

Der deutschstämmige, US-amerikanische Volkswirtschaftler Albert Wenger ist Managing Partner des Venture-Capital-Fonds Union Square Ventures. Er setzt sich mit seinem Beitrag „Unbegrenzte Möglichkeiten“ damit auseinander, wie Netzwerkdenken als ein Ergebnis des technologischen Fortschritts uns zu neuen Fragen und Antworten zwingt, etwa nach einem bedingungslosen Grundeinkommen und zu neuen Aufmerksamkeiten, die es uns ermöglichen, gemeinsam Katastrophen und Entwicklungen, wie etwa den Klimawandel, zu verhindern oder die Folgen abzumildern. Wir „müssen den Dialog über gemeinsame Ziele jetzt forcieren, um zu entscheiden, welche technologischen Erfindungen wir für die Zukunft brauchen“, gleichzeitig aber auch darüber entscheiden, welche wir nicht benötigen.

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler vom Bostoner Massachusetts Institute of Technology (MIT), Erik Brynjolfsson, thematisiert mit seinem Beitrag „Das nächste Maschinenzeitalter“ die Auswirkungen von Maschinen-Intelligenz auf unsere Wirtschaft. Das Nachdenken über die Gewissheiten und Ungewissheiten, über Zukunftsfreude und -angst pendelt zwischen den Hoffnungen, dass die Menschheit begreift, dass eine humanere, gerechtere und friedlichere (Eine?) Welt möglich ist und dem Pessimismus oder gar Fatalismus, dass die Menschheit am Abgrund ihrer Geschichte steht. Um humane Perspektiven zu entwickeln, bedarf es eines Perspektivenwechsels hin zu der Erkenntnis, dass sich „sowohl unser Wirtschaftssystem als auch unser politisches System ( ) nicht schnell genug der neuen Welt an(passt)“.

Der IT-Experte von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und Mitarbeiter beim World Economic Forum Global Agenda Council, Dirk Helbing, zeigt mit seinem Beitrag „Chancen einer digitalen Ökonomie“ auf, wie Soziales und Digitales voneinander profitieren kann. Die sich in der digitalen Revolution bildenden, faktisch individuell und kollektiv, lokal und global wirkenden Einflüsse der neuen Technologien auf das Konsum- und Marktgeschehen erfordern eine aufgeklärte Weltgemeinschaft, die mit dem „Internet der Dinge“ vertrauens- und verantwortungsvoll umzugehen und auf die vielfältigen Krisen in der Welt human, menschenrechtlich, gegenwarts- und zukunftsorientiert zu reagieren vermag.

Der Schweizer Unternehmer Georg Hasler verdeutlicht mit seinem Beitrag „Jenseits des Kapitals“ die Zusammenhänge zwischen Dingen und Daten und diskutiert, wie Kapitalgut zu Kulturgut werden kann. Es sind die Veränderungsprozesse, die sich beim (historischen) Umgang mit den notwendigen Dingen im Zeitalter der Computerisierung als Datensätze und von der „Dingwelt“ hin zur „Datenwelt“ entwickelt haben. Wenn also Dinge zu Daten werden, braucht es neuer Kapital-, Eigentums- und Nutzungsbegriffe und -ordnungen. Es wird Zeit, „unser System umzustellen und Geld nicht mehr durch Kredite zu schöpfen, sondern direkt zu verteilen und etwa in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens in Umlauf zu bringen“.

Der US-amerikanische Gewerkschaftsführer und entscheidende Befürworter der Sozialreformen, wie etwa von „Obamacare“, Andrew L. Stern, plädiert mit seinem Beitrag „Die Zukunft der Gewerkschaften“ dafür, das Menschenrecht auf Arbeit durch das Recht auf Einkommen zu ergänzen. Er plädiert für ein Grundeinkommen, das jedem Menschen zustehen und ihm und seiner Familie ein gerechtes und menschenwürdiges Leben ermöglichen solle. Bei seinen seriösen Berechnungen widerspricht er der Befürchtung, dass bei einer Verwirklichung dieser Vision Arbeitsvertretungen überflüssig werden würden. Er ruft zu einem Perspektivenwechsel auf: „Die Wandlungsfähigkeit der Gewerkschaften wird darüber entscheiden, ob sie mit der Zeit gehen und bestehen können oder ersetzt werden von etwas Neuem, weil sie es versäumt haben, sich an die neuen Verhältnisse anzupassen, als die Wirtschaft sich massiv zu wandeln begann“.

Robert B. Reich, ehemaliger Arbeitsminister der Clinton-Regierung, Ökonom und Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, fragt: „Wie kann der Kapitalismus überleben?“. Mit seiner Kapitalismuskritik folgt er nicht den rigorosen Auffassungen, dass kein Kapitalismus die Lösung des Problems sei, sondern nur eine neue Form der Umverteilung des vorhandenen generierten Kapitals lokal und global den Weiterbestand des kapitalistischen Wirtschaftssystems ermögliche. „Der Markt ist eine Erfindung des Menschen. Er wird von Gesetzen geregelt, die Menschen sich ausdenken… Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist ein erster Schritt auf dem Weg in eine bessere Zukunft“.

Der ehemalige griechische Finanzminister und derzeit als Wirtschaftswissenschaftler an der Universität in Athen tätige Yanis Varoufakis begründet mit seinem Beitrag „Kapitalismus und Freiheit“, weshalb der Kapitalismus ein Grundeinkommen notwendig mache. Mit seiner engagierten und leidenschaftlichen Argumentation weist er auf, dass die Einführung eines Grundeinkommens dazu beitrüge, „dass die kreative Arbeit der routinierten vorgezogen wird“. Es sind die (eigentlich) logischen Begründungen, die eine Reparatur der kranken und unmenschlichen Symptome des Kapitalismus notwendig machen: „Denken wir uns das Grundeinkommen als einen Treuhandfonds für alle, welcher aus den Dividenden des gesamten Kapitals bezahlt wird, das letztlich auch von allen erzeugt wurde“.

Der US-amerikanische Politik- und Sozialwissenschaftler vom Washingtoner Think Tank – Cato Institute, Michael D. Tanner, stellt sich mit der Frage „Wohlfahrt oder Eigenverantwortung?“ den durchaus konträren Argumentationen zum bedingungslosen Grundeinkommen aus liberaler Sicht. In seiner Studie weist er auf positive und negative Wirkungen hin und zeigt auf, dass es bei einer möglichen Realisierung eines Grundeinkommens zahlreicher Imponderabilien zu bedenken gibt, die eine ad-hoc-Einführung dieser neuen Idee zum Einkommensrecht für jeden Menschen bisher nicht rechtfertigen.

Die Arbeitswissenschaftlerin bei der kalifornischen Open Society Foundation und dem Washingtoner Think Tank New America, Natalie Foster, nimmt mit ihrem Beitrag „Flexibilität und Stabilität“ die Frage auf: Wie entwickeln wir Sozialleistungen für Selbständige? Insbesondere in der „On-Demand-Ökonomie“ und den zunehmenden, digitalisierten und vernetzten mobilen Dienstleistungen kommt es darauf an, neue Formen der sozialen Absicherung zu entwickeln: „In unserer Zeit des Wohlstands sollte ökonomische Sicherheit ein Menschenrecht sein- und mobile Sozialleistungen sowie ein bedingungsloses Grundeinkommen könnten das gewährleisten“.

Armin Steuernagel wirbt mit seinem Beitrag „Die Zukunft der sozialen Sicheruung“ angesichts der gewachsenen und wachsenden, gemachten Misstrauens- und Kritikverhältnissen zwischen Sozialversicherten und den Sozialsystemen für eine gegenseitige Vertrauensbasis. Sie lässt sich nicht bei Situationen verwirklichen, bei denen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten auf der Grundlage von Gewinnmaximierungen und Anonymität, sondern nach dem Prinzip „Peer to Peer“ funktionieren. Er tritt für Denk- und Verhaltensmuster wie „Solidarität“ und „Self-Governance“ ein, verweist auf die Defizite – „Wir haben heute die soziale Sicherung an den Staat outgesourst“ – und zeigt an zahlreichen Beispielen auf, welche Möglichkeiten „Bottom-up“-Systeme haben können.

Börries Hornemann nimmt diese Gedanken in seinem Beitrag „Vertrauen zahlt sich aus“ auf, wenn er fragt: „Was braucht es, damit sich Menschen gegenseitig versichern?“. Er stellt real existierende und funktionierende Modelle für soziale Sicherung im 21. Jahrhundert vor, wie etwa die „Broodfonds“ und „CommonEasy“ in den Niederlanden, die russischen „Teambrella“, die Berliner Initiative „Friendsurance“, das französische „InsPeer“, das Londoner „Guevara“, das Neuseeländer „PeerCover“, das in Indonesien entstandene und mittlerweile weltweit agierende „CycleSyndicate“, die Schweizer Krankenversicherung „Artabana“, die ehrenamtlich tätige, bundesweite „Solidago“, und das ebenfalls in Deutschland gegründete Solidargemeinschaft „Samarita“.

Börries Hornemann stellt mit seinem Beitrag „Die neuen Wirs“ ebenfalls neue Formen des sozialen Miteinanders vor. Es ist zwar richtig, dass die so genannte „heile Welt“ nie und nirgends als Standard vorhanden war, aber doch in vielen traditionellen Gesellschaften das Bild von Gemeinsamkeit und Identität bestimmte. In den Zeiten des neuen sozialen, digitalen, globalen Miteinanders jedoch haben diese Wert- und Moralvorstellungen Brüche bekommen. Für eine neue Soziabilität braucht es Modelle und Konzepte, die an einigen Stellen bereits erprobt werden; etwa die aus Japan stammende Vorsorge-Initiative „Zeitkonto“, die mittlerweile an zahlreichen anderen Orten in unterschiedlichen Varianten praktiziert wird; oder Formen von privatisierter, ehrenamtlicher und institutionalisierter, professionalisierter Nachbarschaftshilfe, oder andere Initiativen und Netzwerkbildungen auf Genossenschaftsbasis (vgl. dazu z. B. auch: Valentin Beck, Eine Theorie der globalen Verantwortung. Was wir Menschen in extremer Armut schulden, 2016, www.socialnet.de/rezensionen/21228.php).

Der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther bringt mit seinem Beitrag „Selbstorganisation sozialer Systeme“ die Möglichkeiten und Konsequenzen bei der Transformation von sozialen Beziehungen als Ergebnis von innovativen Technologien zur Sprache. Er weist darauf hin, dass „solange Menschen einander wie Objekte behandeln und als Objekte für die Erreichung eigener Absichten und Ziele benutzen, erzeugen alle so organisierten Gemeinschaften viel zu hohe Reibungsverluste und hindern sich selbst an der Entfaltung der in jedem Einzelnen und in der betreffenden Gemeinschaft angelegten Potentiale“.

Der am Basler Philosophicum und an der Universität Witten/Herdecke lehrende Ökonom und Philosoph Philip Kovce beschließt den Sammelband mit dem Beitrag „Die Aufhebung des Menschen“. In der sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden globalen Welt muss die Conditio Humana als „Conditio transhumana“ gedacht und gelebt werden: „Während die Ökonomie der Aufmerksamkeit das Ich in Dauerkonkurrenz zum Du stürzt und Aufmerksamkeit zur knappen Ressource erklärt – und verflacht – ist es eine Ethik der Aufmerksamkeit, die das Ich sich nach dem Du sehnen lässt“.

Fazit

Die digitale Revolution erfordert eine Sozialrevolution! Der Sammelband bringt Beiträge, in denen Visionäre und Vordenker sich damit auseinandersetzen, wie der aktuelle Transformationsprozess hin zur technologischen, digitalen und virtuellen, lokalen und globalen Entwicklung gesteuert werden kann, dass es zu einem humanem Einklang zwischen einem menschenwürdigen sozialen Miteinander und verträglichen und wirksamen sozialen Sicherungssystemen kommen kann. Im Mittelpunkt steht dabei die zukunftsrelevante Frage, welche Modelle entwickelt, erprobt und praktiziert werden können, damit eine (neue) Sozialrevolution (in den industrialisierten, kapitalistischen Gesellschaften) zustande kommen kann. Dass dabei die Frage nach der Vereinbarkeit und Ergänzung des Menschenrechts auf Arbeit mit dem des Einkommens eine besondere Rolle spielt, wird deutlich, dass fast alle Autorinnen und Autoren die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens thematisieren und mit unterschiedlicher Intensität fordern.

Die Argumentationen der einzelnen Statements zeichnen sich dadurch aus, dass sie wissenschaftlich fundiert und allgemeinverständlich formuliert sind. Sie eignen sich dadurch besonders, um den Kakophonien von Fake News, egoistischen, nationalistischen, rassistischen und populistischen Parolen und „alternativen Fakten“ beweiskräftige, demokratische und humane Alternativen entgegen zu setzen. Wenn also eine der größten Herausforderungen für eine Conditio transhumana ist, die Menschen davon zu überzeugen und sie dazu zu bringen, dass sie aufgeklärt sein wollen, kann der Sammelband aufgeklärten Beistand leisten – in Informations- und Bildungsprozessen!


Rezensent
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Zitiervorschlag
Jos Schnurer. Rezension vom 17.05.2017 zu: Börries Hornemann, Armin Steuernagel (Hrsg.): Sozialrevolution! Campus Verlag (Frankfurt) 2017. ISBN 978-3-593-50682-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22517.php, Datum des Zugriffs 19.08.2019.


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