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Susanne Schug: Achtsamkeit. 60 Übungskarten für Therapie und Beratung

Cover Susanne Schug: Achtsamkeit. 60 Übungskarten für Therapie und Beratung. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2017. 60 Seiten. ISBN 978-3-621-28416-5. D: 26,95 EUR, A: 27,70 EUR, CH: 37,10 sFr.

Mit 12-seitigem Booklet.
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Thema

Das Kartenset umfasst 60 ansprechend gestaltete Karten mit sogenannten formellen und informellen Achtsamkeitsübungen: Bei den informellen Achtsamkeitsübungen handelt es sich um Routineaufgaben, die normalerweise im „Autopilotenmodus“ durchgeführt werden (Atmen, Geschirrspülen, am Arbeitsplatz sitzen). Die formellen Achtsamkeitsübungen sind z.B. Sitz- oder Gehmeditationen. So soll eine neu konzentrierte und annehmende Haltung entstehen, die Menschen in in die Lage versetzt, sich besser kennenzulernen und neu und behutsam mit Gedanken und Gefühlen, von der Autorin als „Geistesbewegungen“ bezeichnet, umzugehen.

Die Karten können in Einzel- und Gruppensitzungen eingesetzt werden, aber auch als Hausaufgabe oder Übung in der Sitzung verwendet werden. Das beiliegende Booklet stellt Möglichkeiten und Varianten der Anwendung vor. Ziel ist ein gelassener und behutsamer Umgang mit den Herausforderungen des Alltags, Ruhe finden in sich selbst, aber auch ein liebevollerer Umgang mit sich selbst und den Menschen im sozialen Umfeld.

Autorin

Susanne Schug, B.A., Psychiatriefachschwester, Fachpflegekoordinatorin an der Medizinischen Universität Lübeck. Sie ist dort verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung von Achtsamkeitsgruppenkonzepten (Verlagsangaben).

Aufbau und Inhalt

Die Autorin erläutert zunächst die zentrale Intention ihrer Veröffentlichung: mit Hilfe der Achtsamkeitsübungen sollen Klient*innen darin unterstützt werden, der Hektik und den Herausforderungen, denen sie täglich begegnen, gelassener und behutsamer entgegenzutreten, einen liebevollen Umgang mit sich und den Menschen in ihrer Umgebung zu erlernen und zu versteteigen und dabei zur Ruhe zu kommen.

Zunächst unterscheidet sie zwei Formen von Achtsamkeitsübungen:

  1. „Bei den informellen Achtsamkeitsübungen handelt es sich um Alltagsroutineaufgaben (z. B. Duschen, Essen, Staubsaugen), die normalerweise im ‚Autopilotenmodus‘ durchgeführt werden. Der Begriff ‚Autopilotenmodus‘ steht für die nur halbbewusst (nebenbei) durchgeführten Tätigkeiten, in denen die Gedanken bereits in der Zukunft verweilen oder noch mit Begebenheiten aus der Vergangenheit beschäftigt sind.“
  2. Unter formellen Achtsamkeitsübungen ersteht sie beispielsweise „Sitz- oder Gehmeditationen. Die konzentrierte und nicht bewertende (annehmende) Haltung soll die Klient*innen, in die Lage versetzen, sich besser kennenzulernen und neu und behutsam mit Gedanken und Emotionen umzugehen. Achtsamkeit soll dabei unterstützen, einen fürsorglichen und freundlichen Umgang mit sich und anderen im Alltag zu etablieren.“ (4)

Ziel der kontinuierlichen Achtsamkeitsübungen (täglich 5 bis 10 Minuten) ist es, dadurch in eine andere – nämlich insgesamt achtsamere – Grundhaltung hineinzuwachsen. Aufgrund dieser Übungen darf nach Aussage der Autorin mit folgenden positiven Effekten gerechnet werden:

  1. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu.
  2. In herausfordernden Situationen kann die Handlungsfreiheit behalten werden.
  3. Sich bewusster wahrnehmen und einen hilfreicheren Umgang mit Stress erlernen.
  4. Es fällt leichter, Grundannahmen und Regeln zu identifizieren.
  5. Einen hilfreichen Umgang mit der Atmung trainieren.
  6. Das Selbstvertrauen wächst.
  7. Die Fähigkeit, sich zu entspannen, nimmt zu.
  8. Nähe und Distanz im Alltag etablieren sich.
  9. Achtsamens Wahrnehmen von Emotionen.

Die Karten sind sowohl in Einzel- wie in Gruppengesprächen einsetzbar. Sie können als Wochen- oder Tagesübungen genutzt werden.

Die Box umfass 60 Karten und ein zehnseitiges Booklet mit Anwendungshinweisen. Die Karten sind in blau-braune informelle Achtsamkeitsübungskarten und orange-braune formelle Achtsamkeitsübungskarten unterteilt. Jeweils auf der Vorderseite ist ein Zitat oder Aphorismus abgedruckt, auf der Rückseite jeweils eine Achtsamkeitsübung beschrieben und das Ziel benannt, das mit ihr verbunden ist.

Das können Atemübungen sein, oder Übungen, die einladen, sich selber Glück zu wünschen oder sich mit freudestiftenden Objekten zu umgeben. Es gibt aber auch Übungen, den eigenen „Konzentrationsmuskel“ zu trainieren, Übungen, die einladen, Gewohnheiten zu verändern, oder Wertschätzungsübungen u.v.m.

Diskussion und Fazit

Schugs Veröffentlichung liegt das Postulat „Die Freiheit liegt zwischen Reiz und Reaktion“ zugrunde, mit dem sie die Freiheit, die durch den Erwerb von Achtsamkeit erlangt wird, beschreibt, das prägt alle Übungen. Schug ist es gelungen, eine Vielzahl von gut umsetzbaren Übungen zu entwickeln, die gut in den Alltag integrierbar und dennoch recht schnell ein recht hohes Maß von Achtsamkeit wecken. Eine sehr empfehlenswerte Sammlung – auch zur „Selbsttherapie“!


Rezensentin
Elisabeth Vanderheiden
Pädagogin, Germanistin, Mediatorin; Geschäftsführerin der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz, Leitung zahlreicher Projekte im Kontext von beruflicher Qualifizierung, allgemeiner und politischer Bildung; Herausgeberin zahlreicher Publikationen zu Gender-Fragen und Qualifizierung pädagogischen Personals, Medienpädagogik und aktuellen Themen der allgemeinen berufliche und politischen Bildung
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Zitiervorschlag
Elisabeth Vanderheiden. Rezension vom 16.05.2017 zu: Susanne Schug: Achtsamkeit. 60 Übungskarten für Therapie und Beratung. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2017. ISBN 978-3-621-28416-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22543.php, Datum des Zugriffs 20.10.2019.


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