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Justus Haucap, Jürgen Zerth u.a. (Hrsg.): Wettbewerb im Gesundheitswesen

Cover Justus Haucap, Jürgen Zerth, Peter Oberender (Hrsg.): Wettbewerb im Gesundheitswesen. Duncker & Humblot (Berlin) 2017. 71 Seiten. ISBN 978-3-428-15099-1. D: 49,90 EUR, A: 51,30 EUR.

Schriften des Vereins für Socialpolitik, 342.
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Thema

Wettbewerb und die Wettbewerbspotenziale im deutschen Gesundheitswesen mit speziellem Fokus auf Krankenhausmärkte.

Herausgeber

Dr. Jürgen Zerth ist zusammen mit dem verstorbenen Professor Oberender, dessen Assistent er war und bei dem er habilitiert wurde, Professor an der Fürther Wilhelm Löhe Hochschule des Evangelisch-Lutherischen Diakoniewerkes. Weiterer Herausgeber ist Dr. Justus Haucap, der Professor im Düsseldorfer „Institute for Competition Edonomics“ ist und Mitglied der Monopolkommission war.

Weitere Autoren

  • Dr. Justus Haucap ist Professor in Düsseldorfer „Institute for Competition Edonomics“ und war Mitglied der Monopolkommission.
  • Dr. Thomas Jendges ist Geschäftsführer einer regionalen Klinikkette.
  • Dr. Björn A. Kuchinke ist Professor für Medienökonomik in Weimar.
  • Dr. Axel Wehmeier ist Sprecher der Geschäftsführung, Telekom Healthcare Solutions.

Entstehungshintergrund

Der Band enthält Referate der letzten von dem verstorbenen Gesundheitswissenschaftler Professor Dr. Peter Oberender organisierten Jahrestagung (2015) der Arbeitsgruppe Wettbewerb im „Verein für Socialpolitik“.

Aufbau und Inhalt

Im ersten Beitrag würdigen J. Haucap und Jürgen Zerth Peter Oberender als „Speerspitze liberaler Ideen im Gesundheitswesen“ (S. 7). Anschließend ordnet B.A. Kuchinke die Wettbewerbspotenziale im deutschen Gesundheitswesen mit speziellem Fokus auf Krankenhausdienstleistungsmärkte ein und entwickelt dabei ein Szenario für „eine konsequente Einführung bzw. Stärkung des Wettbewerbs“ (S. 41).

T. Jendges beleuchtet dann die politische Dividende kommunaler Krankenhäuser im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Politik. Diese sei „höchstens in Wählerstimmen messbar“ (S. 48). Er kommt zu dem Ergebnis, dass kommunale Krankenhausunternehmen ein Erfolgsmodell seien, „Wenn es gelingt, Wirtschaftlichkeit und politische Dividende in Einklang zu bringen“ (S. 54).

Im abschließenden Beitrag stellt A. Wehmeier institutionenökonomische Überlegungen an und kommt mit Blick auf die Nutzung von Digitalisierungspotenzialen zu der Schlussfolgerung, dass die Steuerung des Wettbewerbs im Gesundheitswesen besser bei der allgemeinen Wettbewerbsaufsicht als bei der Gemeinsamen Selbstverwaltung aufgehoben sei.

Diskussion

Mehr Wettbewerb wagen – die vier Beiträge spiegeln das ordnungspolitische Credo von Peter Oberender und illustrieren die praktische Relevanz dieser Überzeugungen an praktischen Beispielen. Implizit wenden sich die Autoren gegen den aktuellen Trend in der Gesundheitspolitik, der eher die Nachteile einer wettbewerblichen Ausrichtung im Gesundheitswesen thematisiert und deshalb wieder verstärkt auf staatliche und korporatistische Steuerung setzt.

Fazit

Eine posthume Würdigung der liberalen, wettbewerblichen Überzeugungen des verstorbenen Gesundheitsökonomen Peter Oberender an konkreten Beispielen, die deutlich machen sollen, dass diese Überzeugungen noch immer geeignet sind, das deutsche Gesundheitswesen zu verbessern.


Rezensent
Dr. phil. Andreas Meusch
Direktor WINEG
Homepage www.andreas-meusch.de
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Zitiervorschlag
Andreas Meusch. Rezension vom 11.08.2017 zu: Justus Haucap, Jürgen Zerth, Peter Oberender (Hrsg.): Wettbewerb im Gesundheitswesen. Duncker & Humblot (Berlin) 2017. ISBN 978-3-428-15099-1. Schriften des Vereins für Socialpolitik, 342. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22567.php, Datum des Zugriffs 18.08.2017.


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