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Simone Hoffmann: Interne Kommunikation im Krankenhaus

Cover Simone Hoffmann: Interne Kommunikation im Krankenhaus. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2017. 91 Seiten. ISBN 978-3-17-028711-2. D: 19,00 EUR, A: 19,60 EUR.
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Thema

Krankenhäuser stehen seit einigen Jahren unter einem erheblichen Druck. Limitierte finanzielle Zuwendungen sowie dramatisch gestiegene Leistungsanforderungen haben in vielen Einrichtungen nicht nur im betrieblichen Klima ihre Spuren hinterlassen. Die Verantwortlichen der Kliniken stehen vor der immer schwieriger werdenden Aufgabe, gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden sowie deren Motivation und deren physische Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Entstehungshintergrund

Simone Hoffmann möchte mit ihrem Buch einen Beitrag zur Bewältigung von Ängsten, Vorurteilen in der Belegschaft sowie gegen unternehmerische Fehlentwicklungen leisten. Sie will anhand von Beispielen die Möglichkeiten der internen Kommunikation aufzeigen.

Autorin

Die Autorin ist Direktorin der Unternehmenskommunikation und Marketing der Paracelsus-Kliniken Deutschland.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation enthält vier Abschnitte.

Im ersten Abschnitt „Man kann nicht nicht kommunizieren“ erörtert die Autorin die aus ihrer Sicht wichtigen Grundlagen gelingender interner Kommunikation. Sie stellt dabei unter anderem fest, dass Mitarbeiterkommunikation kein Selbstzweck sondern Profession ist, dass es verschiedene Anforderungen an Führungskräfte diesbezüglich gibt, dass jegliche interne Unternehmenskommunikation strategisch begründet sein muss und dass interne Kommunikation als Führungsinstrument zu verstehen ist.

Im zweiten Abschnitt werden „Instrumente interner Kommunikation“ dargelegt. Simone Hoffmann unterscheidet dabei zunächst zwischen Aufwärts-, Abwärts-, Seitwärts- und Führungskräftekommunikation und beschreibt sehr kurz ausgewählte Essentials von Kommunikationsabläufen von Mitarbeitenden zu Vorgesetzten, von Vorgesetzten zu Untergebenen sowie zwischen gleichgestellten Berufs- bzw. Hierarchiegruppen. Im Kontext von Führungskräftekommunikation stellt sie unter anderem die Bedeutung von Wertschätzung heraus. Schließlich wird auf einer Seite noch das Wesen der so genannten „Live-Kommunikation“ abgehandelt, hier werden als Beispiele das „Frühstück mit dem Vorstand“, Führungskräfte-Tagungen, Videobotschaften und das „Walking-around-Management“ genannt.

Im dritten Abschnitt wird unter dem Motto „Bewegung am liebsten in alle Richtungen: Seitwärtskommunikation“ ein Praxisbeispiel dargelegt. Die Autorin schildert das Projekt „Hände, die bewegen …“, ein „in dieser Form wahrscheinlich einmaliges Beispiel für Aufwärtskommunikation“. Im Anschluss daran wird ein Interview mit dem kaufmännischen Direktor des Universitätsklinikums Münster wiedergegeben sowie das Konzept beschrieben.

Der vierte Abschnitt widmet sich dem „Unternehmenstheater“. Nach einer kurzen Beschreibung von Sinn und Zweck dieses Ansatzes wird noch ein Interview mit einer Kulturwissenschaftlerin wiedergegeben, die sich mit solchen Formaten beschäftigt.

Diskussion und Fazit

Man kann der Autorin durchaus in einigen ihrer Thesen zustimmen, so zum Beispiel dass Transparenz und Glaubwürdigkeit in den diversen Ebenen interner Kommunikation angesichts der nicht eben trivialen Problemlagen des deutschen Krankenhaussektors von beachtlicher Bedeutung für die betroffenen Häuser sind. Angesichts der strukturellen und operativen Komplexität von Krankenhäusern sowie der Vielzahl an Herausforderungen bildet die vorliegende Veröffentlichung allerdings weder die Probleme noch die Potenziale gelingender interner Kommunikation in hinreichender Weise ab. Viele der Ausführungen verbleiben im Oberflächlichen, nicht weniges verbleibt im Vagen. Um substanziell einen Beitrag zum Thema zu leisten, wäre zumindest ein rudimentärer Bezug zu theoretischen Grundlagen und aktuellen empirischen Ergebnissen der Kommunikationsforschung notwendig. Beides erfolgt in diesem Buch nicht.

Sicherlich werden in diesem Büchlein einige Projekte und Maßnahmen knapp, launig und mit schönen Fotos versehen dargelegt. Ob dies tatsächlich wirksame Ansätze zur Beseitigung der motivationalen Miseren verschiedenster Berufsgruppen im Krankenhauses sein können, darf ebenso bezweifelt werden, wie die Tauglichkeit der geschilderten Maßnahmen als Mittel gegen unternehmerische Fehlentwicklungen.

Fazit: Oberflächliche Darlegungen zur internen Kommunikation im Krankenhaus.


Rezension von
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 26.04.2017 zu: Simone Hoffmann: Interne Kommunikation im Krankenhaus. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2017. ISBN 978-3-17-028711-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22598.php, Datum des Zugriffs 03.04.2020.


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