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Mechthild Wolff, Wolfgang Schröer u.a. (Hrsg.): Schutzkonzepte in Theorie und Praxis

Mechthild Wolff, Wolfgang Schröer, Jörg M. Fegert (Hrsg.): Schutzkonzepte in Theorie und Praxis. Ein beteiligungsorientiertes Werkbuch. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2017. 320 Seiten. ISBN 978-3-7799-3470-7. D: 19,95 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 27,90 sFr.

Mit einem Vorwort von Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.
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Thema

Überall dort, wo Kinder und Jugendliche sich zu Zwecken der Bildung, Erziehung, Behandlung, Unterstützung und Freizeit aufhalten, müssen ihre höchstpersönlichen Rechte gewahrt werden. Es gilt, Schutzkonzepte gemeinsam mit allen Akteuren in Organisationen zu erarbeiten. Wie kann man in Einrichtungen konkret vorgehen und welche Erfahrungen gibt es dazu? Welche Perspektiven haben Kinder, Jugendliche und Fachkräfte auf Schutzkonzepte und deren Umsetzung? Interessierte an Theorie und Praxis des Kinderschutzes in Organisationen finden empirisches Wissen und Praxisanregungen aus dem Projekt „Ich bin sicher!“, in dessen Rahmen erstmals Kinder und Jugendliche selbst befragt wurden. (Klappentext)

Autorinnen und Autoren

  • Sophie Dohmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stiftung Universität Hildesheim
  • Tanja Rusack, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stiftung Universität Hildesheim
  • Benjamin Strahl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Stiftung Universität Hildesheim
  • Nele Klepp, Studentische Hilfskraft an der Stiftung Universität Hildesheim
  • Dr. Florian Esser, Projektkoordination Gesamtprojekt
  • Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Projektleitung am Standort Hildesheim
  • Meike Kempert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Landshut
  • Kirsten Röseler, Studentische Hilfskraft an der Hochschule Landshut
  • Anja Bawidamann, Ehemalige Studentin an der Hochschule Landshut, jetzt AMYNA e.V.
  • Carina Duwe, Studentische Hilfskraft an der Hochschule Landshut
  • Prof. Dr. Mechthild Wolff, Projektleitung am Standort Landshut
  • Dr. Marc Allroggen, Komm. Leiter der Sektion Institutionsambulanz und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie der Universitätsklinikums Ulm
  • Carolin Schloz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie der Universitätsklinikum Ulm
  • Dr. Thea Andrea Diane Rau, Projektkoordination am Standort Ulm
  • Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Projektleitung am Standort Ulm

Entstehungshintergrund

Das vorliegende beteiligungsorientierte Werkbuch ist im Rahmen des Forschungsverbunds der Stiftung Universität Hildesheim, der Hochschule Landshut und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie der Universitätsklinikums Ulm entstanden. Schwerpunkt (Teil 2) bilden die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Ich bin sicher!“ „Das Projekt wurde von 2013 bis 2016 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie zur Forschung im Zusammenhang mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten gefördert. … Die Besonderheit des Projektes … bestand in der Hervorhebung der AdressatInnenperspektive. Es ging dem Forschungsverbund … darum zu erfahren, wie Kinder und Jugendliche in Heimen, Internaten und Kliniken über Schutzkonzepte denken, was sie benötigen und wie sie selbst ihre Situation einschätzen und wie sie selbst untereinander Schutz herstellen“ (S. 11).

Aufbau

Nach einem ausführlichen Vorwort von Johannes-Wilhelm Rörig, unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, ist das vorliegende Buch in folgende drei Teile gegliedert:

  1. Hintergründe zu Schutzkonzepten (S. 10-32)
  2. Forschungsprojekt „Ich bin sicher!“ (S. 34-225)
  3. Zur Lebenssituation psychisch erkrankter Eltern (S. 228-265)

Der erste Teil „Hintergründe zu Schutzkonzepten“ ist in folgende drei Kapitel unterteilt:

  • Einleitung: Schutzkonzepte zur Verbesserung des Kinderschutzes in Organisationen (S. 10-13)
  • Persönliche Rechte von Kindern und Jugendlichen. Schutzkonzepte als organisationale Herausforderungen (S. 14-24)
  • Forschungsstand zur Umsetzung von Schutzfaktoren und Faktoren einer gelingenden Implementierung (S. 25-32)

Der zweite Teil Forschungsprojekt „Ich bin sicher!“ bildet den eigentlichen Hauptteil des vorliegenden Werkes. Es ist in die folgenden Kapitel gegliedert:

  • Methoden und Vorgehen im Forschungsprojekt (S. 34-40)
  • Ergebnisse der Online- und Fragebogenbefragung (S. 41-57)
  • Ergebnisse der Gruppendiskussionen:
    • Stationäre Hilfen aus Sicht von Jugendlichen (S. 58-75)
    • Beziehungsgestaltung (S. 76-123)
    • Umgangsweise mit Sexualität und Paarbeziehungen (S. 124-137)
    • Gewalt (S. 138-150)
    • Informelle Peerstrukturen (S. 151-171)
    • Schutz und Sicherheit (S. 172-210)
    • Schlussfolgerungen für die Umsetzung von Schutzkonzepten in Heimen, Internaten und Kliniken (S. 211-225)

Der dritte und letzte Teil „Herausforderungen für die Theorie und Praxis von Schutzkonzepten“ ist unterteilt in die folgenden vier Kapitel:

  • Besonderheiten bei der Umsetzung von Schutzkonzepten in Kliniken (S. 228-232)
  • Fachpolitische Konsequenzen zur Etablierung von Schutzkonzepten im Alltag (S. 233-237)
  • Schutzkonzepte im Transfer. Übersetzungsprozesse zwischen Forschung und Organisationsentwicklung (S. 238-244)
  • Schutzkonzepte. Beispiele aus der Praxis für die Praxis (S. 245-265)

Jedes Kapitel verfügt am Schluss über ein, zum Teil sehr umfassendes, Literaturverzeichnis.

Abschließend folgen die Liste der Autorinnen und Autoren und der Anhang mit dem Memorandum Partizipative Forschung. Dieses Memorandum wurde durch eine AutorInnengruppe bestehend aus VertreterInnen von Hochschulen, Universitäten, Jugendämtern, Vereinen und Betroffenen verfasst.

Zu Teil 1

Nach dem Vorwort werden im Teil 1 im Kapitel „Einleitung: Schutzkonzepte zur Verbesserung des Kinderschutzes in Organisationen“, verfasst von Marc Allroggen, Sophie Domann, Florian Esser, Jörg M. Fegert, Meike Kempert, Thea Rau, Tanja Rusack, Carolin Schloz, Wolfgang Schröer, Benjamin Strahl und Mechthild Wolff, Grundlagen zu Schutzkonzepten in Theorie und Praxis vermittelt. Das vorliegende Buch integriert Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen. Dabei wird die AdressatInnenperspektive auf Schutzkonzepte thematisiert. Schutzkonzepte werden als partizipative Dialoge in lernenden Organisationen verstanden. (vgl. S. 10-12)

Im Zusammenhang mit Schutzkonzepten bzw. mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen stellt sich die zentrale Frage nach der Wahrung der persönlichen Rechte von Kindern und Jugendlichen. Im zweiten Kapitel „Persönliche Rechte von Kindern und Jugendlichen“ (S. 14-24) gehen Jörg M. Fegert, Wolfgang Schröer und Mechthild Wolff auf Schutzkonzepte als organisationale Herausforderungen ein. Es wird geklärt, was konkret unter Schutzkonzepten verstanden wird.

Teil 1 schliesst mit dem Kapitel „Forschungsstand zur Umsetzung von Schutzfaktoren und Faktoren einer gelingenden Implementierung“ (S. 25-32) ab. Verfasst wurde dieses Kapitel durch Carolin Schloz, Marc Allroggen und Jörg M. Fegert. Darin wird auf den aktuellen Stand der Umsetzung von Schutzkonzepten eingegangen und Faktoren einer gelingenden Implementierung von Schutzkonzepten dargestellt. Weiter thematisiert werden die Rahmenbedingungen und Ressourcen, welche für eine gelingende Implementierung notwendig sind. Spezifisch eingegangen wird auf die Faktoren:

  • Qualifizierung von und professionelle Unterstützung für Mitarbeitende
  • Aufklärung und Information von Kindern, Jugendlichen, Erziehungsberechtigten und Ehrenamtlichen
  • Umfassende Partizipation und Sensibilisierung für alle Beteiligten
  • In ihrem Fazit halten die AutorInnen fest, dass die Etablierung von Schutzkonzepten zwar herausfordernd aber durchaus sehr lohnend sind.

Zu Teil 2

Im Teil 2, dem eigentlichen Hauptteil des vorliegenden Werkes, wird das Forschungsprojekt „Ich bin sicher!“, Schutzkonzepte aus Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen vorgestellt, kommentiert und Schlussfolgerungen abgeleitet. (vgl. S. 34-225)

Im ersten Kapitel auf den Seiten 34-40 stellen Marc Allroggen, Sophie Domann, Florian Esser, Jörg M. Fegert, Meike Kampert, Thea Rau, Tanja Rusack, Carolin Schloz, Wolfgang Schröer, Benjamin Strahl und Mechthild Wolff die Methoden und das Vorgehen dem Werk zugrundeliegenden Forschungsprojekt vor. Es wurden Online- und Fragebogenbefragungen durchgeführt. Daran teilnehmen konnten Betreuungspersonen ohne leitende Funktionen sowie Jugendliche ab 14 Jahren aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Internaten und Kliniken. Die Auswertung der Ergebnisse dieser Befragung orientierte sich, unter anderem an Fragen wie:

  • Wie bewerten Jugendliche und Betreuungspersonen das eigene Sicherheitsgefühl sowie das Sicherheitsgefühl der AdressatInnen innerhalb und außerhalb der Einrichtung? Mit welchen Faktoren hängt dies zusammen?
  • Wie bewerten Jugendliche und Betreuungspersonen die Zusammenarbeit der Betreuungspersonen mit den Eltern? (vgl. S. 35)

Um zu erforschen, wie sicher und geschützt sich Kinder, Jugendliche und Betreuungspersonen in ihren Einrichtungen fühlen, wurden nebst den Online- und Fragebogenbefragungen auch Gruppendiskussionen durchgeführt (vgl. S. 37).
Gesamthaft haben 87 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 18 Jahren an 17 Gruppendiskussionen teilgenommen. Im Rahmen von 13 Gruppendiskussionen konnten insgesamt 73 Betreuungspersonen mitwirken. Für die Diskussionen in den Gruppen wurden Leitfäden erstellt. Unter anderen wurden folgende Themen diskutiert:

  • Wahrgenommener Schutz vor (sexueller) Gewalt
  • Prozess der Entwicklung und Implementierung von Schutzkonzepten
  • Bedeutung von informellen Peerstrukturen
  • Umgangsweisen mit Sexualität und Paarbeziehungen

Die Beantwortung dieser und weiterer Fragestellungen und Themen ermöglichte einen Zugang zu kollektiven Phänomenen (vgl. S. 38).

Im zweiten Kapitel (Marc Allroggen, Carolin Schloz, Benjamin Strahl, Sophie Domann und Tanja Rusack), auf den Seiten 41-57, werden ausführlich und gut nachvollziehbar die Ergebnisse der Online- und Fragebogenbefragung dargestellt. Die ausgewerteten Antworten betreffen die Bereiche:

  • Subjektives Sicherheitsgefühl
  • Gruppenatmosphäre
  • Partizipation und Beteiligung von Jugendlichen
  • Zusammenarbeit mit Eltern
  • Umgang mit Körperkontakt
  • Umgang mit Gewalterfahrungen
  • Organisationsklima
  • Institutionalisierte Maßnahmen
  • Qualifizierung von Fachkräften

Am Schluss des Kapitel (S. 57) werden die wichtigsten Ergebnisse knapp zusammengefasst.

Im Anschluss daran werden die Ergebnisse der Gruppendiskussionen (S. 58-209) sehr ausführlich und differenziert, in jeweiligen Unterkapiteln dargestellt.

Im ersten Unterkapitel beschäftigt sich Nele Klepp mit der Thematik „Stationäre Hilfen aus der Sicht von Jugendlichen“ (S. 58-75). Dabei wird unter anderem auf die Aspekte des Autonomiebestrebens, Konfliktlösungsstrategien gegenüber Betreuungspersonen, die Bedeutung der Gruppe eingegangen. Ebenfalls thematisiert werden Dynamiken inner- und außerhalb der Gruppe und ganz konkrete Themen wie Freizeitgestaltung, Medien, Handynutzung, Telefon-, Fernseh-, Computer und Internetnutzung.

Im zweiten Unterkapitel (S. 76-123), verfasst durch Meike Kampert, Kirsten Röseler und Mechthilde Wolff steht die Beziehungsgestaltung im Zentrum. Dieses Unterkapitel ist in folgende Teile unterteilt:

  • Einleitung
  • Ergebnisdarstellung – Beziehung zwischen Kindern bzw. Jugendlichen und Betreuungspersonen
  • Macht in der Beziehung zwischen Kindern bzw. Jugendlichen und Betreuungspersonen
  • Diskussion
  • Schlussfolgerungen
  • Was bedeutet das für Schutzkonzepte?

Im dritten Unterkapitel (S. 124-137) stellt Tanja Rusack die Ergebnisse aus den Gruppendiskussionen zu „Umgangsweisen mit Sexualität und Paarbeziehungen“ dar. Dabei wird auch auf „Genderkonstruktionen und Vorstellungen von sexuellen Orientierungen“ und sexualpädagogische Angebote eigegangen.

Unterkapitel 4 „Gewalt“ (S. 138-150) von Sophie Domann beschäftigt sich mit verschiedenen Formen von Gewalt welche Kinder, Jugendliche und Betreuungspersonen in Einrichtungen erleben. So zum Beispiel mit verbalen Auseinandersetzungen, mit körperlicher Gewalt unter Jugendlichen und Gewalt durch bzw. gegen Betreuungspersonen.

„Informelle Peerstrukturen“ ist der Titel des fünften Unterkapitels (S. 151-171) von Meike Kempert. Die Autorin definiert zuerst den Begriff Peer-Group um die „Bedeutung der Peer-Group im Jungendalter“ darzustellen. Die Ergebnisse der Gruppendiskussionen mit den Jugendlichen werden erläutert zu den Themen Chancen und Grenzen informeller Peerstrukturen in stationären Settings. Jene aus den Gruppendiskussionen mit den Betreuungspersonen zu den Themen „Jugendliche als informelle ErzieherInnen“ und „Die einrichtungsinterne Peer Group als wichtige informelle Ansprechpersonen für andere Jugendliche“. Nachfolgend werden Schlussfolgerungen für die Entwicklung von Schutzkonzepten gezogen und ein Ausblick formuliert.

Meike Kempert beschäftigt sich im Unterkapitel 6 (S. 172-210) mit „Schutz und Sicherheit“. Sicherheit und Schutz in stationären Einrichtungen werden aus der Sicht von Kindern, Jugendlichen und den Betreuungspersonen dargestellt. Weiter beschäftigt sich die Autorin mit den Themen „Beschwerdemöglichkeiten in stationären Einrichtungen“ und „Herausforderungen bei der Implementierung von Schutzkonzepten in stationären Settings“. Die Ergebnisse werden diskutiert und es werden Schlussfolgerungen für die Implementierung von Schutzkonzepten beschrieben.

Zum Schluss des 2. Teils (S. 211-225) werden durch Tanja Rusack und Meike Kempert aus den Ergebnissen der Online- und Fragebogenbefragungen sowie den Gruppendiskussionen „Schlussfolgerungen für die Umsetzung von Schutzkonzepten in Heimen, Internaten und Kliniken“ erläutert. Nach einer Einleitung wird dargestellt, dass Schutzkonzepte

  • eines professionellen Umgangs mit Grenzkonstellationen
  • des Aufbaus und der Pflege von Vertrauensbeziehungen
  • einer Professionalisierung von Beziehungsarbeit
  • verschiedener Ansprechpersonen und Angebote innerhalb und außerhalb der Einrichtungen
  • kontinuierlicher Bildungsprozesse in Form von Informations- (Fort-)Bildungsmaßnahmen
  • rechtlicher Aufklärung
  • sexualpädagogischer Konzepte
  • Partizipation bzw. einer Beteiligungskultur
  • langfristig angelegter Reflexions- und Bildungsprozesse
  • einer Kultur der Achtsamkeit

bedürfen.

Zu Teil 3

Im dritten und letzten Teil (S: 228-265) werden die „Herausforderungen für die Theorie und Praxis von Schutzkonzepten“ erläutert. Dabei gehen Jörg M. Fegert, Marc Allroggen und Carolin Schloz auf die Besonderheiten der Umsetzung in Kliniken ein.

Erarbeitet mit Fach- und Bundesverbänden im Bereich Bildung, Erziehung und Gesundheit werden „Fachpolitische Konsequenzen zur Etablierung von Schutzkonzepten im Alltag“ aufgeführt.

Den Umsetzungsprozessen zwischen Forschung und Organisationsentwicklung gehen Jörg M. Fegert, Wolfgang Schröer und Mechthild Wolff im Kapitel „Schutzkonzepte im Transfer“ nach.

Der Schluss des vorliegenden Buches bildet eine durch Mechthild Wolff und Anja Bawidamann verfasste Zusammenstellung von Beispielen von Schutzkonzepten aus der Praxis.

Diskussion und Fazit

Das vorliegende Werkbuch ermöglicht einen wichtigen und wertvollen Blick auf wirkungsvolle Schutzkonzepte für Kinder und Jugendliche. Die Fokussierung auf die AdressatInnenperspektive ist von zentraler Bedeutung. Die mittels Online- und Fragebogenbefragungen und Gruppendiskussionen mit Kinder, Jugendlichen und Betreuungspersonen erhaltenen Erkenntnisse werden nachvollziehbar und gut verständlich dargestellt.

Insgesamt sind die Texte sehr gut lesbar. Immer wieder wird ein Fazit oder Zwischenfazit gezogen und die wichtigsten Erkenntnisse werden zusammengefasst. Dies erleichtert den Umgang mit den Inhalten und wird dem Anspruch an ein Werkbuch gerecht. Die Einbettung des Hauptteils zu den Forschungsergebnissen in einen einleitenden Theorieteil und einen abschließenden Teil in welchem die Herausforderungen für die Theorie und Praxis von Schutzkonzepten dargestellt werden, trägt zur guten Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit bei. Wertvoll sind die konkreten Beispiele von Schutzkonzepten aus der Praxis. Zur guten Übersicht und Lesbarkeit trägt das gewählte Format DIN A4 bei. So wird das vorliegende Buch zu einem wertvollen Handbuch für alle, die sich mit der Erarbeitung und Implementierung von Schutzkonzepten in stationären Einrichtungen für Kinder und Jugendliche auseinandersetzten.

Insgesamt ein tolles, wertvolles Buch, welches ich allen Fachkräften, die sich in ihren Einrichtungen dem Schutz der Kinder und Jugendlichen widmen, sehr ans Herz lege.


Rezensent
Armin Eberli
Dozent, HF Agogis, Zürich
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Zitiervorschlag
Armin Eberli. Rezension vom 12.10.2017 zu: Mechthild Wolff, Wolfgang Schröer, Jörg M. Fegert (Hrsg.): Schutzkonzepte in Theorie und Praxis. Ein beteiligungsorientiertes Werkbuch. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2017. ISBN 978-3-7799-3470-7. Mit einem Vorwort von Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22708.php, Datum des Zugriffs 17.10.2017.


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