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Christiane Bütow: Das Pferd - ein Lernhelfer für verhaltens­auffällige Kinder und Jugendliche

Cover Christiane Bütow: Das Pferd - ein Lernhelfer für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Eine Studie zur tiergestützten Pädagogik mit Pferden. Diplomica Verlag (Hamburg) 2012. 90 Seiten. ISBN 978-3-8428-8256-0. D: 38,00 EUR, A: 38,00 EUR, CH: 59,90 sFr.
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Thema

Die Prävalenz von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter scheint in den vergangenen Jahren stetig zu steigen. Dadurch erhöht sich auch der Bedarf an Fördermaßnahmen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen. Die Tiergestützte Pädagogik mit dem Pferd erscheint als adäquates Fördermittel. In diesem Buch wird eine nicht-repräsentative Studie zu den Wirkweisen des Mediums Pferd auf Kinder mit Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich vorgestellt.

Autorin und Entstehungshintergrund

Das Buch umfasst die Examensarbeit von Christiane Bütow aus dem Jahr 2011 (Fachbereich Pädagogik-Heilpädagogik-Sonderpädagogik) an der Universität zu Köln (Abschlussnote: 1,7).

Aufbau

Das Buch gliedert sich in sechs Kapitel auf insgesamt 90 Seiten.

  1. Einleitung
  2. Grundlagen `Verhaltensauffälligkeit`
  3. Tiergestützte Pädagogik mit Pferden
  4. Der Einsatz und die Wirkung der Tiergestützten Pädagogik mit Pferden bei verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern: eine explorative Studie
  5. Fazit
  6. Literaturverzeichnis

Inhalt

In dem ersten Kapitel Einleitung gibt die Autorin einen Einblick in den aktuellen Stand der Prävalenz von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter in Deutschland und verweist auf die damit verbundenen Herausforderungen im schulischen Alltag für Pädagogen. Sie verdeutlicht die Wichtigkeit der adäquaten Förderung der entsprechenden Kinder und lenkt den Blick auf die Möglichkeit des Einsatzes von Pferden in eben diesen Fördermaßnahmen.

Das zweite Kapitel Grundlagen `Verhaltensauffälligkeit` befasst sich mit der theoretischen Klassifizierung der verschiedenen – als Verhaltensauffälligkeiten deklarierten – Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen. Die Prävalenz wird dargestellt und der daraus resultierende zwingende Handlungsbedarf in der pädagogischen Profession definiert.

Im dritten Kapitel Tiergestützte Pädagogik mit Pferden wird zunächst auf die geschichtliche Entwicklung der Tiergestützen Pädagogik allgemein eingegangen, bevor der Einbezug von Pferden vertieft dargestellt wird. Anhand der vier von dem Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. definierten Säulen der Tiergestützten Arbeit mit Pferden (Hippotherapie, Heilpädagogische Förderung, Reiten für Menschen mit Behinderung und Ergotherapeutische Behandlung) werden die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Pferden dargestellt. Anschließend wird auf die verschiedenen Ausbildungszweige in diesem Bereich eingegangen. Die besondere Eignung des Pferdes in der tiergestützten Arbeit wird anhand der Theorie der Mensch- Tier- Beziehung und dem therapeutischen Beziehungsdreieck verdeutlicht, bevor anschließend auf die Bedeutung des pädagogischen Einsatzes von Pferden bei verhaltensauffälligen SchülerInnen eingegangen wird.

Im folgenden vierten Kapitel Der Einsatz und die Wirkung der Tiergestützten Pädagogik mit Pferden bei verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern: eine explorative Studie wird die von der Autorin im Rahmen ihrer Examensarbeit durchgeführten Studie zu den Wirkweisen pferdgestützter Interventionen in Bezug auf die Zielgruppe vorgestellt. Es wurden 15 Reitpädagogen aus NRW und Hessen zu ihren Erfahrungen in der Reitpädagogik befragt. Die Studie wird in ihrem Aufbau, der Durchführung und Auswertung ausführlich erläutert und die Ergebnisse präsentiert.

Im abschließenden fünften Kapitel Fazit werden die Forschungsergebnisse kompakt gebündelt und Forschungsdesiderate genannt. Die Autorin verweist auf die Wichtigkeit weitere Forschungsergebnisse, um die von ihr erzielten Erkenntnisse weiter wissenschaftlich zu untermauern.

Der letzte Teil des Buches besteht aus dem umfassenden Literaturverzeichnis.

Diskussion

Das Buch gibt einen umfassenden Einblick in die theoretische Begründung des Einsatzes von Pferden in der Pädagogik und führt den Leser gut in die Thematik ein. Die vorgestellte Studie scheint jedoch Schwächen zu haben, da sie nicht repräsentativ ist und lediglich Anhaltspunkte für weitere Forschungsbestrebungen geben kann. Teilweise fehlt die Untermauerung der Ergebnisse mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese Schwachstellen sind der Autorin selbst bewusst, worauf sie im Fazit verweist.

Fazit

Das Buch gibt dem Leser eine gute Einführung in die Theorie der Tiergestützten Arbeit mit Pferden und bündelt kompakt die wichtigsten Grundlagen. Die anschließende Studie ist umfassend und gibt den Lesern Anhaltspunkte, welche Aspekte des Einsatzes von Pferden in der Pädagogik aus Sicht der Durchführenden wichtig erscheinen. Sicherlich interessant wäre es gewesen, die Wirkweisen auch aus Sicht der Nutzer (Kinder und Jugendlichen) zu erfragen, was allerdings nicht geschehen ist.

Dennoch ist dieses Buch empfehlenswert für alle, die pferdgestützt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchten oder dies bereits tut, da besonders die theoretischen Darstellungen gut formuliert sind und einen guten Einblick in die Thematik geben.


Rezension von
Maike Beine
M.A. Soziale Arbeit, B.A. Kindheitspädagogik, Marte Meo Therapeutin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Praxisreferat an der Kath. Hochschule NRW, Abteilung Paderborn
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Zitiervorschlag
Maike Beine. Rezension vom 14.07.2017 zu: Christiane Bütow: Das Pferd - ein Lernhelfer für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Eine Studie zur tiergestützten Pädagogik mit Pferden. Diplomica Verlag (Hamburg) 2012. ISBN 978-3-8428-8256-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/22997.php, Datum des Zugriffs 15.07.2020.


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