socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Diego De Leo, Vita Poštuvan (Hrsg.): Resources for suicide prevention

Cover Diego De Leo, Vita Poštuvan (Hrsg.): Resources for suicide prevention. Bridging research and practice. Hogrefe Publishing GmbH (Göttingen) 2017. 158 Seiten. ISBN 978-0-88937-454-6. 29,95 EUR, CH: 39,90 sFr.
Recherche bei LOC.
Siehe auch Replik oder Kommentar am Ende der Rezension.

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


to the English version

Thema

Suizidgefährdung, Suizid und Suizidprävention bleiben eine in aller Welt bestehende und nicht zu unterschätzende Herausforderung für die Gesundheitssysteme, die klinisch-therapeutische Praxis, die Gemeinschaft fördernden Kräfte in der Gesellschaft sowie für Personen, Gruppen und Institutionen, die anderen Halt, Unterstützung und Verständnis entgegenbringen.

Der vorliegende Sammelband umfasst Beiträge zahlreicher Autorinnen und Autoren, die auf ihrem Gebiet ausgewiesen zu wissenschaftlichen Konferenzen eingeladen wurden, die vom Slowenischen Zentrum für Suizidforschung in jährlichen Abständen seit 2009 veranstaltet werden. Die Konferenzen stehen unter dem Kürzel TRIPLE i. Das steht für das dreifache Anliegen der Konferenzen, Intuition, Imagination und innovative Ideen in Theorie und Praxis der Suizidologie unter Beweis zu stellen und zu fördern. Die Intention der Herausgeber besteht darin, Denkanstöße für Laien, Praktiker, Forscher und alle die zu geben, „die mit der Tragödie des Suizids in Kontakt kommen“. Etwas pathetisch heißt es weiter im Vorwort: Es sollen neue Ideen und Interventionen stimuliert werden, „die hilfreich sein können im schwierigen Kampf gegen suizidales Verhalten, ein Kampf, der die aktive Teilnahme eines Jeden erfordert“.

Hinweis: Der Sammelband ist in englischer Sprache verfasst. Er setzt den sprachkundigen Leser voraus, der nicht die Mühe scheut, sich mit den jeweiligen Fachtermini, Argumenten und Redewendungen vertraut zu machen. Alle Übersetzungen ins Deutsche stammen vom Rezensenten.

Herausgeber und Herausgeberin

Als Herausgeber fungieren: Dr. Diego De Leo, emeritierter Professor der Psychiatrie, Griffith Universität, Australien, und Direktor des Slowenischen Zentrums für Suizidforschung. Er ist einer der langjährigen und weltweit bekannten Suizid- und Präventionsforscher, der u.a. Präsident der Internationalen Assoziation für Suizidprävention (IASP) und Berater für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war.

Dr. Vita Poštuvan ist Assistenzprofessorin für Psychologie und stellvertretende Direktorin des eben genannten Forschungszentrums in Slowenien.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, hier alle anderen Autorinnen und Autoren zu nennen. Sie lassen sich über das Inhaltsverzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek erschließen.

Aufbau

Der Sammelband ist in vier Hauptteile mit jeweiligen Kapiteln gegliedert.

Zu Hauptteil 1

DerHauptteil 1ist überschrieben mit „Was haben wir bisher erreicht?“

Im Kapitel 1 geben Enrique Baca-Garcia und Victoria de Leon-Martinez, beide lehren und forschen an spanischen und amerikanischen Universitäten, unter dem Titel „Die Umsetzung von Forschung in Praxis“ einen Überblick über Inhalte suizidologischer Theorie, Forschung und Praxis und zwar aus quantitativer Perspektive. Ein Schwerpunkt der meisten Beiträge, das soll hier schon vorausgeschickt werden, ist die Behandlung von Ergebnissen und Entwicklungen in der Suizidprävention.

In Kapitel 2 behandelt Heidi Hjelmeland, aus Trondheim (Norwegen) das gleiche Thema wie in Kapitel 1 aus qualitativer Perspektive. Sie kritisiert in langen Begründungsketten die Unzulänglichkeiten rein quantitativer Forschung und setzt dem die Vorzüge qualitativer Forschung entgegen. Die bestehen vor allem darin, dass die intentionalen, bedeutungsvollen Aspekte suizidalen Geschehens erfasst werden können. Quantitative Methoden müssen nach ihr durch qualitative ergänzt werden, nicht zuletzt, weil dadurch Forschung leichter in suizidpräventive Praxis übersetzt werden kann.

Zu Hauptteil 2

Hauptteil 2 wendet sich den „Interventionen“ zu.

Kapitel 3, von Maurizio Pompili aus Rom geschrieben, schließt sich mit dem Thema „Untersuchung der Phänomenologie des Suizids“ inhaltlich gut an das Kapitel 2 an. Die Essenz des Beitrags besteht in der Schlussfolgerung, dass eine psychiatrische Störungsdiagnose allein nicht ausreicht, um die Entstehung von Suizidalität zu verstehen. Der Blickwinkel muss um andere Komponenten, hier besonders um die des unerträglichen „psychologischen Schmerzes“ (nach Shneidman) als Tiefengrund für den Suizid erweitert werden.

Das Kapitel 4 schlägt knapp und unmissverständlich das Thema „Die Untersuchung der Effektivität von Suizidpräventionsprogrammen“ an. Es wurde verfasst von Ella Arensman aus Cork (Irland). Sie kommt nach Sichtung der Literatur lapidar zu dem Ergebnis, dass keine signifikante Wirkung der Programme bei Männern und Frauen in der „working age group“ gefunden wurde. Einige Indikatoren für die Effektivität von Suizidpräventionsprogrammen gibt es bei jungen und alten Menschen (S.?57/58). Auch in einzelnen Präventionsbereichen wie z.B. in der Restriktion von Suizidmitteln, bei Awareness-und Trainingskampanien bezogen auf Depression und Suizidalität finden sich mäßige Verbesserungen. Zu empfehlen sei allgemein, sich nicht nur auf Ergebnisevaluation zu verlassen, sondern stärker als bisher Prozessevaluation mit ins Kalkül zu ziehen.

In Kapitel 5 geht es im Anschluss an Kapitel 4 um ein Programm, das von Hegerl (Leipzig) und anderen Mitwirkenden europaweit auf den Weg gebracht wurde. Es nennt sich „Die Europäische Allianz gegen Depression“ (EAAD) und beabsichtigt eine verbesserte Versorgung depressiver Patienten und eine Community-basierte Suizidprävention auf vier-Ebenen. Das Projekt geht zurück auf das bekannte Kompetenznetz Depression und Suizidalität, initiiert in Nürnberg und Würzburg als Kontrollregion (Näheres dazu findet sich im Literaturverzeichnis). Die EAAD wird begleitet durch eine Studie zu Suizidpräventionsprogrammen und ihrer Implementierung in Europa (OSPI-Europe). Nicht unwichtig ist zum Nachvollzug aller Projekte die Grundannahme, vertreten durch Hegerl und seinem Kreis, dass suizidale Handlungen vornehmlich im Kontext psychiatrischer Störungen auftreten, besonders in Verbindung mit Depressionen.Ein wichtiges Element für die Suizidprävention ist deshalb die verbesserte Behandlung der Depression und anderer psychiatrischer Störungen (S.?66).

In den nächsten Kapiteln werden zwei Zielgruppen für Suizidprävention in den Fokus berückt.

In Kapitel 6 behandelt Merike Sisak (Tallin, Estland) die „Suizidprävention bei Jugendlichen“. Nach Grundlegung durch epidemiologische Daten wird ein multidimensionaler Ansatz zur Suizidprävention bei Jugendlichen vorgestellt, spezifiziert unter den Überschriften: Background – Was hilft? – Wer Hilft? (Schaubild, S.?77). Die Suizidprävention bei Jugendlichen sollte die Synergieeffekte zwischen drei Säulen im Leben von Jugendlichen nutzen, die da sind: Familie, Schule und Freunde. Exemplifiziert wird dieser Ansatz in einem Projekt mit dem Namen: „Das Erhalten und Stärken junger Leben in Europa“ (SEYLE). Unter den Interventionen erwies sich das Awareness-Training der Jugendlichen mit Blick auf geistige Gesundheit, gesunden Lebensstil und Krisenmanagement als besonders erfolgversprechend (Näheres S.?78-80).

Kapitel 7 wendet sich dem „Suizid im Alter“ zu. Verfasst wurde es von Diego De Leo. Es werden zunächst grundlegende Aspekte angesprochen wie epidemiologische Grundlagen, Falschannahmen und Vorurteile gegenüber dem Alterssuizid, ferner in tabellarischer Übersicht altersbezogene Suizidraten im interkulturellen Vergleich. Im Anschluss daran werden Besonderheiten der Suizidalität im Alter abgeleitet. Aufgegriffen werden auch die Schwierigkeiten, die im Umfeld des hilfesuchenden Verhaltens alter Menschen z.B. in der Begegnung mit Ärzten und Gesundheitsdiensten auftreten. Neben Depressionen und körperlichen Erkrankungen sind weitere (kulturelle, sozioökonomische und psychosoziale) Risiken für Suizide alter Menschen in Betracht zu ziehen. Dafür sprechen schon die interkulturellen Differenzen in den altersbezogenen Suizidraten. Die Erfassung von Suizidrisiken bei alten Menschen und ihre Prävention sind nach Ansicht des Autors in keinem Fall leichter als in anderen Altersgruppen (S.?96).

In Kapitel 8 behandelt Diego De Leo sehr praxisnah und anwendungsorientiert das Thema „Suizidprävention und alte Menschen“ und zwar unter dem Aspekt des „klinischen Managements“. Darunter fallen insbesondere die Punkte: Psychopathologie und suizidales Verhalten im Alter, Methoden des klinischen Assessment und klinische Interventionen. Vorgestellt werden bei aller Kritik Instrumente zur Untersuchung der Suizidalität alter Menschen, z.B. die Geriatrische Depressionsskala. Der Autor hält es für einen Mythos, „dass der Suizid reduziert werden könnte, wenn es vermehrt Risikountersuchungen und entsprechende Behandlung gäbe“ (S.?106). Standardverfahren reichen nicht aus. Das klinische Interview bleibt unersetzbar. Als Hilfe für Gespräche trägt er in einem Schaubild Beispiele für Narrative suizidaler Personen wie z.B. „Suizid ist die einzige Wahl, die ich habe (Tunnelblick)“ zusammen (S.?108). In der eigenen Praxis bevorzugt der Autor einen bewährten Stufenplan für die klinisch-anamnestische Untersuchung (S.?109). Ein „Safety Plan“ rundet den Artikel ab, der dazu dient, die akute Gefahr einer Selbsttötung zu erkennen und zu reduzieren.

Zu Hauptteil 3

Der Hauptteil 3 ist überschrieben mit „Postvention“. Es geht in mehreren Kapiteln um das wichtige Thema der Suizidhinterbliebenen mit ihren Schwierigkeiten im Trauer- und gesellschaftlichen (Re)Integrationsprozess.

Onja T. Grad aus Ljubljana (Slowenien) fasst in Kapitel 9 „Suizidhinterbliebene im Kulturvergleich“ wichtige Ergebnisse zusammen. Die interkulturellen Studien sprechen vorherrschend eher für Tadel, Vermeidung und weitere negative Reaktionen den Suizidhinterbliebenen gegenüber. Auch die zugeschriebenen Ursachen für einen Suizid sind kulturabhängig, von Dämonen und bösen Geistern bis zu biologischen und psychodynamischen Erklärungen.

Annette Erlangsen (Dänemark; USA) trägt in Kapitel 10 „Evidenz-basierte Befunde zum Trauern nach Suizid“ bei. Sie bezieht sich dabei auf große administrative Datenbestände zu diesem Thema im Vergleich zu Daten aus der Allgemeinbevölkerung. Besonders fokussiert werden Studien zu Trauer von Kindern, von Eltern und Partnern nach Suizid. Vorgestellt wird ein duales Prozessmodell, nach dem die Trauer zwischen den Polen „Verlust (loss)-orientiert“ und „Erholungs (restoration)-orientiert“ oszilliert. Dieses Modell spricht für ein Coping, mit dem der Schmerz (grief) der Hinterbliebenen besser zu überwinden ist.

Kapitel 11 rundet den Haupteilt 3 „Postvention“ mit einem Interventionsmodell zur Reintegration von Suizidhinterbliebenen ab. Entwickelt und praktiziert wurde es im Rahmen einer Doktorarbeit am Slowenischen Zentrum für Suizidforschung. Referiert wird es von Vita Poštuvan (ebendort). Es nennt sich das „Growing Flower Model“ und wurde in einer qualitativen Studie erprobt. Ausgehend von der trauernden Person im Zentrum werden verschiedene Ebenen der Reintegration unterschieden, an deren Umsetzung verschiedene Helferkreise beteiligt sind.

Zu Hauptteil 4

Das Sammelwerk schließt im Hauptteil 4 unter der Überschrift „Zukunft“ mit dem Beitrag „Zukünftige Ausrichtungen der Suizidforschung und Prävention“ von De Leo ab (Kapitel 12). Dem Beitrag kommt in seiner Funktion als Überblick und Resümee eine besondere Bedeutung im Rahmen des Gesamtkonzepts des Werkes zu. Der Autor beginnt mit einer Bestandsaufnahme bisheriger Errungenschaften der Suizidprävention. Unterschieden wird nach Leistungen in der Forschung, der Politik und in der Praxis. Hier geht es zum einen um die Wirkung nationaler Suizidpräventionsprogramme (mit „unklarer Evidenz“, S.?146) und zum anderen um therapeutische Effekte mit unterschiedlicher Methoden bei suizidalem Verhalten. Abgeleitet wird aus der Bestandsaufnahme die Frage, „welche Leistungsziele in überschaubarer Zukunft in der Suizidprävention erreicht werden sollten.“ In der Forschung ist es die Verbesserung von Überprüfungsmechanismen wie die Standardisierung der Begrifflichkeit (Nomenklatur), der Aussagekraft und Zuverlässigkeit von Datenregistern und vor allem um die Untersuchung von protektiven Faktoren als Gegengewicht zur einseitigen Untersuchung von Risikofaktoren in der Suizidprävention. Die Verbesserung der Erhebung protektiver Daten ist nach Ansicht des Autors für künftige ätiologische Suizidforschung „imperativ“, ebenso die rigorose Evaluation erfolgversprechender Suizidpräventionsprogramme. In einem Schaubild (S.?151) fasst der Autor seine Vorstellungen zum Fortschritt in der Suizidforschung noch einmal kondensiert zusammen. Weitere Zukunftsdirektiven in Richtung Suizidprävention entwirft De Leo für die Bereiche Politik und Praxis. Angesprochen wird die allgemeine Gesundheitspolitik als Element genereller Suizidprävention und die Bedeutung des Internets mit seinen Risiken und Potenzialen.

Diskussion

Das Sammelwerk umgreift ein weites Spektrum von thematischen Aspekten der Suizidforschung und Suizidprävention. Ihm zugrunde liegt eine Auswahl von Kongressbeiträgen internationaler Autorinnen und Autoren, die nicht nur in der Fachwelt weitgehend bekannte empirische Daten und Erkenntnisse präsentieren, sondern auch kritisch Stellung nehmen zu methodologischen Fragen der Suizidforschung, zum Wirkungsgrad bisheriger Suizidpräventionsprogrammen und Projekte, vor allem auch zu Zukunftsaufgaben, die in Forschung und Präventionspraxis einer genaueren und verbesserten Bearbeitung und Überprüfung bedürfen. Dies wird vor allem im letzten Beitrag von De Leo mit Umsicht und langjähriger Erfahrung geleistet. Zu enge Diagnose- und Behandlungspraktiken, die psychische Störungen als präformierte Ursache für suizidale Handlungen verstehen, werden in mehreren Beiträgen einer kritischen Betrachtung unterzogen. Das gilt auch für eine Überbetonung von Risikofaktoren in rein quantitativ angelegter Suizidforschung, die den Tiefenschichten und dem subjektiv geprägten Prozesscharakter von Suizidalität nur unzureichend näherkommen. Angemahnt werden die Erforschung und der Einbezug von protektiven Wirkfaktoren, die bei Präventionsstrategien stärker als bisher Berücksichtigung finden müssen.

Formal und gliederungstechnisch ist das Werk von ausgezeichneter Qualität. Nach jedem Beitrag wird ein ausführliches und aktuelles Literaturverzeichnis angefügt. Wie von einem Werk dieser Art zu erwarten, werden im Text Daten, wissenschaftliche Befunde und Einlassungen durch Literaturquellen gut und mehrfach belegt.

Anmerkung: Zu beobachten ist auch bei diesem Sammelwerk wieder einmal, dass nur wissenschaftliche Veröffentlichungen in englischer Sprache die Chance haben, international zur Kenntnis genommen und verarbeitet zu werden. Außer dass der Kreis um Hegerl und die Wiener Forschungsgruppe, die in englischer Sprache publizieren und deshalb auch zitiert werden, findet sich keine Zitationsstelle im Text, die auf eine deutschsprachige Publikation zurückgeht. Daraus folgt, dass Forschung und Prävention in deutschsprachigen Ländern zur Suizidproblematik nur dann zur Kenntnis genommen wird, wenn sie in englischsprachigen Fachorganen erscheinen.

Fazit

Insgesamt liefert der Sammelband eine Menge lehrreicher und interessanter Aspekte, die für die Suizidforschung und Praxis der Suizidprävention bedenkenswert und für die Zukunft stimulierend wirken können. Die Vielfalt der Themen und wissenschaftlichen Positionen wird deutlich. Sicherlich ist auch der Haupttitel zutreffend, wenn von „Ressourcen für die Suizidprävention“ gesprochen wird. Auch der Anspruch im Untertitel, dass es durch die Ergebnisse und Argumentationen in den Beiträgen zu einem „Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis“ kommt, kann im Wesentlichen nachverfolgt werden. Kritisch anzumerken ist allerdings, dass das Werk in sprachlicher und inhaltlicher Hinsicht primär für bereits mit dem Thema Vertraute geschrieben und von den Herausgebern konzipiert wurde. Ob die Absicht sich bewahrheitet, dass mit dem Buch „food for thought to lay people …“, die im Vorwort von De Leo an erster Stelle genannt werden, zur Verfügung gestellt wird, kann nach Ansicht des Rezensenten doch in Zweifel gezogen werden.

English version, translated from German version by Claudia Mehlmann

Subject

Suicide risk, suicide and suicide prevention remain a challenge for the health care system, clinical therapeutic practice, the community-promoting forces in society as well as for individuals, groups and institutions, that provide stability, support and understanding, which can not be underestimated.

The present volume comprises contributions from numerous authors who have been invited to participate in scientific conferences, held annually since 2009 by the Slovenian Center for Suicide Research. The conferences are named TRIPLE i. This stands for the threefold concern of the conferences to demonstrate and promote intuition, imagination and innovative ideas in theory and practice of suicide. The intention of the editors is to provide food for thought to lay people, practitioners, researchers and all those 'who come in contact with the tragedy of suicide'. A little pathetic the preface reads as follows: New ideas and interventions should be stimulated, 'which can be useful in the difficult fight against suicidal behaviour, a struggle that requires the active participation of everyone'.

Note: The book is written in English. It presupposes a linguistic reader who does not hesitate to familiarize him-/herself with the respective specialist terminology, arguments and phrases. All translations into German are from the reviewer.

Editors

The editirs are: Dr. Diego De Leo, emeritus Professor of Psychiatry, Griffith University, Australia, and Director of the Slovenian Center for Suicide Research. He is one of the longstanding and world famous suicide and prevention researchers, who was among others President of the International Association for suicide prevention (IASP) and consultant for the World Health Organization (WHO).

Dr. Vita Poštuvan is an Assistant Professor of psychology and Assistant Director of the aforementioned Research Centre in Slovenia.

At this point it would lead too far to mention here all the other authors. They can be accessed through the table of contents at the Deutsche Nationalbibliothek.

Structure

The anthology is divided into four main sections with respective chapters.

To Part 1

The main part is titled 'What have we achieved so far?'

In chapter 1 Enrique Baca-Garcia and Victoria de Leon-Martinez, both teaching and researching at Spanish and American universities, give an overview of contents of suicidological theory, research and practice, from a quantitative perspective under the title 'Translating research into practice'.

One focus of most contributions, that should already be mentioned here, is the treatment of results and developments in suicide prevention.

In chapter 2, Heidi Hjelmeland, from Trondheim (Norway), discusses the same topic as in chapter 1 from a qualitative perspective. She criticizes the inadequacy of purely quantitative research in long explanatory chains and opposes it to the advantages of the qualitative research. These are mainly that the intentional, meaningful aspects of suicidal events can be recorded. Quantitative methods need to be supplemented by qualitative ones, not least because this makes it easier to translate research into suicide prevention practice.

To Part 2

Main part 2 turns to the "interventions".

Chapter 3, written by Maurizio Pompili from Rome, is closely connected with the topic 'Investigation of the Phenomenology of the Suicide' in chapter 2. The essence of the article is the conclusion that a psychiatric disorder diagnosis alone is not sufficient to understand the emergence of suicidality. The angle must be extended to other components, especially to that of unbearable 'psychological pain' (according to Shneidman) as the deep reason for suicide.

Chapter 4 proposes the topic 'Investigating the Effectiveness of Suicide Prevention Programmes' in a concise and unambiguous manner. It was writen by Ella Arensman from Cork (Irland). After reviewing the literature, she succinctly concludes that no significant effect of the programmes for men and women in the 'working age group' was found. There are some indicators of the effectiveness of suicide prevention programmes for young and old people (p. 57/58). Also in individual areas of prevention, e.g. in the restriction of suicide, in awareness and training camps related to depression and suicidal behaviour, moderate improvements occur. It is generally recommended not only to rely on the results analysis, but to focus more strongly on the process evaluation than in the past.

Chapter 5 following chap. 4 deals with a programme launched by Hegerl (Leipzig) and other contributors across Europe. It is called 'The European Alliance Against Depression' (EAAD) and intends to provide improved care for depressed patients and a community-based suicide prevention on four levels. The project is based on the well-known competence network depression and suicidality, initiated in Nuremberg and Würzburg as a control region (more details can be found in the bibliography). The EAAD is accompanied by a study on suicide prevention programmes and their implementation in Europe (OSPI-Europe). The basic assumption, represented by Hegerl and his circle, is not unimportant for the reconstruction of all projects, that suicidal acts mainly occur in the context of psychiatric disorders, especially in connection with depression. An important element for suicide prevention is therefore the improved treatment of depression and other psychiatric disorders (p. 66).

In the next chapters two target groups for suicide prevention will be brought into focus.

In chapter 6, Merike Sisak (Tallin, Estonia) deals with 'Suicide Prevention in Adolescents'. A multidimensional approach to preventing suicide among young people is presented after groundwork by epidemiological data, specified under the headings of: Background – What helps? – Who helps? (graph, p. 77). Prevention of suicide among adolescents should take advantage of the synergy effects between three pillars in the lives of young people, such as family, school and friends. This approach is exemplified in a project called 'Gaining and Strengthening Young Lives in Europe' (SEYLE). Among the interventions, young people's awareness training with regard to mental health, healthy lifestyle and crisis management proved particularly promising (further details p. 78-80).

Chapter 7 turns to 'Suicide in Old Age'. It was written by Diego De Leo. First basic aspects such as epidemiological foundations, falsehoods and prejudices against suicide in old age are discussed, as well as a tabular overview of age-related suicide rates in an intercultural comparison. Subsequently, characteristics of the suicidal tendencies in old age are derived. It also tackles the difficulties arising in the context of elderly people seeking help, for example in encounters with doctors and health services. Besides depression and physical disorders, other (cultural, socioeconomic and psychosocial) risks for older people's suicides are also to be considered. The intercultural differences in the age-related suicide rates speak for this. According to the author, the detection of suicide risks in the elderly and their prevention are by no means easier than in other age groups (p. 96).

In chapter 8, Diego De Leo treats the issue of 'Suicide Prevention and the Elderly' in a very practical and application-oriented manner from the aspect of 'clinical management'. These include particularly the items of psychopathology and suicidal behavior in old age, methods of clinical assessment and clinical interventions. Amid all criticism, devices for investigating the suicidality of elderly people, such as the geriatric depression scale, are presented. The author considers it a myth that 'the suicide could be reduced if there were increased risk investigations and corresponding treatment' (p. 106). Standard procedures are not sufficient. The clinical interview remains indispensable. As an aid to discussions he gathers examples of narratives by suicidal people, e.g. 'suicide is the only option I have (tunnel vision)' in a graph (p. 108). In his own practice, the author prefers a proven step-by-step plan for the clinical-anamnestic examination (p. 109). A 'safety plan' completes the article which serves to recognize the acute danger of a suicide and to reduce it.

To main part 3

The main part 3 is titled „Postvention“. It involves the important topic of suicide survivors with their difficulties in the grieving and social (re)integration process in several chapters.

Onja T. Grad from Ljubljana (Slowenia) summarizes important results in chapter 9 'Suicide Survivors in Cultural Comparison'. The intercultural studies predominantly favour reprimand, avoidance and other negative reactions towards the suicide surviving dependants. This applies as well to the ascribed causes for a suicide depending on culture, on demons and bad minds up to biological and psychodynamic explanations.

Annette Erlangsen (Denmark; USA) contributes to chapter 10 with 'Evidence-based findings to grieve after suicide'. Here she refers to big administrative data supplies on this subject in comparison to data from the general population. Especially studies on grief of children, of parents and partners after suicide are focused. A dual process model is presented, according to which grief oscillates between the poles 'loss-oriented' and 'restoration-oriented'. This model favours a coping where grief of the surviving relatives can easier be overcome.

Chapter 11 completes the main part 3 'Postvention' with an intervention model for the reintegration of suicide survivors. It was developed and practiced in the context of a PhD thesis at the Slovenian Centre for suicide research. It is reported by Vita Poštuvan (just there), called the 'Growing Flower Model' and has been tested in a qualitative study. Starting with the grieving person in the center, different levels of reintegration are differentiated, with the implementation of different circles of helpers involved.

To main part 4

The compilation completes main part 4 under the heading 'Future' with the contribution of 'Future orientations of the suicide research and prevention' by de Leo (chapter 12). In his function as an overview and summary, the contribution attaches a special importance within the framework of the entire concept of the work. The author begins with a survey of previous achievements in suicide prevention. It is distinguished according to achievements in research, policy and practice. On the one hand, this is about the effect of national suicide prevention programmes (with 'unclear evidence', p. 146) and on the other about therapeutic effects with different methods for suicidal behaviour. Derived from the survey, the question arises 'which targets should be achieved in the foreseeable future in suicide prevention.' In research it is the improvement of the review mechanisms such as the standardisation of terminology (nomenclature), the validity and reliability of data registers, and in particular the study of protective factors as a counterweight to the one-sided investigation of risk factors in suicide prevention. According to the author, the improvement of the collection of protective data is 'imperative' for future etiological suicide research, as is the rigorous evaluation of promising suicide prevention programmes. In a diagram (p.151), the author summarizes his conceptions of progress in suicide research again in a condensed form. De Leo is also working on other future directives in the sense of suicide prevention within the fields of politics and practice. The general health policy is addressed as an element of general suicide prevention and the importance of the internet with its risks and potentials.

Discussion

The collection encompasses a wide range of thematic aspects regarding suicide research and suicide prevention. It is based on a selection of congress contributions by international authors, which not only present empirical data and findings that are largely known in the professional world, but also critically comment on methodological questions of suicide research, on the efficiency of previous suicide prevention programmes and projects, especially on future tasks, that in research and prevention practice require more precise and improved processing and verification. This is mainly done in the last contribution by De Leo with prudence and many years of experience. Too narrow diagnosis and treatment practices, which perceive mental disorders as a preformed cause for suicidal actions, are subjected to a critical examination in several contributions. This also applies to an overemphasis on risk factors in purely quantitatively defined suicide research, which is inadequately approaching the depth layers and the subjectively shaped process character of suicidal behaviour. The research and the inclusion of protective effects that have to be taken into account in prevention strategies more strongly than before are being considered.

The work is of excellent quality both in terms of form and classification. A detailed and up-to-date bibliography is added to each contribution. As to be expected from a work of this kind, the text provides a good and multiple record of data, scientific findings, and sources of literature.

Remark: It is also to be observed once more in this collection, that only scientific publications in the English language have the opportunity to be internationally recognized and processed. Apart from the fact that the circle around Hegerl and the Viennese research group, who are published in English, are therefore also quoted, there is no place of citation in the text that goes back to a German-language publication. Thus it appears that research and prevention in German-speaking countries are only taken into account when dealing with suicide problems, if they appear in English-speaking specialist publications.

Summary

Altogether the anthology provides a lot of interesting and instructive aspects, which can be of great interest for the research of suicide and practice of suicide prevention and can have a stimulating effect on the future. The diversity of topics and scientific approaches becomes evident. Certainly, the main title is true if one speaks of 'Resources for suicide prevention'. The demand in the subtitle, that the results and arguments in the contributions may lead to a 'bridging between research and practice', can essentially be followed. However, one critical fact is, that the work has been written (regarding language and content) and was designed primarily for people already familiar with the topic. Whether the intention is true that the book 'food for thought to lay people ..', which is given in the preface of De Leo in the first place, is provided, may be doubted according to the reviewer's opinion.


Rezensent
Prof. Dr. phil. Norbert Erlemeier
Ehem. Mitglied und Sprecher der AG Alte Menschen im Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland
E-Mail Mailformular


Kommentare

Anmerkung der Redaktion:

Die Übersetzung wurde gefördert durch den Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. (FFS). Ermöglichen Sie weitere Übersetzungen durch Ihre Spende an den FFS


Alle 25 Rezensionen von Norbert Erlemeier anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Norbert Erlemeier. Rezension vom 31.07.2017 zu: Diego De Leo, Vita Poštuvan (Hrsg.): Resources for suicide prevention. Bridging research and practice. Hogrefe Publishing GmbH (Göttingen) 2017. ISBN 978-0-88937-454-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23055.php, Datum des Zugriffs 18.10.2017.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Schon 13 000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft

Gehören Sie auch schon dazu?

Ansonsten jetzt für den Newsletter anmelden!