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Nikola Hübsch, Kristin Wardetzky (Hrsg.): Zeit für Geschichten

Cover Nikola Hübsch, Kristin Wardetzky (Hrsg.): Zeit für Geschichten. Erzählen in der kulturellen Bildung. Schneider Verlag Hohengehren (Baltmannsweiler) 2017. 219 Seiten. ISBN 978-3-8340-1680-5. D: 19,80 EUR, A: 20,40 EUR.
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Thema

Das Buch ist das Ergebnis zweier Symposien zum Thema Erzählkunst.

Herausgeberinnen

Die Herausgeberin Nicola Hübsch ist professionelle Erzählerin mit vielfältigen interkulturellen Erfahrungen, Kristin Wardetzky ist Professorin an der UDK Berlin u.a. mit künstlerischem Erzählen in Theorie und Praxis beschäftigt.

Aufbau

Der Aufbau des Buches orientiert sich an den beiden Symposien.

Das erste Symposion (2015) widmete sich dem Thema „Erzählen und kulturelle Bildung – Modelle, Konzepte, Utopien“, das zweite dem Thema „Erzählen in Zeiten kultureller Vielfalt – Modelle, Konzepte, Utopien“.

Dabei standen beim ersten Symposion Erzählerinnen und Erzähler in Schule und Kindergarten im Mittelpunkt, im zweiten standen Erfahrungen in unterschiedlichen Feldern der soziokulturellen Praxis und der außerschulischen kulturellen Bildung im Fokus.

Das vollständige Inhaltsverzeichnis findet sich unter https://d-nb.info/112322787x/04.

Ausgewählte Inhalte

Die vielfältigen Vorträge beider Symposien können nur exemplarisch angedeutet werden, da dies ansonsten den Rahmen einer Besprechung sprengen würde. Beispiele für Vorträge des ersten Symposions:

  • Erzähler als Volksbildner in historischen Erzähltraditionen,
  • sinnstiftende Aspekte des Erzählens,
  • verschiedene Schulprojekte und Weiterbildungsmöglichkeiten für LehrerInnen zum Erzählen.

Dabei werden auch Beispiele aus Willkommensklassen vorgestellt.

Im zweiten Teil des Buches sind u.a. Themen:

  • Erzählen und Identitätsbildung,
  • Erzählen in Curricula zur außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit,
  • Erzählen in der Arbeit mit Geflüchteten,
  • Erzählen in einer heilpädagogischen Wohngruppe,

Länderübergreifende Projekte werden vorgestellt oder auch unter dem Schlagwort „Erzähler ohne Grenzen“ ein Netzwerk für die Arbeit in Krisengebieten. Abgeschlossen wird dieser Abschnitt mit einem Memorandum „Erzählen in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung“ mit der Forderung der Verankerung des Erzählens in der Kinder- und Jugendbildung.

Diskussion

Die Zusammenstellung von Vorträgen zu einem Buch dient ja zunächst der Selbstvergewisserung der Teilnehmenden über die Inhalte einer Tagung und hier auch um den aktuellen Stand der Erzählkunst sichtbar zu dokumentieren. Das aufwendig gestaltete und mit vielfältigen Fotografien bereicherte Buch leistet jedoch mehr: für Fachfremde gibt es einen faszinierenden Einblick in die vielfältige insbesondere interkulturelle Praxis der Erzählkunst in Kindergarten, Schule und in der außerschulischen Bildungsarbeit. Dabei „lebt“ das Buch auch von den vielfältigen biographischen und beruflichen Hintergründen der Vortragenden, die interessante und vielschichtige Blickweisen zum Thema Erzählkunst eröffnen.

Fazit

Für Fachkräfte im Bildungsbereich, die sich bisher mit dem Thema Erzählkunst nicht beschäftigt haben, bietet dieses Buch vielfältige Anregungen gerade für die interkulturelle Bildungsarbeit.


Rezensent
Prof. Ulrich Paetzold
Professor für Psychologie an der Hochschule Lausitz, Fachbereich Sozialwesen in Cottbus. Neben interkulturellen Fragen sind Schwerpunkte in der Lehre: sexueller Missbrauch, Klinische Psychologie, Beratung. Zusatzqualifikationen: Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie verschiedene kognitive Therapieverfahren.
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Zitiervorschlag
Ulrich Paetzold. Rezension vom 26.02.2018 zu: Nikola Hübsch, Kristin Wardetzky (Hrsg.): Zeit für Geschichten. Erzählen in der kulturellen Bildung. Schneider Verlag Hohengehren (Baltmannsweiler) 2017. ISBN 978-3-8340-1680-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23067.php, Datum des Zugriffs 21.09.2018.


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