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Petra Hampel, Franz Petermann: Cool bleiben - Stress vermeiden

Rezensiert von Prof. Dr. phil. Barbara Wedler, 06.12.2017

Cover Petra Hampel, Franz Petermann: Cool bleiben - Stress vermeiden ISBN 978-3-621-28385-4

Petra Hampel, Franz Petermann: Cool bleiben - Stress vermeiden. Das Anti-Stress-Training für Kinder. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2017. 3., vollständig überarbeitete Auflage. 226 Seiten. ISBN 978-3-621-28385-4. D: 42,95 EUR, A: 44,40 EUR, CH: 55,80 sFr.
Mit Arbeitsmaterial
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Thema

Das Manual repräsentiert ein Anti-Stress-Training (AST) für Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren.

Autorin und Autor

Prof. Dr. Petra Hampel lehrt und forscht an der Europa- Universität Flensburg und leitet die Abteilung für Gesundheitspsychologie und -bildung.

Prof. Dr. Franz Petermann ist Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Diagnostik an der Universität Bremen. Beide sind ausgewiesene TrainerIn und ForscherIn auf dem Gebiet der (psychischen) Gesundheit i.w.S.

Entstehungshintergrund

Kinder erleben zunehmend ihren (Schul)Alltag als stressreich und benötigen Hilfen bei der Stressbewältigung. Dieses kognitiv-behaviorale Stressmanagementtraining vermittelt Kindern diverse Techniken zum Stressabbau. Die vorliegende dritte Auflage beinhaltet die aktualisierte Version des AST inclusive Arbeitsmaterialien sowie methodischer Trainingsanleitungen.

Aufbau

Inhaltlich wird das Manual wie folgt untergliedert:

  • Vorwort zur 3. Auflage
  • Einführung
  • I. Grundlagen
  • II. Manual
  • III. Anhang
  • Hinweise zum Arbeitsmaterial
  • Literatur
  • Sachwortverzeichnis

Inhalt

Im Vorwort verweisen die AutorIn auf die Notwenigkeit eines multimodalen Stressbewältigungstrainings für Kinder und benennen die Entwicklungen seit den ersten beiden Auflagen. Gleichzeitig danken sie allen Unterstützern bei der Erarbeitung des AST sowie der Entstehung dieser 3. Auflage.

An die Einführung schließt sich der Grundlagenteil an.

Zur Veranschaulichung der Problemlage werden anhand von Studien die häufigsten Symptome für Stress bei Kindern aufgezeigt. Zwei Fallbeispiele veranschaulichen zuvor benannte belastende Faktoren.

Für das Verständnis von Stress im Allgemeinen und bei Kindern im Besonderen sowie als theoretische Basis des AST knüpfen Hampel und Petermann an das Erklärungsmodell von Lazarus an. Wesentliche, zu berücksichtigende, Erkenntnisse sind die geschlechts- und altersspezifische Bewältigungsstrategien von Kindern.

Standardisierte Behandlungsansätze werden einer kritischen Würdigung unterzogen. Sensorische, imaginative sowie kognitive Entspannungsverfahren werden in wesentlichen Aspekten beschrieben. Auf neuere Ansätze, die auf dem Konzept der Achtsamkeit aufbauen, gehen die VerfasserIn ebenfalls ein. In einem kurzen Überblick führen Hampel und Petermann in kognitiv-behaviorale Interventionsprogramme für Kinder und Jugendliche ein. Allen Programmen fehlt die „individuell angepasste Auswahl der Behandlungsmethoden“ (S. 43). Zusammenfassend wird festgehalten, dass zur Indikation für ein Stressbewältigungstraining noch immer wenige Befunde zugrunde liegen.

Zunächst setzen sich Hampel und Petermann mit der Messung von Stressverarbeitung sowie -reaktivität bei Kindern auseinander. Es werden verschiedene Verfahren vorgestellt und abschließend kurz auf die Belastungsindikation eingegangen.

Für den Stressabbau wird das Stressimpfungstraining vorgestellt, welches als Trainingskonzeption dem AST zugrunde liegt. Wesentlich ist den AutorIn, die kindlichen Schutz- und Risikofaktoren sowie psychischen Belastungen im AST zu berücksichtigen.

Das Vorgehen des AST zielt in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen jeweils sowohl auf Stressreduktion als auch-managment, schließlich auf die Stressverarbeitung. Für das Training entschieden sich Hampel und Petermann für verschiedene verhaltenstherapeutische Methoden. Dabei sind die Trainingselemente kombinierbar, um so Bewältigungsmaßnahmen flexibel anwenden zu können. Die Hauptelemente werden vorgestellt und auf die weiteren Trainingsmaterialien verwiesen, die zum Download zur Verfügung gestellt werden.

Die Evaluationsergebnisse ergeben sich aus Pilotstudien früherer Versionen und zwei Wirksamkeitsstudien zum AST.

Im Manual werden die verschiedenen Versionen des Interventionsprogramms detailliert vorgestellt. Das sind konkret das

  • AST mit Elternbeteiligung,
  • AST ohne Elternbeteiligung,
  • AST-Kurzversion,
  • AST als Baustein für andere Interventionsprogramme,
  • der Auffrischungskurs,
  • AST für Erstklässler,
  • AST in der stationären Rehabilitation sowie
  • der Elternabend.

Im Einzelnen erläutern die AutorIn die Zielsetzung, den Trainingsaufbau und beschreiben die einzelnen Sitzungen.

Entscheidend im Anhang sind die Hinweise auf die einzelnen Arbeitsmaterialien und deren online-Zugang.

Diskussion und Fazit

Hampel und Petermann führen wissenschaftlich fundiert und sehr einfühlsam in das Phänomen des Stresses insbesondere in das Stresserleben sowie -verarbeiten durch Kinder und Jugendliche ein. Die AutorIn stellen vier Trainingsprogramme vor, die sich je nach Altersgruppe und Setting unterscheiden. Diese wiederum werden zusätzlich unterteilt, sodass die RezipientInnen detaillierten Einblick in sieben unterschiedliche Trainingsangebote anbieten.

Dass Hampel und Pertermann WissenschaftlerIn und PraktikerIn zugleich sind, kommt diesem Manual sehr entgegen. Sowohl die theoretischen Ausführungen als auch die Handlungsanleitungen werden bereichert mit statistischem Material, Abbildungen, Tabellen und Arbeitsmaterialien. Die einzelnen Trainingsvarianten werden kurz eingeführt und dann Schritt für Schritt vorgestellt. Das benötigte Arbeitsmaterial wird zum Download bereitgestellt. Dank dieses anwendungsbereiten Manuals können sich Fachpersonen wie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und auch angrenzende Berufe mit entsprechender Qualifikation wie Sozialarbeiter in das AST einarbeiten, ggf. anpassen und selbst für die entsprechenden Zielgruppen anbieten.

Stress vermeiden – damit kann Mensch nicht früh genug beginnen, im Grunde bereits in der Kindheit. Und gelingt es nicht, Stress zu vermeiden, dann hilft es cool zu bleiben. Und die Kinder (8-13 Jahre), denen beides noch nicht gelingt, finden Spaß und Unterstützung beim Entwickeln ihrer Stressbewältigungsstrategien. Die theoretischen Ausführungen orientieren sich hauptsächlich an Lazarus. Bei der Begründung sowie Erarbeitung von Stressbewältigungsprogrammen greifen die VerfasserIn u.a. auf eigene Vorarbeiten sowie Evaluationen zurück. Hampel und Petermann legen entsprechende Trainingsmanuale vor, die zum Nachahmen befähigen. Beiden Autoren ist zu danken, dass diese ihr Wissen sowie ihre Erfahrungen mit dem AST für Kinder mit den LeserInnen teilen. Dieses Buch/ Training gehört absolut in das Repertoire entsprechender FachkollegInnen – im Interesse unserer Kinder.

Rezension von
Prof. Dr. phil. Barbara Wedler
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Zitiervorschlag
Barbara Wedler. Rezension vom 06.12.2017 zu: Petra Hampel, Franz Petermann: Cool bleiben - Stress vermeiden. Das Anti-Stress-Training für Kinder. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2017. 3., vollständig überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-621-28385-4. Mit Arbeitsmaterial. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23153.php, Datum des Zugriffs 14.08.2022.


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