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Kathrin Nürge: Starke Erzieher - starke Kinder

Cover Kathrin Nürge: Starke Erzieher - starke Kinder. Eigene Ressourcen entdecken und einsetzen. Burckhardthaus Laetare Körner Medien UG (München) 2017. 240 Seiten. ISBN 978-3-944548-24-1. D: 19,95 EUR, A: 20,50 EUR.
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Thema

Der Arbeitsalltag von Erzieherinnen und Erziehern fordert heutzutage jede Menge an Kompetenzen, Engagement und Flexibilität. In diesem Buch wird darauf eingegangen, dass die Fachkräfte die Fülle an Aufgaben nur dann gut erledigen können, wenn es ihnen selbst gut geht. Die eigenen Ressourcen, die in jedem von uns stecken, zu entdecken und gut einzusetzen, will die Autorin unterstützen.

Autorin

Kathrin Nürge ist Diplom Sozialpädagogin und hat jahrelange Erfahrungen als Leitungskraft in verschiedenen Kindertagesstätten, als Fachschullehrerin und als Referentin für Fortbildung im Elementarbereich gesammelt.

Aufbau

Nach einer Einstimmung werden in zwölf Kapiteln verschiedene Aspekte zu den eigenen Ressourcen behandelt, aber auch die Ressourcen die in einem Team gefunden und gestärkt werden können. Auch wird darauf eingegangen, inwieweit die Stärkung der eigenen Persönlichkeit Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder, mit denen man zu tun hat, nehmen kann. Mit einer Danksagung der Autorin und Literaturverzeichnis endet das Buch.

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Inhalt

In der Einstimmung erläutert Kathrin Nürge den Zusammenhang von Selbsterziehung und Selbstwerdung für ein gutes Miteinander von Erwachsenen und Kindern. Sie stellt die Bedeutung von einem entwicklungsförderlichen Umgang mit sich selbst heraus und verweist darauf, dass sie in ihrem Buch durch vielfältige Übungen, Beispiele, Geschichten, Gedichte und Zitate die Leserinnen ermuntern möchte, sich auseinanderzusetzen.

Das erste Kapitel trägt den Titel „Eigene Ressourcen und Fähigkeiten nutzen“ und geht ein auf die jedem eigene Persönlichkeit und die häufig anzutreffende Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die Ressourcen für „…ein Leben in Fülle“ benennt die Autorin als Soziale, Emotionale, Kognitive und Motorische Ressourcen.

Im zweiten Kapitel geht Katrhin Nürge auf verborgende Ressourcen ein, die in jedem Menschen schlummern – uns aber nicht immer bewusst sind. Sie lädt auch hier mit Übungen dazu ein, sich auf die sehr persönliche Suche nach den verborgenen Ressourcen zu machen.

In Kapitel drei und vier geht es darum persönliche Schwächen und Stärken zu erkennen und zum Beispiel mittels Konzepten aus der Transaktionsanalyse zu bearbeiten. Und auch darum, die Bedeutung von Werten und Normen für den eigenen Entwicklungsprozess einordnen zu können.

Kapitel fünf beschäftigt sich mit dem sogenannten „inneren Kind“. Dieses Kind, dass wir alle in uns finden können, da unsere eigenen frühen Erfahrungen damit gemeint sind, kann unsere Entscheidungen im Umgang mit Kindern beeinflussen. Daher beschäftigt sich dieses Kapitel mit der Frage, wie ich mich meinem „inneren Kind“ (wieder) nähern kann.

Das sechste Kapitel nimmt die eigene Persönlichkeit in den Blick und möchte dazu ermuntern, die eigenen Standpunkte zu erkennen und diese auch vor anderen vertreten zu können.

In den Kapiteln sieben bis neun geht es zusammengefasst um verschiedene Aspekte von Zusammenarbeit im Team. Es werden die Ressourcen, die in jedem Team vorhanden sind, betrachtet, es werden Team-Prozesse in den Blick genommen und diverse Methoden zur Team-Entwicklung vorgestellt.

Kapitel zehn betrachtet die persönlichen Ressourcen, die für den Aufbau von positiven Beziehungen zu Kindern wichtig sind. Dazu gehören die eigene Bildungsgeschichte und auch die Persönlichkeitsentwicklung.

Im elften Kapitel werden diese persönlichen Ressourcen in den Zusammenhang gestellt zum Umgang mit den Eltern. Dazu wird das „Bild von Eltern“ betrachtet und die Veränderung von „Elternarbeit“ zu einer „Erziehungspartnerschaft“ in den Blick genommen.

Das zwölfte Kapitel stellt den Abschluss des Buches dar, in dem die Autorin hier auf das „Prinzip des Seins“ eingeht.

Diskussion

Die Veröffentlichung ist an unzähligen Stellen gespickt mit Zitaten von bedeutsamen Menschen und Pädagogen. Alleine im ersten Kapitel finden sich zehn Zitate! Leider wirkt diese Masse auf mich eher ernüchternd. Das (Berufs)Leben lässt sich zumeist nicht mit klugen Zitaten (und klug, sind die meisten tatsächlich) verändern. Hier hätte das Motto „Weniger ist mehr“ der Veröffentlichung sehr gutgetan.

Positiv hervorheben möchte ich die ebenso fast unzähligen Methoden und Anleitungen zur Selbstreflexion, die Kathrin Nürge in ihrem Werk zusammengetragen hat. Ob für die eigene Persönlichkeit oder auch die Zusammenarbeit mit dem Team und den Eltern – es finden sich in jedem Kapitel Anregungen dazu, die eigene Haltung / Meinung zu hinterfragen und neue Anregungen dadurch zu erhalten.

Die Veröffentlichung von Kathrin Nürge möchte ich etwas zwiegespalten bewerten. Die Thematik der persönlichen Stärke und der Weiterentwicklung von Ressourcen ist für den Alltag von frühpädagogischen Fachkräften von großer Bedeutung. Ich teile also die Idee der Autorin, die im Titel des Buches schon deutlich wird: Starke Erzieher – starke Kinder. Und einige der vorgestellten Methoden zur Selbst- und Teamreflexion bewerte ich als gut einsetzbar und anregend.

Allerdings glaube ich, dass die Umsetzung des Themas nicht für jede/n Leser/in gelungen ist. Die vielen Zitate von „großen“ Menschen und Pädagogen und die oftmals eher emotionale als fachliche oder rationale Sprachwahl der Autorin vermittelt unterschwellig eine bestimmte Lebens-Haltung, die aus meiner Sicht nicht zwingend mit der Thematik hätte verbunden werden müssen.

Fazit

In der Veröffentlichung von Kathrin Nürge wird der Versuch unternommen, die Persönlichkeit von Erzieherinnen und Erziehern als persönliche Ressource zu erkennen und im beruflichen Alltag einzusetzen. Die Autorin geht hier auf soziale, emotionale, kognitive und motorische Ressourcen des Menschen ein und zeigt auf, wie die Nutzung dieser für den professionellen Umgang mit Kindern und deren Eltern zu einem glücklicheren Berufsleben führen können.

Wer sich von Eigenarten der Darstellung befreien kann oder die Lebens-Haltung der Autorin teilt, findet in dem Buch Starke Erzieher – starke Kinder einige gute Tipps und Anregungen um sich methodisch selbst zu reflektieren oder dies mit dem gesamten Team zu tun.


Rezensentin
Dipl. Soz-Päd. Sonja Alberti
Als Fachberatung und Fortbildnerin im Bereich der Frühpädagogik / Kindertagesstätten tätig. Außerdem Inhaberin von www.kita-campus.de, wo E-Learning-Kurse für Erzieher/innen angeboten werden.
Homepage www.kita-campus.de
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Zitiervorschlag
Sonja Alberti. Rezension vom 21.06.2018 zu: Kathrin Nürge: Starke Erzieher - starke Kinder. Eigene Ressourcen entdecken und einsetzen. Burckhardthaus Laetare Körner Medien UG (München) 2017. ISBN 978-3-944548-24-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23183.php, Datum des Zugriffs 17.10.2018.


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