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Heiko Löwenstein, Mustafa Emirbayer (Hrsg.): Netzwerke, Kultur und Agency

Cover Heiko Löwenstein, Mustafa Emirbayer (Hrsg.): Netzwerke, Kultur und Agency. Problemlösungen in relationaler Methodologie und Sozialtheorie. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2017. 382 Seiten. ISBN 978-3-7799-2729-7. D: 39,95 EUR, A: 41,10 EUR, CH: 51,90 sFr.
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Thema

Der Sammelband „Netzwerke, Kultur und Agency – Problemlösungen in relationaler Methodologie und Sozialtheorie“ zeigt einen tiefen und weiterführenden Einblick in die Diskurse um die drei Schlüsselbegriffe Netzwerke, Kultur und Agency, wobei Agency als eine Art Containerbegriff vorgestellt wird, bei dem u.a. Lesarten wie „Handlungsfähigkeit“ oder „Handlungsmächtigkeit“von Bedeutung sind.

Die Diskurse sind repräsentiert durch drei unterschiedliche Abschnitte, die diesen Band unterteilen und denen jeweils ein einflussreicher Aufsatz Emirbayers (mit Co-Autoren) aus dem American Journal of Sociology in deutscher Übersetzung vorangestellt ist:

  1. So beginnt der erste Abschnitt mit der vielbeachteten Grundsatzanalyse der relationalen Soziologie (S. 74-137).
  2. Anschließend wird das Konzept der Agency aus einer theoretischen Perspektive analysiert (S. 138-285).
  3. Verschiedene Theoretisierungen von Agency werden diskutiert, aus methodologischer Perspektive aufgearbeitet und mit der Debatte zum Kultur-Begriff in Beziehung gesetzt, um daraus Schlussfolgerungen für die Forschungspraxis zu ziehen (S. 286-380).

Das Besondere an dem Band ist die erstmalige deutsche Übersetzung und kritische Reflexion der drei Schlüsseltexte. In den unterschiedlichen Beiträgen dazu werden Konzepte z.B. wie Macht, Sozialisation, Emotion und Identität kritisch beleuchtet.

Herausgeber

Heiko Löwenstein (geb. Hoffmann), Dr. phil., ist Professor für Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Freiburg. Er arbeitet schwerpunktmäßig zu dynamischen Identitätskonzepten und Bewältigungsverhalten aus intersubjektiver Perspektive.

Mustafa Emirbayer ist Professor für Soziologie an der University of Wisconsin in Madison. Er arbeitet schwerpunktmäßig zu sozialer Ungleichheit, sozialem Wandel, historischer Soziologie und Kultursoziologie. Unter anderem wurde er 2009 mit dem Lewis A. Coser Award und 2016 mit dem Theory Prize der American Sociological Association ausgezeichnet.

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus insgesamt dreizehn Beiträgen. Im Sammelband findet sich Beiträge der beiden Herausgeber, wobei jeweils die ersten beiden Beiträge von Löwenstein und Emirbayer einen einleitenden Charakter haben.

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Heiko Löwenstein gibt in diesem ersten Beitrag eine Einführung in die Grundkonzepte Emirbayers, die sich, ergänzt um eine Tabelle und zwei Abbildungen, gerade für Neueinsteiger*innen und Studierende anbietet. Er präsentiert einen Gesamtüberblick zum Buch, indem er Emirbayers Ausführungen mit den Beiträgen der deutschsprachigen Vertreter*innen in Bezug setzt. Die Reihenfolge der einzelnen Beiträge ist nach inhaltlichen Kriterien geordnet. Die allgemeine theoretische Einordnung der „relationalen Soziologie“ wird dargestellt und das Konzept menschlicher Agency und seiner unterschiedlichen Ebenen werden aufgezeigt und erklärt. Zum Ende des Beitrages wird versucht, im Kontext von Agency bezogenen Debatten zu Netzwerkanalyse und Kultur für Methodik und Forschungspraxis Erkenntnisgewinne herauszuarbeiten.

Mustafa Emirbayer zeigt in dem zweiten Beitrag, der den Titel „Manifest für eine relationale Soziologie“ trägt, die theoretischen Perspektiven einer relationalen Sichtweise auf und erörtert die grundlegenden Fragen der empirischen Forschung und des relationalen Ansatzes. Anhand seiner Betrachtung werden verschiedene Fragen der relationalen Soziologie ausgeführt. Durch Emirbayers Ausführungen stellen sich für die Theoriegewinnung neue Erkenntnisse dar. Dabei beschäftigt sich der Autor mit den Schwierigkeiten und Lösungsansätzen der empirischen Forschung. Emirbayers Analyse setzt sich mit den offenen Fragen der relationalen Ansätze auseinander und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Reflexion.

Marco Schmitt zeigt im dritten Beitrag (S. 74-91) „Relationale Theoriebildung. Zum Verhältnis von Emirbayers relationalem Manifest und Whites Theorie von Identität und Kontrolle“ den neueren Ansatz der Netzwerkforschung auf, bei dem es u.a. darum geht, „soziologische Theoriebildung aus einer relationalen Perspektive aus zu denken“ (S. 74). Dabei setzt er sich mit dem vorangegangenen Manifest Mustafa Emirbayers und der ersten Ausgabe von Harrison Whites „Identity & Control“ (1992) auseinander. Schmitt arbeitet auf Grundlage der unterschiedlichen Theoriekonzepte zunächst die Grundannahmen beider Autoren heraus, um anschließend aufzuzeigen, wie die relationale Theoriebildung genutzt werden kann.

Im vierten Beitrag (S. 92-116) mit dem Titel „Manifest für einen Relationalen Konstruktivismus. Zur Konvergenz einer relational-konstruktivistischen Erkenntnistheorie und einer Relationalen Soziologie“ geht Björn Kraus auf Emirbayers Manifest aus epistemologischer Perspektive ein. Er diskutiert den relationalen Konstruktivismus als weder nur auf die Subjektperspektive begrenzt noch ausschließlich auf die Struktur bezogen. Kraus betrachtet „die Relationen zwischen dem einen und dem anderen“ (S. 93) und arbeitet die Bedeutung des Verhältnisses von Akteur*innen und Umwelt heraus. Er kommt schließlich – und dies dürfte für die Soziale Arbeit von großer Relevanz sein – zu einer „relationalen-konstruktivistischen Fassung der Kategorien Lebenswelt und Lebenslage“ (S. 94) und verknüpft dies mit Emirbayers Forderung einer Neuformulierung des Machtbegriffes aus relationaler Sicht.

Markus Gamper vertieft und erweitert diese Debatte in dem fünften Beitrag mit dem Titel Macht aus der Perspektive einer relationalen Kultursoziologie. Eine induktive Theoretisierung am Beispiel der Medici“ (S. 117-137). Anhand des Beispiels der Medici zeigt er aus einer „historisch-soziologischen Betrachtung“ (S. 118) heraus wie „Machtergreifung“ in komplexen Netzwerkstrukturen umgesetzt wurde. Gamper trägt damit in der Analyse der Handlungen und Vernetzungen zur Debatte im Verständnis von Kultur, Netzwerk und Agency bei. In seiner Schlussbetrachtung veranschaulicht er eine mögliche Einbettung des theoretischen Konzepts von Macht, und zwar sowohl in der Kultursoziologie als auch in der Netzwerkforschung.

Emirbayer und Mische analysieren im sechsten Aufsatz „Was ist Agency?“ (S. 138-209) das Theoriekonzept „Agency“ auf mehreren zeitlichen Dimensionen und unter Beachtung differenzierter Teilaspekte. Beide werfen mit ihrer Analyse und den Konzepten „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ einen elementaren Blick auf menschliche Agency. Dabei geben Mische und Emirbayer für die Forschungspraxis Hinweise auf die Rekonstruktion von Agency von Akteur*innen und zeigen die Problemstellung für den Forschungsdiskurs auf. Beide Autor*innen stellen für die empirische Forschung die Herausforderungen für eine Bestimmung von „menschlicher Agency“ (S. 198) und ihren Handlungsoptionen im Spannungsfeld von strukturierenden Beziehungen und Handlungskontexten dar.

Heiko Löwenstein widmet sich im siebten Beitrag der „Identität als Scharnier zwischen Bewusstsein und Agency“ (S. 210-224). Dabei rekonstruiert er erstens die implizite Grundlegung des Identitätsbegriffs nach Mead, die er als verantwortlich für eine „Sprachlosigkeit gegenüber geteilter Emotionalität“ (S. 211) beschreibt, und rekurriert zweitens auf Whites Verständnis von Identitäten und ihren relationalen Kontexten. Der Autor argumentiert, dass es von grundlegender Bedeutung ist, bei der Debatte zu Agency und Identität den Emotionsbegriff systematisch zu berücksichtigen. Anhand der Analyse einer Interviewsequenz aus seinen empirischen Daten versucht er zu veranschaulichen, welche Bedeutung Emotionen hier leisten können. Er sieht sie – zurückgreifend auf den bindungstheoretischen Ansatz Fonagys – als „Bestandteil von Bindungen zwischen Menschen … und Identität als Ergebnis ihrer Interaktion“ (S. 223).

Im achten Beitrag „Verborgene Vorstellungen von ‚Selbst und Agency‘. Humanistisch-pragmatistische und relational-sozialkonstruktionistische Spuren bei Emirbayer und Mische“ (S. 225-250) zeigt Eberhard Raithelhuber durch die Arbeiten von Emirbayer und Mische auf, welche Herausforderungen mit dem Konzept „capacity for agency“ (S. 225) verbunden sind und vergleicht mit einem eigenen Verständnis von Agency dies mit dem Konzept „Selbst“. Er plädiert für „ein soziales, kollektives Verständnis von Agency“ (S. 244), das für die aktuelle Debatte um Agency eine Anschlussfähigkeit hätte und dabei aber nach weiteren Möglichkeiten sucht, Agency zu erforschen.

Matthias Grundmann erklärt in dem neunten Beitrag „Agency und Sozialisation“ (S. 251-269), wie die beiden unterschiedlichen Konzepte von Agency und Sozialisation so gefasst werden können, dass sie stimmig aufeinander bezogen sind, und damit zugrundeliegende Schwierigkeiten behoben werden können. Er beschreibt Agency als „relationale Handlungs-, Ermöglichungs- und Gestaltungsaspekte individueller und kollektiver Lebensführung, die sich aus dem Zusammenspiel personaler und sozialer Ressourcen sowie kontextspezifischer und situativer Verhältnisse ergeben“ (S. 252). Der Autor zeigt durch empirische Studien auf, in welcher Weise und durch welche Faktoren „Wirksamkeits- und Machbarkeitserfahrungen“ (S. XXX) beeinflusst werden. Als ein Beitrag zur „Ermöglichung von Agency“ (S. 265) kommen dabei bestimmte Elemente von Sozialer Arbeit in den Blick.

Im zehnten Artikel mit dem Titel „Habitus und Agency – Anregungen zur Klärung offener Fragen“ (S. 270-285) untersucht Cornelia Helfferich, sich beziehend auf die Theorieperspektive Bourdieus, die „Vorstellung von dem Subjekt, Individuum oder menschlichen Akteur als Träger der Agency“ (S. 270). Helfferich interessieren dabei drei Fragen:

  1. „Kann das Habituskonzept von Bourdieu ein nicht-dualistisches Verständnis von Agency begründen?“ (S. 271ff)
  2. „Sieht Bourdieu das Handeln als durch die Vergangenheit determiniert an? Wie stellt er sich sozialen Wandel vor?“ (ebd.) Und wie ist
  3. „das Verhältnis zwischen sozialtheoretischen und subjektiven Konzepten der Agency von Menschen?“

Die Autorin illustriert anhand empirischer Daten Handlungsmächtigkeit und die „subjektiven Vorstellungen von Wirkmächtigkeit“ (S. 283). Dabei schlägt Helfferich im Schlussteil vor, den „Begriff der Praktiken“ (S. 284) im Bourdieuschen Sinne zu verwenden und spricht in der „linguistischen Agency“ von „Agentivierung“ (ebd.).

Im elften Beitrag „Netzwerkanalyse, Kultur und das Agency-Problem“ (S. 286-336) von Mustafa Emirbayer und Jeff Goodwin werden verschiedene Modelle der Netzwerkforschung vorgestellt. Diese unterscheiden sich dahingehend, wie die im diesem Buch zentral gewürdigten Begriffe Kultur, menschliche Agency und soziale Struktur in die Analyse unterschiedlich beachtet und in Zusammenhang miteinander gebracht werden. Nach einer ausführlichen theoretischen und historischen Darstellung der Netzwerkanalyse wird dieses durch beide Autoren anhand von prägnanten Studien illustriert und kritisch diskutiert. Dabei wird der Fokus auf „analytische Kategorien“ gelegt. Emirbayer und Goodwin verfolgen die These „… dass wenn diese neue Form strukturalistischer Forschung – in allen drei Versionen – einen effektiveren Weg bietet, soziale Interaktion zu beschreiben …, ein adäquates Erklärungsmodell für die eigentliche Formierung, Reproduktion und Veränderung sozialer Netzwerke…“ (S. 288) benötigt wird.

Im zwölften Beitrag mit dem Titel „Theoretische und methodologische Perspektiven auf Agency und relationale Soziologie im Spannungsfeld zwischen Strukturalismus und Pragmatismus“ (S. 336-354) von Rainer Diaz-Bone wird zunächst aus der Sicht des „Pragmatismus und Strukturalismus“ (S. 337) Agency aus deren theoretischen Perspektive analysiert. Dabei werden die actor network theory (ANT) und die Konventionentheorie diskutiert, um sie für die empirische Analysen aufzuarbeiten. Er zeigt in seinem Beitrag einen geschichtlichen Abriss von Relationaler Soziologie und macht die unterschiedlichen Lesarten, aber auch methodologischen Gemeinsamkeiten mit der Economie des conventions (EC) und ANT deutlich. Dabei ordnet er abschließend Pragmatismus und Strukturalismus als „Megaparadigmen“ (S. 350) ein.

Richard Heidler und Markus Gamper stellen im dreizehnten und letzten Beitrag des Sammelbandes „‚Ein Freund, ein guter Freund?‘ Oder: Über blinde Flecken der stochastischen Modellierungsverfahren ERGM und SIENA am Beispiel von Freundschaften in Schulklassen“ dar, welche Probleme für diese beiden innovativen Analysewege nach wie vor bei der Implementierung kultureller Aspekte vorhanden sind. Dabei zeigen sie unterschiedliche Alternativmöglichkeiten für Netzwerkanalysen auf und erklären deren Vor- und Nachteile. Durch Studien über Freundschaftsnetzwerke in Schulklassen geben sie auf verschiedenen Ebenen einen Einblick, welche Forschungsperspektiven man einnehmen kann. Die Wahl des Forschungsgegenstandes erfolgt nach ihrer Feststellung häufig aus pragmatisch-methodischen Gründen. Ausgehend von den impliziten Hypothesen der stochastischen Modelle zeigen die beiden Autoren auf, welche Anforderungen an die Daten und den Forschungsgegenstand gestellt werden. So wird anhand des exemplarischen Beispiels „Freundschaften in Schulklassen“ bei der Auswahl der Methodik deutlich, welche unterschiedlichen Dimensionen und Aspekte zu berücksichtigen sind (kulturelle, historische Aspekte und Kontextwissen), um bei einem quantitativen Modellierungsverfahren Variablen umfassend zu berücksichtigen.

Diskussion

Der Sammelband vereint sehr komplexe Texte, die von hoher methodologischer Qualität sind und die aktuellen Debatten um Agency und deren neueren Fragestellungen aufgreifen. Die insgesamt drei Hauptschnitte des Buches geben einen umfassenden Einblick in die Diskurse um die drei Schlüsselbegriffe Netzwerke, Kultur und Agency. Mit seiner inhaltlichen Breite und den geführten theoriebezogenen Auseinandersetzungen gelingt es dem Band, Forschungsperspektiven aufzuzeigen und Bezüge zur sozialen Netzwerkanalyse herzustellen. Weiter wird versucht, Agency (? Handlungsfähigkeit) aufzuklären.

Das Themengebiet des Buches umfasst unterschiedliche Ansätze und Diskussionsstränge zu Agency in seinen Relationen zu Netzwerken und Kultur, wobei fachlich-konzeptionelle, sozialtheoretische und methodische/methodologische Verbindungen aufgezeigt werden. Der Verdienst der Herausgeber ist nicht zuletzt die gut gelungene Auswahl der Beiträge, die sich inhaltlich-thematisch aufeinander beziehen. Ein deutlich erkennbarer ‚roter Faden‘ zieht sich durch die verschiedenen Texte und erleichtert die Lektüre.

Die sowohl etablierten bis hin zu jungen Autor*innen zeigen in ihren Beiträgen unterschiedliche Facetten des o.g. Diskurses auf. Daher stellt der vorliegende Band eine hoch informative Zusammenstellung dar, die eine für das Themengebiet beispiellose Breite aufweist. Das Buch macht anhand von Beispielen deutlich, welche verschiedenen Aspekte, aus einer forschungsrelevanten Perspektive, die drei Schlüsselbegriffe haben. Die Autor*innen versetzen den Leser in die Lage sich mit einem kritischen Blick zu befassen und geben einen Ausblick für zukünftige Schritte in dem Diskurs zu Agency.

Fazit

In dem Buch wird ein umfassender Einblick in die aktuellen Diskurse um Agency und deren neuere Fragestellungen aus relationaler Perspektive aufgezeigt. Die unterschiedlichen Theoretisierungen zur Forschung von Agency werden dabei diskutiert. In der Gesamtheit der Beiträge wird aus methodologischer Perspektive dieser Diskurs aufgearbeitet und mit der Debatte zum Kultur-Begriff in Beziehung gesetzt.

Das Besondere an dem Band ist die erstmalige deutsche Übersetzung und kritische Reflexion der drei Schlüsseltexte. Durch die deutsche Übersetzung der drei wichtigen Aufsätze wird dem Leser ein niedrigschwelliger Einstieg ermöglicht um sich mit einem kritischen Blick der netzwerkanalytischen und agency-theoretischen Diskurse zu widmen. In den unterschiedlichen Beiträgen dazu werden Konzepte z.B. wie Macht, Sozialisation, Emotion und Identität kritisch beleuchtet.

Das Buch bietet durch die komplexen Beiträge einen umfassenden Blick in die Erfassung von menschlicher Agency und macht die Problematik der aktuellen Diskurse zur Forschung von Agency deutlich. Die Autor*innen zeigen in ihren Beiträgen die verschiedenen Problematiken von Struktur und Agency auf. Anhand von Forschungsergebnissen machen sie deutlich, welche Problematik der Diskurs hat und welche aktuellen Lösungsansätze vorhanden sind. Durch diese wird die aktuelle Debatte der Theoretisierung von menschlicher Agency aus verschieden Aspekten dargestellt.

Der Sammelband leistet einen wichtigen Beitrag für das Verständnis zur Forschung von Agency- Konzepten. Alle drei Teile des Bandes helfen, um die Fragen der Herausgeber, wie z.B. der Problematik der Begrenzung, Netzwerkdynamiken und der Kausalität, zu verstehen. Der Band richtet sich in erster Linie an Forschende (u.a. MA-Studen*innen und Doktorand*innen) und liefert ihnen eine Zusammenstellung hoch relevanter Beiträge zu Ansätzen, die eine Berücksichtigung von Agency ermöglichen. Der/die Leser/in erhält anregende Impulse zum aktuellem Stand der Diskurse zu Agency-Konzepten. Die repräsentierten Forschungsperspektiven illustrieren verschiedene Möglichkeiten des Umgangs damit und lassen sich in dieser sehr gut aufbereiteten Form gewinnbringend für anschließende Überlegungen nutzen.


Rezensent
Nikias Sebastian Obitz
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Zitiervorschlag
Nikias Sebastian Obitz. Rezension vom 01.06.2018 zu: Heiko Löwenstein, Mustafa Emirbayer (Hrsg.): Netzwerke, Kultur und Agency. Problemlösungen in relationaler Methodologie und Sozialtheorie. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2017. ISBN 978-3-7799-2729-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23328.php, Datum des Zugriffs 16.08.2018.


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