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Andreas Heiber: Das Pflege-Stärkungsgesetz 3

Cover Andreas Heiber: Das Pflege-Stärkungsgesetz 3. Die neuen Schnittstellen. Vincentz Verlag (Hannover) 2017. 141 Seiten. ISBN 978-3-86630-161-0. D: 42,00 EUR, A: 43,20 EUR.
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Autor

Andreas Heiber ist als Referent, Fachbuchautor und Unternehmensberater im Bereich der sozialen Pflegeversicherung (SGB XI), vorwiegend im ambulanten Bereich, tätig. Er berät und unterstützt Dienste und Träger bei der Umsetzung und der Strategischen Gestaltung im Arbeitsfeld ambulanter Pflege. Mit seinen praxisnahen und verständlichen Veröffentlichungen zu Themen der Pflegeversicherung und des Unternehmensmanagements unterstützt er sowohl Träger, als auch Mitarbeitende in den Diensten bei ihrer täglichen Arbeit und in der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und den mit verbundenen Anforderungen.

Thema

Durch die Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs und den damit einhergehenden Umgestaltungen der Bestimmungen und Leistungen der Pflegeversicherung kommt es zu erheblichen Neustrukturierungen und Neudefinitionen die die Organisation und der Gestaltung der pflegerischen Versorgung stark verändern. Der Gesetzgeber hat dies in den Pflegestärkungsgesetzten II und III geregelt. Zahlreiche Nachbesserungen auch durch andere gesetzliche Regelungen, z.B. durch das Krankenhausstrukturgesetz, führen dazu das es nur schwer möglich ist den Überblick über die Veränderungen zu behalten.

Aufbau und Inhalt

In seinem Buch geht Andreas Heiber detailliert auf die Änderungen durch die Pflegestärkungsgesetze II und III und damit auf die Wirkungen auf die Praxis und deren Umsetzungsmöglichkeiten ein.

Im ersten Kapitel stellt Andreas Heiber nach einer allgemeinen Darstellung der Entwicklung und dem Ziel der neuen Gesetzgebung für den Bereich der Pflegeversicherung die Neuerungen durch die Pflegestärkungsgesetze (PSG) II und III vor. Dies visualisiert er eindrucksvoll in einer tabellarischen Aufstellung in der die jeweiligen Veränderungen durch das PSG II und PSG III deutlich hervorgehoben werden. Mit einbezogen werden auch alle im Zuge der gesetzlichen Novellierung betroffenen anderen sozialgesetzlichen Vorgaben aus den Bereichen SGB V – Krankenversicherung, SGB XII – Sozialhilfe und weiterer Sozialversicherungsbereiche.

Als besonderen Schwerpunkt wählt Andreas Heiber dabei die wesentlichen Veränderungen für den ambulanten Pflegebereich ab 2017.

Im zweiten Kapitel widmet der Autor sich dem Thema der neuen und veränderten Rolle der Kommunen in der Pflegeversicherung bezogen auf die Stichworte Pflegeberatung und Pflegestützpunkte.

Ab dem dritten Kapitel informiert Andreas Heiber detaillier über die Neuerungen und Veränderungen durch die Pflegestärkungsgesetze II und III und deren Auswirkung auf die entsprechenden Paragrafen des SGB XI und der damit verbundenen Umsetzung vor Ort.

Alle Kapitel sind einheitlich strukturiert, was deutlich zur Lesbarkeit beiträgt und den Leser in einer koordinierten Art durch den Änderungs-Dschungel führt. Als erstes stellt er die Neuerungen kurz vor, gefolgt von einer Kritik an der Umsetzbarkeit und der Wirkung auf die Leistungserbringer und deren Kunden. Der Leser findet dann den aktuellen Gesetzestext auf den sich die Hinweise und die Kritik im Kapitel bezieht als fachliche Orientierung.

Zu den so bearbeiteten gesetzlichen Regelungen in den Kapiteln drei bis fünfundzwanzig gehören beispielsweise Themen wie die Schnittstellenproblematik der Pflegeversicherung zu anderen Sozialleistungen, die Leistungsbeschränkungen bei Pflegegrad 1, die Pflege in vollstationären Einrichtungen der Behindertenhilfe, die neuen Wirtschaftlichkeits- und Abrechnungsprüfungen, die Qualitätsprüfungen und die Versorgung im Rahmen häuslicher Krankenpflege nach SGB V usw.

Mit den Kapiteln sechsundzwanzig bis siebenundzwanzig widmet sich Andreas Heiber dem besonderen Schwerpunkt der Neureglungen im Bereich der Sozialhilfe, d.h. dem SGB XII und den besonderen Regelungen zur Überleitung der Pflegestufen in Pflegegraden und deren besondere Auswirkung auf die Leistungen Hilfe zur Pflege in der Sozialhilfe.

Fazit

Mit dem vorliegenden Werk erhält der Leser einen Kompass durch das Dickicht und den Dschungel der Neureglungen durch die Pflegestärkungsgesetze II und III. Darüber hinaus zeigt der Autor mit seiner dort aufgeführten Kritik an den Änderungen und deren teilweise nicht förderlichen Wirkung auf die Leistungsberechtigten und die Leistungserbringer auch die Kehrseite dieser Neuerungen auf. Dies erfolgt kompakt und neutral, so dass der Leser sich ein eigenes Bild von der Situation machen kann.

Darüber hinaus ist das Buch ein guter Einstieg für alle die sich mit dem Thema beruflich neu befassen müssen um einen kleinen Überblick über die Vielgestaltigkeit und Vielfältigkeit der Änderungen durch die Pflegestärkungsgesetze die 2017 und darüber hinaus ihre Wirkung erst noch entfalten werden.


Rezensentin
Diplom Sozialpädagogin Monika Jansen
Erziehungswissenschaftlerin (M.A.) und Master of Organizational Management (MoM), ist tätig als Referentin für ambulante Dienste, Bereich Wirtschaft und Statistik eines großen Wohlfahrtsverbandes. Langjährige Berufserfahrung in Führungspositionen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Altenhilfe. Herausgeberin der beiden Werke „Pflege & Management“ und Pflegehandbuch des DUZ-Verlages.
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Zitiervorschlag
Monika Jansen. Rezension vom 12.01.2018 zu: Andreas Heiber: Das Pflege-Stärkungsgesetz 3. Die neuen Schnittstellen. Vincentz Verlag (Hannover) 2017. ISBN 978-3-86630-161-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23347.php, Datum des Zugriffs 20.01.2018.


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