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Günther Thomé, Dorothea Thomé: Deutsch. Erste Wörter legen und lesen

Cover Günther Thomé, Dorothea Thomé: Deutsch. Erste Wörter legen und lesen. Mit dem Basiskonzept® Lesen. Institut für sprachliche Bildung (Oldenburg) 2016. 36 Seiten. ISBN 978-3-942122-20-7. D: 9,80 EUR, A: 10,10 EUR.

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Thema

Eine wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen hat Probleme damit, richtig lesen und schreiben zu lernen. Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Schwäche sind sowohl in den Primar- als auch Sekundarschulen immer häufiger anzutreffen. Das vorliegende Lernmaterial bietet daher Lesebausteine an, die dem Grundsatz „Häufiges zuerst und Seltenes später“ folgen und basale Zusammenhänge zwischen Schrift- und Lauteinheiten durch Spiele und Übungen vermitteln. Das Lernmaterial beruht auf empirischen Forschungsarbeiten, welche ausgewertet wurden, um dadurch auf der Grundlage von Häufigkeiten in der deutschen Orthographie das Lesen und Schreiben systematisch korrekt und lernergerecht zu vermitteln, nicht zuletzt durch die Arbeit mit einfachen und häufigen Wörtern.

Autor und Autorin

Prof. Dr. Günther Thomé (Jg. 1952) forschte und lehrte bis zu seiner Pensionierung 2015 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main in den Bereichen Sprachwissenschaft des Neuhochdeutschen und Sprachdidaktik. Im Auftrag der Kultusministerkonferenz untersuchte er in der „DESI-Studie“ (Deutsch-Englisch-Schülerleistungen International) die Rechtschreibleistung von über 9.000 Schülerinnen und Schülern. Von 2012 bis 2015 führte er ferner die klinische Studie „Zur Therapie der Rechtschreibschwäche auf der Grundlage qualitativer Fehleranalysen für Schüler der Klassenstufen 5-10“ durch.

Zusammen mit seiner Ehefrau, der Diplom-Pädagogin Dr. Dorothea Thomé, hat er das „Basiskonzept Lesen/Rechtschreiben“ entwickelt und eine Vielzahl von Büchern, Aufsätzen und Lernmaterialien zum Lese-Rechtschreib-Erwerb veröffentlicht.

Entstehungshintergrund

Das von den Eheleuten Thomé gegründete „Institut für sprachliche Bildung“ arbeitet auf verschiedenen Ebenen an der Erforschung, Evaluation, Dokumentation und Förderung schriftsprachlicher Lern- und Lehrprozesse; Schwerpunkte sind in diesem Kontext die Bereiche LRS, Legasthenie, Rechtschreibstörungen und Rechtschreibschwierigkeiten. Für das Lesenlernen hat das „Institut für sprachliche Bildung“ neue Konzepte und Materialien im Bereich des Schriftspracherwerbs entwickelt, die kommerziell vertrieben werden und nach Angaben der Institutswebseite auf sprachwissenschaftlicher Grundlagenforschung beruhen.

Aufbau und Inhalt

Das Arbeitsheft besteht aus drei Teilen:

  1. Einleitung und Vorbereitung
  2. Innenteil zum Ausschneiden
  3. Legeplatten und Listen

Im zweiseitigen Einleitungsteil erläutern die beiden Autoren die Prinzipien der „lautgetreuen Schreibung“, die besonders für den Anfangsunterricht – auch im Kontext von Deutsch als Fremdsprache – geeignet seien. Sie beschreiben knapp, von welchen lautlichen Formen Lehrkräfte ausgehen sollten, die Lernsettings im Anfangsunterricht konzipieren. Sprachdidaktischer Hintergrund ist der Gedanke, dass sog. Basisschreibungen die häufigsten Verschriftungen der Laute sind. Diese Elemente repräsentieren damit grundlegende Schriftbausteine, welche primär gelernt werden müssen. Alle Lerner, vorrangig diejenigen mit einem verzögerten bzw. erschwerten Schriftspracherwerb, sollen auf dieser Basis systematisch lesen und schreiben lernen. Dazu haben die beiden Autoren verschiedene Lern- und Übungsspiele mit Bild- und Wortkarten entworfen, die zielgruppenspezifisch eingesetzt werden können: Kartenraten für kleine Gruppen, Partnerspiele, „Merkfix“ (für einen bis mehrere Spieler) mit Wort-Bild-Kartenpaaren sowie Dominokarten und Legekarten.

Der zweite Teil des Buchs enthält die insgesamt 204 Karten zum Ausschneiden, darunter

  • 48 Bildkarten,
  • 48 Wortkarten für die Bildkarten,
  • 60 Schriftkärtchen,
  • 24 Dominokarten,
  • 12 Zahlenkarten und
  • 12 Wortkarten.

Im dritten Teil des Buchs finden sich die entsprechenden Legeplatten und Bilder- sowie Wörterlisten mit einer farbigen Lernsystematik. Die verschiedenen Karten sind somit unterschiedlichen Lernzielen gewidmet: „Dabei geht es vom Benennen abgebildeter Gegenstände in deutscher Sprache bis zum Lesen einfacher Wörter und dem Zusammenfügen von Schriftzeichen zu Wörtern.“ (S. 3) Das Buch enthält Schrift-Laut-Einheiten von Wörtern aus zwei bis fünf Buchstaben, d.h. von „EI“ bis „ZWÖLF“.

Fazit

Das Buch bietet umfangreiches Lernmaterial für den Anfangsunterricht, das sowohl im Bereich Deutsch als Zweitsprache als auch zur Förderung bei Leseschwächen oder Lesestörungen eingesetzt werden kann. Vor allem werden Buchstabengruppen, die einem Laut entsprechen, optisch klar erkennbar dargestellt. Es ist als Ergänzung von gängigen Lehrwerken und zur gezielten Förderung im Rahmen von Förderplänen und kooperativen Lernformen konzipiert, was die Autoren einleitend sehr deutlich betonen: „Die Lehrperson entscheidet nach den Fähigkeiten der Lerngruppe und den Lernzielen, welche Spiele durchgeführt werden.“ (S. 3) Die optische Aufbereitung und das Layout sind adressatengerecht, die Materialien wirken didaktisch fundiert und motivierend.


Rezensent
Dr. Torsten Mergen
Universität des Saarlandes, Fachrichtung 4.1
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Zitiervorschlag
Torsten Mergen. Rezension vom 10.01.2018 zu: Günther Thomé, Dorothea Thomé: Deutsch. Erste Wörter legen und lesen. Mit dem Basiskonzept® Lesen. Institut für sprachliche Bildung (Oldenburg) 2016. ISBN 978-3-942122-20-7. Ausschneidematerialien. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23349.php, Datum des Zugriffs 17.11.2018.


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