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Friedrich Rost: Lern- und Arbeitstechniken für das Studium

Cover Friedrich Rost: Lern- und Arbeitstechniken für das Studium. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2017. 8., vollst. überarbeitete und aktual. Auflage. 225 Seiten. ISBN 978-3-658-17625-9. D: 29,99 EUR, A: 30,83 EUR, CH: 31,00 sFr.
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Thema

„[A]uch revidierte Neuauflagen und Bearbeitungen eingeführter Titel verdienen, ihrerseits neu gelesen, besprochen und so der Aufmerksamkeit [potentieller Leser(innen)] empfohlen zu werden“ (Prange 2004, S. 607; Einfügung S.S.). Gegenstand dieser Rezension ist Friedrich Rosts Lehrbuch Lern- und Arbeitstechniken für das Studium, das mittlerweile in der 8. vollständig überarbeiteten und aktualisierten Auflage vorliegt. Mit ihm möchte er Studierende – insbesondere der Sozial- und Geisteswissenschaften – dazu motivieren, die „neue[n] und vielfältige[n] Lernchancen zu nutzen, die ein Studium bietet“ (Rost 2018, Klappentext). Dazu trägt er ihnen Grundlagenwissen zu relevanten Themen wissenschaftlicher Studienpropädeutik an, damit sich die Studienanfänger(innen) sukzessive mit Lern- und Arbeitstechniken für das Studium vertraut machen können.

Was die Neuauflage verglichen mit älteren Ausgaben und ähnlichen Einführungswerken auszeichnet wird nach Informationen zum Autor und einer konzisen Beschreibung des Inhalts diskutiert.

Autor

Der Autor, Dr. Friedrich Rost, war bis zum Eintritt in den Ruhestand als akademischer Rat an der Freien Universität Berlin im Bereich Allgemeine Erziehungswissenschaft tätig (1989-2013). Zu seinen Arbeits- und Forschungsgebieten zählten u.a. die Anthropologie des Schenkens, die Evaluation erziehungswissenschaftlicher Lehrtexte und pädagogischer Medien sowie die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. Von 1973 bis 2013 war er Redakteur der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (ZfE) (vgl. Rost 2017, o. S.)

Aufbau und Inhalt

Das Lehrbuch umfasst in summa 355 Seiten (inklusive 59 Abbildungen) und ist in zwölf inhaltliche Hauptkapitel unterteilt:

  1. Erfolgreich studieren – die neuen Lernchancen nutzen (S. 1-12)
  2. Was ist Wissenschaft? – Was ist wissenschaftliches Arbeiten? (S. 13-30)
  3. Das Lernen (S. 31-68)
  4. Arbeiten – einzeln und in Kooperation mit anderen (S. 69-84)
  5. Der häusliche Arbeitsplatz und die Arbeitsmittel (S. 85-108)
  6. (Zeit-)Planung und effektives Arbeiten (S. 109-124)
  7. Mitarbeit in Lehrveranstaltungen (S. 125-144)
  8. Informationen sowie Literatur suchen und finden (S. 145-190)
  9. Wissenschaftliche Texte lesen, verstehen und verarbeiten (S. 191-228)
  10. Das Schreiben wissenschaftlicher Texte (S. 229-312)
  11. Die Vorbereitung und Durchführung eines größeren schriftlichen Projekts (S. 312-344)
  12. Die mündliche Prüfung (S. 345-355)

Die Kapitel sind formal jeweils einheitlich aufgebaut und umfassen (a) einen Überblick über das Kapitel (Advance Organizer), (b) die kapitelbezogenen Unterkapitel, (c) eine Zusammenfassung der wesentlichen Aspekte, (d) kommentierte Lektürehinweise zur Vertiefung und (e) das Verzeichnis der im Kapitel verwendeten Literatur.

Im eineinhalbseitigen Vorwort (Seiten V-VI) gibt der Autor fünf Hinweise zum Hintergrund und zu den Inhalten der Neuauflage.

Diskussion

Das modular aufgebaute Lehrbuch ist logisch gegliedert und stringent im Aufbau. Ein etwa fünfseitiges Inhaltsverzeichnis (vgl. https://d-nb.info/1135946949/04) stellt die Struktur des Buches übersichtlich – bis in die dritte Gliederungsebene aufgefächert – dar. Den Gestaltungsregeln für die Gliederung und Benummerung von Texten folgend (DIN 1421), lassen lediglich die Abschnitte 9.7 und 11.7 lassen jeweils einen weiteren Unterabschnitt vermissen.

Positiv hervorzuheben ist die formal einheitliche Struktur der Hauptkapitel, die sich in wiederkehrenden Elementen, wie bspw. den Kapitelüberblicken (Advance Organizer) und den prägnanten Zusammenfassungen, in denen noch einmal relevante Aspekte aufgegriffen werden, widerspiegelt.

Die – in der Regel kurzen – Teilkapitel sind klar gegliedert und – ohne auf Fachterminologie zu verzichten – in einem für Studienanfänger(innen) angemessenen und verständlichen Schreibstil verfasst. Die äußerst leserfreundlichen Ausführungen werden dabei durch mehrere konkrete Beispiele, Aufgaben und Abbildungen ergänzt.

Sämtliche Themenbereiche, die bei einer Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten zu erwarten und von Relevanz sind, werden behandelt. Die Leser(innen) erhalten fundiertes Grundlagenwissen zu den oben benannten Themenbereichen. Der Inhalt und Umfang (355 S.) des Buches ist mit ähnlichen propädeutischen Grundlagenwerken (u.a. Obermaier 2017 | 328 Seiten; Sandberg 2017 | 330 S.) vergleichbar.

Wohingegen die gründliche Behandlung der Themen Zitieren und Bibliografieren begrüßenswert ist, da es sich hierbei um (die) zentrale(n) Techniken wissenschaftlichen Arbeitens handelt, könnten bspw. die Ausführungen zum Thema Lern- und Arbeitskarteien (S. 94-101) oder zur Recherche auf CD-ROMs und DVDs (S. 173 f.), gekürzt und aktualisiert werden. Einer Aktualisierung bedürften ebenfalls einige Screenshots, die z.T. auf älteren Betriebssystemen, wie Microsoft Windows 98 (u.a. S. 100, 170) oder Windows 7 (z.B. S. 158) aufgenommen worden sind.

Aufgrund der inhaltlichen Nähe der Kapitel 10 und 11 wäre es denkbar, diese bei einer Neuauflage zusammenzufassen und ein Kapitel, das die Vorbereitung und Durchführung eines Forschungsprojekts behandelt aufzunehmen. Diesbezüglich wäre z.B. ein Überblick über Phasen, Fragen und Entscheidungen wissenschaftlicher Forschungsprozesse sowie über qualitative und quantitative Methoden unter Berücksichtigung von spezifischer Software, wie bspw. Statistik- und Analyse-Programme quantitativer (z.B. SPSS, PSPP, R) und qualitativer Forschung (u.a. MAXQDA), Transkriptionsprogramme (bspw. F4) und Präsentationssoftware (PowerPoint, Prezi etc.) wünschenswert.

Obgleich in nahezu jedem Kapitel von Rosts „Arbeitsbuch“ (Rost 2018, Klappentext) Aufgaben und/oder Reflexionsfragen, u.a. in Form von Tipps enthalten sind, bestünde großes Potenzial, durch die Aufnahme von Übungen und Prüfungsfragen (z.B. jeweils vor den Literaturhinweisen) zur Vertiefung wichtiger Inhalte, wie sie zum Beispiel im Lehr- und Übungsbuch von Sandberg (2017) enthalten sind, das Selbststudium der Leser(innen) zu unterstützen.

Im Vergleich zur 7. Auflage (Rost 2012) ist das Sachverzeichnis entfallen. Wünschenswert wären jedoch (aus Sicht des Rezensenten) die Wiederaufnahme eines (Sach-)Registers mit einschlägigen Stichworten sowie ferner eine übersichtliche Auflistung der zahlreichen Visualisierungen in einem separaten Abbildungsverzeichnis, die das Auffinden dieser im Buch erleichtert.

Mit der Neuauflage des Lehrbuchs Lern- und Arbeitstechniken für das Studium bietet Friedrich Rost den Leser(inne)n ein äußerst gelungenes Nachschlagewerk zu relevanten Themen wissenschaftlicher Studienpropädeutik. Neben dem Erwerb von grundlegendem Wissen haben Studierende die Möglichkeit sich schrittweise mit Lern- und Arbeitstechniken für das Studium vertraut zu machen. Trotz der diskutierten, äußerst partiellen Kritikpunkte, stellt das Buch aufgrund der hohen Adressat(inn)enorientierung des verständlichen Schreibstils, und der Strukturiertheit der Ausführungen ein lesenswertes Standardwerk – insbesondere für Studienanfänger(inn)en sozial- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge – dar.

Fazit

Mit der Neuauflage des Lehrbuchs „Lern- und Arbeitstechniken für das Studium“ bietet Friedrich Rost den Leser(inne)n ein äußerst gelungenes Nachschlagewerk zu relevanten Themen wissenschaftlicher Studienpropädeutik. Neben dem Erwerb von grundlegendem Wissen haben Studierende die Möglichkeit sich schrittweise mit Lern- und Arbeitstechniken für das Studium vertraut zu machen. Trotz der diskutierten, äußerst partiellen Kritikpunkte, stellt das Buch aufgrund der hohen Adressat(inn)enorientierung des verständlichen Schreibstils, und der Strukturiertheit der Ausführungen ein lesenswertes Standardwerk – insbesondere für Studienanfänger(inn)en sozial- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge – dar.

Literaturverweise

  • Prange, Klaus (2004): Diskussion: Über die Kunst des Rezensierens, in: Zeitschrift für Pädagogik, 50. Jg., H. 4/2004, S. 606-612.
  • Rost, Friedrich (2012): Lern- und Arbeitstechniken für das Studium. 7., überarb. u. akt. Aufl., Wiesbaden: Springer VS.
  • Rost, Friedrich (2017): Dr. Friedrich Rost: Werdegang – Schwerpunkte. abrufbar unter: http://friedrichrost.de/index.htm (28.12.2017)
  • Rost, Friedrich (2018): Lern- und Arbeitstechniken für das Studium. 8., vollst. überarb. u. akt. Aufl., Wiesbaden: Springer VS.
  • Obermaier, Michael (2017): Arbeitstechniken Erziehungswissenschaft. Studieren mit Erfolg. Paderborn: Ferdinand Schöningh.
  • Sandberg, Berit (2017): Wissenschaftliches Arbeiten von Abbildung bis Zitat. Lehr- und Übungsbuch für Bachelor, Master und Promotion. 3., durchg. u. erw. Aufl. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg.

Rezensent
Stefan Siegel
M.A. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenen und Weiterbildung (Prof. Dr. Elisabeth Meilhammer) und Doktorand im Fach Pädagogik an der Universität Augsburg
Homepage www.philso.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/paedagogi ...
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Zitiervorschlag
Stefan Siegel. Rezension vom 26.02.2018 zu: Friedrich Rost: Lern- und Arbeitstechniken für das Studium. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2017. 8., vollst. überarbeitete und aktual. Auflage. ISBN 978-3-658-17625-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23557.php, Datum des Zugriffs 26.05.2018.


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