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Heike Rettig: Schlüssel­kompetenzen. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben

Cover Heike Rettig: Schlüsselkompetenzen. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. J.B. Metzler Verlag (Stuttgart) 2017. ISBN 978-3-476-04489-1. D: 16,95 EUR, A: 17,43 EUR, CH: 17,50 sFr.
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Thema

Das Buch befasst sich mit den Grundlagen des Verfassens von wissenschaftlichen Hausarbeiten. Studierende aber auch Personen, die neu in Forschungsprojekten arbeiten, werden kaum auf diese Anforderungen durch ihre Schulbildung vorbereitet. Hierfür möchte das vorliegende Buch eine Hilfestellung geben, um schriftliche Arbeiten nach wissenschaftlichen Standards korrekt zu verfassen.

AutorIn oder HerausgeberIn

Die Autorin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik (Sprachwissenschaft) der Universität Koblenz-Landau

Entstehungshintergrund

In ihrem Vorwort verweist die Autorin darauf, dass die Grundlage dieser Veröffentlichung eine jahrelange Praxis mit der Arbeit mit Studierenden – auch in Schreibworkshops – zugrunde liegt. Die dort immer wieder angesprochenen Fragen und Aspekte zum Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten bildeten die Basis für dieses Fachbuch.

Aufbau

Das Buch umfasst (inkl. Anhangteil) 149 Seiten und gliedert sich in insgesamt 7 Kapitel. Im Kapitel 6 sind die Literaturtitel und Quellen aufgeführt und das Kapitel 7 bildet den Anhangteil.

Inhalt

Das Buch weist folgende Oberkapitel auf:

  1. Anforderungen an eine studentische Hausarbeit
  2. Checkliste: Bewertungskriterien
  3. Formale Gestaltung
  4. Inhaltliche und arbeitsorganisatorische Aspekte
  5. Fremdes und eigenes Gedankengut: Zitieren – Paraphrasieren – Belegen
  6. Literatur
  7. Anhang

Kapitel 1 vermittelt ein erstes Bild davon, was eine Hausarbeit ist und welchen Anforderungen sie gerecht werden sollte.

Im Kapitel 2 werden anhand einer umfänglichen Checkliste Bewertungskriterien aufgelistet, die üblicherweise an eine Hausarbeit angelegt werden. Z. B. zur formalen Korrektheit der Belege und Literaturquellen; der Gestaltung und dem Layout der Arbeit; der Bewertung der verwendeten Quellen und des Analysematerials; der Bezugnahme auf den fachlichen Diskurs zur Themenstellung; dem Aufbau und der Konzeption der Arbeit sowie zur sprachlichen Gestaltung.

Das Kapitel 3 befasst sich mit der formalen Gestaltung z.B. dem Umfang, der Nummerierung, dem Zeilenabstand, der Platzierung der Seitenzahlen, Größe der Überschriften, Formatierung von ggf. Zitaten, der Definition des Aufbaus (Teilen) der Arbeit und der Gestaltung des Deckblattes und viele Punkte mehr.

Das Kapitel 4 ist mit 61 Seiten das umfänglichste Kapitel des Buches. Es gliedert sich in sieben Unterkapitel mit vielen weiteren Unterverzeichnissen:

  • 4.1 Planung einer wissenschaftlichen Hausarbeit
  • 4.2 Arbeitsphasen einer geisteswissenschaftlichen Arbeit
  • 4.3 Recherche
  • 4.4 Das Konzept der Hausarbei
  • 4.5 Lesen, Verstehen, Exzerpieren und Paraphrasieren
  • 4.6 Sprachliche Gestaltung und wissenschaftlicher Stil
  • 4.7 Rohfassung, Überarbeitung und „roter Faden“

In diesen Kapiteln wird eine Vielzahl von Hinweisen z.B. zum Konzept wie auch zur Zeitplanung einer Arbeit, ihren verschiedenen Bearbeitungsphasen oder auch umfänglich zum wichtigen Aspekt der Recherche für eine wissenschaftliche Arbeit gegeben. In dem Unterkapitel: „Kreative Methoden zur Erkundung des Themas“ findet man u.a. auch eine Beschreibung der Methode Mindmap um eine Arbeit zu gliedern und vorzuplanen. Ebenfalls findet sich in diesem Kapitel eine Vielzahl von Praxisbeispielen zu Fragestellungen und Titeln von Studienarbeiten. Alle aus einem Institut für Germanistik. Weitere Themen dieses Kapitels sind u.a. noch die Definition von Einleitungen, dem Schlussteil sowie Ausführungen zur Gliederung einer schriftlichen Arbeit oder auch dem Paraphrasieren, Exzerpieren wie auch der sprachlichen Gestaltung und dem wissenschaftlichen Stil. Auch der Frage des „roten Fadens“ in einer Arbeit widmet sich diese Kapitel im Schlussteil.

Im Kapitel 5 werden u.a. die grundsätzlichen Formen des direkten (wörtlichen) und des indirekten (sinngemäßen) Zitierens vorgestellt. Auch die unterschiedlichen Formen der Verwendung der Fußnoten in einem Text werden in diesem Kapitel ausführlich vorgestellt und mit Beispielen dargestellt. Aber auch grundsätzlichere Aspekte z.B. was wissenschaftliche Redlichkeit sein kann oder der generellen Funktion von Zitaten betrifft, was primär- und was Sekundärquellen sind, werden in diesem Kapitel ausgeführt. Im letzten Abschnitt werden neben den gebräuchlichen auch die vielen anderen Quellenorte beschrieben und in ihrer korrekten Zitierweise dargestellt. Z. B. dem Umgang mit Quellen aus dem Internet, Online Fachverlagen, Aufsatzsammlungen, Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, Filmen und vielen anderen Quellbezügen mehr.

Im Kapitel 6 sind über 60 Literaturquellen als Grundlage für diese Publikation ausgewiesen. Sie ermöglichen es auch, einige im Buch angeführte Aspekte spezifisch zu vertiefen.

Diskussion

Das Buch liefert nicht nur Studierenden sondern sicherlich auch Mitarbeiter*innen in Forschungsprojekten eine gute Orientierung in den Standards beim Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten. Wer vielfältige Beispiele schätzt ist hier gut bedient. Der Schreibstil ist motivierend zu lesen und ist angenehm klar und verständlich gehalten. Man merkt dem Buch – durch die Vielfalt und der Tiefe der Ausführungen – an, dass die Autorin in jahrelangen Kontexten zu dieser Thematik stand.

Dem interessierten Leser bzw. Leserin kann dieses Buch eine wertvolle Quelle nicht nur der Erstorientierung sondern auch bei der profunden Vertiefung der Thematik sein. Für Studienanfängerinnen und -anfänger erfordert es durch die Vielfalt der Spezifizierungen, Beispielen und dem Umfang der Arbeit dagegen eine größere Motivation, sich durch das Buch zu arbeiten.

Eine besondere Stärke dieses Buches ist das sicherlich aufwendige Zusammentragen von Beispielen zu den jeweiligen angesprochenen formalen Kriterien einer Hausarbeit aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Texten. Dies erleichtert den Lesenden die Umsetzung teilweise abstrakter Regellungen und Vorgaben in dem akademischen und damit sehr spezifischen Bereich. 

Im Wesentlichen beziehen sich alle Ausführungen auf das Verfassen von Hausarbeiten (und im spezifischen Beispielteil) überwiegend auf Kontexte aus dem Bereich der Germanistik. Sicherlich lässt sich Vieles dabei auch auf andere Bereiche z.B. dem Verfassen von Abschlussarbeiten u. ä. übertragen. Aber auch auf die Darstellung von spezifischen Zitationsregeln z.B. bei der Verwendung von Rechtsquellen und Gesetzestexten wurde hier verzichtet. Auch die Darstellung von weiteren schriftlichen Arbeiten wie z.B. einem Praxisbericht, einer Abschlussarbeit oder anderen Prüfungsformen wie z.B. einem Referat, einer Portfolio-Prüfung oder einer Präsentation wurde ebenfalls verzichtet.

Leider weckt der Titel des Buches: „Wissenschaftliche Arbeiten schreiben“ eine erweiterte Erwartungshaltung hier noch mehr Formen von schriftlichen Arbeiten als ausschließlich die Form der Hausarbeit dargestellt zu bekommen. Hier wäre vielleicht eine Erwähnung des Schwerpunktes (Hausarbeit) im Titel eine präziesierende Möglichkeit gewesen. Oder ein auf diese Einschränkung hinweisender Untertitel.

Aber das schmälert die fachliche Breite, den Fleiß des Zusammentragens von Beispielen und die Checklisten und vielen praxisnahen Tipps – gerade im Kontext des Verfassens von Hausarbeiten – nicht.

Wie bei dieser Thematik unvermeidbar, bleibt es den Verfasserinnen und Verfassern von Hausarbeiten auch mit diesem Buch selbst überlassen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten, Regeln und Beispielen die für sich relevanten herauszulesen bzw. mit den geltenden Erwartungen und Regeln der eigenen wissenschaftlichen Institution sowie den Prüferinnen und Prüfern vor Ort abzugleichen bzw. anzupassen.

Der Preis ist im Hinblick auf die aufwendige Zusammenstellung und grafische Gestaltung z.B. mit Kurzorientierungshilfen am rechten Rand der Kapitel sowie der angelegten Zweifarbigkeit angemessen.

Fazit

Das Buch liefert auf 149 Seiten mit einer ausführlichen Literaturliste und einem anschaulichen Anhang in sieben Kapiteln eine profunde und wissenschaftlich genaue Darstellung rund um die Kriterien des Verfassens einer schriftlichen Hausarbeit. Hier werden nicht nur viele ganz konkrete praxisnahe Beispiele, Checklisten und hilfreiche Tipps aufgeführt. Auch grundsätzliche Aspekte des Umgangs mit dem geistigen Eigentum Anderer oder der „wissenschaftlichen Redlichkeit“ werden hier beispielgebend dargestellt. Andere Prüfungsformen wie z.B. Praxisbericht, Referat, Portfolio-Prüfung oder Abschlussarbeit werden hier nicht dargestellt. Die gewählten und vielfältigen Beispiele stammen überwiegend aus dem Kontext eines Institutes für Germanistik (Sprachwissenschaft).

Dieses Buch ist nicht nur für Studienanfängerinnen und -anfänger, sondern sicherlich auch für Personen die z.B. in Forschungsprojekten Arbeiten, eine wertvolle Quelle für das Verfassen von schriftlichen Hausarbeiten.


Rezension von
Dipl. Soz.Arb./-Päd. Wolf Paschen
Programmleiter der berufsbegleitenden Studiengänge Sozialmanagement, Soziale Arbeit an der Leuphana Universität Lüneburg. Er lehrt als Dozent und Trainer in Hochschule und Praxis u. a. die Themen: Work-Life-Balance, persönliches Zeitmanagement und Arbeitsorganisation / Optische Rhetorik - erfolgreich präsentieren / wissenschaftliches Arbeiten / Moderationsmethode für Konzeptentwicklung, Partizipation und Problemlösungsprozesse / Sitzungen und Besprechungen effizient leiten / Zukunftswerkstätten für Partizipation Konzeptentwicklung und Bürgerbeteiligung
Homepage www.leuphana.de/msm
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Zitiervorschlag
Wolf Paschen. Rezension vom 19.03.2020 zu: Heike Rettig: Schlüsselkompetenzen. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. J.B. Metzler Verlag (Stuttgart) 2017. ISBN 978-3-476-04489-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23604.php, Datum des Zugriffs 28.03.2020.


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ISSN 2190-9245

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