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Bernd-Joachim Ertelt, Michael Scharpf (Hrsg.): Berufliche Beratung Älterer

Cover Bernd-Joachim Ertelt, Michael Scharpf (Hrsg.): Berufliche Beratung Älterer. PL Academics (Frankfurt am Main) 2017. 229 Seiten. ISBN 978-3-631-72680-8. D: 49,95 EUR, A: 51,40 EUR, CH: 58,00 sFr.
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Thema und Entstehungshintergrund

Bereits im Jahr 2004 fordern die Organisation for Economic Co-operation and Development (OEDC) und die EU-Kommission in ihrem Handbuch „Career Guidance“ die Einführung von spezialisierten Informations- und Beratungsangeboten für ältere Menschen und zwar nicht nur für die berufliche Beratung. 2012 wurde vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat als „Europäisches Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ proklamiert. Das Ziel der Leitlinien bestand darin, eine Kultur des aktiven Alterns zu schaffen und insbesondere die Zielgruppe der über 50-jährigen selbst sowie die Unternehmen zu adressieren, die Menschen dieser Altersgruppe beschäftigen. In der Sozialcharta des Europarates ist in Artikel 9 das Recht auf Berufsberatung für alle Personen garantiert. Daraus wurden verschiedene Strategien zur Bildungs- und Berufsberatung für den anstehenden Altersstrukturwandel abgeleitet. So zielt die Lissabon-Strategie „Europa 2020“ auf eine Beschäftigungsquote von 77 % in Deutschland. Dies ist nur mit einer „lebensbegleitenden Beratung“ zu erreichen. Die Umsetzung der Aufgabe findet ihren Niederschlag in § 29 (Sozialgesetzbuch) SGB III und bleibt aufgrund der Zuständigkeit bei der Agentur für Arbeit auf deren Einflussbereich einer Beschäftigungsaufnahme beschränkt. U.a. vor diesem Hintergrund ergriffen die Herausgeber die Initiative für eine vergleichende Studie zur „Beruflichen Beratung von Menschen im Dritten Alter“ (S. 98), die in den Jahren 2015 und 2016 durchgeführt wurde. Dieser Band enthält Ergebnisse von wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten und Erkenntnissen involvierter Partner.

Herausgeber und Verfasser/-innen

Prof. Dr. Bernd-Joachim Ertelt war bis 2005 Professor an der Fachhochschule Bund, Bereich Arbeitsverwaltung. Seither ist er als Lehrbeauftragter an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) sowie an den Universitäten Heidelberg und Mannheim tätig. Ertelt wurde zum (Honorar-)Professor an die Universitäten Częstochowa und Lublin in Polen und an die University of National and World Economy in Sofia, Bulgarien berufen. Er veröffentlicht als internationaler Experte in Beratungswissenschaften und arbeitet in zahlreichen Gremien und internationalen Projekten mit.

Prof. Dr. Michael Scharpf ist seit 2008 Professor für Public Management an der HdBA und Prorektor der Hochschule. Er forscht und lehrt u.a. in internationalen Projekten.

Die Verfasserinnen und Verfasser der Einzelbeiträge stehen in engem wissenschaftlichen Kontakt mit der Universität Mannheim oder der HdBA. Das trifft auch für die Autoren und Autorinnen aus den Universitäten Lausanne, Fribourg, Czéstochowa, Kraków und Konstanz zu.

Aufbau

Neben der „Einleitung“ (S. 7-11) sind die 14 Einzelbeiträge folgenden drei Themenkomplexen zugeordnet:

  1. „Gesellschaftliche, arbeitsmarktliche und individuelle Bedeutung der beruflichen Beratung Älterer“ (S. 15-67)

  2. „Felder der Beratungsforschung“ (S. 71-156)

  3. „Programme und Professionalisierung“ (S. 159-224).

Ein Verzeichnis der „Autorinnen und Autoren“ (S. 225-229) beschließt den Band.

Inhalt

Ad I. Gesellschaftliche, arbeitsmarktliche und individuelle Bedeutung der beruflichen Beratung Älterer

Der Band beginnt mit einem sehr informativem Überblick „Alternde Gesellschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland“ (S. 15-24) von Heinrich Alt, der seit den 1970er Jahren bis 2015 in verschiedenen Führungsfunktionen der (ehemals Bundesanstalt) Bundesagentur für Arbeit tätig war. Alt rekurriert u.a. auf verschiedene Programme, Agenden und Berichte des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die schon im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts auf den „Gestaltungsauftrag“ (S. 17) hinwiesen, der durch den Altersstrukturwandel für die Arbeitswelt und die Gesellschaft entstanden ist. Im Einzelnen identifiziert er „Maßnahmen der Betriebe“ (S. 18), „Gesundheitsförderung“ (S. 19), „Weiterbildung“ (S. 19), „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ (S. 21) und die „Perspektive 50plus“ (S. 21). Der beruflichen Beratung Älterer räumt der Verfasser Chancen ein, wenn sie die individuellen Gegebenheiten der zu Beratenden (Interessen, Talente, Kompetenzen) mit den Möglichkeiten von Beruf und Beschäftigung zu verbinden vermag, sie in der Gesellschaft verortet ist und unter Einbezug der Beratungskräfte in der Praxis professionalisiert wird.

Ariane Froidevaux, Isabel Baumann, Christian Maggiori, Frank Wieber und Jérôme Rossier, Professor/-innen und Mitarbeiter/-innen an den Universitäten Fribourg, Lausanne und Konstanz stellen Theorieansätze und Forschungsarbeiten zusammen, die zum „Retirement Planning“ existieren (S. 25-53). Genauer gesagt umfassen die meisten theoretischen Gedankengebäude auch „retirement decision-making“ und „retirement transition itself and adjustment“. Das Autorenteam eruiert die vorhandenen Studien und wertet sie danach aus, welche „retirement adjustment process patterns“ vorhanden sind und wie sie sich auf das Wohlbefinden auswirken. Der am meisten bekannte Ansatz von Schlossberg (2003) umfasst eine 5-er Typologie aus „continuers“, „adventurers“, „easy gliders“, „searchers“ und „retreaters“, die mit dem „Transition to Retirement Questionnaire (‚RTQ‘)“ erhoben wurden. Die Verfasserinnen und Verfasser identifizieren in ihrer Metaanalyse „antecedents“ des „retirement plannings“, die sie in sozioökonomische, Persönlichkeits-, motivationale und sozialkognitive sowie soziale Variablen unterteilen. Ferner fokussieren sie sich auf die Konsequenzen des „retirement planning“, die sie auf den Gebieten der finanziellen Sicherheit, der Gesundheit und des Wohlbefindens, im sozialen Leben und in den subjektiven Auffassungen und Erwartungen sehen. Aus der Bestimmung dieser vorausgehenden Faktoren und der Auswirkungen leitet das Verfasserteam Folgerungen für weitere differenzierte Forschungsarbeiten ab. Es ist dank der als einflussreich identifizierten Variablen möglich, konkrete Hinweise für eine differenzierte Beratung im Vorfeld und während des Übergangs zu formulieren.

Lyn Barham, die viele Jahre in der „International Association for Educational and Vocational Guidance (IAEVG)“ tätig war, konzentriert sich in ihrem Aufsatz „Extending working lives: Progression in late careers“ (S. 55-67) auf die Zielgruppe „older workers“. Sie beschreibt sie als heterogene Gruppe, die als Belegschaft eine Spanne von fast zwei Jahrzehnten umfassen kann und sich in den Werten und der Arbeitsauffassung extrem unterscheiden kann. Lyn Barham legt unter Rekurs auf Theorien der lebenslangen Entwicklung die Erklärungsfolie „progression replaces ambition“ (S. 55) für die „older workers“ zugrunde. Daneben spiele die „Generativität“ mit zunehmendem Alter eine wichtige Rolle. Der Übergang von einer Beschäftigung in den Ruhestand sollte nach Auffassung der Autorin ein „process over time rather than an event in time“ (S. 63) sein. Deshalb müsse die Debatte darüber geführt werden, wie man den Übergang gestaltet und wann er für das Individuum passend ist.

Ad II. Felder der Beratungsforschung

Die in den folgenden Beiträgen referierten Resultate stammen aus mehreren Einzelstudien, die im Rahmen des deutsch-polnischen Projekts zur lebensbegleitenden Beratung Älterer durchgeführt wurden.

Bernd-Joachim Ertelt, Andreas Frey, Professor an der HdBA und Czesław Noworol, Professor an der Universität Kraków (S. 71-96), berichten über eine vergleichende empirische Analyse der „Berufsinteressen und der überfachliche[n] Kompetenzen bei Älteren“ (S. 71) in Deutschland und Polen. Das Berufsinteresse wurde anhand eines Berufsinteressentests, eines Selbsteinschätzungstests zu überfachlichen Kompetenzen und eines Fragebogens erhoben. Der Bildungsabschluss der Befragten (mit und ohne Hochschulabschluss) erwies sich bei mehreren Variablen als differenzierendes Kriterium. So haben die akademische Ausbildung in Deutschland und Polen einen ähnlichen Einfluss auf das Berufsinteresse bei den Älteren, während sich die unterschiedlichen Systeme der Berufs- und akademischen Bildung in beiden Ländern viel differenzierter niederschlagen. Um diese Zusammenhänge zu klären und Wissen für die Beratung zu generieren, bräuchte es weiterer berufskundlicher Forschung. Auch bezüglich der Anforderungen an ein Beratungsangebot und einer Laufbahngestaltung ergeben sich Unterschiede in den Erwartungen an eine qualifizierte Beratung. Zum Tragen kommt hier die Bedeutung, die der Beruf und die Erwerbstätigkeit für die persönliche Entwicklung einnehmen. Die Verfasser nehmen die Unterschiede in den Resultaten des Vergleichs zweier sozial-kulturell eher nahestehender Länder zum Anlass, anzudeuten, wie dies bei größeren Kulturdifferenzen aussehen mag.

Caroline Tittel (S. 97-113) analysierte in ihrer Masterarbeit an der HdBA die „Rahmenbedingungen einer beruflichen Beratung für das Dritte Alter“ (S. 96) und fokussiert sich, nachdem sie das Dritte Lebensalter (55 bis 80 Jahre) in drei Phasen aufgeteilt und jeweils die Spezifika erarbeitet hat, auf die „Entwicklung von Qualitätskriterien für die berufliche Beratung Älterer“ (S. 103). Sie präsentiert dabei Resultate im Kontext der o.g. Hauptstudie, aus der sich u.a. für den Berater / die Beraterin und den Beratungsprozess Erkenntnisse ableiten lassen, die sie danach in „Handlungsbedarfe für Politik, Unternehmen und Forschung“ (S. 109) zusammenfasst.

Stephanie Thalhammer (S. 115-126) präsentiert nach den jeweiligen Erhebungsinstrumentarien unterteilte Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit zu den Berufsinteressen und differenziert diese nach Alter, Geschlecht, Bildungsstand und der Bedeutung von Status und Prestige im Dritten Alter. Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich viele Hinweise, wie eine Beratung auf diese heterogene Gruppe abgestimmt werden muss.

Andrea Wunderlich (S. 127-141) wiederum untersuchte in ihrer Bachelorthesis eingehend den Beratungsbedarf der Zielgruppe vor dem Hintergrund gerontologischer und sozialpolitischer Aspekte. Sie konnte interessante Relationen zwischen den Sorgen und Nöten der Befragten beim Übergang in den Ruhestand in Abhängigkeit von einem „erzwungenem“ oder einem freiwilligen Übergang ermitteln, die sich u.a. auch mit dem Berufsinteresse in Verbindung bringen lassen. Auch sie leitet daraus Folgerungen für die Beratung ab.

Schließlich präsentiert Ramona Höft (S. 143-156) die in ihrer auf sieben qualitativen Interviews mit Unternehmen basierten Masterthesis eruierten Zusammenhänge zu „Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Arbeitsleistung älterer Arbeitnehmer“ (S. 143). Sie musste feststellen, dass trotz der offensichtlichen Veränderungen der Altersstruktur der Belegschaften manche Unternehmen bisher eher minimalistisch darauf reagiert haben, von vorbeugenden Optionen, horizontalen oder vertikalen Wechseln kaum Gebrauch gemacht haben. Noch verfügen die Unternehmen über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund der langen betrieblichen Verweildauer eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen aufweisen. Wertschätzung erweist sich als das Mittel für anhaltende qualitative und quantitative Arbeitsproduktivität, wenn wundert es?

Ad III. Programme und Professionalisierung

Michael Scharpf (S. 159-167) analysiert die Studieninhalte der fünf Präsenztrimester des Bachelorstudiengangs „Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung“ an der HdBA und eruiert, wo – gemessen am Kompetenzprofil des Nationalen Forums Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (nfb) – bereits auf eine alterssensible Beratung vorbereitet wird, wo sich Anknüpfstellen ergeben und wo Entwicklungsbedarf besteht, der zunächst für die praktizierenden Fachkräfte und danach für den Studiengang aufgegriffen werden soll.

Im Rahmen des zweijährigen Entwicklungsprojekts „Innovative Beratung zur Verbesserung der Teilhabe Älterer am Arbeits- und gesellschaftlichen Leben (INBeratung)“ wurde unter der Federführung der HdBA ein „bedarfsorientiertes Trainingscurriculum für Beratungsfachkräfte“ (S. 170) in der Metropolregion Rhein-Neckar mit der Absicht entwickelt und implementiert, ältere Personen innovativ und ganzheitlich beraten zu können. Annika Imsande und Thorsten Walther beide bei INBeratung aktiv, erläutern anhand von vier exemplarischen 55+Beratungsfällen die Anforderungen aus der gegenwärtigen Beratungspraxis und leiten daraus theoretische und didaktische Implikationen ab. Die theoretische Basis für eine „holistische“ Beratung der Zielgruppe sehen sie im „Lebensspannen- und Lebensraum-Modell“ von Super (1994), der Fortführung im „Life Designing-Modell“ nach Savickas (2009) und im „Modell des Übergangs“ nach Schlossberg (1981).

Es folgen zwei Beiträge zu universitären Seniorenstudienangeboten (S. 185-204): Doris Lechner, Koordinatorin des Gasthörer- und Seniorenstudiums, zeigt die „Entwicklungen und Perspektiven“ (S. 185) an der Universität Mannheim auf und Joanna Górna stellt die „Rolle der Universität des Dritten Lebensalters an der Jan Długosz Universität in Częstochowa“ (S. 197) zum aktiven Altern vor. Die Universität Mannheim kann auf 30 Jahre Seniorenstudium zurückblicken und hält an ihrem Konzept fest, dass Seniorinnen und Senioren nach vorheriger Anmeldung zusammen mit jungen Studierenden in einer Lehrveranstaltung sitzen und generationenübergreifend lernen. Die polnische „Universität des Dritten Lebensalters“ (U3L) eröffnete 1994 und adressiert nur Menschen im höheren Lebensalter und rekrutiert vor allem Personen, die „zu den Privilegierten gehören“ (S. 203). Eine Befragung von Hörerinnen und Hörer beider Universitäten ergab, dass die Seniorenstudierenden in Deutschland weit stärker an Aktivitäten in der Gesellschaft interessiert sind als die aktuell in Częstochowa Studierenden.

Marion Kopmann ist Gründerin und Geschäftsführerin von MASTERhora (www.masterhora.de). Sie stellt das interaktive Online-Portal als ein good-practice-Beispiel „in Beschäftigungsangeboten für Ältere“ (S. 204) vor. Angesprochen sind aufgeschlossene Unternehmen ebenso wie Experten und Expertinnen über 50, die lebenslang lernen wollen. Die Vernetzung erstreckt sich auf die Gebiete: a) Experten untereinander, b) Experten mit Unternehmen und c) Alt trifft Jung. Daneben werden die Ziele „Beschäftigung neben der Rente“ (S. 213), „Zweitkarriere ‚Berater‘“ (S. 231) und die Zusammenstellung von Bildungsangeboten (außeruniversitäre, universitäre) verfolgt.

Den Abschluss (S. 217-224) bilden Auszüge aus einem Interview von Franziska Schmidt, die in das Projekt INBeratung involviert war, mit Marion Baader, einer freiberuflichen Beraterin, die Einblick in Schwerpunkte der Beratung, Unterschiede der jüngeren zur älteren Kohorte und zum steigenden Bedarf gibt.

Diskussion und Fazit

Dieser Band liefert Daten und Fakten zur „beruflichen Beratung“ von älteren Menschen und unterscheidet sich damit wohltuend von all den einmal mehr und einmal weniger larmoyanten Aussagen über den Altersstrukturwandel, den Fachkräftemangel, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit oder die vielen „jungen Alten“, die ihr Leben in vollen Zügen genießen oder aber sich als zu wenig solidarisch zeigen. Den Herausgebern ist es gelungen, Einzelbeiträge thematisch zusammen zu fassen, die das Forschungs- und Praxisfeld sehr breit abdecken. Dass der Fokus hauptsächlich auf der beruflichen Beratung liegt, ist der fachlichen Zuordnung der Hauptstudie zur HdBA geschuldet, wobei in den Beiträgen stets auf die Bedeutung einer sich als „lebensbegleitend“ verstehenden Beratung Bezug genommen wird. Im ersten Teil (I.) erhält man einen sehr guten Überblick über die theoretische Aufarbeitung und die Theoriedefizite. Der zweite Teil (II.) offenbart die im Rahmen des Projekts, z.T. in vergleichender Analyse gewonnenen Einsichten in Zusammenhänge zwischen beruflicher Entwicklung, Vorbereitung auf den Ausstieg, Ausstiegsoptionen und deren Bewältigung. Für die Entwicklung und die Implementierung einer „beruflichen Beratung für Ältere“ sind hier viele Hinweise zu holen und auch angedeutet. Ein Überblick über die Vorstudie und das Design der Hauptstudie mit ihren Einzelaspekten wäre hier hilfreich gewesen, denn die Einzelbeiträge verweisen zwar z.T. aufeinander, für den externen Leser und die externe Leserin erschließt sich der Zusammenhang nur sukzessive, teilweise stören die Redundanzen. Aus beraterischer Sicht besonders interessant sind die vielfachen Optionen, die sowohl Unternehmen wie auch die Agentur für Arbeit haben, den „suchenden“ Menschen ab 55+ eine adäquate Dienstleistung zu bieten.

Der Wert dieses Bandes besteht insbesondere darin, dass eine auf theoretischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Entwicklung einer „holistischen“ Weiterbildung für Beratungskräfte gewählt wird. Dieses Vorgehen beweist, dass mehr intendiert ist als die Reduzierung auf die berufliche Verwertbarkeit oder ein „beraterisches sich-Durchwursteln“. Dies wird der gesellschaftlichen Bedeutung gerecht, die dem Altersstrukturwandel gerade attestiert wird. Der Band liefert kompaktes Wissen für alle, die sich beruflich in Unternehmen, im beraterischen Kontext, bei zivilgesellschaftlichen Akteuren mit dem Dritten Alter beschäftigen.


Rezensentin
Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker
Lehrgebiete Sozialmanagement und Bildungsarbeit an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg
Homepage www.oth-regensburg.de/professoren-profilseiten/prof ...
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Zitiervorschlag
Irmgard Schroll-Decker. Rezension vom 15.01.2018 zu: Bernd-Joachim Ertelt, Michael Scharpf (Hrsg.): Berufliche Beratung Älterer. PL Academics (Frankfurt am Main) 2017. ISBN 978-3-631-72680-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23731.php, Datum des Zugriffs 22.05.2018.


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