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Corinna Petersen-Ewert, Uta Gaidys u.a.: Transkulturell pflegen

Cover Corinna Petersen-Ewert, Uta Gaidys, Johanna Buchcik, Katrin Kern, Joachim Westenhöfer: Transkulturell pflegen. Handbuch zur Schulung von Pflegefachkräften und pflegenden Angehörigen mit Migrationshintergrund. Springer (Berlin) 2018. ISBN 978-3-662-54749-6. D: 39,99 EUR, A: 41,11 EUR, CH: 41,50 sFr.
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Autorinnen und Autor

  • Prof. Dr. habil. Corinna Petersen-Ewert ist Professorin für Gesundheits- und Sozialwissenschaften,
  • Prof. Dr. phil. Uta Gaidys Professorin für Pflegewissenschaft (Ethik, Kommunikation),
  • Prof. Dr. phil. Joachim Westenhöfer für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie,
  • Dr. phil. Johanna Buchcik wiss. Mitarbeiterin und
  • Katrin Kern wiss. Mitarbeiterin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW).

Entstehungshintergrund

Dieses Handbuch ist Resultat des BMBF-Projekt „Kurve“. Es enthält zwei theoretisch und empirisch basierte Schulungskonzepte, die auf der Basis von Interviews mit pflegenden Angehörigen mit Migrationshintergrund hinsichtlich deren Bedürfnisse und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit professionellen Unterstützungsangeboten der Gesundheitsberufe sondiert wurden und um Literaturanalysen und Einbindung von Experteneinschätzungen aus der Praxis ergänzt und schließlich evaluiert wurden. Dabei richtet sich das erste Schulungskonzept an die Zielgruppe der pflegenden Angehörigen mit Migrationshintergrund und das zweite an professionell Handelnde in Gesundheitsberufen zur Förderung deren transkultureller Kompetenz.

Das Handbuch richtet sich hierbei an Pflegedienstleitungen und Sozialarbeiter_innen in ambulanten Diensten, die Familien mit Migrationshintergrund betreuen, sowie Beratungsstellen für pflegende Angehörige mit hohem Migrationsanteil und Weiterbildungsstätten, die Schulungen für Pflegekräfte zu diesem Thema anbieten. Der Anspruch dieser Publikation besteht darin, einen Beitrag zur Verbesserung der Pflegekompetenz pflegender Angehöriger mit Migrationshintergrund leisten zu wollen.

Aufbau und Einführung

Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert:

  1. Einführung

  2. Schulung für professionell Pflegende

  3. Schulung für pflegende Angehörige mit Migrationshintergrund

Das ausführliche Inhaltsverzeichnis ist bei der Deutschen Nationalbibliothek einsehbar.

In der Einführung werden die theoretischen Grundlagen des Projekts ‚Kurve‘ im Hinblick auf die Problemstellung, das Vorgehen und die gefundenen Lösungsansätze, grob umrissen. Methodisch didaktische Hinweise zur Nutzung und Anwendung des Handbuchs für die Planung und Gestaltung der Schulungen beschließen diesen Abschnitt. Darin wird der inhaltliche Aufbau und die didaktische Gestaltung der einzelnen Module veranschaulicht und begründet. Zudem finden sich Gesichtspunkte zur Evaluation, die um weiteres Material im Anhang und im Internet ergänzt werden.

Zu II. Schulung für professionell Pflegende

Der zweite, die Schulung für professionell Pflegende beinhaltende Abschnitt (S. 21-74), enthält nach einer Modulübersicht vier Module

  1. zu den Belastungen und zum Belastungserleben pflegender Angehöriger (Kapitel 3),
  2. zu den Rahmenbedingungen der Finanzierung und Beratung (Kapitel 4),
  3. zu Krankheit und deren Verarbeitung (Kapitel 5) und schließlich
  4. zu Rollenbildern in der professionellen Pflege (Kapitel 6).

Jedes Kapitel wird über eine Übersicht über deren Inhalte eingeleitet, worauf dann nach Veranschaulichung des jeweiligen tabellarischen Modulplans (mit Zeiteinheit, Sequenz, Inhalt, didaktische Methode und Material, ggf. Fallvignetten und ggf. Medien, wie ein Film) schrittweise durch die Modulelemente geführt wird: Modulziele, Reflexion, theoretisches Wissen, dann der jeweilige inhaltliche Themenschwerpunkt, und schließlich Hausaufgaben.

Im dritten Kapitel werden wesentliche Grundzüge der Migrationsbiographie in Deutschland mit den Schwerpunkten auf türkische Arbeitsmigrant_innen und polnische Spätaussiedler dargelegt, wesentliche Aspekte der Lebenslage in der augenblicklichen Lebenssituation angesprochen (wie etwa Nutzungsbarrieren für Einrichtungen des Gesundheitswesens) und Schlussfolgerungen für die zukünftige Ausgestaltung fachlicher Pflege gezogen, was mit ausgewählter einschlägiger Literatur belegt wird. Verknüpft werden die Inhalte mit weiterem im Internet hinterlegten Präsentationsmaterial, die in einer Schulung nutzbar gemacht werden können. An die inhaltliche Darstellung schließen sich weitere didaktische Ausführungen zur Anregung von Reflexionen der Teilnehmer_innen und zum Transfer in deren Arbeitszusammenhängen (Hausaufgaben) und zur Verwertung dieser in der nachfolgenden Schulungseinheit an. Dieser Logik folgend werden recht ausführlich allgemeine die Situation pflegender Angehöriger betreffende Inhalte aus einschlägigen Studien gut verständlich ausgeführt. In Ergänzung dazu steht das weitere Material im Internet, das über die im Handbuch aufgeführten Präsentationsbeispiele weit hinausgehen. Diese Ausführungen sind sehr wichtig, weil sie die Voraussetzung für das Verständnis der Lebens- und Pflegesituation der pflegenden Angehörigen vermitteln und hiervon im Besonderen die spezifischen Merkmale derjenigen mit Migrationshintergrund gut vor Augen geführt bekommen. Auf besonderes didaktisches Material (Film) wird hingewiesen und didaktische Ideen zur Reflexion und zum Transfer in die eigene berufliche Praxis kurz und anschaulich dargelegt. Einzig der Abschnitt zur transkulturellen Kompetenz scheint zeitlich zu kurz und in Anbetracht des doch recht abstrakteren Gegenstandes der transkulturellen Kompetenz hätte es hier m.E. einer weitergehenden pflegepraktischen Aufschlüsselung bedurft. Andererseits wird dies auch wieder mit der Hausaufgabe kompensiert, in der es darum geht, empirische Entsprechungen in Interviews mit versorgenden Familien zu erheben, um hieran die Bedeutung der vermittelten Schulungsinhalte im Kontext der eigenen Berufstätigkeit zu verankern und das eigene Verständnis weiterzuentwickeln.

Das Modul 2 ‚Rahmenbedingungen: Finanzierung und Beratung‘ enthält auf der Basis der vorher bekannten Struktur Ausführungen zu den Leistungen der Pflegeversicherung und zur Angehörigenberatung. Weniger ausführlich werden Spezifika zur Beratung von Angehörigen mit Migrationshintergrund dargelegt. Demgegenüber werden sehr ausführlich Informationen zum Leistungsangebot der Pflegeversicherung in der Präsentation im Internet ausgeführt.

Das Modul 3 ‚Krankheit und Krankheitsverarbeitung‘ enthält eine didaktische Anleitung zur Sensibilisierung der Schulungsteilnehmer_innen im Hinblick auf Einflussfaktoren, die beim Erleben von Krankheit und deren Verarbeitung aus Sicht der direkt und indirekt Betroffenen, zum Tragen kommen können. Hierzu werden die Teilnehmer_innen angeleitet, eigene Erfahrungen im Hinblick auf ge- und misslungene Beratungssituationen zu reflektieren. Außerdem wird angeregt, sich mit einer Fallvignette und dem bereits erwähnten Film auseinander zu setzen, um kulturspezifische Aspekte des Krankheitsmanagements an Diabetes mellitus erkrankter Personen mit Migrationshintergrund exemplarisch kennen zu lernen und zu reflektieren. Außerdem werden weitere Ideen zur Einbindung von Best Practice Beispielen erläutert und um weiteres Material aus dem Internet (Checkliste Pflegeanamnese) ergänzt.

Das Modul 4 ‚Rollenbilder in der professionellen Pflege‘ bietet eine Schulung zur Verdeutlichung professioneller Rollenbilder im Verhältnis zu den von den Familien mit Migrationshintergrund gewünschten an, die auf der Basis des Forschungsprojekts empirisch gewonnen wurden. Auch hierin werden Reflexionsansätze, inhaltliche Inputs auf der genannten Basis und eine Gruppenübung auf der Basis einer zweiten Fallvignette dargelegt, die anhand einer Rollenkonfliktsituation zur Reflexion anregt. Zudem wird der gesamte Schulungsinhalt nochmals zusammengefasst.

Zu III. Schulung für pflegende Angehörige mit Migrationshintergrund

Der dritte Abschnitt ist der Schulung der pflegenden Angehörigen gewidmet (S. 75 – 132) und enthält auf der Basis von Empfehlungen zur inhaltlichen und didaktischen Konzeption der Schulung (inklusive der Abklärung von Rahmenbedingungen und Kompetenzen der Teilnehmer_innen sowie Gesichtspunkte zur Evaluation) deren vier Module.

  1. Prävention und Selbstpflege,
  2. Rahmenbedingungen: Finanzierung und Beratung,
  3. Krankheit und Krankheitsverarbeitung und
  4. Körperpflege und Mobilität.

Zu Beginn werden ausführlich die einzelnen Lernziele und Elemente der Schulung ausgeführt und begründet, die letztlich in der Erhöhung der Pflege- und Selbstpflegekompetenz der teilnehmenden pflegenden Angehörigen münden sollen aber auch darin, über die Schulung Möglichkeiten zur sozialen Vernetzung zu schaffen. Die Ausführungen sind teilweise auch sehr praktisch ausgeführt, sodass pädagogisch Ungeschulte einen praktischen Leitfaden für die Vermittlungsarbeit erhalten.

Die Schulung beginnt zunächst mit dem Einführungsmodul ‚Angehörigen-Kaffee‘, das der Kontaktaufnahme, der Ermittlung der Schulungsinhalte, der Erfassung der Sprachkompetenzen und der etwaigen Überbrückung von Sprachbarrieren durch muttersprachliche Mitarbeiter_innen sowie der Ermittlung des Schulungsbedarfs dient. Das erste Modul ‚Prävention und Selbstpflege‘ führt die Teilnehmer_innen über theoretische Inputs, Reflexions- und Gruppenarbeitsangebote und Übungen an hilfreiche Entlastungsangebote, Netzwerkbildung und Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf sowie Einflussfaktoren auf die eigene Gesundheit heran. Durch die Umsetzung des Erlernten, etwa mittels Strategien der Gesprächsführung mit Vertreter_innen von Entlastungsangeboten und Arbeitgeber_innen, werden eigene Erfahrungen zum Aufbau von Selbstpflegekompetenz vermittelt. Leider konnte die PowerPoint zur Vereinbarkeit nicht auf der Homepage abgerufen werden.

Das 2. Modul ‚Finanzierung und Beratung‘ bereitet die Teilnehmer_innen auf einen kompetenten Umgang mit pflegeversicherungsrechtlichen Fragen und Angeboten und Inhalten vor, indem vor allem in Gruppenarbeit das Verständnis und die Anwendung des vermittelten Hintergrundwissens erprobt und Handlungskompetenz aufgebaut wird.

Das Modul 3: ‚Krankheit und Krankheitsverarbeitung‘ verdeutlicht drei exemplarische Krankheitsbilder inform von Diabetes mellitus, Demenz und Depression, die aus der Sicht pflegender Angehöriger als besonders belastend erlebt werden. Dazu werden nach Darstellung entsprechenden Hintergrundwissens Reflexionsphasen eingeflochten, die die Teilnehmer_innen ermutigen, eigene Erfahrungen einzubringen. In Rollenspielen werden Handlungsmuster, etwa im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen bei Demenz oder Kommunikation mit depressiven Menschen, erprobt und mit dem Ziel reflektiert, vorherige Erfahrungen und verinnerlichte Verhaltensweisen anhand von Wissen über Krankheit und deren Verarbeitung im Alltag zu optimieren.

Das Modul 4 ‚Körperpflege und Mobilität‘ enthält wesentliche pflegerische Problembereiche, die bei der häuslichen Pflege häufig auftreten. Dies im Hinblick auf das Verständnis und den pflegefachlichen korrekten Umgang mit Inkontinenz, Immobilität, Lagerung und Transfer (inklusive Komplikationen wie Dekubitus) und Sturzgefahr.

Schließlich beinhaltet der Serviceteil Dokumente, die als Vorlagen für die Schulung genutzt werden können, wie ein Teilnahmezertifikat oder Evaluationsbögen für verschiedene Anlässe.

Diskussion

Der theoretische Hintergrund in der Einführung hätte deutlich ausgebaut werden können, z.B. fehlen Begriffsbestimmungen zu dem Ansatz der transkulturellen Kompetenz. Bei den Ausführungen hierzu handelt es sich eher um statistische Angaben, wohingegen eine richtiggehende theoretische Basierung wünschenswert gewesen wäre. Doch werden zur theoretischen Vertiefung stets ausgewählte Literaturangaben aufgeführt. Wären diese noch etwas kommentiert worden, hätte dies ggf. noch mehr zu weiteren Auseinandersetzung mit der Grundlagenliteratur eingeladen. Die für das auf transkulturelle Kompetenz bezugnehmende Kapitel drei vorgesehene Schulungszeit erscheint dennoch recht knapp, weil es doch mit einigen Selbstreflexionsansätzen verknüpft ist.

Im Modul 2 ‚Rahmenbedingungen: Finanzierung und Beratung‘ hätten Erkenntnisse über das besondere Nutzungsverhalten von Menschen mit Migrationshintergrund wichtige Ergänzungen gebracht. Das erklärte Modulziel im Hinblick auf die Befähigung der Schulungsteilnehmer_innen zur Beratung scheint angesichts der mit der Entwicklung von Kompetenzen zur fachlichen Beratung verbundenen Komplexität zu hoch gegriffen (S. 53).

Zum Modul 3 ‚Krankheit und Krankheitsverarbeitung‘ ist zu konstatieren, dass hierin gute didaktische Anleitungen bis hin zur Evaluation des Moduls im Rahmen der Schulung vorliegen. Allerdings erhält der Leser keine inhaltlichen Ausführungen zu den genannten Beispielen, was die eigene Einarbeitung in die Thematik erfordert, diese Publikation aber in dieser Hinsicht lückenhaft belässt (S. 66). Der inhaltliche Input erfolgt hier ausschließlich über den Film und die Best-Practice Beispiele. Wünschenswert erscheinen aber auch Lehrinhalte zur Bedeutung kultureller Einflüsse auf Krankheit und -konzepte. Die angegebene Literatur im ersten Schulungsmodul des dritten Abschnitts für die pflegenden Angehörigen erscheint eher hilfreich für Schulungsleiter_innen mit entsprechenden wissenschaftlichen (Recherche) und Sprachkompetenzen (Englisch). Hier wäre zusammenfassendes deutschsprachiges Material sicher hilfreicher.

Zum Angehörigenschulungsmodul 3 ‚Krankheit und Krankheitsverarbeitung‘ ist festzustellen, dass die Lernziele mitunter recht ambitioniert erscheinen. Dafür hätte etwa beim Abschnitt zum Erlernen adäquater Kommunikationsstrategien mit Menschen mit Demenz vertiefend auf kulturelle Konzeptionen zu Demenz (etwa Dibelius et al. 2015) eingegangen werden können, oder die mit der dreifachen Fremdheit verbundenen Komplexität (Alter-Demenz-Migration). Unverständlich auch, weswegen diese pflegewissenschaftlichen Publikationen im Literaturverzeichnis fehlen. Unklar ist, weswegen bei der Darstellung der Dekubitusentstehung veraltete Literatur (DNQP 2004) angegeben wird, zumindest in den Präsentationen im Internet (Abruf: 11.01.2018). In der Printversion hingegen werden neueste Literaturangaben aufgeführt. Die Themen sind zwar alle von Relevanz zur Bewältigung von Pflegebedürftigkeit im häuslichen Bereich, doch wäre mehr Tiefe in der Darstellung der jeweiligen transkulturellen Dimension wünschenswert gewesen: so etwa im Hinblick darauf, welche Besonderheiten es im Hinblick auf schambesetzte Pflegetätigkeiten zu beachten gilt oder in welche Rollenkonflikte Familienangehörige durch nicht einlösbare Erwartungen an familiale Pflege kommen können. Auch das Aufgreifen der Frage, welche religiösen Bedürfnisse in Konflikt mit der Diabetes-Therapie und Gesundheitsförderung gelangen können, wäre ein sinnvoller Beitrag gewesen.

Erstaunlicherweise werden im Angehörigenschulungsmodul 4 ‚Körperpflege und Mobilität‘ Aspekte der Körperpflege nur am Rande erwähnt, wo dieser Themenkomplex doch vielfältige Anknüpfungspunkte für Transkulturalität bietet. In Anknüpfung zum bereits oben erwähnten Befund, erscheint es in der geplanten Zeit recht ambitioniert, als Lernziel das Erlernen von Strategien zur Mobilitätsförderung zu definieren. Letztlich handelt es sich aber um sehr relevante Themen. Fehlend wären weiterhin jedoch etwa Pflegetechniken, die die Selbstpflege bei Mobilitätsförderung erhöhen könnten, wie Kinästhetik. Dies in Anbetracht dessen, dass doch zunehmend einzelne pflegende Angehörige die häusliche Pflege bewältigen – auch in Familien mit Migrationshintergrund (vgl. etwa Küçük 2013). In formaler Hinsicht sind gelegentliche Rechtschreibfehler festzustellen.

Fazit

Insgesamt liegt mit dieser Publikation recht ansprechendes und noch dazu wissenschaftsbasiertes Material zur inhaltlichen und methodisch-didaktischen Planung, Durchführung und Auswertung von Schulungen für die genannten Zielgruppen vor. Gut ist das viele ergänzende Material im Internet, das abgewandelt werden kann und eine gute Grundstruktur für die Ausgestaltung eigenen Schulungsmaterials gibt. In wissenschaftlicher Hinsicht ist aber auch festzustellen, dass die im Internet verfügbaren Präsentationen mitunter recht selektive Angaben, etwa zu Leininger und zu Domenig machen. Sehr positiv ist hingegen der Anspruch des Empowerment herauszustellen, also nicht nur die reine Wissensvermittlung in den Blick zu nehmen, sondern vor allem deren Transfer und das Einüben von fachlichen Strategien vorzusehen, wie auch die Anregungen zur Vernetzung mit anderen Betroffenen. Somit bietet diese Publikation eine gute Anleitung, die gleichwohl intensiver Vertiefung seitens der Schulungsleitung um die inhaltlichen Themen bedarf. Wie oben ausgeführt, hätten einige transkulturelle Themen vertiefend eingearbeitet werden können, auch wenn sich die Inhalte an den in der eigenen empirischen Studie orientiert haben. Ich kann die Rezeption dieser Publikation sehr weiterempfehlen. Möglicherweise werden einige der vorgeschlagenen Ergänzungen in weiteren Auflagen aufgegriffen.


Rezensent
Prof. Dr. Michael Schilder
Professor für klinische Pflegewissenschaft an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt
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Zitiervorschlag
Michael Schilder. Rezension vom 22.02.2018 zu: Corinna Petersen-Ewert, Uta Gaidys, Johanna Buchcik, Katrin Kern, Joachim Westenhöfer: Transkulturell pflegen. Handbuch zur Schulung von Pflegefachkräften und pflegenden Angehörigen mit Migrationshintergrund. Springer (Berlin) 2018. ISBN 978-3-662-54749-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23786.php, Datum des Zugriffs 21.09.2018.


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