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Norbert Franck: Handbuch wissenschaftliches Arbeiten

Cover Norbert Franck: Handbuch wissenschaftliches Arbeiten. Was man für ein erfolgreiches Studium wissen und können muss. Verlag Ferdinand Schöningh (Paderborn) 2017. 3., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. 309 Seiten. ISBN 978-3-8252-4748-5. D: 19,99 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 26,90 sFr.
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Thema

Das Buch möchte Schlüsselkompetenzen hinsichtlich wissenschaftlichen Arbeitens für das Studium vermitteln. Dabei ist es als Nachschlagewerk konzipiert, das im Kontext einzelner kurz und präzise gehaltener Beiträge das Themenspektrum weitläufig abdeckt. Es soll der Vor- und Nachbereitung dienen. Der Autor begegnet damit unterschiedlichen Herausforderungen, welche Studierenden im Laufe des Studiums meistern müssen. Das Handbuch ist dabei anwendungsorientiert ausgerichtet, indem es unter anderem zahlreiche Praxisbeispiele aus Hausarbeiten oder Referaten beinhaltet, die Fehlerquellen verdeutlichen. Anhand dieser werden Grundlagen zum richtigen Schreiben und Optimierungsvorschläge formuliert.

Autor

Dr. Norbert Franck ist Lehrbeauftragter an der Universität Osnabrück und hat bereits viele Sachbücher über wissenschaftliches Arbeiten veröffentlicht. Er studierte sowohl Erziehungswissenschaft als auch Psychologie, Soziologie und Germanistik.

Aufbau

Neben der Einleitung umfasst das Handbuch insgesamt 38 Beiträge, welche jeweils ein Unterthema behandeln. Diese sind alphabetisch geordnet und gliedern sich wie folgt:

  • Abkürzungen, Abkürzungsverzeichnis
  • Anhang
  • Anmerkungen
  • Belegen
  • Bericht
  • Diskussion
  • Einleitung
  • Expose
  • Exzerpieren
  • Fragen
  • Fragstellung
  • Gliederung
  • Handout
  • Inhaltsverzeichnis
  • Lampenfieber
  • Lesen
  • Literatur ermitteln
  • Literaturverzeichnis
  • Manuskript
  • Medien
  • Protokoll
  • Quellenangaben
  • Referat
  • Schluss
  • Schreiben in der Wissenschaft
  • Stil
  • Schreiben fürs Reden
  • Schreibhürden
  • Studienjournal
  • Texte visualisieren
  • Thesen
  • Verzeichnisse
  • Visualisieren
  • Vorwort
  • Wissenschaft
  • Zitat

Die Einzelkapitel werden im Anschluss mit Literaturempfehlungen ergänzt. Das Ende wird mit Literatur- und Abbildungsverzeichnis sowie mit einem Personen- und Sachregister geschlossen.

Ausgewählte Inhalte

An dieser Stelle werden einige Beiträge exemplarisch dargestellt.

Der Autor empfiehlt das vorletzte Kapitel Wissenschaft als Einstieg zu lesen, da dieses die Perspektive verdeutlicht, aus der das Handbuch geschrieben wurde. Hier klärt er den Begriff Wissenschaft anhand verschiedener Definitionsmöglichkeiten und geht auf wissenschaftliche Standards ein. Darunter fallen die Trennung von Darstellung und Analyse, Begründen, Begriffe sowie „Etwas wissen wollen“, ferner die Herstellung von Zusammenhängen. Außerdem bespricht er wissenschaftliche Texte, wie Hausarbeiten oder Dissertationen. Er benennt dabei Anforderungen und Fehlerquellen.

Im Kapitel Belegen erläutert Franck unter anderem in Bezugnahme auf Umberto Ecos Veröffentlichung „Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt“ die Notwendigkeit und die möglichen Formen von Quellenangaben in wissenschaftlichen Texten. Er zeigt dabei anhand diverser Beispiele, in welchen Kontexten Studierende im Einzelnen adäquat belegen können.

In dem Beitrag zum Thema Diskussion dreht sich alles um die Frage, wie Redebeiträge im Rahmen von Diskussionen und auf Hochschulniveau zu gestalten sind. Zunächst wird dabei der Bereich des richtigen Argumentierens besprochen. So z.B. die Einleitung eines Gegenarguments oder die Formulierung einer Behauptung. Darüber hinaus werden das Äußern von sowie der Umgang mit Kritik erläutert und exemplifiziert. Schließlich werden Grundprinzipien zusammengefasst.

Im Kapitel Fragen stellt der Autor heraus, dass Texte bereits vor dem Hintergrund bestimmter Fragestellungen gelesen werden sollten. Er empfiehlt dabei das „Buch der Wendungen“ von Bertholt Brecht, welches er als grundlegendes Werk im Hinblick auf die Thematik bezeichnet. Er stellt in dem Beitrag verschiedene Frageformen (W-Fragen) vor und verdeutlicht diese themenbezogen. Er geht außerdem auf die Bearbeitung von Themen ein und gibt problemstrukturierende Begriffe tabellarisch an die Hand.

Lesen ist der Titel eines weiteren Beitrages, indem Franck- untermauert von Zitaten – deutlich macht, dass Lesen kein notwendiges Übel, sondern die Grundlage für das Studium, das Verständnis von Texten sowie für den eigenen Sprach- und Schriftgebrauch darstellt. Immerhin nimmt das Lesen nicht selten einen Großteil des Studiums ein. Es geht laut Franck zunächst um die Fragen, welche man an einen Text stellt. Insbesondere wird dargelegt, wie man Texte analysiert, den Inhalt strukturiert sowie kritisch prüft und eine Bilanz im Hinblick auf die Verwendbarkeit zieht. Um diese Schritte praktisch aufzuzeigen, nutzt er beispielhaft Textauszüge.

Im Beitrag zum Thema Medieneinsatz wirft der Autor einen kritischen Blick auf die Verwendung von Powerpoint-Präsentationen. Er diskutiert den Gebrauch von Folien bei Vorträgen anhand von Beispielen und mittels diverser Gundprinzipien, welche Studierende bei Referaten oder anderen Anlässen, zu der sie Powerpoint nutzen, berücksichtigen sollen.

Der Aspekt Schreiben in der Wissenschaft wird in mehreren Beiträgen betrachtet. Zunächst geht es um den Prozess, welcher dem wissenschaftlichen Schreiben zu Grunde liegt. Franck teilt diesen in fünf Schritte ein: Themenanalyse, Beschaffung von Literatur, Auswertung der Literatur, Erarbeitung und letztlich Darstellung des Themas. Im zweiten Teil wird der wissenschaftliche Stil genauer beleuchtet. Hierbei geht es neben anderen Aspekten um den Gebrauch von Pronomen, Füllwörter, das Streichen von Redundanzen sowie um den Satzbau und die Nutzung der „Ich“-Form.

Diskussion

Francks Buch ist in vielerlei Hinsicht gelungen. Das ist zum einen dem kritischen Charakter seiner Veröffentlichung zu verdanken. Es wird schnell deutlich, dass sich der Autor zeitlich und vor allem inhaltlich extensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Leser*innen wird hier ein auf viel Erfahrung basierendes Werk an die Hand gegeben. Zum anderen ist die konsequente Nutzung von Beispielen und vielen Literaturverweisen sehr positiv hervorzuheben. Das gilt ebenso für den Gebrauch von Übersichten und Tabellen sowie Abbildungen. Insgesamt ist das Buch gut strukturiert. Sehr schön ist auch, dass Aspekte wie Lampenfieber oder Schreiben fürs Reden in Beiträgen behandelt werden. Grundsätzlich ist der Umfang an Stichwörtern breit aufgestellt, was ebenfalls gefällt. Allerdings wird das Thema Prüfungen ausgeschlossen, was der Autor damit begründet, dass die Beherrschung der grundlegenden Kompetenzen ausreichend auf die Bewältigung von Prüfungen vorbereitet.

Fazit

In der Publikationslandschaft zum wissenschaftlichen Arbeiten sticht Francks Handbuch nicht besonders heraus, was nicht an der Qualität seines Buchs, sondern vielmehr daran liegt, dass zahlreiche Veröffentlichungen mit ähnlichem Niveau existieren. Das Handbuch gehört dennoch sicher zu den hochwertigeren Publikationen bezüglich der Thematik. Deshalb ist es als kritisches anwendungsorientiertes Nachschlagewerk sehr zu empfehlen.


Rezensent
Jens M. Schneider
Sozialarbeitswissenschaftler, M.A. (Hochschule Fresenius - Standort Frankfurt am Main)
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Zitiervorschlag
Jens M. Schneider. Rezension vom 20.11.2018 zu: Norbert Franck: Handbuch wissenschaftliches Arbeiten. Was man für ein erfolgreiches Studium wissen und können muss. Verlag Ferdinand Schöningh (Paderborn) 2017. 3., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-8252-4748-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23810.php, Datum des Zugriffs 10.12.2018.


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ISSN 2190-9245

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