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Carmen Kaminsky: Soziale Arbeit - normative Theorie und Professionsethik

Cover Carmen Kaminsky: Soziale Arbeit - normative Theorie und Professionsethik. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2018. 217 Seiten. ISBN 978-3-8474-2063-7. D: 19,90 EUR, A: 16,40 EUR.
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Autorin

Carmen Kaminsky ist Professorin für Sozialphilosophie und Ethik an der Technischen Hochschule Köln sowie Privatdozentin für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Thema

Eine verbindliche Professionsethik ist für Professionen konstitutiv. Da sie eine relative Autonomie gegenüber ökonomischer und administrativer Kontrolle benötigen, müssen sie an eine spezielle Professionsethik gebunden sein, die universell ist, aber nur für die Profession gilt. Nach Parsons (1958) ist der Patient aufgrund der Verbindung von Hilflosigkeit, Mangel an fachlicher Kompetenz und Störung des emotionalen Gleichgewichts in besonderem Maße ausnutzbar. Man könne sagen, dass die Ausnutzung eines hilflosen Patienten in unserer Gesellschaft als moralisch besonders verwerflich angesehen werde. In der Medizin ergibt sich also die Notwendigkeit einer Professionsethik aus der besonderen Situation des Patienten. Im Beruf des Rechtsanwaltes ist es das besondere Verhältnis zum Mandanten. Der Mandant muss sicher sein, das seine Informationen nicht an Dritte weitergetragen werden und sein Anwalt gegen die Interessen des Mandanten handeln könnte. Ärzte und Anwälte haben ein Zeugnisverweigerungsrecht. In der Medizin werden die Folgen der Entwicklung des Gesundheitswesen ( z.B. Privatisierung, Fallpauschalen, DGS) für die Profession und Professionsethik der Medizin kontrovers diskutiert. (vgl. Z.B. Michael de Ridder 2015, Thöns 2016)

Die Entwicklung der Sozialen Arbeit unter dem Aspekt der Professionsethik ist ebenfalls ein wichtiges Thema ( vgl. Merton, Zängl 2016). Das Thema ist eng verbunden mit der schon alten Diskussion, ob Sozialarbeit eine Profession ist bzw. sich dahin entwickeln sollte (vgl. z.B. Sahle 1985, Riemann 2000, Becker-Lenz, Baumgartner 2016, Müller 2016). Diskutiert wird das Spannungsverhältnis von „Hilfe und Kontrolle“ in der Sozialen Arbeit. (vgl. z.B. Thieme 2017) Nach Ansicht des Rezensenten kann jedoch der Begriff „Kontrolle“ für unterschiedliches stehen. Es kann das gefährdetes „Kindeswohl“ sein, oder aber die möglichst schnelle Vermittlung in Beschäftigung (vgl. Heyer 2009) unter allen Umständen und Sanktionen, wenn der „Kunde“ sich nicht wie verlangt verhält. Gehört man eher zum staatlichen Aufsichtspersonal für das Prekariat oder kann und will an den Klientinnen und Klienten reale Entwicklungsmöglichkeiten anbieten bzw. ermöglichen?

Aufbau und Inhalt

Das Buch gliedert sich in eine Einleitung und zehn Kapitel, wobei das letzte Kapitel Fazit und Ausblick beinhaltet.

In der Einleitung wird das Vorhaben des Buches skizziert. Die Autorin sieht einen Professionalisierungsprozess in der Sozialen Arbeit und einen Paradigmenwechsel. Die Soziale Arbeit befasse sich damit, „gestörte Sozialisationsprozesse zum Guten“ zu wenden (S. 14) Sie positioniere sich zu Fragen des Guten Lebens und der Gerechtigkeit (S. 17). Vor dem Hintergrund, dass viele Fachleute ihre berufliche Identität nicht über ihre Ausbildung, sondern über ihre berufliche Tätigkeit gewönnen (S. 19/20), könne eine Berufsethik eine identitätsstiftende Funktion haben (S. 22). Zentrale Werte der Profession seien Eigenständigkeit/Selbstständigkeit, Zugehörigkeit und Lebenssicherheit/Lebensqualität (S. 24)

In Kapitel 1 diskutiert die Autorin die Frage, ob die Soziale Arbeit einen Professionsethik benötigt. Die Ethik stehe im Kontext der Bestrebungen der Sozialen Arbeit um Identität und Anerkennung (S. 28) im Rahmen einer Professionalisierung. Dass die Soziale Arbeit eine Profession ist, sei theoretisch klar, müsse aber stärker das Selbstverständnis der beruflich Tätigen prägen. Die Autorin geht auf den Professionsbegriff und die Unterschiede zu Berufen ein. Hier wäre nach Ansicht des Rezensenten ein stärkerer Bezug zu den klassischen Professionstheorien sinnvoll. Die besondere Stellung klassischer und neuer Professionen ergibt sich aus zentralen Fokusse (Gesundheit/psycho-soziale Integrität, Gerechtigkeit, eventuell noch Beziehung zu Gott/Theologie als Vorläufer), die eine relative Unabhängigkeit von administrativer und wirtschaftlicher Kontrolle erfordern. Die Autorin zitiert Stichweh, der auf die besondere Bedeutung der Ethik für Professionen hinweist und schließt sich seiner Position an. Die soziale Arbeit sei, so die Autorin meist bloß durch die staatliche Beauftragung legitimiert. Es bedürfe einer eigenständigen Professionsethik, um das Anliegen der Sozialarbeit durch „eine kohärente und konsistente Explikation des ethisch-moralischen Selbstverständnisses“ (S. 38) intern und extern zu legitimieren. Dies gehe mit Forderungen an die Gesellschaft einher. Eine Professionsethik müsse Kriterien bereitstellen, um zu beurteilen, welche Tätigkeit Sozialarbeit sei.

In Kapitel 2 behandelt die Autorin die Frage, wie eine Professionsethik der Sozialen Arbeit entwickelt werden könnte. Sie schlägt eine „kritisch-konstruktive und zugleich kreativ-hermeneutische Vorgehensweise“ (S. 52) vor. Vor dem Hintergrund der Vielfalt der Praxisfelder sieht der Rezensent hier ein Problem. Einerseits soll die Profession und Professionsethik den Sinn und Zweck professionellen Handelns nach negativ begrenzen (S. 46). Andererseits schreibt die Autorin: „Die professionsethische Bestimmung Sozialer Arbeit darf deshalb nicht darauf hinauslaufen, Soziale Arbeit zu etwas anderem zu machen, als es ist“ (S. 53) Was soziale Arbeit zurzeit ist, ist geprägt durch die unterschiedlichen Aufträge, Spielräume und Rahmenbedingungen, die zu einem großen Teil staatlich vorgeben werden. Davon unterscheiden muss man das Selbstverständnis der Fachkräfte und die Frage wie Soziale Arbeit sein sollte. Die zu entwickelnde Berufsethik solle Verbindlichkeitsansprüche und Durchsetzungsansprüche stellen.

In Kapitel 3 wird auf den Gegenstand und das Selbstverständnis der Sozialarbeit eingegangen. Die Autorin vertritt die Ansicht, dass soziale Arbeit auch benötigt würde, wenn gesellschaftlich-politische Ursachen für soziale Probleme gelöst würden. Hier hat der Rezensent einige Zweifel. Die Sozialarbeit ist entstanden vor dem Hintergrund der sozialen Probleme durch die Industrialisierung. (vgl. Braches-Chyrek 2013) Auch heute noch stehen die meisten Problemlagen, die die Soziale Arbeit bearbeitet, in Zusammenhang mit der sozialen Frage. Die meisten Menschen benötigen während ihres Lebens keine Sozialarbeiterin oder keinen Sozialpädagogen, weil sie ihre sozialen Probleme selber lösen. Nur in besonders schweren, komplexen und/oder gefährlichen Problemlagen ist professionelle soziale Arbeit erforderlich. Diese können in Einzelfällen auch unabhängig von der sozialen Frage entstehen (z.B. schwere Krankheit, Unfall oder Tod eines Familienmitglied). Diese Fälle sind jedoch relativ selten, sodass der Bedarf nach Sozialarbeit stark schrumpfen würde, wenn die soziale Frage gelöst würde. [1] Eingegangen wird auf die Unterschiede zwischen Sozialpädagogik und Sozialarbeit, die Fusion beider Fächer und Konvergenzprobleme in der Theoriebildung. Der Versuch, über den Begriff „soziale Probleme“ den Gegenstand der Sozialen Arbeit zu definieren ist nach Ansicht der Autorin gescheitert, da dies zu allgemein sei. Das Problem werde, so die Autorin, auch nicht gelöst, wenn man die sozialen Probleme in den Kontext gesellschaftliche Verhältnisse stelle, die den Einzelnen Bewältigung abverlange. Auch nach Ansicht des Rezensenten wäre dies nicht ausreichend, aber ohne einen Bezug auf gesellschaftliche Verhältnisse kann die Bestimmung des Gegenstands der Sozialarbeit eine problematische Individualisierung sein. Jugendarbeitslosigkeit ist zum Beispiel auch ein individuelles Problem, aber auch das Ergebnis sozialer Exklusion durch das Schulsystem und den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Kritisch setzt sich die Autorin auch mit der Position auseinander, Soziale Arbeit als Gerechtigkeitsprofession zu begreifen. Die Sozialarbeit sei hier sozialphilosophischen, soziologischen und sozialpolitischen Expertisen nicht überlegen. Nach Ansicht des Rezensenten kann keine Expertise hier Allgemeingültigkeit beanspruchen. Was gerade in einer Gesellschaft als „gerecht“ angesehen wird, ist Ergebnis von Auseinandersetzungen. Nach dem Begriff der Chancengerechtigkeit kann zum Beispiel der Fleißige und Begabte gegenüber dem weniger fleißigen und begabten Menschen bevorzugt werden. Es gibt aber auch andere Prinzipien der Gerechtigkeit. Dass die Gesellschaft am Wohlergehen aller interessiert sei (s. S. 75), ist lediglich eine Behauptung der Autorin. Als Ausgangspunkt zur Verdeutlichung der Spezifik Sozialer Arbeit wählt die Autorin die „soziale Existenz des Menschen“ (S. 77). Dieses Thema wird im nächsten Kapitel behandelt.

Die Autorin skizziert im 4. Kapitel das Menschenbild der Sozialen Arbeit und kommt zu dem Ergebnis: „Die Soziale Arbeit hat ihren Ausgangspunkt in der sozialen Existenz des Einzelnen.“( S. 82). Sie diskutiert den ideengeschichtlichen Hintergrund und stellt der sozialethischen Frage zum Wohle Aller die individualethische Perspektive nach den Ansprüchen Einzelner an die Gesellschaft gegenüber (S. 89/90) Soziale Arbeit befasse sich mit den Gefahren für die soziale Existenz der menschlichen Individuen. Aus soziologischer Sicht ist der Begriff nach Ansicht des Rezensenten etwas ungenau. Aus soziologischer Sicht hat zum Beispiel auch der Obdachlose eine soziale Existenz in seinem Obdachlosenmilieu, ausgeschlossen ist er von der Teilhaben an anderen Sozialzusammenhängen. Aber den Fokus auf die soziale Situation des Einzelnen zu setzen, erscheint durchaus sinnvoll. Die Autoren skizziert dann Parallelen zur Medizin, die sich mit der physischen Verletzlichkeit befasse. Der Rezensent meint, dass es hier mehr Überschneidungen zur Medizin gibt, wenn man die Perspektive der Psychiatrie, der Psychosomatik und Palliativmedizin einbezieht. Der Palliativmediziner Lübbe sagt: „Wie lehrt man ein Fach, das zugleich eine Naturwissenschaft und eine Geisteswissenschaft ist?“ (Lübbe 2014, S. 35) Die Frage ist aber, inwieweit die Medizin diesem Anspruch gerecht wird. Die Soziale Arbeit könnte hier wissenschaftlich und berufspraktisch eine Ergänzung sein, wenn es um den Patient mit seiner Biographie und in seiner Lebenswelt geht (vgl. Schmid 2017){Rezension}

Im fünften Kapitel geht es um Gegenstand, Expertise und Zuständigkeit Sozialer Arbeit. Den Gegenstand sieht die Autorin in „Gefahren und Risiken für die Existenz des Einzelnen“ (s. S. 98). Es gehe darum, die Komplexität der lebensweltlichen Zusammenhänge unter diesem Gesichtspunkt zu durchdringen. ( S. 100) Es stellt sich die Frage, inwieweit Risikovermeidung möglich ist. Luhmann schreibt hierzu: „Man jagt sich Tag für Tag durch den Wald, um gesund zu bleiben, und stürzt schließlich mit dem Flugzeug ab. Oder die Prävention erweist sich als kausal unwirksam. Oder es war nur eine nützliche Ermutigungsfiktion. Das Risikovertreibungsrisiko bleibt immer noch ein Risiko“ (Luhmann 2003, S. 39 zitiert nach Hildenbrand 2014, S. 182 ). Der Techniker von Siemens in Görlitz kann vielleicht meinen, durch Weiterbildung Arbeitslosigkeit vorzubeugen. Eine Werksschließung kann er aber nicht verhindern. Die Agenda 2010 hat zu einer Steigerung individueller Risiken geführt, die auch so gewollt war. Der arbeitslose Techniker kann es bei einer Zeitarbeitsfirma versuchen. Das Risiko, wieder arbeitslos zu werden, kann er damit nicht verringern. Der Gegenstand der sozialen Arbeit kann vielleicht häufiger mit Begriffen wie soziale Krise, Verlaufskurve (vgl. Schütze 2016) und problematische Lebenssituation umschrieben werden. Die Methoden und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, Eigenständigkeit, Teilhabe und Sicherheit wieder herzustellen, sind von Fall zu Fall unterschiedlich. So wie es in der Medizin kurative und palliative Ziele gibt, kann es manchmal auch das Ziel der sozialen Arbeit sein, den Betroffenen zu helfen mit Unsicherheit und fehlender Teilhabe umzugehen. Zur Expertise stellt die Autorin u.a. fest, dass man zwar noch nicht davon ausgehen könne, dass die Soziale Arbeit bereits eine entsprechende Expertise entwickelt hat, dass aber eine „überlegende Betrachtungsweise“ (S. 103) möglich sei. Ob diese Expertise jedoch der sozialwissenschaftlichen Perspektive überlegen wäre, möchte der Rezensent bezweifeln. Der Unterschied ist nur, dass die Sozialwissenschaften als reine Wissenschaft nicht in eine Lebenspraxis eingreifen. Die Autorin befasst sich dann mit dem Verhältnis von Profession und Disziplin. Die Akademisierung der Sozialen Arbeit sei zunächst über die Bezugsdisziplinen erfolgt, häufig ohne dass diese Einblicke in die berufliche Praxis gehabt hätten. Nach Ansicht des Rezensenten trifft dies jedoch nur auf einen Teil der Wissenschaftler anderer Disziplinen in den Fachbereichen der sozialen Arbeit zu. Klinische Forschung wurde auch von Soziologen, Pädagogen und Psychologen an den Fachbereichen betrieben. Aber für die Entwicklung einer Profession ist wichtig, dass die Professionellen nicht nur wissenschaftlich ausgebildet sind, sondern dass auch Professionelle in der Forschung tätig sind. Die Autorin diskutiert dann die sachliche und funktionale Zuständigkeit der Sozialen Arbeit. Unter sachlicher Zuständigkeit versteht sie Kenntnisse und Kompetenten zu Gefahren und Risiken für die soziale Existenz von Menschen. Unter fachlicher Zuständigkeit wird die Rolle der Sozialen Arbeit im „gesellschaftlichen Verantwortungsgefüge“ verstanden. Im Unterschied zur Autorin sieht der Rezensent allenfalls programmatisch eine sachliche und eindeutige funktionale Zuständigkeit. Die Entwicklung der Sozialen Arbeit als Wissenschaft ist noch nicht weit genug fortgeschritten, neben der Sozialen Arbeit sind für die Bearbeitung sozialer Probleme weitere Professionen und Berufsgruppen zuständig.

Höchste Werte und oberste Ziele der Sozialen Arbeit werden in Kapitel 6 behandelt. Die Autorin geht davon aus, dass der Handlungsverzug der Sozialen Arbeit den gesellschaftlich anerkannten Werte und Prinzipien entspreche. Für den Rezensenten stellt sich die Frage, von welcher Gesellschaftstheorie sie ausgeht. In einer Gesellschaft in der Konkurrenz und Wettbewerb zentral sind, ist individuelles und kollektives Scheitern kein Betriebsunfall, sondern erforderlich. Nach dem Eindruck des Rezensenten befasst sich Soziale Arbeit eher damit negativen Folgen dieses Scheiterns (für Reproduktion von Arbeitskräften, Anomie, abweichendes Verhalten, politischer Protest) vorzubeugen oder zu korrigieren. Der erste der drei höchsten Werte der Sozialen Arbeit ist die Eigenständigkeit. Es gehe darum, den unterschiedlichen Grad der Eigenständigkeit zu erfassen und ggf. zu fördern (s. S 118) Der Wert Zugehörigkeit wird sehr allgemein als Fähigkeit verstanden, sich als Teil eines Interaktionszusammenhanges verstehen zu können ( S. 119). In hochgradig differenzierte Gesellschaften sind die Menschen immer in bestimmte Sozialzusammenhänge einbezogen, von anderen jedoch ausgeschlossen. Nach Ansicht des Rezensenten kommt es daher darauf an, in welche Zusammenhänge eine Person inkludiert oder exkludiert ist und wie dies gesellschaftlich gerechtfertigt wird. Es geht um Ungleichheit. Der dritte Wert ist die Lebenssicherheit. Dabei gehe es nicht allein um die „wohlfahrtliche soziale Sicherung des Einzelnen“ (S. 121). Die Lebenssicherheit könne auch durch andere Entwicklungen (z.B. Psychosen) gefährdet sein. Auch dies ist nach Ansicht des Rezensenten etwas zu allgemein. Lebenssicherheit kann durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse, durch Arbeitslosigkeit, durch Scheidung oder durch anderen Entwicklungen gefährdet oder nicht mehr vorhanden sein. Die Soziale Arbeit kann nur zum Teil korrigierend einwirken. Somit stellt sich die Frage der Indikation: Mit welchen Mitteln, welchen Methoden und in welcher Zeit sind welche Ziele erreichbar. Insgesamt gehe es in der Sozialen Arbeit um die Bedingungen gelingender sozialer Existenz (S. 124) Mit der Kategorie des gelingenden Lebens wird hier nach Ansicht des Rezensenten eine idealtypische philosophische oder theologische Konstruktion eingeführt. Empirisch wird sich kaum klären lassen, wann ein Leben als gelungen oder gut bezeichnet werden kann. Als oberste Ziele der Sozialen Arbeit nennt die Autorin, Befähigung zur Lebensführung, Inklusion und Grundsicherheit. Unterschiedliche Ursachen könnten dazu führen, das die Fähigkeit zur Lebensführung beeinträchtigt sei. Dies wäre nach Ansicht des Rezensenten nur bei einem Teil der Klienten sinnvoll. Die Befähigung zur Lebensführung von Kindern und Jugendlichen ist eine Aufgabe der Erziehungswissenschaften. Oevermann nennt dies „prophylaktisch-therapeutische Funktion“ (Oevermann 1996,146 ff.) Begründet wird dies entwicklungspsychologisch damit, dass die psycho-soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen noch nicht abgeschlossen sei. Auch durch schwere psychische Erkrankungen kann diese Fähigkeit verloren gehen und wiederhergestellt werden (vgl. Hildenbrand 1991). In anderen Fällen, etwa bei Arbeitslosigkeit, wird man dies nicht unterstellen können. Exklusion könne individuelle Ursachen haben, etwa durch krankheitsbedingte Unfähigkeiten. Die Autorin spricht von Selbst-Exklusionen. Der Rezensent möchte hier anmerken, dass Selbstexklusionen auch Ausdruck von Autonomie sein können. Zum Teil entscheidet das Individuum selbst, welchen Sozialzusammenhängen es angehören möchte. Zum Teil wird das Individuum aus unterschiedlichen Gründen aus bestimmten Sozialzusammenhängen exkludiert („personenexterne Bedingungen“ S. 128). Hier könnte man weiter differenzieren. Die Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Berufen sind zum Beispiel institutionell geregelt und legitimiert. Andere Exklusionen können Grundrechte verletzten (z.B. Gleichberechtigung) oder zu Randständigkeit und Armut führen. Das dritte Ziel ist die Sicherung bzw. Wiederherstellung von Grundsicherheit, die z.B. durch Gewalttaten oder mangelnde Grundversorgung gefährdet sein könne. Nach der Meinung des Rezensenten sind die Werte und Ziele noch zu allgemein und könnte auf eine Allzuständigkeit hinweisen. Diese kann Professionalisierung erschweren. Ähnlich sieht es auch Stichweh (1996, S. 63).

Das Verhältnis von Sozialer Arbeit zum Individuum und zur Gesellschaft wird in Kapitel 7 behandelt. Die Autorin unterstellt „das der Einzelne wie auch die Gesellschaft als Ganzes die gelingende soziale Existenz jedes Einzelnen wollten“( S. 133) Das glaubt der Rezensent nicht. Jedenfalls ist das Wohlergeben jedes Einzelnen kein vorrangiges Ziel einer kapitalistischen Gesellschaft. [2] Vielmehr kann man zeigen, dass die Exklusion einzelner Gruppen in Kauf genommen wird, um bestimmte wirtschaftspolitische Ziele zu erreichen. Soziale Arbeit und Gesellschaft müssten dann eigentlich in Konfrontation zueinander stehen. Im Idealfall komme, so die Autorin, der Einzelne ohne unterstützende oder intervenierende Hilfe der Sozialen Arbeit aus (S. 134/135). Dies sei aber nicht „ohne weiteres als Normalfall anzusehen“. Der Rezensent sieht hier die Gefahr einer Überfürsorglichkeit. Auch der Arzt oder der Anwalt wird meist nur in ernsten Krisenfällen gebraucht [3]. Ob die meisten Menschen, die ohne Sozialarbeiterinnen auskommen, ihre Krisen mit Hilfe der Sozialarbeit besser lösen würden, ist fraglich. Sinnvoll wäre eine Beschränkung auf die schweren Krisenfälle. Die Problemlagen können so schwerwiegend oder komplex sein, dass professionelle Hilfe nötig wird, und/oder der Einzelne und seine Angehörigen verfügen nicht über genügend Problemlösungskompetenzen. Die soziale Arbeit habe, so die Autorin, allein die Kompetenz zur Indikation zur Feststellung, dass eine professionelle Tätigkeit nötig sei. (S. 144) Probleme können sich auch aus der Erlaubnisfrage (s. S. 147) ergeben, wenn die Interventionen von den Klientinnen und Klienten nur billigend hingenommen oder gar zwangsweise erduldet würden (S. 148). Die Autorin behandelt die Diskussion zum Doppelmandat und Tripelmandat und meint die Probleme seien durch „sogfältige ethisch-moralische Argumentation“ (S. 152) zu bewältigen. Der Rezensent bezweifelt das. Die Indikation müßte auch die Feststellung beinhalten, dass die angegebenen Ziele, auch mit den Mitteln und Verfahren mit einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit erreicht werden können. Das ist öfters nicht der Fall. So zielt zum Beispiel die aktivierende Politik auf eine möglichst schnelle Integration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt. Dies kann, muss aber nicht, mit den objektiven Interessen des Klienten vereinbar sein. Wenn zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter mit Erziehung und Berufsarbeit noch überfordert wäre, kann die schnelle Integration kontraindiziert sein, da sie zum Beispiel eine nachhaltige Integration gefährden würde. Das Ziel der Inklusion würde verfehlt. Die Sozialarbeiterin könnte dann den Auftrag des Jobcenters aus moralischen Gründen ablehnen, hätte dann aber keine Klientin mehr. Sie kann den Auftrag unterlaufen, verliert damit aber das Vertrauen des Jobcenters und mittelfristig Aufträge. Nicht nur die gesamtgesellschaftliche Ziele können in Gegensatz zu dem Auftrag der Sozialarbeit geraten. Auch einzelne gesellschaftliche Institutionen ( z.B. Jobcenter, Psychiatrie, Jugendgericht, Jugendamt/Kinderschutz) können unterschiedliche Ziele verfolgen. Nur wenn Soziale Arbeit im Zweifel das Wohl des Klienten vertritt und vertreten kann, gäbe es diesen Widerspruch nicht. Das ist jedoch öfters nicht der Fall.

Die Professionsethik und die Reichweite Sozialer Arbeit wird in Kapitel 8 behandelt. Kern dieser Professionsethik sei die Verpflichtung der Professionsmitglieder auf die Ziele Befähigung zur Lebensführung, Inklusion, Partizipation und Lebenssicherheit. (Seite 155). Die Begrenzung sei, die Soziale Arbeit nur im Hinblick auf diese Ziele und Werte einzusetzen. Nach dem Eindruck des Rezensenten legt die Autorin sich damit auf eine sozialtherapeutische Funktion fest. Damit wäre ein Teil der sozial kontrollierenden Tätigkeiten ausgeschlossen, wenn diese nicht primär dem Klientenwohl, wie zum Beispiel im Kinderschutz, dienen. Die Autonomie mündiger und geschäftsfähiger Klienten würde unterminiert durch jede Form von Zwang. Medizinische Eingriffe können zum Beispiel nur mit Einwilligung der Klienten erfolgen. [4] Nach diesen Kriterien würde die Arbeit auch beurteilbar, Erfolge und Misserfolge könnten festgestellt werden. [5] Die Professionsethik ermögliche eine Identifikation mit der Profession. In diesem Zusammenhang diskutiert die Autorin auch den Begriff des professionellen Habitus, der, so die Autorin, eine Verständigung über Professionalität auch behindern könne (S. 160). Dies sieht der Rezensent anders. Der professionelle Habitus nach Oevermann (1996) ermöglicht professionelles Handeln in einer Praxis, die unter Entscheidungszwang steht, auch im Umgang mit professionellen Paradoxien (vgl. Schütze 1984) oder „widersprüchlichen Einheiten“ (Oevermann 1996). Es gibt Situationen, in denen man schnell entscheiden muss ohne dies mit letzter Sicherheit begründen zu können. Damit erübrigt sich aber nicht automatisch eine nachträgliche fachliche und ethische Reflexion. Oevermann (1996) spricht von „widersprüchlicher Einheit von Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung“. Da es sich um eine Praxis handelt, sind auch die Reflexionsmöglichkeiten begrenzt. Ansonsten könnte der Professionelle nur eine kleine Zahl von Klienten haben. Bei der Bestimmung der Reichweite betont die Autorin den Fokus auf die soziale Existenz während die Medizin sich auf die physisch und psychische Existenz beziehe. Dem würden nach Ansicht des Rezensenten wohl einige Mediziner, die auch die sozialen Aspekte betonen, widersprechen. Die sozialwissenschaftliche Grundlage der Sozialen Arbeit dürfte aber fundierter sein als die der Medizin. Die Autorin behandelt die politische Verantwortung der Sozialen Arbeit. Zur Sozialpolitik habe sie ein „kritisch-responsives Verhältnis“. Beiden gehe es um die Existenzsicherung des Einzelnen ( S 163). Der Rezensent fragt sich, ob dies im „aktivierenden Sozialstaat“ ( vgl. Dahme, Wohlfahrt 2002) noch so stimmt. Je weniger dies der Fall ist, um so bedeutender wird die zweite von der Autorin behandelte Aufgabe, das „Forderungsverhältnis“ zur Sozialpolitik (S 167) Die Autorin fordert auch, die Arbeit in ein „professionell angemessenes (Arbeits-) Verhältnis“ zu stellen. Auch sei die Soziale Arbeit nicht die Exekutive des Sozialstaates und habe nicht die Aufgabe zu überwachen, ob staatliche Leistungen missbräuchlich angenommen würden. Dies müßte dann auch wohl für Sanktionen nach dem SGB II gelten.

In Kapitel 9 wird die moralische Integrität der Sozialen Arbeit behandelt. Die Arbeitsbeziehung der Sozialarbeiterin zu Klientinnen und Klienten sei mit der Arzt-Patienten-Beziehung in der Hinsicht vergleichbar, dass es eine Asymmetrie gebe. Auch müsse die Sozialarbeiterin öfters in die Autonomie von Klienten eingreifen. Hier stellt sich für den Rezensenten auch die Frage nach den Grenzen dieser Eingriffe. Eingriffe in die Rechte der erwachsenen Betroffenen gegen deren Willen sind nur in wenigen rechtlichen Ausnahmetatbeständen zulässig, zum Beispiel Vorrang des Kindeswohls bei Kindeswohlgefährdung gegenüber den Elternrechten, schwere geistige Behinderung mit Geschäftsunfähigkeit, akute schwer psychische Erkrankung mit vorübergehender Unzurechnungsfähigkeit und Fremd- oder Selbstgefährdung. Ansonsten müßte in der Sozialen Arbeit wie in der Psychotherapie das Partizipations- und Autonomiepostulat gelten ( vgl. Strotzka 1984, S. 80) [6] Die moralische Integrität hänge, so die Autorin, von der Bereitschaft und Fähigkeit zur ethischen Reflexion ab. Behandelt wird das Thema ethische Reflexionskompetenz, die nicht vorausgesetzt werden könne, sondern in den Studiengängen vermittelt werden müsse. Unter dem Vorbehalt eines Diskurses, der weiter professionsweit geführt werden müsse, skizziert die Autorin 6 mittlere ethische Prinzipien. Am Ende des Kapitels stellt sie fest, dass die moralische Integrität der Praxis sozialer Arbeit durch die Verhaltensweisen gewährleistet werden müsse

Das 10. Kapitel wird als Fazit und Ausblick bezeichnet. Eingegangen wird auf die „normativ-rationale Selbstaufklärung“, die noch ausstehe und auf die Professionsdiskurse. Anzustreben sei, so die Autorin, ein „transnationales und sogar kulturübergreifendes begriffliches Verständnis des Fachs“ ( S. 195). Eingegangen wird auch noch einmal auf die Ethikdiskurse und auf die Wissenschaftsdiskurse. Nach Ansicht des Rezensenten ist es sinnvoll, zwischen zwei Perspektiven der Wissenschaft zu unterscheiden und sie nicht zu vermischen. Wenn sich die Wissenschaft Sozialer Arbeit mit der sozialen Integrität von Menschen befasst, ist sie primär Sozialwissenschaft (Soziologie, Psychologie, Pädagogik) bzw. Teilgebiet der Sozialwissenschaften. Als empirische Wissenschaft befasst sie sich um einen mit Biographien, sozialen Milieus und gesellschaftlichen Prozessen und zum anderen mit sozialberuflichen Handeln. In beiden Bereichen sollte man zunächst eine nicht normative, re-konstruktive Perspektive einnehmen. Untersucht wird was ist, nicht aber was sein sollte und auch nicht wie die Beteiligten ihre Praxis sehen. Aus dieser Perspektive kann man auch keine inhaltlichen Vorgaben akzeptieren wie die, dass es um was Wechselspiel von gesellschaftlichen Verhältnissen und individuellen Prozessen gehen müsse ( S. 201) Eine Fragestellung der Forschung kann zum Beispiel sein, ob und wie durch Wirtschafts- und Sozialpolitik Personengruppen ausgegrenzt werden. Eine andere Frage wäre, aufgrund welcher persönlicher Merkmale und biographischer Entwicklungen bestimmte Gruppen von Menschen von dieser Ausgrenzung betroffen sind und andere nicht. Die normative wissenschaftliche Perspektive wäre eine Kritik an der eigenen Profession anhand von Modellen, Normen und Prinzipien sowie an Rahmenbedingungen, die professionelle Arbeit behindern.

Diskussion

Die Verinnerlichung eines für diese Berufsgruppe spezifischen Professionsethos wäre eine wichtige Voraussetzung für die weitere Professionalisierung der Sozialen Arbeit (vgl. Müller-Hermann und Becker-Lenz 2016). Die Verständigung auf eine Professionsethik und die Professionalisierung der Sozialen Arbeit scheint jedoch nicht so richtig voranzukommen. Dafür wird es unterschiedliche Gründe geben. Einer könnte sein: Einige Gruppen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern waren in den letzten Jahrzehnten selbst gesellschaftlich marginalisiert. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die Zusammenarbeit mit Quereinsteigern aus anderen Berufen erschwerten die Machtposition der Sozialen Arbeit. Sinnvoll war aufgrund schwieriger Bedingungen am Arbeitsmarkt auch, in möglichst vielen Praxisfeldern präsent zu sein. Entsprechend diffus war das Berufsbild. Das könnte sich ändern, wenn viele Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter das Rentenalter erreichen und die stärkere Machtposition der Berufsgruppe zur Professionalisierung genutzt wird. Die soziale Arbeit sollte dann aber keine „konfliktscheue Profession“ (Messmer2015) sein. Eine Frage wird sein, welche Praxisfelder die moralische Integrität der Professionellen fördern oder behindern. So kann zum Beispiel die möglichst schnelle Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt auch ihre nachhaltige Integration erschweren.

Fazit

Das Buch ist ein interessanter und wichtiger Beitrag in einer Diskussion, die für die Professionsentwicklung konstitutiv ist. Ein noch zu entwickelnder Berufsethos, auf den man sich verständigen könnte, müsste jedoch noch spezifischer für die Profession sein.

Literatur

  • Becker-Lenz, Roland, Baumgartner, Edgar (2016), Soziale Arbeit in der Schweiz, in Dick u.a.; Handbuch Professionsentwicklung, Bad Heilbrunn, S. 526 -535
  • Braches-Chyrek (2013), Jane Addams, Mary Richmond und Alice Salomon. Professionalisierung und Disziplinbildung Sozialer Arbeit, Opladen u.a. O.: Budrich
  • Dahme, H.-J.; Wohlfahrt, N. (2002), Aktivierender Staat, Ein neues sozialpolitisches Leitbild und seine Konsequenzen für die soziale Arbeit, neue praxis 1/2002, S. 10 -32
  • Goffman, Erving (1977) Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischen Patienten und anderer Ursachen, Frankfurt, 2. Auflage
  • Heyer, Gerd, (2009) Die wichtigsten Ergebnisse der 6c-Evaluation aus der Sicht des BMAS, in: Lange, Joachim (Hg.) SGB II. Die Lehren aus der Evaluationsforschung nach § 6c, Loccumer Protokolle 09/09, Rehburg-Loccum, S. 13 – 23
  • Hildenbrand, B. (1991). Alltag als Therapie. Ablöseprozesse Schizophrener in der psychiatrischen Übergangseinrichtung. Bern, Stuttgart: Huber.
  • Hildenbrand, Bruno (2014) Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Prävention im 21. Jahrhundert In: Familiendynamik 3/ Juli 2014, S. 175 – 202
  • Luhmann, Niklas (2003), Soziologie des Risikos. Berlin, New York: Walter de Gruyter.
  • Lübbe, Andreas S. (2014) Für ein gutes Ende. Von der Kunst, Menschen in ihrem Sterben zu begleiten. Erfahrungen auf einer Palliativstation, München: Heyne
  • Merten Ueli; Zängl, Peter (Hrsg.)( 2016) Ethik und Moral in der Sozialen Arbeit, Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich
  • Messmer, H, (2015), Soziale Arbeit als konfliktscheue Profession. Konversationsanalytische Beobachtungen aus dem Feld der Kinder- und Jugendhilfe, in S. Stövesand, D. Röh (Hrsg.) Konflikte- theoretische und praktische Herausforderungen für die soziale Arbeit, Opladen: Budrich K. 80 – 90
  • Müller-Hermann, Silke; Becker-Lenz, Roland (2016) Die Relevanz eines verinnerlichten Berufsethos und einer kodifizierten Ethik in der Sozialen Arbeit, in: Merten Ueli; Zängl, Peter (Hrsg.)( 2016) Ethik und Moral in der Sozialen Arbeit, Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich, S. 77 – 85
  • Müller, Hermann (2016 ) Professionalisierung von Praxisfelder der Sozialarbeit, Opladen u.a.0.: Verlag Barbara Budrich
  • Oevermann, Ulrich (1996). Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professionellen Handelns. In: Combe, A.; Helsper, W.; Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus professionellen Handelns, Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 70 – 182
  • Parsons, Talcott (1958), Struktur und Funktion der modernen Medizin, in: Kölner Zeitsachrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 3, s. 10 – 57
  • Ridder, Michael de (2015) Welche Medizin wollen wir?, München: DVA
  • Riemann, Gerhard (2000): Die Arbeit in der sozialpädagogischen Familienberatung Interaktionsprozesse in einem Handlungsfeld der sozialen Arbeit. Edition Soziale Arbeit. Weinheim; München: Juventa.
  • Thieme, Nina (2017) Hilfe und Kontrolle, In: Fabian Kessl, Elke Kruse, Sabine Stövesand, Werner Thole (Hrsg.): Soziale Arbeit – Kernthemen und Problemfelder (2017), Reihe Soziale Arbeit Grundlagen, Band 1, Opladen und Toronto: Verlag Barbara Budrich, S. 17 – 24
  • Saale, Rita (1985) Professionalität oder Technokratie? Zur Mikrologie einer Beratungsbeziehung, in: neue praxis 2/2 1985 S235 -262
  • Schmid, Raimund (2017), Wehe du bist Alt und wirst krank. Missstände in der Altersmedizin und was wir dagegen tun können, Weinheim, Basel. Beltz
  • Schütze, F. (1984 ). Professionelles Handeln, wissenschaftliche Forschung und Supervision. Versuch einer systematischen Überlegung. In Lippenmeier, N. (Hrsg.). Beiträge zur Supervision. Band 3 (S. 262-389). Gesamthochschule Kassel.
  • Schütze, Fritz, (2016), Sozialwissenschaftliche Prozessanalyse, Opladen u.a. O.: Verlag Barbara Budrich
  • Stichweh, R. (1996). Professionen in einer funktional differenzierten Gesellschaft. In Combe, A. & Helsper, W. (Hrsg.). Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns (S. 49-69). Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
  • Strotzka, Hans (1982), Ethik der Psychotherapie, in: Eisenberg-Stangl, I.; Stagl. W. (Hrsg.) Grenzen der Behandlung, Opladen, Westdeutscher Verlag, S. 78 – 80
  • Thöns, Matthias (2016) Patient ohne Verfügung. Das Geschäft mit dem Lebensende. 2016, 6. Auflage, Piper Verlag, München, Berlin

[1] Zurzeit scheint sich die soziale Frage eher zu verschärfen.

[2] Ob dies in einer sozialistischen Gesellschaft so wäre, kann man diskutieren. Das wäre aber eine rein theoretische Diskussion, weil es eine solche Gesellschaft nicht gibt.

[3] Die Vorsorge bei Kindern und älteren Menschen kann hinzu kommen.

[4] Die Psychiatrie wäre ein Sonderfall, wenn sie Patientinnen und Patienten gegen ihren Willen behandelt. Vgl. auch Goffman (1977, S. 335) zur Anwendbarkeit des Dienstleistungsmodell auf die Anstaltspsychiatrie. Der Sonderfall könnte auch für Klientinnen und Klienten der Sozialen Arbeit gelten, wenn diese unter Betreuung stehen oder aufgrund einer akuten psychischen Krankheit nicht autonom handlungsfähig sind.

[5] Ein Problem ist hierbei nach Ansicht des Rezensenten, dass die professionelle Arbeit in eine offene Zukunft hinein interveniert, was eine Prognose unsicher macht. Zum Beispiel kann eine nicht vorhersehbare Scheidung eine Familiensituation verändern.

[6] „Man muss akzeptieren, dass Psychotherapie ebenso wie Erziehung Manipulation ist. Die Ziele dieser Manipulation sollen aber im Konsens erarbeitet werden“ Strotzka 1984, S. 80


Rezensent
Dr. Hermann Müller
Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Homepage HermannMuellerHildesheim.de
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Zitiervorschlag
Hermann Müller. Rezension vom 02.01.2018 zu: Carmen Kaminsky: Soziale Arbeit - normative Theorie und Professionsethik. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2018. ISBN 978-3-8474-2063-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23816.php, Datum des Zugriffs 24.10.2018.


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