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Johanne Pundt (Hrsg.): Vernetzte Versorgung

Cover Johanne Pundt (Hrsg.): Vernetzte Versorgung. Lösung für Qualitäts- und Effizienzprobleme in der Gesundheitswirtschaft? Apollon University Press (Bremen) 2017. 320 Seiten. ISBN 978-3-943001-25-9. D: 54,90 EUR, A: 56,50 EUR.
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Thema

Die Publikation „Vernetze Versorgung – Lösung für Qualitäts- und Effizienzprobleme in der Gesundheitswirtschaft?“ stellt eine spannende Frage in der ersten Auflage bezüglich der großen Herausforderung der deutschen Gesundheitsversorgung dar. Da das beschriebene Themenfeld im aktuellen Forschungskontext nicht mehr weg zu denken ist, werden zahlreiche Forschungsperspektiven von Autoren dargelegt, um die derzeitige Versorgungslage in Deutschland zu betrachten und zu analysieren. Es werden differenzierte Modelle der integrierten Versorgung wie beispielsweise Medizinische Versorgungszentren, Praxisnetze aber auch das Belegarztwesen mit Vor- und Nachteilen diskutiert. Die Veröffentlichung soll Lösungsansätze nicht nur für Effizienzprobleme, sondern auch für Schnittstellenprobleme bieten. Diese werden aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet. Nicht nur das der Themenband gesundheitswirtschaftlich Interessierten einen Einblick ermöglicht, auch zeigt es den Verantwortlichen in Institutionen oder Hochschuleinrichtungen, welche Fragen bezüglich der unterschiedlichen Versorgungsstrukturen aufkommen. Geeignet ist dieser Band für die verschiedenen Akteure in den unterschiedlichsten praktischen und wissenschaftlichen Tätigkeitsbereichen, vornehmlich aus dem Gesundheitswesen.

Autorin

Prof. Dr. Johanne Pundt ist seit 2009 Dekanin des Fachbereichs Gesundheitswirtschaft an der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen.

Aufbau

Der Aufbau dieser Publikation gliedert sich in drei Hauptkapitel welche insgesamt zwölf Beiträge beinhalten. Es wird eingeleitet mit einem Vorwort von Prof. Dr. Volker Amelung und der Heranführung an das Thema in Zusammenhang mit einer Danksagung durch Prof. Dr. Johanne Pundt.

Zunächst wird die aktuelle Ausgangsposition des Innovationsfonds erläutert. Des Weiteren werden die Probleme der verschiedenen Akteure aufgezeigt. Das letzte Kapitel stellt verschiedene Lösungsansätze dar.

Der Schreibstil ist wissenschaftlich gehalten. Zum besseren Verständnis werden oftmals Abbildungen und Tabellen herangezogen. Auf den letzten Seiten der Publikation liegen eine Nachlese, Informationen über die Autoren, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis und ein Sachwortverzeichnis zugrunde.

Inhalt

Die Grundlage dieser Veröffentlichung bietet eine Einführung in den hochregulierten Gesundheitsmarkt und den Untersuchungsgegenstand, welcher von der Segmentierung des Gesundheitssystems zu den Ansätzen der vernetzen Versorgung reicht. Es wird aufgezeigt welche widersprechenden Anreize im derzeitigen Versorgungssystem existieren und welche Herausforderungen daraus resultieren. Fortlaufend wird erläutert, dass in der Regel kaum eine Abstimmung von ambulanter und stationärer Versorgung besteht. Die Anfänge der Integration sollen über einen sogenannten „Innovationsfonds“ gefördert werden, da dieser nicht nur die Evaluation von neuen Versorgungsformen begünstigt. Auch wissenschaftliche Projekte hierzu werden berücksichtigt.

Nach der Einführung folgt die Darlegung der aktuellen Ausgangsituation des Innovationsfonds im ersten Hauptkapitel. In diesem Abschnitt werden drei Beiträge zu dem Forschungsgegenstand diskutiert. Zunächst werden die gesetzlichen Vorkommnisse zu der Einführung und Vergabe des Fonds erklärt, bevor zu dem Thema kritisch Stellung bezogen wird. Weiterhin wird sich damit auseinandergesetzt, welche Maßnahmen erstellt werden können, um die Interessen aller Akteure abzudecken. Jedoch wird auch konnotiert, dass dieses Vorgehen sehr kostspielig ist. Des Weiteren werden auch die positiven Perspektiven und der Entwicklungsprozess dargestellt. Abschließend wurde dies im ersten Hauptkapitel ebenso in anschaulichen Graphiken demonstriert.

Das zweite Hauptkapitel beschäftigt sich mit den Problemen der Player, Kunden und Anbieter bezüglich der vernetzten Versorgung. Aufgezeigt wird nicht nur die Veränderung der Patientenrolle im Laufe der Jahre, Beispiele wie das Drei – Dimensionen – Modell untermauern diese Thematik graphisch. Fortlaufend kann durch verschiedene Modelle die daraus resultierende Patientenbeteiligung messbar gemacht und beleuchtet werden wie diese im Zusammenhang mit einer vernetzten Versorgung im Gesundheitssektor stehen. Ferner wird eine Branchenvernetzung der Regionen diskutiert und deren Vor- und Nachteile zusammengefasst.

Das dritte Hauptkapitel setzt sich mit den Lösungsansätzen der Praxis, also Konzepte, Erfolge und Probleme auseinander. Der Themenblock umfasst insgesamt sieben Beiträge und ist somit das größte Kapitel der Publikation. Hierbei wird der Fokus auf Wirtschafts-, Struktur-, Technologie- und Arbeitsmarktfragen der Gesundheitswirtschaft gelegt, aber auch das Aussehen der zukünftigen Gesundheitsregionen erörtert. Aufgezeigt wird ebenfalls der Versorgungsweg zwischen Kostenträger, Leistungserbringer und Patienten und die dazugehörigen Prozessschritte einer vernetzen Versorgung. Des Weiteren werden Potenziale der Medizinischen Versorgungszentren beleuchtet, die seit einigen Jahren eine sektorenübergreifende Kooperation darstellen. Ebenso sollen Praxisnetze helfen Barrieren zwischen den unterschiedlichen Sektoren zu überwinden und somit eine Verbesserung der Patientenversorgungsqualität herzustellen. Festzuhalten ist hierbei, dass es bedeutsam ist eine Weitsicht in der eignen Disziplin zu entwickeln, welche bis hin zu einer Interdisziplinarität reicht.

Diskussion

Durch die Veröffentlichung wird ein ausgedehnter Überblick zu dem Thema Gesundheitswirtschaft und deren vernetzte Versorgung dargelegt. Es werden die Grundlagen zu dem Versorgungsgegenstand aufgezeigt und sich mit dem Innovationsfonds methodisch und ethisch auseinandergesetzt. Allerdings kann es teilweise zu einer Verwirrung durch viele aufeinanderfolgende Meinungen und Perspektiven kommen. Trotz alle dem wird auch dadurch eine gute rund um Betrachtung des Themas geschaffen.

Fazit

Dieses Herausgeberwerk „Vernetze Versorgung – Lösung für Qualitäts- und Effizienzprobleme in der Gesundheitswirtschaft?“ ist insgesamt betrachtet, ein übersichtlich gegliedertes Buch, das stimmig in der Kapitelabfolge sowie in der logischen Argumentation aufeinander aufbaut. Durch die vielen Perspektiven und graphischen Untermalungen kann ein guter Überblick geschaffen werden, welcher zum besseren Verständnis beiträgt und Lust auf weitere mögliche Diskussionen zu der Problemstellung macht. Desgleichen wird ganz deutlich die Position der Politik herausgearbeitet, die noch mehr zum Handeln aufgefordert wird, damit sich das ganze Versorgungssystem in Richtung des Patienten bewegt und somit ebenso dessen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Der Preis ist für die Publikation angemessen. Der Leser erhält ein fundiertes Werk und ist nach der Lektüre des Buches umfassend informiert.


Rezensent
Dr. Christian Heidl
Diplom-Pflegewirt (FH), MSc Dozent und Wissenschaftlicher Mitarbeiter Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften, Forschungsinstitut IDC
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Rezensentin
Julia Schneider
Studierende, Management im Gesundheits- und Sozialmarkt, Wilhelm Löhe Hochschule Fürth
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Zitiervorschlag
Christian Heidl/Julia Schneider. Rezension vom 04.06.2018 zu: Johanne Pundt (Hrsg.): Vernetzte Versorgung. Lösung für Qualitäts- und Effizienzprobleme in der Gesundheitswirtschaft? Apollon University Press (Bremen) 2017. ISBN 978-3-943001-25-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23915.php, Datum des Zugriffs 20.11.2018.


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