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Uta Deppe-Schmitz, Miriam Deubner-Böhme: Auf die Ressourcen kommt es an

Cover Uta Deppe-Schmitz, Miriam Deubner-Böhme: Auf die Ressourcen kommt es an. Praxis der Ressourcenaktivierung. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2016. 249 Seiten. ISBN 978-3-8017-2611-9. D: 34,95 EUR, A: 36,00 EUR, CH: 45,50 sFr.
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Autorinnen

Dr. Uta Deppe-Schmitz und Dr. Miriam Deubner-Böhme arbeiten beide als Psychologische Psychotherapeutinnen in eigener Praxis und sind darüber hinaus als Trainerinnen und Coaches tätig.

Thema

Die Ressourcenaktivierung ist ein zentrales Thema in Coaching und Therapie. Studien belegen, dass wenn der Fokus in der Beratung auf den Ressourcen der Klienten / Patienten liegt, diese einen erheblich Mehrwert für die Persönlichkeitsentwicklung haben. In der ressourcenorientierten Therapie sollen die Patienten lernen, einen Zugang zu ihren Ressourcen zu bekommen. Ressourcenaktivierung unterstützt das Wohlbefinden von Patienten / Klienten positiv zu fördern und zu verbessern.

Wie es Coaches und Therapeuten gelingt, die Ressourcen ihrer Patienten/ Klienten zu aktivieren, stellen Dr. Uta Deppe-Schmitz und Dr. Miriam Deubner-Böhme in ihrem Buch „Auf die Ressourcen kommt es an“ vor. 

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist folgendermaßen gegliedert:

  1. Lust auf die Ressourcen-Einleitung
  2. Die Schatzkarte entziffern – Eine kurze theoretische Abhandlung über ressourcenorientierte Psychotherapie
  3. Ein paar Worte zum Reiseleiter -Der ressourcenorientierte Therapeut
  4. Die Reise vorbereiten – Ressourcenorientierte Therapieplanung
  5. Die funkelnden Schätze bewundern – Aktuell verfügbare Ressourcen aktivieren
  6. Die Suche nach verborgenen Schätzen – Verschüttete Ressourcen aktivieren
  7. Diamanten schleifen – Ressourcen im Alltag aktivieren und für Herausforderungen nutzen
  8. Unter die Lupe genommen – Ressourcenorientierte Gestaltung von Therapiesitzungen
  9. Beginn und Ende der Expedition gestalten – Ressourcenaktivierung zu Therapiebeginn und Therapieende
  10. Ein Reisebericht – Zusammenfassung und Ausblick
  11. Werkzeugkoffer – Übungsanleitungen 

Nach einer kurzen Einleitung, beginnt das zweite Kapitel mit einer theoretischen Einführung in das Thema Ressourcenaktivierung und vermittelt erstes Grundlagenwissen. Begriffsklärung, psychologische Grundbedürfnisse und die Bedeutung der ressourcenorientierten Therapie sind hier insbesondere zu nennen.

Im dritten Kapitel steht der Therapeut im Fokus. Hier wird deutlich, wie bedeutsam die Haltung des Therapeuten ist. Die hier vorgestellten Reflexionsfragen und kleine Übungen dienen zur Überprüfung der eigenen Rolle. Die Auseinandersetzung mit sich selbst und die diesbezüglichen Erkenntnisse verhelfen zu einer professionellen Tätigkeit.

Das vierte Kapitel widmet sich der ressourcenorientierten Therapieplanung und wie diese gestaltet werden kann. Hier werden der Ressourcenfragebogen, das Ressourceninterview, die Ressourcenwaage, ressourcenorientierte Fragetechniken und Arbeitsbögen zur Diagnostik vorgestellt. Therapieziele werden kurz erwähnt, jedoch nur in Ansätzen ausgeführt.

Unter dem Namen „Funkelnde Schätze bewundern“ schließt sich das fünfte Kapitel an, das sich auf die aktuell verfügbaren Ressourcen des Patienten bezieht. Ganz pragmatisch verdeutlichen die Autorinnen anhand von zahlreichen Fallbeispielen und Beispieldialogen, wie aktuelle Ressourcen geborgen werden können. Sollte sich das „Schätze bergen“ jedoch einmal schwierig gestalten, befinden sich auf den letzten Seiten des Kapitels Hilfestellungen für den Umgang mit herausfordernden Patienten.

Kapitel sechs wendet sich den aktuell verschütt gegangenen Ressourcen zu. Die Autorinnen beschreiben was darunter zu verstehen ist und welche Interventionen hilfreich sind, um diese wieder zu aktivieren. Auch hier verdeutlichen Fallbeschreibungen ein mögliches Vorgehen. Des Weiteren sensibilisieren die Autorinnen, dass hier seitens des Therapeuten ein „dran bleiben“ nötig ist. Übungen wie der Ressourcenspaziergang, der Ressourcenstammbaum, der Lebensbericht oder der Ressourcenzoo werden hier aufgeführt.

Wie die nun aktivierten Ressourcen im Alltag Fuß fassen können, wird im siebten Kapitel näher erläutert. Hier geht es um Nachhaltigkeit. Ziel ist es, den Patienten dahingehend zu befähigen, auch er auch nach der Therapie einen Zugang zu seinen Ressourcen besitzt. Übungen und Beispiele bieten eine Hilfestellung für den Alltagstransfer.

„Unter die Lupe genommen“ betitelt sich das achte Kapitel. Dieses gibt auf sechs Seiten einen kleinen Einblick, wie ressourcenvolle Therapiesitzungen gestaltet werden können. Kurze Beispieldialoge verdeutlichen die Herangehensweise.

Das neunte Kapitel beschreibt, wie der Beginn und das Ende der Zusammenarbeit ressourcenvoll gestaltet werden kann. Die Autorinnen geben Anregungen, welche Fragen sich für den Erstkontakt eignen und stellen beispielsweise die Ressourcenbalance und den Bedürfnischeck als Methode vor. Des Weiteren stellen sie dar, wie wir uns auf ein ressourcenvolles Ende der Therapie vorbereiten können und professionell ein Abschlussgespräch führen.

Das mit nur drei Seiten versehende zehnte Kapitel, beinhaltet eine Zusammenfassung des Buches.

Das elfte und gleichzeitig größte Kapitel, fasst die im Buch zuvor beschriebenen Methoden zusammen. In Form eines Arbeitsbogens wird in der Gliederung: Ziel, Material, Auswertung der Übung und Abschlussintervention die jeweilige Methode nun noch einmal genauer beschreiben. 

Diskussion und Fazit

Die Autorinnen kommen dem Untertitel „Praxis der Ressourcenaktivierung“ nach und geben hier ein praxisbezogenes Buch zum Thema Ressourcen heraus. Folgt man den metaphorischen Kapitelnamen, begibt man sich auf eine Reise in die Ressourcenwelt. Die gut aufeinander aufbauende Struktur und die leicht verständlich und nachvollziehbaren Übungen machen es zu einem hilfreichen Nachschlagewerk.

Die umfangreichen Arbeitsmaterialien (Übungsbeschreibungen und Arbeitsblätter) liegen dem Buch in Form einer CD bei. Ob die 40 Seiten, die einer wiederholten Methodenübersicht gewidmet sind, nicht anderweitig besser genutzt werden könnten, gebe ich hier zu bedenken.

Obwohl dieses Buch dem therapeutischen Kontext gewidmet ist, es für Coaches und Berater gleichermaßen gut geeignet, da in beiden Formaten die Arbeit mit Ressourcen eine zentrale Rolle einnehmen.


Rezensentin
Andrea Schlösser
Trainerin, Coach, Mediatorin und Supervisorin
Homepage www.neurolines.de
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Zitiervorschlag
Andrea Schlösser. Rezension vom 15.02.2018 zu: Uta Deppe-Schmitz, Miriam Deubner-Böhme: Auf die Ressourcen kommt es an. Praxis der Ressourcenaktivierung. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2016. ISBN 978-3-8017-2611-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/23917.php, Datum des Zugriffs 20.09.2018.


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