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Ursula Hochuli-Freund (Hrsg.): Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis

Cover Ursula Hochuli-Freund (Hrsg.): Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis. Materialien für die Soziale Arbeit. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2017. 296 Seiten. ISBN 978-3-17-031306-4. D: 26,00 EUR, A: 26,80 EUR.
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Herausgeberin und AutorInnen

  • Noëmi Burgener ist Mitarbeiterin in einem städtischen Sozialdienst.
  • Mirjam Eberhart ist Sozialpädagogin in der Behindertenhilfe.
  • Oliver Eglinger ist Teamleiter in der Behindertenhilfe und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) für Kasuistik und Prozessgestaltung.
  • Jakin Gebert kommt aus der Behindertenhilfe und arbeitet in verschiedenen Projekten und Dienstleistungen zu Kooperativer Prozessgestaltung am Institut Professionsforschung und -entwicklung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.
  • Ursula Hochuli Freund lehrt und forscht an der FHNW mit dem Schwerpunkt „Professionelles Handeln“ in der Sozialen Arbeit.
  • Andrea Hauri ist Mitarbeiterin in einer Schuldnerberatung.
  • Noëmi Hauri arbeitet in einem Zentrum für Schwerhörige.
  • Jasmin Hugenschmidt arbeitet als Team- und Dienstleitung für die Kooperative Bedarfsermittlung und Aufnahmeverfahren im Begleiteten Wohnen.
  • Sophie Löw führt als Sozialarbeiterin Fälle in der gesetzlichen Sozialhilfe und Mandate im Kindes- und Erwachsenenschutz.
  • Kathrin Schreiber war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Professionsforschung und -entwicklung an der FHNW und ist jetzt lehrend an der Höheren Fachschule Gesundheit und Soziales Aarau in den Themenbereichen „professionelles Handeln“ und „Professionsethik“ tätig.
  • Renate Trawöger ist Sozialpädagogin und als Bereichsleiterin „Wohnen“ tätig.
  • Raphaela Sprenger-Ursprung ist seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Professionsforschung und -entwicklung an der FHNW. Arbeitsschwerpunkt sind das „Professionelle Handeln“ und die Mitarbeit an Forschungsprojekten im Bereich der arbeitsspezifischen Weiterentwicklung des KPG.

Thema und Zielsetzung

Das vorliegende Buch ist ein Materialienband zum Lehrbuch. Dieses ist mittlerweile Grundlagenliteratur zum Konzept der „Kooperativen Prozessgestaltung (KPG) in der Sozialen Arbeit“. Die berufspraktische Arbeit soll an diesem Konzept und mit Hilfe des Materialienbandes ausgerichtet werden. Ziel des Buches ist es, durch Konkretisierungen für die Behindertenhilfe und das Eingliederungsmanagement sowie Instrumente und Materialien für Fallbesprechungen, theoretische Erläuterungen zu Hypothesenbildung und Best-Practice-Beispiele konkreter Fallbearbeitungen das Konzept der Kooperativen Prozessgestaltung anschaulich zu machen. Ein erfolgreiches professionelles Arbeiten in der Sozialen Arbeit soll damit ermöglicht werden.

Aufbau und Inhalt

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet ein vollständiges Inhaltsverzeichnis der Publikation.

Im Teil 1 des Buches werden die konzeptionellen Grundlagen vorgestellt. Dabei geht im ersten Kapitel Jakin Gebert auf die Anforderungen an professionelles Handeln ein und vergleicht dabei verschiedene Konzepte von Professionalität mit dem Ziel, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und stellt allgemeingültige Anforderungen an professionelles Handeln auf. Dabei arbeitet er die Besonderheiten des KPG heraus.

Im zweiten Grundlagenkapitel setzt sich Ursula Hochuli Freund transdisiplinär mit dem KPG auseinander. Dies reicht vom vorausschauenden Denken und Planen bis zur Reflexion und geht auf das „sekundenschnell handlungsfähig werden“ dank „intelligenter Vermutungen“ ein. Anschließend setzt sie sich mit den Anstrengungen langsamen Denkens auseinander. Kathrin Schreiber schließt ein Kapitel zur KPG als Beitrag zum ethischen Handeln und ethischer Reflexion in der Sozialen Arbeit an. Ursula Hochuli Freund erläutert weiterführen die Verschränkung von Kooperation und Multiperspektivität. Schließlich beendet Raphaela Sprenger-Ursprung den ersten Teil mit der Bedeutung und Funktion von Hypothesen im KPG, um dann mit einem Vergleich der Hypothesen im KPG und der systemischen Sozialen Arbeit zu enden.

Teil 2 trägt die Überschrift „Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien“. Ursula Hochuli Freund beginnt mit dem Eingliederungsmanagement: Rahmenbedingungen – Gestaltung von Unterstützungsprozesses – Professionelle Grundhaltung und Arbeitsprinzipien. Gebert/Hochuli Freund/Hugenschmidt/Sprenger-Ursprung setzen fort mit der Anwendung des KPG auf die Bedarfsermittlung und Weiterentwicklung eines Wohnbereiches. Sprenger-Ursprung/Gebert/Trawöger/Eglinger/ Hochuli Freund zeigen die Implementierung eines Tools für sozialpädagogische Prozessgestaltung und Dokumentation in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe. Variationen zum KPG liefern anschließend Hochuli Freund/Sprenger-Ursprung zusammen mit Spiel-Möglichkeiten. Abgeschlossen wird der Praxisteil mit Strukturierungshilfen für effektive Fallbesprechungen gemäss dem KPG von Ursula Hochuli Freund.

Konkreter wird es im Teil 3 „Fallarbeit mit KPG Best-Practice-Beispielen“, wenn Noëmi Hauri den Beitrag „Sprechen ist schwierig“, Sophie Löw „Ablösung vom Sozialdienst“, Andrea Hauri einen Beitrag „Zielkarte für einen herausfordernden Berufswunsch“, Mirjam Eberhart „Neues Freizeitangebot für alte Menschen in der stationären Behindertenhilfe“ und Noëmi Burgener die „KPG in der Spitalsozialarbeit“ vorstellen

Fazit

Dieses Buch erhebt den Anspruch eines Materialienbandes und erweckt daher Wünsche der LeserInnen in Richtung der verwendeten Instrumente. Im Theorieteil wird das KPG mit den verschiedenen Sichtweisen allgemein vorgestellt und mit anderen Ansätzen verglichen. Im Praxisteil werden die Beispiele und das Procedere von den AutorInnen beschrieben, eine umfangreichere Abbildung der Materialien wäre im Sinne des Prozessmanagements wünschenswert. Die Literatur jeweils am Ende der Artikel vermag den interessierten LeserInnen ein weiterführender Wegweiser zu sein.


Rezensent
Prof. Dr. Paul Brandl
Studiengang Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM). Masterstudiengang Services of General Interest (SGI). Koordinator des Studiengangs Sozialmanagement. FH OÖ-Studienbetriebs GmbH, Campus Linz
Homepage www.fh-ooe.at
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Zitiervorschlag
Paul Brandl. Rezension vom 04.06.2018 zu: Ursula Hochuli-Freund (Hrsg.): Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis. Materialien für die Soziale Arbeit. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2017. ISBN 978-3-17-031306-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24017.php, Datum des Zugriffs 25.06.2018.


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