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Isabell van Ackeren, Michael Kerres u.a. (Hrsg.): Flexibles Lernen mit digitalen Medien ermöglichen

Cover Isabell van Ackeren, Michael Kerres, Sandrina Heinrich (Hrsg.): Flexibles Lernen mit digitalen Medien ermöglichen. Strategische Verankerung und Erprobungsfelder guter Praxis an der Universität Duisburg-Essen. Waxmann Verlag (Münster, New York) 2018. 501 Seiten. ISBN 978-3-8309-3652-7. 42,90 EUR.
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Thema

Lernen mit digitalen Medien wird zunehmend als Chance gesehen, Studium und Lehre an Hochschulen zu erneuern. In diesem Herausgerberband werden die E-Learning Strategie der Universität Duisburg Essen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen seit dem Pilotprojekt von 2010 beschrieben und bewertet. Es werden die grundlegenden Überlegungen zur Entwicklung der Strategie, der Support- und Servicebereiche sowie der konkreten Ansätzen zur Innovation in den Studiengängen dargelegt. Insbesondere wird heraus gearbeitet, dass die Digitalisierung der Hochschulbildung einen umfassenden und längeren Transformationsweg erfordert, der alle Bereiche der Hochschule betrifft und vielfältige Maßnahmen erfordert.

Autorinnen und Autor

  • Dr. Isabell van Ackeren ist Professorin für Bildungssystem- und Schulentwicklungsforschung sowie Leiterin des Instituts für Erziehungswissenschaft an der Universität Duisburg Essen.
  • Dr. Michael Kerres ist Professor für Berufs- und Weiterbildung sowie Mediendidaktik und Wissensmanagement an der Universität Duisburg Essen. Er ist u.a. Autor des Standardwerkes Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote, Oldenbourg Verlag München
  • Sandrina Heinrich ist Diplom-Pädagogin am Zentrum für Informations- und Mediendienste der Universität Duisburg Essen.

Entstehungshintergrund

E-Learning betrifft den Kern der Bildungsarbeit, indem es das Lehren und Lernen mit digitalen Medien, d.h. digitalen Lehr- und Lernmaterialien, Werkzeugen und Plattformen für ihre Bereitstellung, unterstützt.

Die Verwaltung sowie die Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden sowie innerhalb von Lerngruppen findet heute bereits überwiegend digital gestützt statt. Weiterhin gibt es vielfältige Initiativen und Angebote im Bereich des E-Learning. In grundständigen Studiengänge gewinnen Blended-Learning Formate immer mehr an Bedeutung.

Die Universität Duisburg Essen hat in den vergangenen Jahren eine E-Learning Strategie, zunächst in 10 Pilotprojekten, umgesetzt, um digital gestütztes Lernen hochschulweit zu verankern. Die Studiengänge sollen dabei durch ein mediendidaktisch sinnvollen Einsatz von E-Learning Bausteinen qualitativ verbessert und flexibilisiert werden. Dazu gehören kooperative Lehr- und Lernformen, die Unterstützung von selbstgesteuertem Lernen sowie die Berücksichtigung lernerzentrierter Ansätze, um einen intensiveren Austausch sowohl untereinander als auch mit den Lerninhalten zu ermöglichen und die Qualität des Studiums weiter zu verbessern. Mit der Flexibilisierung der Studiengänge sollen die Studienpläne stärker auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmt und Freiräume für die Präsenzlehre, die weiterhin den Schwerpunkt bildet, geschaffen werden.

In diesem Rahmen wurden Konzepte des Inverted Classrooms, interactive Slides, Lernvideos, Tests, E-Books, Simulationen, interaktive Experimente oder zur Förderung der online basierten Kommunikation und Kollaboration umgesetzt. Das Ziel ist, dass bis 2020 E-Learning Elemente in allen über 200 (Teil-) Studiengängen enthalten sind. Dabei wird das Lernen im Seminarraum immer digitaler, das Lernen im Internet immer sozialer. Beide Trends konstituieren „ubiquitäres Lernen“, das sich von Räumen löst und Lernen über digitale Geräte verfügbar macht.

Aufbau und Inhalt

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Nach einem Überblick über die bisherigen Rahmenbedingungen und Maßnahmen der E-Learning-Strategie an der Universität Duisburg-Essen, von den Zielen über den Prozess der Strategieentwicklung, die Strukturen sowie die Ergebnisse und Wirkungen, werden 28 Praxisbeispiele aus den verschiedenen Fachbereichen beschrieben.

Dazu gehören

  • Blended Learning Formate,
  • diverse E-Learning Einheiten,
  • Inverted Classroom Konzepte,
  • Bloggen über Literatur,
  • Online-Workshops,
  • Sprachenlernen im Netz,
  • Wissenschaftliches Arbeiten mit einem Moodle-basierten Übungswerkzeug,
  • Online-Beratungssysteme,
  • E-Assessments,
  • internationale Videovorlesungen,
  • Screencasts zur Unterstützung von Chemiepraktika,
  • interaktive Vorlesungsdemonstrationsobjekte,
  • ein teleoperatives Laborpraktikum,
  • ein Fernstudiengang,
  • ein Online-Planspiel oder
  • Elemente von MOOC – Massive Open Online Courses.

In sechs Praxisbeispielen aus der Lehrerbildung werden digitalisierte Lösungen für diese Zielgruppe beschreiben. Hierzu gehören Beispiele medialer Professionalisierung im Lehramtsstudium, E-gestützte Begleitung von Studienprojektarbeiten im Praxissemester sowie verschiedene digital gestützte Praxissemester-Begleitseminare.

Beschrieben werden weiterhin die E-Learning Landschaft der Universität Duisburg-Essen sowie die Serviceleistungen des Akademischen Beratungs-Zentrums Studium und Beruf. Abgerundet wird diese ausführliche Dokumentation durch einen Evaluationsbericht zu zehn E-Learning-Veranstaltungen, die auf Basis von Interviews der Studierenden und Lehrenden sowie einer systematischen Analyse der Online-Kursumgebung erfolgte. Dabei wurde deutlich, dass die didaktische Einbettung digitaler Medien in die Lehr-/Lernprozesse von zentraler Bedeutung ist.

Abschließend wird ein Ausblick zur weiteren Verbreitung des E-Learnings in der Hochschule gegeben. Dabei wird herausgearbeitet, dass die Öffnung der Hochschule für E-Learning Potenzial für neue Zielgruppen und die Chance für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit und Positionierung im Hochschul- und Wissenschaftssystem bietet. Voraussetzung dafür ist, dass diese Entscheidung, die Lehre zu öffnen, von allen Akteuren der Hochschule getragen wird.

Fazit

Dieser Herausgeberband zeigt in beeindruckender Weise, welche Vielfalt flexiblen Lernens mit digitalen Medien im Hochschulbereich möglich ist. Die ausführlichen Darstellungen der Anforderungen, Konzeptionen, Entwicklungen und Erfahrungen geben dem Leser ein detailliertes Bild der einzelnen Projekte und regt ihn zur Übertragung von einzelnen Beispielen auf den eigenen Anwendungsbereich in seiner Hochschule an. Das Buch kann naturgemäß keine Patentrezepte liefern, bietet aber eine Fülle von Denkanstößen und Einschätzungen, die für die Konzipierung eigener digitaler Lösungen im Hochschulbereich sehr hilfreich sind.

Deshalb ist dieses Werk allen zu empfehlen, die vorhaben, sich auf den langen Weg zur Digitalisierung des Lehrens und immer mehr des Lernens zu begeben.


Rezensent
Prof. Dr. Werner Sauter
Blended Solutions GmbH
Homepage www.blended-solutions.de
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Zitiervorschlag
Werner Sauter. Rezension vom 05.11.2018 zu: Isabell van Ackeren, Michael Kerres, Sandrina Heinrich (Hrsg.): Flexibles Lernen mit digitalen Medien ermöglichen. Strategische Verankerung und Erprobungsfelder guter Praxis an der Universität Duisburg-Essen. Waxmann Verlag (Münster, New York) 2018. ISBN 978-3-8309-3652-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24182.php, Datum des Zugriffs 10.12.2018.


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