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Meike Haefker, Knut Tielking: Altern, Gesundheit, Partizipation

Cover Meike Haefker, Knut Tielking: Altern, Gesundheit, Partizipation. Alternative Wohn- und Versorgungsformen im Zeichen des demografischen Wandels. Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2017. 302 Seiten. ISBN 978-3-658-16800-1. D: 39,99 EUR, A: 41,11 EUR, CH: 41,50 sFr.
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Thema und Autoren

Selbstbestimmtes Altern in einer ambulanten, ganzheitlichen Wohn- und Versorgungssituation ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. In einem Modellprojekt wird ein innovativer Ansatz dargestellt, der eine bedarfsgerechte Versorgung gewährleistet sowie den Anforderungen an Pflegeberufe gerecht wird. Im Rahmen eines Hochschul-Praxistransfers wird zudem die unerlässliche Verbundenheit zwischen der Praxis in gerontologischen Arbeitsfeldern und der Wissenschaft herausgearbeitet.

Die Herausgeber der Publikation sind Meike Haefker, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit an der Hochschule Emden/Leer und Prof. Dr. Knut Tielking, Professor in der genannten Hochschule.

Aufbau und Inhalt

Die Publikation ist neben einer Einleitung in acht Kapitel mit Unterkapiteln unterschiedlicher Länge gegliedert.

In der „Einleitung“ als erstes Kapitel wird betont, dass die Ressourcen zur Pflegebereitschaft rückgängig seien und demzufolge mehr Versorgungsleistungen durch ambulante Pflegedienste erbracht werden müssten. Der Anspruch aber auf selbstbestimmte Wohn- und Versorgungsformen und der Wunsch nach gesellschaftlicher Teilhabe und partizipativer Gestaltbarkeit würden zunehmen.

Im Kapitel zwei „Rahmenbedingungen des Projektes“ werden die Untersuchungsfelder – ein alternatives Wohnangebot und ein ambulanter Pflegedienst – benannt. Die Modellregion ist eine ländliche in Ostfriesland, die durch eine niedrige Einwohnerdichte, eine großräumige Erreichbarkeit von Städten sowie eine ungünstige Siedlungsstruktur mit der Gefahr von Überalterung charakterisiert ist.

Die „Theoretische Grundlegung“ wird im folgenden Kapitel herausgearbeitet. Es werden die Themengebiete Alter(n), Lebensqualität, Werte- und Normensysteme im Alter, Gesundheit, Partizipation sowie Wohnen als Strukturierungsform des Forschungsfeldes heran gezogen (S. 43 bis 103).

Prozessentwicklung und Aktivitäten (Untersuchungsfelder)“ werden im folgenden vierten Kapitel behandelt. Es werden die im Kapitel zwei benannten Untersuchungsfelder kurz vorgestellt.

Mit „Wissenschaftliche Begleitung und Methodik“ ist Kapitel fünf (S. 123 ff) überschrieben. Es wird eine kombinierte Vorgehensweise von quantitativen und qualitativen Methoden (Mixed Methods Prinzip) angewendet (Experteninterviews, Leitfaden gestütztes Interview etc.).

Die „Ergebnisse“ werden im Kapitel sechs vorgestellt. Hier werden theoretische und empirische Daten von alternativen Wohn- und Versorgungsformen in der Region Ostfriesland ausgewertet und in Form eines Hochschul- Praxistransfers mit Schlussfolgerungen der wissenschaftlichen Begleitung ergänzt (S. 137 bis 242).

Es schießt sich im folgenden Kapitel eine „Zusammenfassung der Ergebnisse“ an. Zur Beantwortung der leitenden Forschungsfragen erfolgt unter Einbeziehung und Darstellung erreichter Forschungsziele eine reflexive Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse. Es konnte über die Projektlaufzeit hinweg eine steigende Anzahl von Mietern als auch eine Erweiterung von alternativen Wohnformen nachgewiesen werden, was den grundsätzlichen Bedarf solcher Formen im ländlichen Bereich verdeutlicht. Es erhöhen sich damit auch die Herausforderungen an den Versorgungsbedarf der ambulanten Pflegedienste, der immer komplexer würde (S. 245).

Das letzte Kapitel acht ist der „Reflexion, Nachhaltigkeit, Ausblick“ vorbehalten. Es wird Einrichtungen der Altenhilfe empfohlen, dem Vorbild des untersuchten Pflegedienstes zu folgen und nach der Philosophie des Prozess- Handlungs- Modells nach Louis Lowy zu arbeiten.

Fazit

Die vorliegende Publikation zeigt eine gründliche wissenschaftliche Analyse einerseits von alternativen Wohnformen und andererseits von ambulanten Pflegediensten im ländlichen Raum Ostfrieslands. Es werden Vor- und Nachteile beider Forschungsfelder benannt und alternative Möglichkeiten des verstärkten Ausbaus diskutiert.


Rezensentin
Prof. Dr. habil. Gisela Thiele
Hochschule Zittau/Görlitz (FH)
Berufungsgebiete Soziologie, Empirische Sozialforschung und Gerontologie
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Zitiervorschlag
Gisela Thiele. Rezension vom 05.07.2018 zu: Meike Haefker, Knut Tielking: Altern, Gesundheit, Partizipation. Alternative Wohn- und Versorgungsformen im Zeichen des demografischen Wandels. Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2017. ISBN 978-3-658-16800-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24278.php, Datum des Zugriffs 19.09.2018.


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