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Holger Lindemann, Claude-Hélène Mayer u.a.: Systemisch-lösungsorientierte Mediation und Konfliktklärung

Cover Holger Lindemann, Claude-Hélène Mayer, Ilse Osterfeld: Systemisch-lösungsorientierte Mediation und Konfliktklärung. Ein Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch für Ausbildung und Praxis. Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen) 2018. 300 Seiten. ISBN 978-3-525-45279-0. D: 32,00 EUR, A: 32,90 EUR.
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Thema

Das vorliegende Buch „Systemisch-lösungsorientierte Mediation und Konfliktklärung“ behandelt in der ersten Hälfte das Thema Gesprächsführung, unterteilt in Definitionen und Basistechniken; in der zweiten Hälfte wird Mediation behandelt und eingeteilt in Ablaufplan, Umgang mit speziellen Situationen, und Hinweisen „Wie lernt man Mediation“.

Die „Basistechniken“ der Gesprächsführung sollen „in kürzester Zeit… das grundlegende Handwerkszeug für das Führen von Konfliktgesprächen, nicht als professionelle Mediatorin…sondern im alltäglichen Miteinander“ vermitteln. Laut AutorInnen spiegelt das Material die Erfahrungen von Seminaren und Fortbildungen. Sie empfehlen es als „Grundlage für Aus-, Fort- und Weiterbildungen in Konfliktklärung, Konfliktlösung, Konfliktberatung, Konflikttransformation und Mediation“(S. 11).

Das Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch wird von umfangreichem download-Material, als da sind 96 Seiten mit 49 Arbeitsblättern, 8 Vorlagen und 21 Übungsfall-Beschreibungen, ergänzt. Die „Systemisch orientierte Gesprächsführung“ im Untertitel steht für das hier vorgestellte Konzept als Buchreihe für mehrere Berufsgruppen und Anwendungsfelder.

AutorInnen

Die AutorInnen sind:

  • Prof. Dr. Holger Lindemann, Diplom-Pädagoge und Professor für Entwicklungspsychologie und Systemische Beratung an der Medical School Berlin, www.lindelo.de,
  • PD Dr. Claude-Hélène Mayer, Magister Artium in Ethnologie, Interkultureller Didaktik und Sozialökonomik, Ausbilderin Mediation; u.a. Privatdozentin an der Europa Universität Viadrina, www.interkulturelle-mediation.de und
  • Ilse Osterfeld, Rechtsanwältin, Wirtschaftsmediatorin und Ausbilderin in Mediation, www.mediation-osterfeld.de

Zusätzliche Informationen zu den AutorInnen finden sich auf den Webseiten der drei AutorInnen.

Die einzelnen Kapitel des Buches sind nicht nach AutorInnen gekennzeichnet. Laut Danksagung ist Herr Lindemann der Hauptautor und Initiator dieser Veröffentlichung, die er als möglichen „roten Faden für die Buchreihe zur systemisch-lösungsorientierten Gesprächsführung“ (S. 335) sieht.

Herr Lindemann dankt Frau Mayer und Frau Osterfeld für die „Zusammenarbeit bei der Adaption und Erweiterung des Buches für das Arbeitsfeld Mediation und Konfliktklärung“ (S. 335).

Aufbau

Das Buch umfasst nach der Einleitung (Kapitel 1) fünf Teile (zitiert nach S. 11, die Angaben zum Umfang sind von mir eingefügt):

  • „Kapitel 2: Grundlegende Definitionen zu verschiedenen Formen der Gesprächsführung und zu systemischem Denken, (45 Seiten)
  • Kapitel 3: Die Basistechniken der Gesprächsführung, (82 Seiten)
  • Kapitel 4: Der Ablaufplan der Mediation, (110 Seiten)
  • Kapitel 5: Hinweise zum Umgang mit speziellen Situationen, (60 Seiten)
  • Kapitel 6: Hinweise und Übungen zum Erlernen von Mediation.“ (20 Seiten)

Die AutorInnen empfehlen Anfängerinnen, das Buch komplett durchzuarbeiten und anschließend in der Gruppe zu vertiefen. Erfahrenen Praktikerinnen sollen Wissen und Kompetenzen vermittelt werden.

Leitsätze, 49 Übungen, 71 Tipps (bezogen auf Beratung, Mediation, Moderation und Zielperspektive) sowie kritische Einwände sind im Layout abgesetzt und durchnummeriert, was die Lesbarkeit erleichtert. Sie werden am Ende des Buches in einem separaten Inhaltsverzeichnis nochmals aufgeführt, so findet man sich schnell zurecht.

Es wird geschlechtergerechte Sprache genutzt, indem beide Geschlechter oder abwechselnd die weibliche und männliche Form benutzt wird. Um es vorweg zu nehmen, dies wird einwandfrei durchgehalten ohne irgendwie aufgesetzt zu wirken und hat mir sehr gut gefallen.

Inhalt

Kapitel 2 Definitionen gibt einen Überblick zu Gesprächsführung allgemein und unterscheidet in Moderation, Beratung und Mediation. Es wird differenziert in Fach- und Prozessberatung und die möglichen Beteiligungsgrade der gesprächsführenden Person werden beleuchtet.

Die titelgebenden Begriffe „Systemisches Denken und Lösungsorientierung“ werden auf 13 Seiten behandelt. Im Folgenden ein paar Ausschnitte und Zwischenüberschriften zu systemischem Denken:

  • Was ist ein „System“? … „Systeme sind keine unabhängigen Entitäten, sondern sie entstehen als Kommunikationen in sozialen Zusammenhängen.“ (S. 31)
  • Systembeschreibung als subjektiver Ausdruck
  • Systembeschreibung als Einigungsprozess. „…bedeutet systemisch zu denken, …anzuerkennen, dass jede Musterbildung möglich und gleichberechtigt ist.“ (S. 35)
  • Was ist „systemisch“? Dazu werden vier Leitsätze angeboten wie: „Ein dritter Leitsatz systemischen Denkens könnte also lauten: Bedenke, dass es keine endgültigen Handlungsanleitungen geben kann, die dir eigene Entscheidungen und die Verantwortung für dein Handeln abnehmen.“ (S. 39)
  • „Was ist ‚Lösungsorientierung‘“ diese wird als Schatzsuche statt Fehlerfahndung, als Perspektivwechsel vom Defizit zum Profizit beschrieben. „Eine (systemische) Veränderung der Sichtweise erhöht aber nicht nur das Verständnis und die Anzahl der Erklärungsmöglichkeiten einer Situation, sondern auch die Handlungsoptionen für Interventionen und Veränderungen.“(S. 41)

Es finden sich weitergehende Beschreibungen z.B. zum „lösungsorientierten Paraphrasieren“ in den nachfolgenden Kapiteln (S. 65, S. 202, S. 209).

  • „Was ist ein Konflikt?“ Hier werden die klassischen Definitionen von Konflikten beschrieben sowie das Stufenmodell von Friedrich Glasl vorgestellt.

Das Kapitel beschreibt die rechtlichen Grundlagen von Mediation (Verfahrensfreiheit, Mediationsgesetz) und die Abgrenzung zu Rechtsberatung und Vollstreckbarkeit von Vereinbarungen.

Kapitel 3 Basistechniken

Hier werden die Basistechniken als „methodische Grundausstattung…mit der jede Gesprächsführung gelingen kann“ (S. 55), dargestellt. Mit Basistechniken sind Techniken, Methoden und Modelle gemeint. Sie sind in sieben Abschnitte gegliedert:

  • Das Gegenüber zum Reden einladen
  • Gesprächsbeiträge zusammenfassen und ordnen
  • Gesprächsbeiträge leisten
  • Gewaltfreie Kommunikation
  • Fragetechniken
  • Ideen sammeln und Strukturieren
  • Ziele, Zielformulierung und Zielvereinbarung

Diese einzelnen Abschnitte werden jeweils weiter untergliedert, als Beispiel hier 3.4.Gewaltfreie Kommunikation:

  • Eigene Beobachtungen schildern, ohne zu werten
  • Eigene Gefühle ausdrücken
  • Eigene Bedürfnisse benennen
  • Eine erfüllbare Bitte aussprechen
  • Gewaltfreie Kommunikation als Fragetechnik
  • Feedback geben und nehmen

Im Unterpunkt 3.7 „Ziele, Zielformulierung und Zielvereinbarung“ wird sowohl zwischen Prozess- und Ergebnisorientierung als auch zwischen Gesprächs- und Maßnahmenzielen unterschieden. Diese Unterscheidung wird mittels schematischer Grafiken und Tabellen optisch aufbereitet, die sich jeweils in einem Halbwort unterscheiden.

Ich halte dies unter supervisorischen Aspekten und für das Protokollieren von Musterfällen z.b. für die Zertifizierung als Mediator/In nützlich.

Kapitel 3 Basistechniken liefert eine methodische Grundausstattung für Gesprächsführung, der Detailreichtum erscheint mir für Anfänger verwirrend.

Kapitel 4 Ein Ablaufplan der Mediation

Hier wird auf ca. 110 Seiten ein 16-Phasen-Ablauf dargestellt. Dazu enthält das Buch eine separate Übersichts-Karte; dort werden die sechzehn Phasen grafisch aufbereitet und in fünf Abschnitte gegliedert:

  • Vorbereitung,
  • Beginn und Themenwahl,
  • Bearbeitung eines Themas,
  • Abschluss,
  • Nachbereitung.

In diesem Kapitel wird Mediation „…in sechzehn Phasen dargestellt, um sie klarer voneinander abzugrenzen und ihre Anwendung zu vereinfachen. Die sechzehn Phasen sind zudem in einzelne Schritte unterteilt, um einen klaren und eindeutigen Leitfaden anzubieten…Je vertrauter man mit der Gesprächsführung ist, desto weniger Zeit nehmen die einzelnen Phasen und Schritte in Anspruch. (Sie)…werden nachfolgend ausführlich beschrieben. Hierbei werden drei >rote Fäden< verfolgt:

  • Zielperspektive
  • Bedürfnisse der Prozessgestaltung
  • Schritte der Gewaltfreien Kommunikation“ (S. 139 ff.)

Die einzelnen Schritte sind zusätzlich acht Kernaufgaben der Gesprächsführung in der Mediation zugeordnet:

  • Informieren und erklären
  • Reflektieren
  • Sammeln und visualisieren
  • Sortieren und ordnen
  • Über das weitere Vorgehen entscheiden
  • Eigene Fachverantwortung übernehmen
  • Phase abschließen
  • Vereinbarung treffen

Es ist nachvollziehbar, dass die einzelnen Phasen ganz unterschiedlich viel Erläuterung benötigen, eine Phase umfasst mindestens zwei („Umsetzung“; „Erfolge würdigen“) und maximal vierzehn Seiten (bei der „Anlass-, System- und Selbstklärung“). Hier finden z.B. die aus dem Coaching stammenden Begriffe Besucher, Klagender und Kunde ihren ausführlichen Platz (siehe dazu auch unter Kapitel 5).

Unter Phase 3 „Raumgestaltung“ wird diese als „dritter Pädagoge“ erläutert. Es fehlt nicht der Hinweis dass „Stifte, die nicht mehr schreiben, erwecken einen Eindruck von Vernachlässigung und Unprofessionalität“(S. 169).

Das Thema Lösungsorientierung wird bei Phase 10 „Maßnahmen sortieren, bewerten und auswählen“ wieder aufgenommen:

  • „Wenn etwas funktioniert, tue mehr davon.
  • Wenn etwas nicht funktioniert, tue irgendetwas anders.
  • Repariere nichts, was nicht kaputt ist.“(S. 221)

Und laut Phase 12 „Abschluss und Vereinbarung“ hat es „sich in der systemisch-lösungsorientierten Beratung etabliert, den Gesprächsbeteiligten Komplimente zu machen“(S. 233).

Einen zusammenfassenden Überblick bietet die abschließende Auflistung für „Zeitökonomische und effiziente Gesprächsführung“ am Ende dieses vierten Kapitels. Ich empfehle daher mit diesem Punkt zu beginnen. So kann man schauen, ob eine vertiefende Bearbeitung einzelner der sechzehn Mediationsphasen sinnvoll ist und dann entsprechend nochmal zurückblättern.

Kapitel 5 Umgang mit speziellen Situationen.

In diesem Kapitel werden ganz unterschiedliche Spezialfragen beantwortet. Dabei werden einige Techniken aus den vorhergehenden Kapiteln wieder aufgegriffen. Die Themen Erstinformation und Auftragsklärung werden hier erstmals behandelt.

Die verschiedenen Grundhaltungen der Gesprächsbeteiligten sind wie im vierten Kapitel beschrieben als Kundinnen und Kunden, Bestimmer und Bestimmerinnen, Besucherinnen und Besucher, Ausharrende und Anklagende. An Hand des Dramadreiecks werden diese Rollen erläutert und mögliche Gesprächstechniken und Haltungen empfohlen.

Es wird ein Überblick über Mediationsansätze mit speziellen Personengruppen und viele Fachansätze geliefert; entsprechende Besonderheiten werden skizziert. Unter anderem:

  • Mediation mit Kindern und Jugendlichen,
  • Familien-, Trennungs-, Scheidungsmediation
  • interkulturelle Settings,
  • Erb- und Wirtschaftsmediation,
  • abwesende Beteiligte
  • Großgruppen
  • Regelverstöße, starke Emotionen, Verweigerung.

Alle drei Kapitel (vier, fünf und sechs) beinhalten exemplarische Dialogsequenzen und Übungen, ergänzt durch Moderations-, Beratungs- bzw. Mediations-Tipps. Gerade das fünfte Kapitel hat vertiefenden bzw. Fortgeschrittenen-Charakter und wirkt dadurch sehr anschaulich.

Die Übungen bieten sich für reflektierende Gruppenarbeit an.

Kapitel 6 „Wie lernt man Mediation?“

Dieses letzte Kapitel richtet sich an Dozentinnen und Organisatoren von Weiterbildungen. (also eigentlich: Wie lehrt man Mediation!) Es werden sieben Lernstufen beschrieben, die man durchlaufen kann, diese sind in zweiundzwanzig Einzelschritte unterteilt. Der Wert des praktischen Übens wird betont und mittels:

  • Zeitplan für den Ablauf einer Simulation
  • „time-out“- und Feedbackregeln
  • Tipps bei Einwänden gegenüber Rollenspielen

beschrieben.

Mit 21 Fallbeschreibungen, die sich auch im Online-Material befinden, sowie einem „Ablaufmodell eines Kurses zur Gesprächsführung“(S. 332) wird das Kapitel abgerundet.

Ich folge hier den AutorInnen, was die Wichtigkeit des praktischen Übens angeht. Und als Tipp von mir: Wenn man bei Ausbildungsbeginn die Bereitschaft zu Rollenspielen vereinbart, lassen sich Vorbehalte reduzieren. Über die praktischen Übungen hinaus empfehle ich die Teilnahme an einer Mediation, um diese Situation selbst erleben zu können.

Zielgruppen

Als Zielgruppen werden genannt: „…alle Berufsgruppen wie beispielsweise Beraterinnen, Lehrende, Sozialarbeiter, Erzieherinnen, Büroangestellte, Managerinnen, Führungskräfte ebenso wie …professionelle Mediatorinnen und Mediatoren in Organisationen oder freier Praxis“ (S. 14).

Diskussion

Da ich mich selber in einer Weiterbildung zur lösungsfokussierten Gesprächsführung befinde, hat mich das Buch wegen des Titels „Systemisch-lösungsorientierte Mediation und Konfliktklärung“ neugierig gemacht.

Das Buch bietet insgesamt eine Fülle von Material für eine breite Zielgruppe. Sicherlich ist für jeden etwas dabei.

Für eine Buchreihe zur „Systemisch-lösungsorientierten Gesprächsführung“ sind mir die Ausführungen und Beschreibungen zur „systemisch-lösungsorientierten Grundhaltung“ zu kurz gegriffen. Die Verbindung von der Anwendung lösungsorientierter Fragestellungen zur Entwicklung als Haltung bleibt offen.

So ist z.B. „Die Wunderfrage“ ein wichtiges und besonderes Instrument der lösungsorientierten Vorgehensweise, sie wird knapp und oberflächlich beschrieben. Das halte ich für Anfänger so nicht einsetzbar.

Es hat mich gefreut, dass der Gewaltfreien Kommunikation als Basistechnik in Kapitel 3 viel Raum gegeben wird; ich erlebe die GFK als überaus hilfreich in schwierigen Gesprächen wie auch zur Selbsterforschung.

Trotz ausführlicher Gefühls- und Bedürfnistabellen scheint mir das Original von Marshall Rosenberg hier verfremdet und der Definition von Bedürfnissen als „allgemeine Begriffe für Werte, Zustände oder Kompetenzen“(S. 89) folge ich nicht. Nach Marshall Rosenberg gehören Bedürfnisse neben Werten, Wünschen, Erwartungen und Gedanken zu der Lebensenergie, durch die Gefühle erzeugt werden (nach Rosenberg S. 189 Gewaltfreie Kommunikation, 2001). Für mich ist Gewaltfreie Kommunikation eine Haltung – keine Technik.

Das Kapitel 4 Ablaufplan der Mediation scheint mir vom Titel wie auch vom Umfang her das Herzstück dieses Buches zu sein.

Die schematische Darstellung einer Mediation in gleichzeitig

  • fünf Phasen oder Schritte,
  • sechzehn Phasen,
  • drei rote Fäden,
  • acht Kernaufgaben,
  • plus die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation,

diese vielschichtige Struktur stiftet Verwirrung,die damit verbundene Kleinteiligkeit führt zu Langatmigkeit.

Die Vertiefung in Kapitel 5 erweitert den Blick auf die Wirkungskraft von Konfliktbearbeitung; daneben kommt es zu vielfachen Redundanzen.

Zugleich habe ich bei den an mehreren Stellen formulierten Feedback-Regeln einen Hinweis auf wertschätzende Rückmeldung vermisst. Oder sind damit die „Komplimente“ an die Beteiligten gemeint?

Braucht die Leserschaft den Hinweis, dass nichtschreibende Stifte unprofessionell wirken?

Wie professionell wirkt Punkt 16 (im fünften Kapitel) „Was mache ich, wenn ich eine Ansage machen oder eine Anweisung geben möchte?“ (S. 306)

Womöglich ist die auffallende Wiederholung einiger Aspekte dem übergreifenden Anspruch an eine Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch geschuldet?

Eine Schwerpunktsetzung auf entweder Arbeitsbuch (mit Fallbeispielen für die Praxis) oder Lehrbuch (mit Übungen für die Ausbildung), eine inhaltliche Ausrichtung entweder bezogen auf Gesprächsführung allgemein oder Mediation und Konfliktgespräche hätte dem Buch zu mehr Eindeutigkeit und Stringenz verhelfen können.

Fazit

Das Buch „Systemisch-lösungsorientierte Mediation und Konfliktklärung“ wendet sich an eine breite Leserschaft (alle Berufsgruppen.. s.o.), deren Anliegen das Führen von Konfliktgesprächen auch im alltäglichen Miteinander ist. Der Anspruch „Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch für Ausbildung und Praxis“ zu sein, führt zu einer strukturellen Vielschichtigkeit, damit Wiederholungen und Langatmigkeit. Auf Anfänger kann das frustrierend wirken, erfahrene KollegInnen reiben sich vermutlich an der unterschiedlichen Gewichtung und der Unschärfe in einigen Fachfragen.

Nichtsdestotrotz bietet das Buch eine Fülle an (Online-) Material.

Die separate Karte ist als Checkliste bei einer Mediation praktisch einsetzbar.

Der Empfehlung des Buches als Weiterbildungsgrundlage möchte ich mich nicht anschließen.


Rezensentin
Dipl. Päd. Sabine Kamp-Decruppe
Mediatorin BM e.V., tätig u.a. im Psychosozialen Dienst der Friesenhörn GmbH
Homepage www.sabine-kamp.de
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Zitiervorschlag
Sabine Kamp-Decruppe. Rezension vom 05.07.2018 zu: Holger Lindemann, Claude-Hélène Mayer, Ilse Osterfeld: Systemisch-lösungsorientierte Mediation und Konfliktklärung. Ein Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch für Ausbildung und Praxis. Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen) 2018. ISBN 978-3-525-45279-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24306.php, Datum des Zugriffs 12.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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