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Otto Kruse: Kritisches Denken und Argumentieren

Cover Otto Kruse: Kritisches Denken und Argumentieren. Eine Einführung für Studierende. UTB (Stuttgart) 2017. 260 Seiten. ISBN 978-3-8252-4767-6. D: 19,99 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 26,90 sFr.

Reihe: UTB - Band Nr. 4767.
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Thema

Mit dem kritischen Denken hat Otto Kruse eines der Kernthemen der deutschen Hochschulen aufgegriffen, das ihr Selbstverständnis ebenso wie ihr Bildungsideal verkörpert. Erstaunlicherweise ist es das erste deutschsprachige Buch zu diesem Thema, das diesen Namen verdient und trotz seiner Bedeutung ist es von der Hochschuldidaktik stiefmütterlich behandelt worden. Das Buch verbindet kritisches Denken mit dem Argumentieren, dem Erwerb von und dem Umgang mit Wissen samt dessen schriftlicher Kodierung, unterfüttert es mit Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie und führt es zu studienrelevanten Fragens des Lesens, Schreibens und Lernens. Dem Buch ist anzumerken, dass der Autor ein dezidierter Wissenschaftler und Didaktiker ist, der Genauigkeit der Darstellung mit Verständlichkeit verbindet. Ob der vielen Beispiele ist das Buch anschaulich und gewinnt mitunter sogar Unterhaltungswert.

Es ist weniger ein Ratgeber (was in der Serie „Studieren, aber richtig“ zu erwarten wäre) als vielmehr ein Kompendium, das eine Tour d'Horizon durch wesentliche Fragen wissenschaftlichen Denkens, Arbeitens, Erkennens, Forschens und Lernens anbietet. Das Buch fängt sehr persönlich mit dem eigenen Denken an und geht dann in eine Topographie des Denkens über, wobei es Grundthemen wie Wissenschaftlichkeit, Skepsis, Realitätsbezug, Wahrheit, digitale Medien, Lesen und Schreiben in eine Art universeller Einführung miteinander verbindet. Der Kern des ganzen Unternehmens hingegen scheint einfach und lässt sich auf zwei Fragen reduzieren: Was tue ich, wenn ich denke? Und worauf muss ich achten, wenn ich mein Denken gegen Irrtümer und Täuschungen absichern will? Die grossen Themen der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie spiegeln sich dabei im Denken der Studierenden.

Als Ziel wird in der Einleitung das Erreichen „intellektueller Autonomie“ genannt, einem Stichwort, das man in der gegenwärtigen Hochschuldidaktik schmerzlich vermisst. Es bringt Fragen der Emanzipation und Selbstbestimmtheit wieder auf den Plan, die in der kompetenzorientierten Lehre untergegangen und einem Zwang zu lebenslangem Lernen gewichen sind.

Ob Studierende ein solches Buch brauchen? Beziehungsweise wofür? Die erste Antwort lautet sicherlich, dass ein solches Buch überfällig ist. Kritisches Denken verlangen wir an den Hochschulen von den Studierenden, ohne es explizit zu unterrichten. Hier wird ein Bezugspunkt geliefert, auf den wir bauen können. Mir scheint aber, dass das Thema alle Hochschulangehörigen angeht, nicht nur die Studierenden. Es wird uns erlauben, sehr viel differenzierter über das Denken zu reden als das gegenwärtig der Fall ist.

Das Buch vermittelt in weiten Teilen Grundlagen und es ist auch grundlegend („Was ist Denken und wie lernt man es?“, Teil I). Nicht zuletzt das Lesen und Schreiben in Forschung und Wissenschaft werden grundlegend erörtert, und gerade auch hierzu enthält das Buch eine große Zahl von Hinweisen; Begriffsklärungen; Kategorien und Tipps. Es ist eine Reise in das Universum der Wissenschaften mit praktischen Anwendungen. Kruse wirbt für eine vielschichtig reflektierte Haltung auf der Basis erkenntnistheoretischer Grundlagen. Immer wieder wird mit aktuellen Beispielen wie etwa den Fake News argumentiert, eine aktuelle Herausforderung, die der Autor engagiert zum Thema macht. Populismus ist ein Gegentrend zur bis dato selbstverständlich propagierten Rationalität einer aufgeklärten Gesellschaft. Auch andere Gegner des kritischen Denkens werden angesprochen, so etwa die pseudowissenschaftlichen Ansätze der Medizin im esoterischen Denken. Wir finden in Kruse einen Verteidiger der Rationalität, der das Heil jedoch nicht in hochgestochener Wissenschaftlichkeit, sondern gerade in der Einfachheit des Denkens und der Genauigkeit bei der Behandlung jedes einzelnen Gedankens sucht.

Auch die Jahrhundertfragen, wie wir es mit der künstlichen Intelligenz halten und ob die Menschen hier auf verlorenem Posten stehen, nimmt der Autor auf, auch wenn wir keine definitive Antwort darauf erwarten können. Die KI kann Menschen bei allem entlasten, was in Routine und Datenmasse besteht, so lautet sein Credo, doch hat die menschliche Intelligenz Eigenschaften, die sie vorerst einzigartig erscheinen lassen, dazu zählen die Verbindung des Denkens mit dem Körper, die Bereitschaft zu Humor, die Fähigkeit, Lösungen auch zu unklar gestellten Problemen zu finden usw. Das kritische Denken sieht er vom Computer nicht bedroht, sondern als die eigentliche Domäne des menschlichen Denkens. Wenn uns die Computer alle routinemässigen Denkleistungen abnehmen, so sollte die Konsequenz daraus sein, stattdessen kritisches Denken differenzierter zu vermitteln. Der Computer wird noch lange brauchen, um den Mensch auf diesem Feld zu schlagen, wenn überhaupt.

Bei mir als Lehrendem hat das Buch wehmütige Erinnerung an die siebziger und achtziger Jahre wachgerufen, als die Wissenschaftstheorie noch ein Boom-Thema war. Man konnte sich profilieren und seine Professoren in Verlegenheit damit bringen. Anders als frühere Darstellungen macht das Buch seine Themen für Studierende zugänglich und versucht, es an ihre Denkerfahrungen im Studium anzubinden. Dennoch: Es schiene mir günstiger, erst einmal der Professorenschaft mitzuteilen, was es mit dem kritischen Denken auf sich hat, bevor es die Studierenden erfahren. Jedenfalls: „Kritisches Denken“ bahnt den Weg zu einem bewußten und strategischen Umgang mit unsrer intellektuellen Grundausstattung – dem Denken. Und anders als man vielleicht in Erinnerung hat, hat kritisches Denken nichts mit einer „Kritik an Gott und der Welt“ zu tun, wie man in der Einleitung lernt, sondern es beginnt beim eigenen Denken und soll dazu führen, „Verantwortung für die Qualität des eigenen Denkens zu übernehmen.“

Aufbau und Überblick

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

  1. Das Buch beginnt mit einem Teil über das Denken und erläutert nicht nur, was wir dabei tun, sondern auch, wie wir Denken lernen.
  2. Ein zweites Kapitel zeigt, wie man vom Denken zum kritischen Denken kommen kann und was kritisches Denken ausmacht.
  3. Der dritte Teil widmet sich den Denkformen. Es bildet den Übergang zu einer eher philosophischen Herangehensweise an das Thema und erläutert u.a., was ein „Gedanke“ ist, ein wichtiger Zugang des Buches zum Denken.
  4. Der vierte Teil führt den philosophischen Strang weiter und ist dem Argumentieren gewidmet. Es stellt drei verschiedene Varianten davon vor, das thesenbezogene Argumentieren, das hypothetische Argumentieren und das Argumentieren bei der Darstellung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse.
  5. Im fünften Teil wird die Frage gestellt, wie sich das Denken auf die Wirklichkeit bezieht. Fakten und Forschung sind hier die zentralen Themen, aber auch die Frage, was Wissen ist und wie Theorien durch Theorien organisiert wird.
  6. Im nächsten Teil springt das Buch zum Thema „Kausalität“ und der Frage, wie wir Erklärungen in komplexen Systemzusammenhängen finden können, was der Autor „analytisches Denken“ nennt.
  7. Ein siebter Teil geht auf die Themen „Wahrheit, Wirklichkeit und Wissen“ ein und versucht, auf diese epistemologischen und ontologischen Grundfragen praktikable Antworten zu geben, ohne die Anbindung an die grossen philosophischen und weltanschaulichen Debatten ganz zu vermeiden.
  8. Im achten Teil geht das Buch auf zwei Themen ein, die Kruse bereits früher ausführlich behandelt hat: Lesen und Schreiben. Neu scheint mir hier, dass er beide Aktivitäten jeweils in Bezug zu den in Texten „eingefrorenen“ oder „geronnenen“ Gedanken sieht. Das Lesen dient dem Wiedererwecken dieser Gedanken, während das Schreiben dem „Verfestigen“ oder auch „Inszenieren“ eigener Gedanken im Text dient.
  9. Ein vorletzter Teil befasst sich mit zwei eigentlich unverbundenen Teilen: Dem kollaborativen Lernen/ Denken einerseits und den Bezügen des kritischen Denkens zur digitalen Welt anderseits.
  10. Den Schluss bildet dann eine Zusammenfassung samt einiger Merksprüche zum Abrunden.

Der Themenbogen des Buches ist also extrem weit gesteckt und führt durch mehrere Disziplinen, die alle dazu herangezogen werden, kritisches Denken aufzuschlüsseln.

Ausgewählte Inhalte

Für einen Rezensenten ist es hier nicht möglich, auch nur ein halbwegs kompetentes Urteil über alle angesprochenen psychologischen, pädagogischen, medienwissenschaftlichen, philosophischen und linguistischen Themen abzugeben. Der Mut allerdings, die etablierten Fächergrenzen einfach zu ignorieren und mit dem Thema „Denken“ wie mit einem Pflug durch sie hindurchzufahren, nötigt mir Respekt ab, zumal der Zusammenhang, der aufgespannt wird, durch Stringenz beeindruckt. Wenn irgendwo Interdisziplinarität verwirklicht wurde, so hier. Ich werde mich in meiner Rezension jedoch auf die drei einleitenden Teile und zwei spätere Kapitel beschränken, die exemplarisch für den Darstellungszusammenhang stehen müssen.

Kritisches Denken, erfahren wir in der Einführung, ist zwar genaues und auch kontrolliertes, aber eben auch kein normiertes, in Ablaufschemata pressbares Denken. Es hat also sowohl eine normative, als auch eine unkonventionelle Seite und lasse sich darum auch nicht abstrakt lernen, ähnlich wie künstlerische Fertigkeiten. Das Denken müsse sich an einem Thema entzünden und der Umgang mit den Tiefendimensionen von Themen, wie das in Seminaren geschehen, sei das wichtigste Instrument an Hochschulen, um Denken zu lehren.

Was ist Denken und wie lernt man es?

Der Einstieg in das Thema „Denken“ (Teil I Was ist Denken und wie lernt man es?) ist anschaulich. Kruse macht zunächst anhand von drei Beispielen deutlich, was unter Denken zu verstehen ist.

  1. Das erste ist das Schachspiel, bei dem es um präzise Kalkulation, aber auch um die Automatisierung vieler Denkroutinen geht, als „ein Beispiel für eine Art des Denkens, der Sie auch im Studium begegnen, wo es ähnliche ‚Denkträume‘ anzulegen gilt“(S. 15).
  2. Das zweite Beispiel ist der fiktive „Umgang mit komplexen Situationen“ aus einer bekannten Untersuchung von Dörner und anderen, wobei die Versuchspersonen in einem Simulationsspiel eine fiktive Kleinstadt namens Lohausen oder ein fiktives afrikanisches Land namens Tanaland als BürgermeisterIn oder EntwicklungshelferIn betreuen sollten. Untersucht wurde, wie sich Menschen in komplexen, vernetzten und dynamischen Handlungsräumen strategisch verhalten und welche Denkfehler sie dabei machen.
  3. Als dritte Variante von Denkaufgaben wählt Kruse das Schreiben von Seminar- und Hausarbeiten, bei denen es nicht um Problemlösung, sondern im weitesten Sinne um Wissenskonstruktion und Sinnbildung geht. Diese drei Beispiele werden in den folgenden Kapiteln immer wieder aufgegriffen, was sich als didaktisches Prinzip bewährt.

Denkkompetenz wird aufgebaut, so eine Message, indem Denkträume geschaffen werden. Alles Denken hat Voraussetzungen und braucht Training: „Von Schachspielern wird geschätzt, dass der Aufwand dafür, es zu Bundesligaqualität zu bringen, etwa dem Äquivalent von zwei Bachelor-Studiengängen entspricht“ (S. 20). Ist das tröstlich? Ist es ermutigend? „Spitzenleistungen entstehen nie aus dem Stand heraus und sind nie ohne umfangreiche Übung zu erreichen“ S. 20). Kruse geht dabei auf die Unterscheidung des „schnellen und langsamen Denkens“ von Kahnemann (200X) zurück, der das „schnelle“ Denken als automatisierte Denkleistungen ansieht, die durch früheres gezieltes, fokussiertes Denken entstanden sind (langsames Denken). Dieses gezielte, langsame Denken verlangt Aufmerksamkeit, Energie und Anstrengung. Diese Zweiteilung ist nützlich, um zu verstehen, inwiefern Denkkompetenz erworben wird und wie das fokussierte, energieraubende „langsame“ Denken auf einem Meer von kognitiven Automatismen beruht, die das fokussierte Denken tragen müssen.

Im Folgenden unterscheidet Kruse unterschiedliche mentale Prozesse und geht in mehreren Abschnitten denkpsychologisches Wissen durch. „Nicht alles, was im Kopf passiert, ist ‚Denken‘“ (S. 21), erklärt er und verweist auf Wahrnehmung und Gedächtnis, der Vorstellung, Imagination; Gefühle und Emotionen, wie auch auf Motorik und Bewegungssteuerung als mentalen Vorgängen, die mit dem Denken interagieren. Zudem erfahren wir, dass Denken nicht gleich Denken ist, sondern sich ’Modalitäten des Denkens’ wie Problemlösendes Denken, reflektierendes Denken, nachvollziehendes Denken und nicht zuletzt das kreative und spielerische Denken als eine Topographie des Denkens unterscheiden lassen. Sodann kann die Leserin„Stärken und Schwächen meines Denkens“ in einer Tabelle (S. 29) einschätzen, was DeBonos Denktheorie entlehnt ist. Ein Extraabschnitt ist der Frage gewidmet was „verstehen“bedeutet (S. 31). Diesen lange Zeit vernachlässigten Begriff poliert er mit philosophischer Schützenhilfe auf und erläutert, dass Verstehen nicht voraussetzungsfrei ist, es sich vollzieht schrittweise und dialektisch vollzieht und „nicht zuletzt [als] Teil der großen Konversation der Menschheitsgeschichte“(S. 31) aufgefasst werden sollte.

Im weiteren Verlauf dieses Kapitels finden sich Ausführungen zu „Denken lernen: einzelne Hebel“. Hierzu zählen Training, Energetisierung des Denkens, Regeln guten Denkens. Auch eine „innere Stimme“ im Vygotsky'schen Sinne (S. 35) sei aktiv, wenn wir bewusst denken, ein „leises Sprechen ohne Schall und ohne Mundbewegungen“ (S. 35). Kritisches Denken ist ohne Fehlervermeidung nicht praktikabel und für kritisches Denken ist ein „offener Umgang mit eigenen Fehlern eine wichtige Entwicklungsbedingung“. Der Schachspieler Otto Kruse weiß zu berichten: „Gute Schachspielerinnen und Schachspieler werden nicht selten Genauigkeitsfanatiker, die beim Spiel mögliche Varianten mehrfach durchrechnen ehe sie einen Zug auswählen“ (S. 36)

Das ‚Schreiben als Königsweg, um denken zu lernen‘ ist ein Thema, das in diesem Buch immer wieder aufgegriffen wird: „Die Versprachlichung beim Schreiben hat nun den Effekt, dass sie verschiedene Versionen unserer Gedanken auf Papier bringen und dann beim Lesen prüfen können, ob sie das treffen, was wir sagen wollen. Dadurch wird das Schreiben nicht nur eine Art Prüfung der eigenen Gedanken, sondern auch ein Mittel zur Entwicklung der eigenen Denkfähigkeit“ (S. 42).

Ich bin bisher dem Buch fast eins zu eins gefolgt um zu zeigen, in welcher Dichte es seinem Thema „Denken“ zu Leibe rückt und wie konkret die Hilfestellungen sind, die wir erhalten. Und hier geht es jeweils nur um das „normale“, noch nicht um das „kritische“ Denken.

Vom Denken zum kritischen Denken“

Den Schritt zum kritischen Denken beleuchtet Teil II des Buches, „Vom Denken zum kritischen Denken“. Vier wiederkehrende Bestimmungsstücke werden genannt.

  1. Eines davon drückt sich in dem Zitat von Paul und Elder (2003) aus:„Kritisches Denken heißt in Kürze: selbstgesteuertes, selbstdiszipliniertes, selbstüberwachtes und selbstkorrigierendes Denken. Es setzt die Bejahung und Beherrschung strenger Qualitätskriterien voraus. Es führt zu wirkungsvollen Kommunikation-und Problemlösefähigkeiten und zur Dauerverpflichtung, den angeborenen Egoismus bzw. Gruppenegoismus zu überwinden“ (S. 41).
  2. Kritisches Denken wird zweitens auch als vernünftiger Umgang mit unserem Unwissen“(S. 50).
  3. Ein drittes Merkmal ist mit Skepsis verbunden, während das vierte kritisches Denken eher aus den Persönlichkeiten der Denkenden als dem Denkprozess bestimmt.
  4. Kruse weist auch drauf hin, dass wir auch problematische Denkarten kennen, die er „Feinden des kritischen Denkens“ nennt, die im Populismus und Fundamentalismus; Ethnozentrismus, Nationalismus und Rassismus, aber auch in den Parawissenschaften, in Aberglaube und Pseudomedizin ausmacht(S. 55). Mit dem letzten Feind des kritischen Denkens, der Bequemlichkeit kommt er auf Kant zurück: „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum so ein großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben“ (S. 46).

Wie sollten wir denken, wenn wir das Denken präzisieren“

Teil III legt die Grundlagen präzisen und folgerichtigen Denkens: „Wie sollten wir denken, wenn wir das Denken präzisieren“ (S. 59)und gegen Irrtümer absichern wollten?

Wie machen wir Gedanken wahrheitsfähig? Wie bringen wir sie also in eine Form, in der sie eindeutig verstanden, auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft und mit anderen Gedanken verknüpft werden können? Hier werden die Grundlagen für das Verständnis von logischem oder folgerichtigem Denken gelegt. Kruse benennt und beschreibt 14 „Denkformen“, vom Gedanken bis zur Hypothese.

Wichtig scheint dem Autor zu präzisieren, was ein „Gedanke“ ist, da er darin einen natürlichen Schlüssel für ein Verständnis des Denkens sieht. Der Gedanke lässt sich (mit Rückgriff auf Frege 1918/19, S. 63) in drei Aspekte zerlegen:

  • das Fassen des Gedankens – das Denken
  • die Anerkennung der Wahrheit eines Gedankens – das Urteilen sowie
  • die Kundgebung des Urteils – das Behaupten.

Diese Klärung ist der Ausgangspunkt dafür, „Gedanken in Form [zu] bringen und miteinander [zu] verbinden“. Das ist ein spannender Abschnitt, den Kruse an konkreten Beispielen/Aussagen exemplifiziert. Meist kommen wir nicht umhin, einen Gedanken mit einem zweiten, dritten oder vierten zu verbinden: „Fast jeder Gedanke braucht Gesellschaft“ (S. 67) und wir haben viele verschiedene Modalitäten, mit denen wir Gedanken diese Verbindungen können. Er erläutert z.B. was eine Erweiterung, Präzisierung, Begründung oder Wertung eines Gedankens ist. Hier geht das Buch in eine Art logische Propädeutik über, die sehr grundlegend ist, aber dennoch anwendungsbezogen vermittelt wird. Auch die Logik wird in diesem Abschnitt abgehandelt als eine besondere Art der Verknüpfung von in Behauptungen ausgedrückten Gedanken, bei der ein Wahrheitstransfer von einer oder mehreren Prämissen zu einer Konklusion erfolgt.

Argumentieren: Ein Defizit in unserer akademischen Lehre

Teil IV heißt „Argumentieren, Begründen und Reflektieren“. Das Argumentieren wird hier in Verbindung mit dem kritischen Denken dargestellt denn:„Das Argumentieren in Wissenschaften ist nicht einfach zum Durchsetzen von eigenen Ideen da, sondern wird dort eher als Prüfung der Stichhaltigkeit und Genauigkeit von Gedanken verstanden…“(S. 85). Zudem erfordert Argumentieren das Bekenntnis zu einer Aussage. Es „verknüpft Meinungen also mit Menschen“. Argumentieren werde nicht ausreichend gelehrt, jedenfalls nicht in einer direkten Weise an unseren Hochschulen, da sei also Nachholbedarf.

Warum wir argumentieren (müssen) und was das überhaupt ist, wird recht ausführlich begründet. Auf Seite 92 finden wir eine hilfreich orientierende Übersicht über die wichtigsten rhetorischen Elemente des Argumentierens in den Wissenschaften, von der Behauptung/These über die Konzession bis hin zu Schlussfolgerungen. Und wieder haben wir die Reduktion auf den allereinfachsten Kern, die dieses Buch auszeichnet.

„Eine Argumentation setzt man dadurch in Gang, dass man eine zweite Aussage einführt, die begründet, warum die erste glaubwürdig sein soll“ (S. 95). Ein erstes Beispiel:

„Es wird schlechtes Wetter geben (Behauptung), weil die Schwalben tief fliegen (Argument)“.

DieWetterlage dient als einführendes Beispiel für vielfältige Formen des Argumentierens. Allerdings kommen schnell andere Elemente dazu: Das Anführen von Hintergrundwissen samt Belegen dazu, der Verweise auf Theorienmodelle, die Kontextualisierung der Argumentation, die Gegenargumente und deren Entkräftigung, sowie das Ziehen von Schlussfolgerungen und anderes mehr (S. 104 bis 109).

Das thesenbezogene Argumentieren wird ergänzt durch ein Kapitel über „Argumentieren und hypothetisches Denken“, das veranschaulicht die wichtige Rolle des Nichtwissens und des hypothetischen Denkens. Kruse lehrt uns mit Albert Einstein, das eigene Denken transparent zu machen und dadurch Leserinnen und Leser zum Mitdenken anzuregen. Er skizziert Einstein als einen Meister des hypothetischen Denkens, der aus wenigen empirisch fundierten Fakten grosse, spekulative Denkgebäude schuf – die sich später als stichhaltig erwiesen und z.T. erst hundert Jahre später empirisch bestätigt wurden. Kruse zeigt hier, dass das Argumentieren nicht auf das beschränkt ist, was an sicherem Wissen vorhanden ist, sondern genauso auf das Nichtwissen reagieren kann. Um dieses zugänglich zu machen, sind spezielle sprachliche Mittel erforderlich, die Mögliches, Wahrscheinliches, Hypothetisches und Plausibles auszudrücken erlauben. Studierende können eine solche Sprache lernen, indem man sie mit dem Reflektieren vertraut macht, das ähnliche hypothetische Ausdrucksmittel verwendet.

Reflektieren, so heisst es, werde am besten durch Fragen in Gang gesetzt, die sich auf das Nichtausgesprochene, Unklare, Verwirrende beziehen: „Was finde ich bemerkenswert an einem der Themen? Was irritiert mich? Was geht mir gegen den Strich?“ Es bezieht sich mithin nicht nur auf ein Thema, sondern auch bezieht die denkende Person ein mit allem was ihr unklar oder unverständlich erscheint. Ich selber stoße nach jahrzehntelanger Praxis in der Korrektur von Haus- und Abschlussarbeiten immer wieder auf Studierende, die Gewissheit suchen, wo keine vorhanden ist. Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit können Formulierungen wie die folgenden geben (s. 119):

„Es könnte auch sein, dass… Ich könnte mir vorstellen, dass… ich habe den Verdacht, dass,… als alternative Erklärung fällt mir ein…“ usw., die kenntlich machen das der Wahrheitsgehalt der jeweiligen Aussage unter Zweifel steht. Solche Ausdrücke bringen zudem persönliche und wissenschaftliche Sprache zusammen und regen zum Weiterdenken an. In der Linguistik nennt man sie auch „Hedges“ oder „Heckenausdrücke“.

Mit der Darstellung von Forschungsbefunden und ihrer Interpretation wird in Abschnitt 4 eine weitere Form wissenschaftlicher Argumentation erläutert, die sich vor allem in Forschungsdarstellungen findet. Neue Forschungsergebnisse zu begründen und in das vorhandene Wissen eines Fachs einzubetten folgt im Allgemeinen dem IMRD Schema, das hier in einem erweiterten „Forschungskreislauf“ illustriert wird. Er legt dar, wie man vom Thema/von der Fragestellung zu Schlussfolgerungen gelangt und Kruse zeigt, welche Art des Argumentierens in jedem Schritt dieser Sequenz zum tragen kommt.

Analytisches Denken

Teil VI behandelt ’Analytisches Denken’. Damit wird ein Denken bezeichnet, das den direkten Blick auf die Wirklichkeit wagt – unter Verwendung wissenschaftlichen Wissens. Charakteristisch dafür ist die Erfassung von Ursachen und Wirkungen. Wahlanalysen wollen die Ursachen von Wahlergebnissen, Schadenanalysen die Ursachen und Wirkungen von Unfällen ergründen. Kausales Wissen ist Grundlage des Erklärens und der Vorhersage von Prozessen, ebenso wie Grundlage für das Eingreifen in Prozesse und Zuschreibung von für Verantwortung für Handlungen. Ein rationales Weltbild besteht darauf, dass es keine unfassbaren Größen des Lebens in unserer Galaxie gibt und dass wir ihre Bewegungsgesetze erkennen können. Kausales Denken ist mithin auch Grundlage kritischen Denkens.

Das Kapitel kommt auch zu der Frage, wie kausale Beziehungen in systemischen Strukturen identifiziert werden. „Ursachen und Wirkungen finden sich in der Regel nicht zwischen zwei isolierten Ereignissen oder Objekten, sondern zwischen einer Vielzahl von Größen, die wechselseitig aufeinander einwirken“ (S. 160).Wie schon in der Einleitung im Zusammenhang mit dem Lohhausen-Experiment dargestellt, sind viele denkerische Leistungen mit der Analyse und Beeinflussung von Systemen befasst und müssen sich dort nicht nur mit linearen Kausalitäten, sondern Wechsel-, neben-, und Fernwirkungen befassen. In fast allen Wissenschaften von heute sind darüber hinaus Entwicklungstheorien aktuell, es werden Veränderungen in der Zeit fokussiert, Verlaufscharakteristiken wie Phasen und Stadien; Diskontinuitätssprünge und unerwartete Ereignisse in den Blick genommen (S. 162). Es ist hilfreich zu sehen, dass das analytische Denken ganz anderen Anforderungen an das Denken stellt, als das Argumentieren, bei dem einzelne Behauptungen auf den Prüfstand gestellt werden. Im analytischen Denken geht es um das Betrachten von Teilsystemen eines Zusammenhangs, aus dem sich die Bewegungsgesetze des ganzen Systems erschliessen sollen.

Ich verzichte darauf, den Teil ’Wahrheit, Wirklichkeit und Wissen’ ausführlich zu rezensieren und überlasse das philosophisch Geschulteren; es hat mich jedoch verblüfft, wie einfach die angebotene Lösung für das Wahrheitsproblem ist, mit dem wir uns in der Lehre sonst immer wieder herumquälen. Kruse geht nicht davon aus, dass es eine absolute Wahrheit geben kann und sagt sogar, dass die Aufgabe eines solchen Absolutheitsanspruchs ein unverzichtbarer Ausgangspunkt für kritisches Denken ist. Das jedoch fällt den Studierenden im Studium schwer, da sie anfangs nach sicherem Wissen suchen und enttäuscht sind, wenn die Wissenschaft ihnen das verweigert. Was für mich hilfreich, gerade in der Auseinandersetzung mit dem Konstruktivismus, ist die Trennung von Wahrheit und Wirklichkeit. Gibt man die Vorstellung von Wahrheit auf, heisst das nicht, dass es auch keine (objektive) Wirklichkeit geben müsse. Beide Fragen sind getrennt zu behandeln.

Wichtig scheint mir, dass Kruse dann doch nicht einfach nur Wahrheitsansprüche zertrümmert, sondern sehr genau darlegt, in welcher Weise wissenschaftliches Wissen sicherer ist als Alltagswissen und pure Vermutung. Aber es gibt nicht nur ein Kriterium, sondern die Philosophie bietet gleich mehrere an, die alle in den Wissenschaften Berücksichtigung finden. Eine davon sieht Wahrheit aus der Übereinstimmung der Fachleute untereinander entstehen (Konsenstheorien der Wahrheit), eine zweite aus der empirischen Überprüfung (Korrespondenztheorien der Wahrheit) und eine dritte aus der logischen oder theoretischen Stimmigkeit des Wissens (Kohärenztheorien des Wissens) ableitet. Genau darauf berufen sich die Wissenschaften: Wissen im Diskurs auszuhandeln (Konsens und Dissens), Wissen zu durchdenken (Reflexion, kritisches Denken) und Wissen auf verschiedene Weise mit der Realität zu konfrontieren (Empirie).

Auch einem ‚Wahrheitsgefühl‘ räumt Kruse Bedeutung ein. Menschen sind beim Denken auf die subjektive Empfindung von Wahrheit angewiesen, denn sie geben den Gedanken Bedeutung. Kritische Denker aber würden lernen, die gefühlte Wahrheit zu reflektieren und zu prüfen, und immer noch eine weitere ‚Prüf-oder Reflexionsschlaufen‘ nachschieben (S. 161), um Sicherheit zu erhalten. Für mein Gefühl bietet das Buch einen guten Ausgangspunkt, indem es Wahrheit nicht entwertet, sondern es als höchsten Wert der Erkenntnis anbietet, dem man näher kommen, aber nie erreichen kann. Das wäre aber bei anderen gewichtigen Begriffen wie „Gerechtigkeit“, „Schönheit“ oder „Gesundheit“ nicht anders.

Noch einmal Lesen und Schreiben

Es folgt noch ein Teil, der die Themen „Denken“, „Lesen“ und „Schreiben“ zusammenbringt, was das Buch wieder näher ans Studium rückt. Hier finden wir Fragen behandelt wie: „Was passiert also, wenn wir Gedanken aufschreiben?“ Wir entwickeln sie dabei und fixieren sie gleichzeitig. „Sind Gedanken einmal in einen Text fixiert, nehmen sie sich anders aus, als in ihrem rein mentalen Zustand“ (S. 179) Schreiben verlangt auch, von einer subjektiven bzw. womöglich teilweise ’autistischen inneren ’Sprache zur expliziten Schriftsprache überzugehen. Texte können auch als Inszenierung von Gedanken entstehen. Sowohl Lesen als auch Schreiben wird hier aus dem Kontrast zwischen dem mentalen Zustand des Denkens und den im Papier fixierten Gedanken hergestellt. Beim Schreiben „verdauen“ wir Gedanken, beim Lesen lösen wir fixierte, geronnene Gedanken wieder in mental repräsentierte Gedanken auf. Dieser Transfer vom Text zum Denken und vom Gedanken wider zum Text wird als Kern dessen beschrieben, was „Literacy“ ausmacht, der Verwendung von Text und Schrift für die Lösung aller anstehenden Aufgaben.

Quintessenz am Schluss

Nach einem Kapitel über kollaboratives Lernen/ Denken und einem Abschnitt über Denken und Computern (Kapitel IX) werden in Kapitel X „Schlussgedanken und Empfehlungen“ ausgereicht. Hier nimmt das Buch doch noch einen deutlichen Schwenk zum Ratgeber. Es fasst zusammen, was unter kritischem Denken dargestellt wurde und gibt eine Zusammenfassung der wichtigsten Impulse für kritisches Denken. Schließlich gilt: „Alles, was in den Wissenschaften existiert, kommt durch das Denken der Beteiligten zustande“ (S. 230). Andererseits reiche es eben nicht, einfach nachzuvollziehen, was die Mitglieder des jeweiligen Faches denken. Die Prüfung, was man für glaubhaft halten soll und was nicht, bleibt Aufgabe der Denkenden selbst. Die vielen Facetten des kritischen Denkens werden schliesslich noch mit einigen Spiegelstrichen zusammengefasst, wie etwa den Folgenden:

  • das eigene Denken mit in den Blick nehmen und Wege zu seiner Optimierung erkunden
  • genau hinzuschauen, zu prüfen, nachzuvollziehen und sich zu informieren statt Wissen einfach zu übernehmen
  • dem eigenen Standpunkten genauso kritisch gegenüber zu stehen, wie dem fremden
  • den skeptischen Blick auszubilden, ohne negativistisch zu werden
  • die Regeln der fachlichen Wissensgewinnung verstehen lernen
  • das Vermeiden von Besserwisserei und das Entkoppelung des Selbstwertes von Wissen
  • den Austausch mit anderen pflegen, die ebenfalls an kritischem Denken interessiert sind.

Den Abschluss des Buches bildet ein Glossar zentraler Begriffe des kritischen Denkens, durchaus keine bloße Wiederholung des bereits Beschriebenen, sondern eine begriffliche und praktisch anleitende Kurzzusammenfassung wichtiger Konzepte.

Diskussion und Fazit

Also noch einmal die Frage: Brauchen Studierende dieses Buch? Wer Kruses frühere Ratgeber, allen voran sein „Keine Angst vor dem leeren Blatt“, das jetzt 25 Jahre auf dem Markt ist, geschätzt hat, wird auch dieses Buch geniessen. Es ist bewundernswert unaufgeregt geschrieben und beleuchtet mit dem Thema „Denken“ zudem etwas Alltägliches, dessen Tiefendimensionen wir verblüfft bestaunen, wenn sie in dieser Weise vor uns aufgeblättert werden. Mit diesem Buch wird das Thema eingekreist und von vielen Seiten her beleuchtet. Das Buch hält sich selbst angenehmerweise nicht für der Weisheit letzten Schluss, sondern eher für einen Anfang, für einen Ausgangspunkt in Richtung einer Angewandten Denkwissenschaft. Dieser käme die Aufgabe zu, sich eingehender mit den Potenzialen und Tücken des menschlichen Denkens auseinandersetzen und es lehrbar zu machen. Die Zeichen der Zeit sprechen dafür, dies aufzugreifen.


Rezensent
Prof. Dr. Eckhard Giese
Dipl. Psych.
Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, Fachhochschule Erfurt
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Zitiervorschlag
Eckhard Giese. Rezension vom 06.07.2018 zu: Otto Kruse: Kritisches Denken und Argumentieren. Eine Einführung für Studierende. UTB (Stuttgart) 2017. ISBN 978-3-8252-4767-6. Reihe: UTB - Band Nr. 4767. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24392.php, Datum des Zugriffs 17.07.2018.


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