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Klaus Schellberg, Madeleine Danner u.a.: Mit Mehrwert überzeugen - der Social Businessplan für Sozialunternehmen

Cover Klaus Schellberg, Madeleine Danner, Sandra Gerhard, Rebekka Hunter, Anna-Lena Kießling: Mit Mehrwert überzeugen - der Social Businessplan für Sozialunternehmen. Arbeitsbuch zur Erstellung eines wirkungsorientierten Businessplans. Walhalla Fachverlag (Regensburg) 2018. 112 Seiten. ISBN 978-3-8029-5475-7. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR.
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Thema

In dem vorliegenden Buch wird erläutert, wie man einen Social Businessplan für ein Sozialunternehmen erstellt. Dabei werden die Besonderheiten genauestens herausgearbeitet. Aufgabe des Buches soll es sein (S. 14), die grundlegenden Bestandteile eines Social Businessplans verständlich und präzise darzulegen.

Entstehungshintergrund und AutorInnen

Die AutorInnen Madeleine Danner, Sandra Gerhard, Rebekka Hunter und Anna-Lena Kießling schufen die Grundlage des Buches im Rahmen ihrer Studierendenprojektgruppe des Studienschwerpunktes „Junior Consulting – Entwicklung und Management von Projekten in der Sozialwirtschaft“ der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Dies geschah unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Schellberg.

Prof. Dr. Klaus Schellberg ist Diplom Kaufmann und Professor für Betriebswirtschaftslehre für Sozialunternehmen an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Des Weiteren ist er Unternehmensberater für Sozialunternehmen. Neben dem vorliegenden Buch, veröffentlichte er auch weitere Bücher in dem Themenbereich, wie „Betriebswirtschaftslehre für Sozialunternehmen“ oder auch „Kostenmanagement in Sozialunternehmen“.

Aufbau

Aufgebaut ist das Buch wie folgt:

  • Geleitwort zum Handbuch
  • Entrepreneur ist keine Berufsbezeichnung
  • Einführung
  • Teil A: Einleitung
  • Teil B: Social Business Modell
  • Teil C: Organisatorischer, rechtlicher und finanzieller Rahmen
  • Teil D: Evaluation
  • Mit Mehrwert überzeugen – ein persönliches Nachwort

An vielen Stellen des Buches werden Leitfragen gestellt, die zu einer besseren Strukturierung und Orientierung dienen. Des Weiteren werden alle Bestandteile eines Social Businessplans anhand eines Beispieles erläutert und verdeutlicht.

Inhalt

Geleitwort zum Buch (S. 11-12). In dem Geleitwort zum Buch geht Prof. Dr. Klaus Schellberg auf die Entstehung des Social Businessplans ein.

Entrepreneur ist keine Berufsbezeichnung (S. 13- 14). In diesem Kapitel des Buches wird der Begriff des Entrepreneur erklärt und das Hauptziel des Buches erläutert.

Einführung: Was ist ein Social Businessplan? (S. 15-19): Ein Social Businessplan wird als eine schriftliche Ausführung über ein Geschäftsmodell oder -vorhaben beschrieben. Dabei soll die Unternehmensidee systematisch und strukturiert dargestellt werden. Damit dies gelingt, werden die konkreten Bestandteile, die im weiteren Verlauf näher ausgeführt werden, genannt. Des Weiteren werden die Besonderheiten eines Social Businessplan erläutert: die Wirkungsorientierung und das Bestreben nach messbarem sozialen Mehrwert.

Teil A: Einleitung (S. 21- 25). Die Einleitung ist sehr bedeutend für einen Businessplan, da sich bereits hier entscheidet, ob die Geschäftsidee Beachtung findet. Enthalten sein müssen:

  • Die Unternehmensvision: Hier wird das angestrebte gesellschaftliche Ziel, welches das Unternehmen verfolgt, aber noch nicht erfüllt ist, genannt.
  • Die executive Summery: Dies soll eine Zusammenfassung des Businessplans enthalten, in der die wichtigsten Eckdaten leicht und verständlich wiedergegeben werden. Außerdem soll auch der soziale Mehrwert herausgearbeitet werden.
  • Vorstellung der Gründer

Teil B: Social Businessmodell (S. 27- 42). In diesem Teil wird der markanteste Unterschied zu einem üblichen Businessplan beschrieben, denn die Unternehmensidee zielt auf ein soziales Problem ab und darauf, einen sozialen Mehrwert durch das eigene agieren zu schaffen. Zu diesem Zweck werden die sozialen Herausforderungen, unter Betrachtung der konkreten gesellschaftlichen Ausgangslage, des Ausmaßes der sozialen Probleme und die daraus resultierenden Ursachen und Folgen betrachtet. Außerdem soll auf die bisherigen Lösungsansätze und Wirkungsketten eingegangen werden. Als Nächstes werden das Geschäftsmodell und die Lösungsansätze näher betrachtet. Zuerst wird das Geschäftsmodell erläutert. Insgesamt werden hier fünf verschiedene Modelle vorgestellt. Des Weiteren wird auf das Alleinstellungsmerkmal, den Kundennutzen, die Aktivitäten des Unternehmers und den Lösungsansatz für das soziale Problem eingegangen. Auch in sozialen Bereichen nimmt die Bedeutung der messbaren Wirkung zu, weshalb in diesem Teil des Social Businessplans die Wirkungsorientierung eingebracht werden muss. Dazu wird näher auf die Vorgehensweise der Wirkungsmessung, die Wirkungsziele, die Wirkungslogik, die Wirkungsketten und die Wirkungsanalyse eingegangen.

Teil C: Organisatorischer, rechtlicher und finanzieller Rahmen (S. 43-95). In diesem Teil werden die folgenden Punkte behandelt:

  • Die Organisation: Hier wird auf die Rechtsform, die Organisation, erklärt durch ein Organigramm und die dazugehörigen Prozesse, die Personalplanung und -kosten, den Unternehmenssitz, sowie auf das Netzwerk und die Kooperationen eingegangen.
  • Der Markt: Es werden, unter Berücksichtigung der Marktgröße, des Marktwachstums und des Marktpotenzials, die relevanten Märkte identifiziert. Außerdem wird näher auf die Kunden- und Zielgruppen eingegangen, so wie auch auf den Wettbewerb und den Standort.
  • Das Marketing: In diesem Teil wird auf die Preispolitik, die Vertriebspolitik, ebenso wie auf die Kommunikation und Werbung eingegangen. Dabei wird darauf hingewiesen, dass man sich inhaltlich am Marketingmix und an den vier Ps (Product, Price, Placement, Promotion) orientieren sollte.
  • Der Realisierungsplan: Es werden der Status quo, der Realisierungsplan und die Meilensteine dargestellt.
  • Die Finanzplanung: Hier werden die finanziellen Auswirkungen in Zahlen aufgeführt. Dazu werden die finanziellen Verhältnisse der Gründer betrachtet, ebenso wie die Kalkulationsgrundlage, der Finanzierungsplan, der Liquiditätsplan und die Rentabilität.
  • Die Kapitalfinanzierung: Es werden die Eigenkapitalfinanzierung, die Fremdkapitalfinanzierung, die Beteiligungsfinanzierung und weitere Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt.
  • Die Risikoanalyse: Die SWOT-Analyse wird als Instrument zur Analyse des betriebswirtschaftlichen Umfelds genannt. SWOT steht in diesem Fall für: strength (Stärken), weekness (Schwächen), oppertunities (Chancen) und threats (Risiken). Außerdem wird auf den Umgang mit Schwächen/Risiken und Erfolgsfaktoren für die Umsetzung eingegangen.

Teil D: Evaluation (S. 97-99). Für die Evaluation findet einerseits eine Berichterstattung im Unternehmen, in der auf den Erfolg anhand finanzieller Kennzahlen hingewiesen wird, und andererseits eine soziale Berichterstattung, in der die wirkungsorientierte Arbeit und der gesellschaftliche Mehrwert dargestellt wird, statt. Als eigenständiges Instrument zur externen sozialen Berichterstattung wird von den Autoren der Social Reporting Standard, kurz SRS, empfohlen.

Mit Mehrwert überzeugen – ein persönliches Nachwort (S. 101-103). In ihrem persönlichen Nachwort beschreibt Sandra Gerhard, wie viel Arbeit und Vorbereitung ein Social Business Plan mit sich bringt. Des Weiteren stellt sie fest, dass man sich durch die detaillierten Darstellung der Geschäftsidee, auch objektiv damit auseinandersetzen muss. Auch erwähnt sie, dass eine solche Unternehmung auch scheitern kann.

Diskussion

Das gesamte Buch ist in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben, sodass auch Leser, die keine betriebswirtschaftlichen Vorkenntnisse haben, alles gut verstehen können. Dazu tragen auch die vielen Beispiele und graphischen Darstellungen bei. Man erhält auf den knapp 100 Seiten einen konkreten Leitfaden zu der Erstellung eines Social Businessplans und erfährt auch die Unterschiede zu einem normalen Businessplan. Somit ist die Zielsetzung der Autoren, dass die grundlegenden Bestandteile möglichst präzise und verständlich für die Leser dargestellt sind, erfüllt. An vielen Stellen werden Hinweise auf potenzielle Ansprechpartner bei weiterführenden Fragen gegeben. Somit hat das Buch einen großen Praxisbezug. Es werden zwar viele Modelle vorgestellt und empfohlen, jedoch nicht diskutiert.

Die Aufteilung der Kapitel und Unterkapitel wird zu Beginn erläutert und stringent im Buch umgesetzt. Die Gliederung ist in sich schlüssig.

Die Autoren belegen ihre Ausführungen mit neuerer Literatur, sodass alle Aussagen auf aktuellen Erkenntnissen beruhen.

Fazit

Das Buch ist für jeden sehr empfehlenswert, der einen Social Businessplan erstellen will. Da viele Verfahren und Methoden erklärt werden, die man auch für ein bereits bestehendes Unternehmen nutzen kann, ist das Buch auch für jeden nützlich, der bereits eine Leitungsposition, in einer sozialen Organisation, inne hat oder aber bald erhält. Auch können die Inhalte sehr gut auf Projekte übertragen werden. Das Buch dient somit als gute Handreichung und Orientierung. Da es in einer verständlichen Sprache geschrieben ist, kann man es auch ohne Vorkenntnisse lesen. Durch den hohen Praxisbezug ist es sehr interessant und verständlich.


Rezensentin
Christina Rütten
B.A., staatlich anerkannte Kindheitspädagogin, Masterstudentin an der Hochschule Koblenz
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Zitiervorschlag
Christina Rütten. Rezension vom 15.05.2018 zu: Klaus Schellberg, Madeleine Danner, Sandra Gerhard, Rebekka Hunter, Anna-Lena Kießling: Mit Mehrwert überzeugen - der Social Businessplan für Sozialunternehmen. Arbeitsbuch zur Erstellung eines wirkungsorientierten Businessplans. Walhalla Fachverlag (Regensburg) 2018. ISBN 978-3-8029-5475-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24395.php, Datum des Zugriffs 21.07.2018.


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