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Julia Schütz: Pädagogische Berufsarbeit und soziale Anerkennung

Cover Julia Schütz: Pädagogische Berufsarbeit und soziale Anerkennung. Ergebnisse komparativer Berufsgruppenforschung. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2018. 313 Seiten. ISBN 978-3-7799-3835-4. D: 34,95 EUR, A: 35,90 EUR, CH: 45,90 sFr.
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Thema

In Veröffentlichungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) oder in Gesprächen mit LehrerInnen begegnen mir immer wieder Klagen zur fehlenden oder zu geringen sozialen, insbesondere gesellschaftlichen Anerkennung des LehrerInnenberufs. Einerseits finde ich dies angesichts der immer wiederkehrenden Schlagzeilen zu schlechten LehrerInnen in prominenten Tages- oder Wochenzeitungen und sonstigen Medien nicht überraschend. Auf der anderen Seite rangiert jedoch die Berufsgruppe der LehrerInnen laut Julia Schütz in sogenannten Berufsprestigestudien auf dem 4. Platz hinter ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen und PolizistInnen (S. 31), sodass ihr gesellschaftliches Ansehen doch nicht so negativ auszufallen scheint wie dies von VertreterInnen und Mitgliedern pädagogischer Berufsgruppen geäußert wird.

Diesen Diskrepanzen ist Julia Schütz in ihrer sehr breit angelegten Studie nachgegangen und hat sowohl quantitative als auch qualitative Befragungen ausgewertet, die in jeweils zwei Regionen in Hessen und Bayern im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes erhoben und ausgewertet worden sind. Dabei hat sie es jedoch nicht belassen. Unter der Annahme, dass das Erleben sozialer Anerkennung sowohl das Selbstbild und die angenommenen Fremdbilder der BerufsinhaberInnen als auch deren Berufsausübung beeinflusst, hat sie nicht nur die verschiedenen Anerkennungsbeziehungen erforscht, sondern sich auch mit deren Konsequenzen aus professionstheoretischer Sicht detailliert beschäftigt.

Autorin

Julia Schütz ist Professorin am Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung der FernUniversität Hagen. Sie leitet dort das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung.

Entstehungshintergrund

Die vorliegende Publikation ist die „leicht überarbeitete und gekürzte Fassung“ (S. 7) der Habilitationsschrift von Julia Schütz. Unter dem Titel „Anerkennungserleben und Anerkennungsstreben. Identifikation, Bedeutung und Auswirkungen sozialer Anerkennung für pädagogische Berufsgruppen“ (ebd.) hat sie diese am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main eingereicht und ihre Habilitation erfolgreich abgeschlossen.

Die von ihr ausgewerteten Erhebungen stammen aus dem bereits einführend erwähnten, von der DFG geförderten Projekt PAELL („Pädagogische Erwerbsarbeit im System des lebenslangen Lernens. Berufliche Selbstbeschreibungen und wechselseitige Aufgaben- und Funktionszuschreibungen“), das in Kooperation der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und der Ludwig-Maximilians-Universität in München zwischen 2009 und 2011 durchgeführt wurde (S. 12, 43). Als Mitwirkende in der Projektleitung konnte sie auf die Daten aus der dort erfolgten schriftlichen Fragebogenerhebung zurückgreifen, an der insgesamt 1.601 pädagogisch Tätige im Elementarbereich, in Gymnasien, Grund-, Förder-, Haupt-, Real-, berufsbildenden und Hochschulen sowie aus der Weiter- und außerschulischen Jugendbildung teilgenommen haben (S. 105). Des Weiteren stand ihr qualitatives Material aus 27 Gruppendiskussionen mit 137 Mitwirkenden zur Verfügung.

Aufbau und Inhalt

Die insgesamt 313 Seiten (inklusive drei Seiten für Vorwort und Danksagung, 14 Seiten Literaturverzeichnis, acht Seiten Inhalts-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis sowie fünf Seiten zu statistischen Angaben und zur thematischen Struktur der qualitativen Daten) umfassende Publikation von Julia Schütz gliedert sich in sechs Teile mit insgesamt 15 Kapiteln.

I. „Einleitung“. In Teil I ordnet Julia Schütz ihr Forschungsprojekt zu Fragen sozialer Anerkennung pädagogischer Berufsgruppen in die erziehungswissenschaftliche Professionsforschung ein und stellt kurz und prägnant den Aufbau ihrer Publikation vor. Bemerkenswert finde ich, dass sie sich auf einer halben Seite mit der Frage „Genderneutrale Sprache = gendersensibel?“ (S. 15) auseinandersetzt. Dies begründet sie mit ihren Forschungsergebnissen, nach denen „die Kategorie Geschlecht im Zusammenhang mit dem Anerkennungserleben der pädagogischen Berufsgruppen steht“ (ebd.). Zudem stellt sie auch in ihren theoretischen Vorarbeiten zu ihrer Studie in einem eigenen Kapitel dar, dass sich die Anerkennung von Berufsgruppen auch danach richtet, ob es sich um sogenannte Männer- oder Frauenberufe handelt (4. Kapitel).

II. „Bildung – Arbeit – Anerkennung: Entwicklung der Forschungsfragen“. Dieser zweite Teil beinhaltet sechs Kapitel und endet mit der Präzisierung der Forschungsfragen. Diesen nähert sich Julia Schütz, indem sie zunächst Bildung als den zentralen Gegenstand pädagogischer Berufe markiert.

  • Aufgrund dieser Setzung beschäftigt sie sich im 1. Kapitel sowohl anhand von bildungsökonomischen Statistiken als auch bildungstheoretischen Überlegungen mit dem „Wert von Bildung“ und der „Anerkennung durch Bildung“ (S. 16).
  • Im 2. Kapitel geht es ihr um die Anerkennung von Arbeit, präziser Erwerbsarbeit. Da pädagogische Berufsarbeit als Dienstleistung gilt, differenziert sie zwischen Produktions- und Dienstleistungsarbeit (S. 25), eine Unterscheidung, die sich in ihrer Studie als bedeutsam erweisen wird.
  • Während es im 2. Kapitel generell um Erwerbsarbeit geht, steht im 3. Kapitel die „Pädagogische Arbeit: Zwischen Anerkennung und Verachtung“ (S. 26) im Zentrum. Zur Vermessung dieser beiden Pole stellt Julia Schütz sowohl die Anerkennung dokumentierenden Berufsprestigestudien als auch Norbert Rickens Analysen „Über die Verachtung der Pädagogik“ kurz vor.
  • Im 4. Kapitel nimmt sie die geschlechtsspezifische Ausrichtung von beruflichen Anerkennungsverhältnissen auf und beantwortet anhand von Statistiken die Frage: „Gesellschaftliche An- und Aberkennung und die quantitative Dominanz weiblicher Beschäftigter im Erziehungs- und Bildungssystem – ein Zusammenhang?“ (S. 33).
  • Nachdem sie in den ersten vier Kapiteln die Formulierung ihrer Forschungsfragen mittels theoretischer Ansätze und empirischer Befunde vorbereitet hat, richtet sie im 5. Kapitel ihren Fokus auf die methodologische Fundierung ihres Studiendesigns. Sie ordnet ihr Projekt in die komparativ pädagogische Berufsgruppenforschung ein, so wie sie mit der erwähnten PAELL-Studie vorangetrieben worden ist (S. 42 ff.). Diese wird als Teil „der erziehungswissenschaftlichen Professionsforschung“ (S. 37) verstanden und gilt der Erhebung der „Binnenperspektive der pädagogischen Akteure, d.h. die Einstellungen, Meinungen, Haltungen, Orientierungsmuster beruflich agierender Pädagogen tragen zum Erkenntnisgewinn bei“ (S. 42).
  • Aus professionstheoretischer Sicht differenziert Julia Schütz im 6. Kapitel im Rekurs auf Dieter Nittel zwischen Profession (Struktur-), Professionalisierung (Prozess-) und Professionalität (Handlungsebene) und präzisiert damit ihre dritte Analyseebene, auf der es ihr darum geht, die Auswirkungen zu untersuchen, die die von den befragten PädagogInnen erlebten sozialen Anerkennungsverhältnisse für ihr Berufsfeld (Profession), ihre Professionalisierung und ihre Professionalität haben. Auf der ersten Analyseebene interessieren sie die sozialen Anerkennungsbeziehungen und auf der zweiten deren Bedeutung für die Selbst- und vermutete Fremdperspektive der Befragten. Das 6. Kapitel schließt mit Hinweisen zur empirischen Basis und zum Auswertungsverfahren mit Thematischem Kodieren sowie mit einer kurzen und prägnanten Zusammenfassung dieses Teils II.

III. „Integration anerkennungstheoretischer Überlegungen“. Zur Vorbereitung ihrer empirischen Studie setzt sich Julia Schütz in diesem dritten Teil in zwei Kapiteln ausführlich mit anerkennungstheoretischen Ansätzen auseinander. Im 7. Kapitel leistet sie zunächst eine begriffliche Annäherung, im 8. Kapitel beschäftigt sie sich, auch in historischer Perspektive, insbesondere mit den Ansätzen von Fichte, Hegel und Honneth und präzisiert auf dieser Basis ihren anerkennungstheoretischen Zugang zu ihrer Untersuchung. Dazu greift sie auch auf die Kontroverse zwischen Axel Honneth und Nancy Fraser zurück (S. 85 f.) und erläutert „das Problem mit der Anerkennung im erziehungswissenschaftlichen Diskurs“ (S. 88). Auch dieser Teil III endet – ebenso wie Teil II – mit einer Zusammenfassung, in der Julia Schütz ihr Verständnis von Anerkennung für ihre Studie so weit offen lässt, dass sie „(kein) Verständnis von Anerkennung in dieser Untersuchung“ favorisiert, um es möglichst breit empirisch ausleuchten zu können.

IV. „Studiendesign“. In den beiden Kapiteln dieses Teils erläutert Julia Schütz zunächst im 9. Kapitel die „Dimension sozialer Anerkennung im Untersuchungskontext der PAELL-Studie“ (S. 93) und stellt den für die quantitative Befragung genutzten Fragebogen und die Gruppediskussionen der qualitativen Datenerhebung vor. Das 10. Kapitel gilt der Beschreibung der Stichprobe und der Einführung in die empirischen Befunde. Dabei zeigt sie auch grafisch (S. 100), dass sie ihre drei verschiedenen Analyseebenen mittels einer Methodentriangulation erforscht hat, wie im Folgenden deutlich werden wird.

V. „Ergebnisse“. Dieser fünfte und mit rund 160 Seiten deutlich umfangreichste Teil ist das ‚Herzstück‘ der Publikation. Er enthält fünf Kapitel, in denen Julia Schütz ihre Forschungsergebnisse ausführlich ihren drei Analyseebenen entsprechend präsentiert.

  • Bevor sie dazu kommt, stellt sie zunächst im 11. Kapitel noch einige theoretische und methodologische Überlegungen zu „von der Anerkennungstheorie zur Anerkennungsempirie: Identifikation von Anerkennungsbeziehungen“ (S. 110) an.
  • Im 12. Kapitel präsentiert sie anhand ihres quantitativen Datenmaterials, nur an einigen Stellen ergänzt um qualitative Aussagen aus den Gruppendiskussionen, die Bedeutung, die „Unmittelbare Anerkennungsbeziehungen“ (S. 116) für die Befragten haben. Auf dieser ersten Analyseebene ist die Anerkennung des von Julia Schütz so bezeichneten „Klientels“ (S. 126) für die Befragten von entscheidender Relevanz, und dies auch bezogen auf die Übermittlung gesellschaftlicher Anerkennung (S. 184).
  • Im Gegensatz dazu sind die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung, KollegInnen, Vorgesetzte und das Ansehen der jeweiligen Bildungseinrichtung von deutlich geringerer Bedeutung. „Mittelbare Anerkennungsbeziehungen“ (S. 185), ebenfalls verortet auf der ersten Analyseebene, sind Gegenstand des 13. Kapitels. Die dazu erzielten Forschungsergebnisse werden in einem Mix von quantitativen und qualitativen Daten präsentiert. Ein zentrales Ergebnis ist das von den Befragten benannte Problem, dass ihre pädagogische Leistung im Gegensatz zu Produktionsarbeit nicht ‚sichtbar‘ sei. Ferner zeigt sich, dass das gesellschaftliche Ansehen der jeweiligen pädagogischen Berufsgruppen vom Lebensalter der Lernenden und von „der Nähe zu lebenspraktischen Aufgaben“ (S. 211) und dem Geschlecht der Berufsausübenden abhängig gemacht wird. Deshalb schreiben sich die ErzieherInnen im Elementarbereich das geringste gesellschaftliche Ansehen zu, denn es sind vor allem Erzieherinnen (96 % der Beschäftigten), die dort mit kleinen Kindern zu lebenspraktischen Aufgaben zusammenarbeiten.
  • Im 14. Kapitel geht es auf der zweiten Analyseebene um die „Bedeutung der sozialen Anerkennungsbeziehungen“ (S. 212), d.h. die von den Befragten angenommene Fremdperspektive und ihre Selbstperspektive. Dazu hat Julia Schütz vor allem das qualitative Datenmaterial aus den Gruppendiskussionen ausgewertet; und auch hier hat sich herausgestellt, dass insbesondere die „Unsichtbarkeit der Leistungserbringung und des Leistungserfolges der pädagogischen Arbeit“ (S. 252) von zentraler Relevanz für die vermisste soziale Anerkennung pädagogischer Berufsgruppen ist.
  • Die dritte und letzte Analyseebene gilt den „Auswirkungen sozialer Anerkennung auf professionstheoretischer Ebene“ (S. 254), die im 15. Kapitel vorgestellt werden. Im Rückgriff auf die von Dieter Nittel übernommene Differenzierung stellt Julia Schütz anhand von Passagen aus den Gruppendiskussionen dar, wie sich das unterschiedliche Anerkennungserleben der pädagogischen Berufsgruppen aus deren Sicht auf ihr Berufsfeld (Profession), auf ihre Professionalisierung und Professionalität auswirken. Ein zentrales Forschungsergebnis ist dabei: „Missachtungserfahrungen im pädagogischen Handeln befördern die Entwicklung von Bewältigungsstrategien und tragen zur Professionsentwicklung bei“ (S. 270).

VI. „Zusammenführung, Diskussion und Ausblick“. In diesem abschließenden sechsten Teil führt Julia Schütz die von ihr als zentral erachteten Forschungsergebnisse zusammen und diskutiert sie in fünf Thesen. Dabei richtet sie ihren Fokus vor allem auf die Widersprüche und Paradoxien, die sie im sozialen Anerkennungserleben pädagogischer Berufsgruppen, auch im Rückgriff auf den von Nancy Fraser gerechtigkeitstheoretisch gefassten Anerkennungsansatz, sieht. Ihre fünf Thesen versteht sie ausdrücklich als ein Diskussionsangebot, was nachdrücklich in zwei Fußnoten deutlich wird. Denn dort führt sie die Einwände auf, die Annedore Prengel (Fußn. 47, S. 276) und Dieter Nittel (Fußn. 48, S. 280) zu einzelnen ihrer Thesen geäußert haben. Die Publikation schließt mit einem Ausblick, in dem Julia Schütz Fragen sozialer Anerkennung pädagogischer Berufsgruppen benennt, die aus ihrer Sicht in professionstheoretischen und erziehungswissenschaftlichen Forschungen weiterverfolgt werden sollten. Außerdem reflektiert sie ganz zum Abschluss kritisch und kurz ihren forschungsmethodischen Zugang mittels der PAELL-Studie.

Diskussion

Einführend habe ich darauf hingewiesen, dass mir immer wieder auf verschiedenen Wegen Klagen fehlender gesellschaftlicher Anerkennung von LehrerInnen und anderen pädagogischen Fachkräften sowie deren VertreterInnen in Berufsverbänden oder Gewerkschaften begegnen. Dabei habe ich mich schon häufig gefragt, welche Auswirkungen dieses verbalisierte Missachtungserleben für das berufliche Handeln der Menschen in pädagogischen Berufsgruppen hat. Für mich hat Julia Schütz diese Frage in ihrer Studie sehr differenziert und umfangreich empirisch beleuchtet und dabei mit ihrem forschungsmethodischen Mix aufschlussreiche Forschungsergebnisse erzielt. Davon habe ich einzelne zum ‚Appetitmachen‘ in meine Vorstellung ihres Buches eingestreut. Beispielsweise habe ich ihre einerseits für mich bemerkenswerte, andererseits aber auch diskussionswürdige Feststellung herausgegriffen, dass die vermisste gesellschaftliche Anerkennung durch Professionalisierungsbestrebungen in Profession und Disziplin der jeweiligen Berufe bewältigt werde. Gilt dies auch für andere Berufsgruppen wie z.B. jene der Medizin, sodass ÄrztInnen zukünftig die gesellschaftliche Anerkennung als ‚Götter in Weiß‘ versagt werden sollte, um die Medizin, medizinische Versorgung und ärztliche Betreuung zu verbessern?

Ein anderes, gleichermaßen beachtenswertes Ergebnis ist für mich, dass für in pädagogischen Berufen tätige Menschen die soziale Anerkennung ihrer AdressatInnen am bedeutsamsten und im Gegensatz dazu die Bezahlung kaum relevant ist. In diesem Kontext fällt mir das schon 1992 von Fritz Schütze geprägte Label der „bescheidenen Profession“ für Sozialarbeit bzw. Sozialpädagogik ein. Dies meinte er zwar in einem professionstheoretischen Sinne und bezog es nicht auf die Bezahlung der Fachkräfte. Mit Blick auf die Befunde von Julia Schütz bekommt diese Bezeichnung für mich jedoch noch eine andere Bedeutung, die meines Erachtens zu Debatten mit SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen und deren Verbands- und GewerkschaftsvertreterInnen einlädt und weiter verfolgt werden sollte.

Doch nicht nur diese vereinzelt von mir herausgegriffenen Forschungsergebnisse, sondern auch ihre fünf Thesen, in denen sie ihre zentralen Befunde verdichtet und pointiert, stecken für mich voller Impulse für weitergehende, von mir als lohnenswert erachtete Diskussionen, um sich mit Grundsatzfragen sozialer Anerkennung pädagogischer Berufsgruppen und deren Konsequenzen für deren Berufsausübung auseinander zu setzen.

Vor allem aus dem Grund, dass ich die Forschungsergebnisse von Julia Schütz so beachtenswert finde, bedauere ich, dass der Teil V, in dem sie ihre Befunde präsentiert, für mich zu wenig untergliedert ist. Deshalb habe ich – trotz der von ihr immer wieder gezeigten Abbildungen zu ihren Forschungsgegenständen und Zusammenfassungen zum Abschluss jedes Kapitels in diesem Teil – in der Feindarstellung ihrer Ergebnisse eine stärkere Untergliederung und damit auch Systematisierung vermisst, was mir das Lesen teilweise etwas mühsam gemacht hat.

Fazit

Trotz der meines Erachtens etwas erschwerten Lesbarkeit der aufschlussreichen und weiterführenden Forschungsergebnisse empfehle ich die Publikation von Julia Schütz aus den von mir oben ausgeführten Gründen allen Menschen, die sich in Ausbildung, Studium und Lehre sowie in Praxis, Forschung und Interessenvertretung mit pädagogischen Berufsgruppen beschäftigen, als eine lohnenswerte und meines Erachtens dringend zu lesende Lektüre. Denn damit verbinde ich das Anliegen und auch die Hoffnung, dass daraus zahlreiche Debatten zur gesellschaftlichen Anerkennung von pädagogischen Berufsgruppen entstehen mögen, die dazu beitragen können, das öffentliche Ansehen (sozial)pädagogischer Arbeit zu verbessern. Denn daran mangelt es aus meiner Sicht zu sehr!


Rezensentin
Prof. Dr. Ruth Enggruber
Hochschule Düsseldorf, FB Sozial- und Kulturwissenschaften
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Zitiervorschlag
Ruth Enggruber. Rezension vom 11.04.2019 zu: Julia Schütz: Pädagogische Berufsarbeit und soziale Anerkennung. Ergebnisse komparativer Berufsgruppenforschung. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2018. ISBN 978-3-7799-3835-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24494.php, Datum des Zugriffs 15.10.2019.


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ISSN 2190-9245

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