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Josef Giger-Bütler: Wenn Menschen sterben wollen

Cover Josef Giger-Bütler: Wenn Menschen sterben wollen. Mehr Verständnis für einen selbstbestimmten Weg aus dem Leben. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2018. 226 Seiten. ISBN 978-3-608-96184-3. D: 18,95 EUR, A: 19,50 EUR.
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Thema

In Deutschland ist die Assistenz zum Suizid bei Patienten mit einer lebensverkürzenden Krankheit in bestimmten Fällen strafbar. Dieser assistierte Suizid von Palliativpatienten ist in Deutschland ein heftig umstrittenes Thema. Josef Giger-Bütler geht hier noch einen Schritt weiter. In seinem Buch geht es um das Recht auf Suizid auch für Menschen mit Depressionen und für alte Menschen. Auch vor dem Hintergrund des Pflegenotstands wird das Thema in Deutschland besonders brisant.

Autor

Dr. Josef Giger-Bütler ist über 40 Jahre Psychotherapeut und auf die Therapie von Depressionen spezialisiert. Er hat eine Praxis in Luzern.

Aufbau und Inhalt

Das Buch hat eine Einleitung und zwölf Kapitel. Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Einleitung. Hier skizziert der Autor seine Position. Er spricht sich für die Willens- und Entscheidungsfreiheit des Einzelnen aus, die eine Gesellschaft akzeptieren müsse. „Ich erachte es deshalb als falsch und diskriminierend, wenn man nicht dem einzelnen Menschen über seine Todesform entscheiden lässt und nicht er bestimmen kann, was für ihn ganz persönlich Sterben in Würde ausmacht.“ (S. 12) Dies gelte nicht nur für Krebspatienten, denn die Entscheidungsgewalt über das Leben dürfe nicht an Bedingungen geknüpft sein. Menschen, die den Weg es Suizid gehen wollten, müssten dies häufig in einer Form tun, die demütigend und brutal sei. Gegenargumente und Befürchtungen werden in seiner Argumentation berücksichtigt. Hierzu gehört zum Beispiel die Befürchtung, die Betroffenen könnten zum Spielball anderer Menschen werden. Zur Begleitung schlägt er ein mehrmonatiges Verfahren vor. (S. 18)

Im ersten Kapitel (Der Suizid als Tabuthema) setzt sich der Autor noch einmal intensiver mit gesellschaftliche, politischen, kirchlichen und psychiatrischen Positionen auseinander, die den Suizid nicht akzeptieren. Den Glaubensätzen der evangelischen und katholischen Kirche stellt er seine Position gegenüber: „Ich bin überzeugt, dass Gott die Menschen liebt, dass diese Liebe den Menschen aber frei und für sich selbst verantwortlich macht. Ich glaube ebenso, dass Gott die Willensfreiheit als zum Menschen gehörig betrachtet und diese nicht als eine Anmaßung ihm gegenüber empfindet.“ (S. 32) Eingegangen wird auch auf die Position, dass eine Legalisierung des begleiteten Suizids dazu führen könne, dass auf andere alte und depressive Menschen Druck ausgeübt würde. „Ich bin überzeugt, dass gerade der institutionelle Druck von denen, die den Suizid nicht akzeptieren können und bekämpfen, größer ist als der Druck, der von Angehörigen ausgeht.“ (S. 36) Der Autor plädiert dafür, auch den selbstgewählten Tod als würdigen Tod zu akzeptieren, die Menschen zu verstehen und ihre Position emotional nachzuvollziehen.

Das zweite Kapitel handelt vom würdevollen Sterben. Was ein würdevoller Tod sei, hänge dabei von der Einmaligkeit der Person ab und könne daher unterschiedlich sein. Für Menschen, die freiwillig ihr Leben beenden wollen fordert er Akzeptanz. „Solange der Suizid nicht wirklich akzeptiert ist, bedeutet es für den alten und depressiven Menschen und für seine Angehörigen kein würdevolles Sterben.“ (S. 57) Eingegangen wird auf Zweifel von Angehörigen von Menschen, die sich töteten, und auf Argumente von Gegner des Suizids. Der Autor fordert: „ Es wäre schön, wenn immer mehr Menschen bereit wären, depressive und alte Menschen zu verstehen und ihnen zuzutrauen und zuzubilligen, dass sie den letzten Weg mit sehr viel Sorgfalt, Achtung und Respekt gehen. Vertrauen und nicht Misstrauen wäre die richtige Einstellung.“(S. 63)

In Kapitel 3 skizziert der Autor sein Verständnis von Depressionen im Unterschied zu anderen psychiatrischen Definitionen. Nach seinem Verständnis hat der depressive Mensch eine bestimmte Entwicklungsgeschichte, die zu spezifischen Denk- und Verhaltensmustern führte. „Die Depression ist ein jahrelanger Zustand, betrifft die ganze Person und prägt die gesamte Persönlichkeit. Die Erfahrungen der Überforderung und der Brüchigkeit, die depressive Menschen als Kinder machten sind dabei entscheidend für die depressive Entwicklung“. (S. 72) Er argumentiert gegen Versuche, depressive Menschen als nicht zurechnungsfähig zu kategorisieren. „So ist sein Sterben Ausdruck eines selbstverantwortlichen Umgangs mit dem Leben: freiwilliges Sterben oder Aushalten bis zum Schluss“ (S. 78)

Herkömmliche Vorstellungen in der Medizin und den Medien zu Depressionen und depressiven Menschen, werden in Kapitel 4 kritisiert. Der Begriff der Depression werde zu stark ausgeweitet. Depressive Menschen würden „oft als labil, nicht belastbar und unberechenbar dargestellt werden“ (S. 81) und stigmatisiert. „Ich bin überzeugt, dass in vielen Berufen mit hohen Ansprüchen und einer hohen Verantwortung Menschen mit depressiven Zuständen höchst qualifizierte und verantwortungsvolle Arbeit leistet.“ Eingegangen wird auch auf die Berichterstattung zu Robert Enke wobei der Autor kritisiert, dass sein Suizid nur mit der „Krankheit“ erklärt werde. „Es kommt geradezu einer Beleidigung gleich zu behaupten, sie seien aufgrund ihres Zustandes nicht zurechnungsfähig und nicht verantwortlich für ihr Denken und Handeln“ (S. 82) Behandelt wird auch der Flugzeugabsturz von 2015 der vom Co-Piloten verursacht wurde. Der Autor bezweifelt, dass der Co-Pilot depressiv war und eine Depression der Grund für die Tat war und begründet diese Position.

Im fünften Kapitel werden depressive Muster dargestellt und vor diesem Hintergrund erklärt und begründet, warum nur sehr wenige depressive Menschen einen Suizid machen. „Suizid ist für depressive Menschen nah und konkret, aber gleichzeitig weit entfernt“ (S. 99) Wer bewusst den Weg in den Tod gehe, gehe einen anstrengenden und steinigen Weg. Depressive Menschen könnten zwar Leistungen für Andere erbringen, hätten aber häufig nicht die Kraft für diesen Weg für sich selbst. „Die Gedanken an den Tod begleiten sie zwar ihr ganzen Leben, aber nur selten beherrschen sie ihr Denken und bestimmen ihre Handlungen. Depressive Menschen leben nicht wirklich und sind doch weit weg vom Sterben“ (S. 101 Hervorhebungen im Original). In dem Kapitel berichtet der Autor auch von seinen Erfahrungen als Psychotherapeut

Der Entschluss zum Suizid wird in Kapitel 6 behandelt. Der Autor zeigt auf, wie lang und schwierig der Weg für die Depressiven ist. Im Unterschied dazu könne der Weg bei nicht-depressiven Menschen, die in eine sie überfordernde Lebenssituation gerieten, kurz und von Angst und Panik geprägt sein.

In Kapitel 7 wird das Thema Alter und Suizid behandelt. Der Autor kritisiert die Annahme, automatisch eine Altersdepression als Ursache anzunehmen. „Angst, Trostlosigkeit und keine Freude zu haben, heißt also noch lange nicht, dass es sich um eine Altersdepression handelt, sondern es stellen eigentlich eine völlig nachvollziehbare Reaktion auf die vorhandenen schwierigen Lebensbedingungen dar.“ (S. 147) Zu diesen Lebensbedingungen könne auch ein Heimeintritt gehören. „Heimeintritt heißt für viele, dass sie ihre Selbständigkeit aufgeben müssen, dass es jetzt nur noch darum geht, zu warten, bis sie ganz gehen können.“ (S. 142) Alte Menschen gingen zielstrebig vor, wenn sie ihr Leben beenden wollen. Viele würden aber auch auf einen natürlichen Tod warten. Für die wenigsten sei Suizid eine Lösung. Die Suizide würden häufig gelingen. Behandelt werden verschiedene Aspekte, u.a. das Gefühl Älterer für Angehörige eine Belastung zu sein. „Nicht mehr gebraucht zu werden, ist eines, im Wege zu stehen, überflüssig sein und zur Last fallen etwas anderes“. (S. 138/139) Hingewiesen wird auch auf stille und unbemerkte Suizide, etwa durch Verweigerung des Essen [1].

Im nächsten Kapitel 8 geht es um das Verstehen von depressiven und alten Menschen, die ihr Leben beenden wollen. Das heiße verstehen und nachvollziehen wollen, ohne zu bewerten und zu verurteilen.(s S. 155) Man solle sein Wollen akzeptieren und nicht als krank, unüberlegt und egoistisch abtun. Wer ihn von seinem Entschluss abbringen wolle, erreiche das Gegenteil, weil er sich dann verschieße. Alte Menschen, so der Autor, leben in der Überzeugung, den Schritt des Suizid machen zu wollen, wenn ihnen alles zu viel werde. Gerade dadurch könnten sie auf den Schritt verzichten (S. 156) [2]

Um die letzten Monate, Wochen und Tage vor dem Suizid geht es in Kapitel 9. „Ihn wirklich verstehen und emotional nachvollziehen wird man kaum je können, aber spüren und erahnen, was diese Menschen zu tragen haben, ist immer möglich“ (S. 170) Eingegangen wird auf verschiedene Aspekte, zum Beispiel was den Entschluss erleichtern kann und die Beziehung zu den Angehörigen. Der Rezensent hat an einigen Stellen den Eindruck, dass stärker von der Situation der depressiven Menschen ausgegangen wird, weniger von der nicht-depressiver älterer Menschen, die ihr Leben beenden wollen. Wenn die Entscheidung gefallen sei, gehe es den depressiven oder alten Menschen scheinbar besser. „Wer entschieden hat, kann warten und muss nicht gleich handeln. Wer entschieden hat, ist ruhig, entspannt und befreit. Das macht ihn unbeschwerter, sodass alle den Eindruck haben, dass es ihnen gut geht.“ (S. 175)

Der begleitete Suizid bzw. der assistierte Suizid wird im zehnten Kapitel behandelt. Skizziert wird die heftige Diskussion zu dieser Frage. „Bedeutet der assistierte Suizid eine sinnvolle Alternative, sinnvoll vor allem deswegen, weil er dem alten oder depressiven Menschen seine Würde wahrt, weil er ihm das Recht, über sich selbst zu bestimmen, einräumt und damit den Weg zu gehen, den er für sich selber wünscht? Oder ist er ein Freifahrtschein in den Tod, wie manche meinen?“ (S. 178/179) Der Autor kritisiert die gesellschaftliche Ächtung des Suizids. „Wenn Menschen den kalten Weg des Suizids auf ihrem letzen Wegstück im Leben gehen müssen, wirkt das wie eine Art Racheakt einer Gesellschaft, die sonst keinen anderen Weg als diesen zulässt.“ (S. 178) Eingegangen wird auf die Richtlinien der Schweizer Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und die gesetzlichen Regelungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Für alle drei Länder gilt: „Bis jetzt ist es so, dass psychisch Kranke und Depressive den vorgegebenen Kriterien eines assistierten Suizid nicht oder kaum genügen, In den vorliegenden Formulierungen haben aber auch alte Menschen, die nicht sterbenskrank sind, keinen Platz“ (S. 188) Der Autor vertritt dagegen die Meinung: „Ich plädiere dafür, dass von den Sterbebegleitungsorganisationen den Menschen, die wirklich sterben wollen, nicht zu viele Steine in den Weg gelegt werden“ (S. 190). Es folgt ein persönliches Plädoyer des Autors. Während er an dem Buch schrieb, starb seine Frau plötzlich an einer Hirnblutung und es war nicht klar, ob er das Buch zu Ende schreiben könne. „Ich habe weitergeschrieben und zwar nach einer gewissen Zeit überzeugter denn je, weil mir klar wurde, wie wichtig es ist, nicht allein sterben zu müssen, ohne Abschied nehmen zu können. Deshalb finde ich, sollte jeder die Möglichkeit haben, begleitet sterben zu können, nicht allein und im Verborgenen“ (S. 196) In diesem Plädoyer geht der Autor auch auf seine religiöse Einstellung ein und interpretiert die Leidensgeschichte Jesu.

Im 11. Kapitel geht es um die Situation der Angehörigen eines Menschen, der durch Suizid starb. Eine These ist: „Die gesetzliche und gesellschaftliche Akzeptanz des begleiteten Suizides wäre nicht zuletzt für die Hinterbliebenen wichtig“ ( S. 206). Dies ermögliche den Angehörigen zu trauern, was nicht wirklich gehe, wenn der Verstorbene etwas Verwerfliches gemacht habe. Eingegangen wird auf Gefühle der Angehörigen, wie zum Beispiel Selbstanklagen, Selbstvorwürfe und Vorwürfe an den Verstorbenen.

Das zwölfte und letzte Kapitel behandelt Gespräche mit suizidalen Menschen. Diese würden häufig das Ziel verfolgen: „Unternimm alles, um den Suizid eines Mitmenschen zu verhindern“ (S. 213) Damit könne man jedoch den suizidalen Menschen noch mehr in die Isolation treiben. „Man kann dem depressiven und alten Menschen nichts vormachen. Er durchschaut die Absichten und ist damit noch gefestigter in seiner Überzeugung zu gehen. Gespräche dieser Art sind ‚Aber-Gespräche‘ und als solche pseudoehrlich und pseudoeinfühlend.“ (S. 217/218) Für Angehörige könne es, so der Autor, schwierig sein, die Situation des suizidalen Menschen zu akzeptieren. Sie sollten dann aber von sich sprechen. „Es kommt darauf an, dem suizidalen Menschen zu vermitteln, dass sie ihn und seinen Entschluss ernst nehmen, auch wenn sie ihn nicht verstehen, auch wenn sie seine Schlüsse und Folgerungen nicht gutheißen, sie als übertrieben, zu rigoros und einseitig empfinden“ (S. 221). Die Gespräche sollten offen sein, der suizidale Mensch entscheide.

Diskussion

Die Diskussion um den Suizid und dessen Stigmatisierung wird sicher weitergehen. Niemand kann vorhersagen, welche Folgen eine Legalisierung des begleiteten Suizids [3] hätte. Möglich wäre eine Humanisierung der Gesellschaft, indem eine Personengruppe nicht mehr ausgegrenzt und stigmatisiert wird. Möglich wäre aber auch eine Diskussion über die Belastungen, die alte Menschen für die Gesellschaft sein könnten oder über die medizinische Versorgung älterer Menschen. Ein solcher gesellschaftlicher Druck wäre unmoralisch und müßte verhindert werden. Der Autor ist „überzeugt, dass nicht viel mehr Menschen freiwillig den Tod suchen würden“(S. 52). Ob das so sein würde, weiß man nicht. Man weiß jedoch auch nicht, ob durch die gesellschaftliche Ächtung viele Suizide verhindert werden. Wenn zum Beispiel Patienten ihren Wunsch zu sterben verheimlichen müssen, können auch keine vertrauensvollen therapeutische Beziehungen entstehen. Aber unabhängig davon ist die Frage, ob der Mensch das Recht hat, sich zu töten. Auch der Philosoph Karl Jaspers sah in der Möglichkeit des Suizids einen Ausdruck von Menschenwürde. Daß der Mensch, nur der Mensch sich das Leben nehmen kann in hellem, reinen Entschluß, ohne Trübung durch Affekt, vielmehr sich selber treu, darin liegt seine Würde.“ (Karl Jaspers 1963, 474). Die Erhaltung der Würde ist auch wichtig in der Beziehung zu depressiven und alten Menschen, die ihr Leben beenden wollen. Wer ihren Entschluss verhindern will, nimmt ihre Entwürdigung in Kauf. Eine Diskussion über den Suizid alter Menschen kann aber auch zu der Diskussion führen, was würdige Lebensbedingungen für Ältere sind und was nicht.

Es gibt innerpsychische und äußere Erklärungen für einen Suizid. Beides muss sich nicht ausschließen, sollte aber analytisch getrennt werden. Beim depressiven Menschen ist es eher so, dass das Leben aufgrund einer Persönlichkeitsentwicklung unerträglich wird. Bei alten Menschen sind es häufig auch die Lebensumstände [4]. Ein alter, multi-morbider Mensch unterscheidet sich nicht wesentlich von einem Menschen mit lebensverkürzender Krankheit. Die durchschnittliche Verweildauer von männlichen Pflegeheimbewohnern beträgt zum Beispiel nur 18 Monate (vgl. Techtmann 2015) [5]. In beiden Fällen geht es um Lebensqualität und Leiden. Im Pflegeheim zu sterben kann zu einem Sterben 2. Klasse im Vergleich zu stationären Hospizen werden.

Fazit

Es ist ein interessantes und wichtiges Buch, unabhängig davon, ob man die Position des Autors teilt. Es hilft, die Situation suizidaler Menschen ein wenig besser zu verstehen

Literatur

  • Borasio, Gian Domenico (2014) selbst bestimmt sterben. München: C. H. Beck
  • De Ridder, Michael, (2017) Abschied vom Leben. Von der Patientenverfügung bis zur Palliativmedizin, München: Pantheon Verlag
  • Jaspers, Karl (1963) Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung, München
  • Rieger, Armin (2017) Der Pflegeaufstand. Ein Heimleiter entlarvt unser krankes System Würdige Altenpflege ist machbar, München: Ludwig Verlag
  • Techtmann, Gero (2015): Die Verweildauern sinken. Statistische Analysen zur zeitlichen Entwicklung der Verweildauer in stationären Pflegeeinrichtungen. Verfügbar unter: www.alters-institut.de

[1] Zum Sterbefasten vgl. de Ridder 2017, S. 73 ff.

[2] Ähnliche Erfahrungen mit einem suizidverhindernden Effekt wurden in der Palliativmedizin gemacht (vgl. Borasio 2014 S. 94/95)

[3] Der Rezensent würde den Begriff „begleiteter Suizid“ vorziehen, da man unter „assistiertem Suizid“ häufig Hilfe zum Suizid versteht

[4] Unterscheiden kann man Lebensbedingungen, die änderbar sind, und solche die kaum änderbar sind. Die meisten Menschen werden irgendwann pflegebedürftig und abhängig. Nur wenige Menschen sterben schnell und unerwartet (vgl. Borasio 2014, S. 15, S. 40/41) Die abhängige Phase kann Wochen oder Jahre dauern. Die Lebensbedingungen vom Menschen in ambulanter oder stationäre Pflege sind änderbar. ( vgl. Rieger2017).

[5] Bei Frauen sind es 36 Monate. Ca. 29% der Bewohnerinnen und Bewohner sterben innerhalb der ersten drei Monate (vgl Techtmann 2015, S. 7) Der Aufenthalt in einem Pflegeheim könnte lebensverkürzend sein. Der Tod gehört damit zum Alltag in Pflegeheimen. Gleichzeitig ist dieser Alltag ein Alltag mit wenig persönlichen Sozialkontakten und inhaltsarmen Routinen.


Rezensent
Dr. Hermann Müller
Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Homepage HermannMuellerHildesheim.de
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Zitiervorschlag
Hermann Müller. Rezension vom 02.08.2018 zu: Josef Giger-Bütler: Wenn Menschen sterben wollen. Mehr Verständnis für einen selbstbestimmten Weg aus dem Leben. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2018. ISBN 978-3-608-96184-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24697.php, Datum des Zugriffs 18.12.2018.


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