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Lutz C. Kaiser: Soziale Sicherung im Umbruch

Cover Lutz C. Kaiser: Soziale Sicherung im Umbruch. Transdisziplinäre Ansätze für soziale Herausforderungen unserer Zeit. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2018. 293 Seiten. ISBN 978-3-658-06501-0. D: 39,99 EUR, A: 41,11 EUR, CH: 50,00 sFr.
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Thema

Dass aktuelle soziale Problemlagen im Regelfall nicht mehr durch Einzelmaßnahmen bzw. -eingriffe bearbeitet, geschweige denn gelöst werden können, ist sicher nicht neu, wenngleich das weitgehend am Kausalitätsprinzip ausgerichtete System der sozialen Sicherung immer noch vorrangig nach der Zuständigkeit fragt und damit auf den Einsatz der in dem jeweiligen System vorhandenen Instrumente ausgerichtet ist. Sinnvolle bzw. notwendige Verknüpfungen hin zu anderen Hilfesparten unterbleiben meist bzw. werden bestenfalls dem Einzelnen angeraten. Dies folgt aus der Historie der einzelnen Zweige im System der sozialen Sicherung bzw. aus deren bloßer Addition. Es soll nicht bezweifelt werden, dass auch dieses System Ergebnisse und Erfolge hatte und hat, aber es bleibt offen, ob und wie der erhebliche Einsatz finanzieller Mittel in Deutschland nicht effizienter und zielgenauer erfolgen könnte bzw. sogar müsste.

Herausgeber

Lutz C. Kaiser, Professor für Sozialökonomie und Public Marketing an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW und Lehrender an der Fachhochschule Dortmund, geht diese Fragestellung auf einer fundierten theoretischen Grundlage an, zugleich ediert er ein breites Set an Beiträgen aus der Praxis, in denen die Komplexität von Problemlagen und eingeschlagener Lösungsstrategien analytisch entfaltet wird. Der Herausgeber ist über seine konkrete Professionalität als Hochschullehrer hinaus durch zahlreiche Mitgliedschaften in Forschungsverbünden ausgewiesen, so am Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA Bonn), im Gender Studies Network am DIW Berlin, Mitherausgeber der Zeitschrift „Eurasian Economic Review“ u.a.m.

Aufbau

Der Band gliedert sich in sechs Kapitel.

  • Teil I entfaltet den theoretischen Hintergrund von Transdisziplinarität,
  • Teil II stellt „Tools“ für soziale Sicherung vor.

Die Teile III-VI berichten teils systematisch, teils konkrete Praxis referierend über transdisziplinäre Vorgehensweisen in den Bereichen

  • Flüchtlingsbetreuung (III),
  • Bildung (IV),
  • Erwerbstätigkeit (V) und
  • psychosomatische Gesundheit (VI).

Zu Teil I

Der Herausgeber führt in den Kontext Transdisziplinarität und soziale Sicherung ein. Die Politik stehe vor der Herausforderung, „soziale Sicherung adäquat, adaptiv zu modernisieren und zum Teil entsprechend neu zu institutionalisieren, um die Integrationsfunktion für eine gesellschaftliche Kohäsion aufrechterhalten zu können.“ (S. 4) Dazu sei eine „kollektive anwaltliche Tätigkeit von Staat, Politik und Interessengruppen“ erforderlich. Zur Herstellung „sozialer Nachhaltigkeit“ müsse soziale Sicherung die „Abweichung des Marktergebnisses vom normativ vorgegebenen Verteilungsziel als distributives Marktversagen“ effizient abfedern (S. 32). Angesichts der komplexen Lebenszusammenhänge verbiete sich eine Segmentation nach Einzelbedürfnissen bzw. Hilfezugängen. Vielmehr bedürfe es eines integrativ ausgelegten, transdisziplinären Ansatzes, durch den „Problemlagen von einer zu engen disziplinären Fokussierung entlastet“ würden (S. 22) und „die Gleichstellung von Berufsfeldern und wissenschaftlichen Disziplinen als jeweilige eigenständige Wissensgeneratoren“ erreicht werde (S. 24). Transdisziplinarität gelte es insbesondere bei undurchdringbaren komplexen Problemen („Wicked Problems“) anzuwenden, zu denen Kaiser die soziale Sicherung zählt. Hier gehe es nicht um ‚richtig‘ oder ‚falsch‘, „sondern um bessere oder schlechtere Lösungen, welche jedoch auch stets wertebezogene (…) und normative (…) Komponenten beinhalten“ (S. 26 f.). Transdisziplinäre Perspektiven seien geeignet, Zielkonflikte abzubauen „und die Vereinbarkeitschancen konkurrierender Ziele im Sinne einer Zielkonkordanz“ zu verbessern (S. 34). Erforderlich sei ein leistungsfähiges „Kommunikationsmanagement“ mit allen beteiligten Akteursebenen. Nur so könne auch geklärt werden, welche Akteure stärker und welche schwächer durchsetzungsfähig seien. „Mitunter sind in diesem Zusammenhang auch Machtgefüge offen zu legen.“ (S. 38) Damit soziale Sicherung nicht von „oben herab“ entworfen werde, „erscheint hier der Einbezug der Betroffenen und Praktiker von besonders hoher Relevanz zu sein, wenn Transdisziplinarität als ein alternatives Steuerungsinstrument verstanden werden will.“ (S. 38)

Zu Teil II

In Teil II werden mit Public Marketing und Planungspartizipation Wege aufgezeigt, wie „Sozialleistungen effektiver in Sachen Zielerreichungsgrad und effizienter in Bezug zum Aufwand seitens des Staates gestaltet werden können.“ (S. 47 f). Lutz C. Kaiser fragt, ob und wie „Public Marketing“ einen neuen Blickwinkel auf die „Vermarktung“ des demokratischen Staatswesens und dessen staatliche Leistungen ermögliche. Denn auch das demokratische Gemeinwesen könne nicht „mittels drohgebärdender Obrigkeitsstaatlichkeit“ positive Zustimmung erwerben, sondern nur durch Überzeugung. Es sei schließlich der Bürger, der „Kunde des ‚Gemeinwohlproduzenten Staat‘“ sei (S. 53 f.). Dem Autor geht es darum, Kundenbedürfnisse und -bedarfe zu ermitteln, zugleich die Zufriedenheit der Bürger zu erfragen. Kaiser entfaltet als operative Ebene einen Public-Marketing-Mix, indem er die Politikfelder Leistung, Gegenleistung, Distribution, Kommunikation und Personal strategisch zusammenführt. „Alle beteiligten Akteure sollten ein eigenständiges Interesse daran haben, das zur Verfügung stehende Portfolio an sozialer Sicherung möglichst ‚optimal‘ abzusetzen und/oder Innovationsfortschritte bei der Weiterentwicklung des anzubietenden Portfolios zu erzielen, indem neue Leistungen erstellt oder bestehende Leistungen modifiziert werden.“ (S. 68) Kaiser konstatiert, dass es im sozialen Bereich „eine relativ hohe Unzufriedenheit mit behördlichen Dienstleistungen“ gebe (S. 70) Das Subsidiaritätsprinzip erweitere mit der Einbeziehung nichtstaatlicher Akteure die Distributionsperspektive. Interessant sind Kaisers Überlegungen zu den sozialen Dienstleistungen, die eher ein negatives Image haben (Marketing the ‚Ugly‘). Hier gelte es, Aufklärungsarbeit zu leisten (etwa bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende bzw. im Alter) bzw. die Zugänge abzuflachen etwa durch geringere Gegenleistungen des ‚Kunden‘. Insgesamt mahnt der Autor eine stärkere Anwendung des Public Marketing von staatlichen Sozialleistungen an.

In ihrem Beitrag zu „Crossmediale Partizipation als Beitrag zur (besseren) Planung von sozialer Sicherung? Beispiele aus dem Bildungsbereich aus Frankfurt und Kiel“ leisten Julia Fielitz und Jan Korte einen ersten konkreten Beitrag, wie der Umbruch im Sozialen durch mehr Bürgerbeteiligung und Mobilisierung erreicht werden kann. Zugleich geben sie gute Hinweise, wie die Partizipationsprozesse besser ausgestaltet werden können.

Zu Teil III

Die nachfolgenden Teile des Bandes leisten weitere Konkretisierungen in den genannten Problembereichen. In Teil III untersuchen Katrin Gliemann und Anja Szypulski Fragen der Wohnunterbringung von Flüchtlingen. Deutlich wird der generelle Mangel an bezahlbarem Wohnraum gerade für sozial Schwächere herausgearbeitet. Flüchtlinge werden darüber hinaus diskriminiert. Die Folgerungen sind klar: Mehr Wohnraum insgesamt und der Abbau von Diskriminierungen. Berlin ist hier Vorreiter durch den Aufbau einer Koordinierungsstelle „Fair mieten – fair wohnen“ (S. 120).

Zu Teil IV

Dem Bereich Bildung (Teil IV) widmen sich drei Beiträge.

Carola Kuhlmann macht in ihrem Beitrag „Soziale Sicherung durch Bildung“ darauf aufmerksam, dass Bildung zwar ein wichtiger Präventionsfaktor, zugleich aber in hohem Maße von der sozialen Herkunft des Einzelnen abhängig ist. Dass hohe Leistung und Bildungsgerechtigkeit keine Widersprüche darstellen, wird unter Berufung auf internationale Vergleichsstudien herausgestellt. Im Rekurs auf Bourdieu zerpflückt Kuhlmann das, was irrig als „Begabung“ gehandelt wird. Kulturelles Kapital werde sozial „vererbt“. Die Autorin verweist auf wichtige Stellschrauben für eine aktive Inklusion aller benachteiligten Kinder und Jugendlichen: eine weitere Professionalisierung der Betreuung im Kleinkindalter, lernfördernde Formen des Unterrichts und schließlich und vor allem die Verwirklichung des Prinzips „Zweite Chance“ (S. 140).

Lutz C. Kaiser fragt in seinem Beitrag, ob das „Bildungs- und Teilhabepaket eine Miss-/Erfolgstory?“ sei. Dabei gesteht er unter Verweis auf den eingangs entfalteten Public Marketing Ansatz den Kunden neben allgemeinen Rechten und Pflichten „einen Anspruch auf einen professionell gestalteten Prozessablauf bei der Leistungsabgabe“ zu (S. 152). Im Ergebnis konstatiert er Unzulänglichkeiten bei der Bedarfsdeckung und der Umsetzung der Leistung: „Aus der Perspektive des Public Marketing erzeugt die Kombination der z.T. geringen Leistungen und dem relativ hohen bürokratischen Aufwand Hemmschwellen, die Leistungen zu beantragen.“ (S. 159)

Frank Osinski schließt Teil IV mit seiner Darstellung der „Bildungspatenschaften – Das Lippstädter Modell“ ab. Erreichte Schulabschlüsse, musikalische oder sportliche Auszeichnungen der Kinder und Jugendlichen bestätigten, wie wichtig Steuerung, Unterstützung und Motivation, kurz: die Wertschätzung von außen, für die Kinder seien. Zugleich diene diese Bildungsförderung der sozialen Stabilisierung und der sozialen Sicherung (S. 171).

Zu Teil V

Auch Teil V – Erwerbstätigkeit – umfasst drei Beiträge.

Karl Brenke untersucht „Erwerbstätige mit geringen Einkünften“ in einem sehr ausdifferenzierten empirischen Teil. Neben den abhängig Beschäftigten werden auch die Selbstständigen mit einbezogen, deren Einkommensspreizung noch stärker ausgebildet sei als bei den abhängig Beschäftigten. Das Ergebnis: Die Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor steuern mit ihrer Arbeit nur ein Drittel zu ihrem gesamten Haushaltsbudget bei (S. 193). Insgesamt zeigt sich ein differenziertes Gesamtbild zwischen denjenigen, die durch lange Arbeitszeiten ein auskömmliches Monatseinkommen erzielen und denjenigen, die auf private und oder öffentliche Hilfe angewiesen sind. Die Hoffnung, der Mindestlohn würde aufstockende Leistungen im Rahmen des SGB II überflüssig machen, habe sich – so das Resümee – nicht erfüllt.

In ihrem Beitrag zu „Leistungen zur Existenzsicherung und zur Arbeitsmarktintegration für Alleinerziehende nach dem SGB II“ bieten Petra Kleinschmidt und Stefan Hollenberg einen gründlichen Überblick über das rechtliche Leistungsspektrum. Ihre nachvollziehbare Forderung nach einem „Paradigmenwechsel hin zu einer nachhaltigen sozialen Integration unter Beachtung besonderer Lebenslagen“ konkretisieren sie in 6 Punkten, die zusammengefasst auf eine Verbesserung der materiellen Hilfen, eine klarere rechtliche Absicherung des Status von Alleinerziehenden und schließlich auf passgenaue Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit abzielen (S. 224).

Elisabeth Schilling und Katharina Geier schließlich fragen: „Unterbrochene Erwerbskarrieren und Frauenförderung in der öffentlichen Verwaltung – ein (un)fairer Kampf?“ Dabei werden wichtige Einzelbereiche abgearbeitet: Rollenbild, Frau und Arbeitswelt, Erwerbsarbeit und Pflege, Teilhabe an Führungspositionen, Entgelt und Alterssicherung. Einzelne Handlungsfelder der Frauenförderung werden abgeklopft, zugleich gewollte oder nichtgewollte Wirkungen der betrieblichen Frauenförderung diskutiert. Das Fazit: Frauenförderung ja, aber noch besser wäre sie „im Rahmen einer umfassenden Geschlechterpolitik wie dem Gendermainstreaming, bei dem Chancengleichheit für beide Geschlechter angestrebt wird.“ (S. 246)

Zu Teil VI

Der VI. und letzte Teil wendet sich Aspekten der psychosomatischen Gesundheit zu.

Uta Morgenroth und Laura Schweikhart greifen mit ihrem Thema „Junge Menschen mit psychischen Krisen auf dem Verschiebebahnhof“ einen großen Skandal in der Gesundheitspolitik auf. Und sie informieren über ein good-practice-Beispiel zu dessen Überwindung, nämlich das Beratungscafé in Köln. Hier werden junge psychisch erkrankte Menschen auf qualifizierte und spezialisierte Hilfsangebote hingewiesen. Getragen wird die Einrichtung vom kommunalen Gesundheitsamt und vom Jugendamt der Stadt Köln, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Jobcenter Köln, dem Sozialdienst Katholischer Frauen und von einem Kölner Wirtschaftsunternehmen. Es geht um die Schnittstellenproblematik: Wie kommt man von einem in ein anderes System, vor allem an die richtige Stelle? Der Beitrag beschreibt konkret Schritte und berichtet über Einzelfälle. Es ist ein gutes Beispiel, aber es bleiben Visionen – Verstetigung, bessere politische Kooperation und stetige Koordination (S. 266).

Wolfgang Krüger referiert in seinem Beitrag „‚Zwischen den Systemen‘ – Erfahrungen des soziotherapeutischen Wohn- und Betreuungsverbundes Faßbacher Hof mit Menschen mit ‚Doppeldiagnose‘ (psychische Erkrankung und Sucht).“ Detailliert werden Geschichte und Arbeitsweise vorgestellt. Es zeichnet sich eine schwierige Gemengelage bei der Kombination von Substanzachse und der Achse psychiatrischer Störungen ab, die sich in unterschiedlichen Schweregraden niederschlagen. Folgt man der Typisierung der davon Betroffenen, so zeigen sich Wege zu einer besseren Versorgung in spezialisierten Einrichtungen (S. 278 f).

Last but not least fragt Till Bastian „What's about Burn-out?“ Seine Zusammenfassung der sozialen Rahmenbedingungen: „Die Kultur der Moderne, unserer technokratischen Multi-Options-Gesellschaft (…), wirkt gerade durch ihre verwirrende Überfülle an Angeboten, Stimuli und Möglichkeiten wie eine gigantische Vakuum-Pumpe, wie ein ‚Exhauster‘, der durch seinen Sog unsere innere Stabilisierung durch traditionelle seelische ‚Ich-Leistungen‘ aus ihrer Balance wirbelt.“ (S. 285) Seine Gegenposition: „die Kultur der Pause“ – sicherlich ein gutes Argument für „Eigenzeit“, für ein Durchschauen des „Zeitgetriebes“, kurz: für eine Pause, in der „der Möglichkeitssinn zu spielen beginnt“ (S. 291). Schade, dass der Autor diesen Gedanken nicht mit den an vielen anderen Stellen in diesem Band aufgezeigten sozialen Zusammenhängen verbindet.

Diskussion

Der vorgelegte Band widmet sich dem Zielerreichungsgrad sozialer Leistungen. Dabei geht er ins praktische Feld insbesondere sozialer Dienste und deren Verknüpfung hin zu Geld- und Sachleistungen. Er argumentiert einmal von den Erwartungen der „Kunden“ und deren Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit her, andererseits von den Möglichkeiten staatlicher Steuerung mit marktlichen Instrumenten. In letzteres führt der Herausgeber ausführlich ein, um zugleich die Potenziale für eine bessere Gemeinwohlproduktion durch den Staat auszuloten. Die dann ausführlich vorgelegten Berichte aus der Praxis illustrieren anschaulich die Notwendigkeit, neue Steuerungsinstrumente zu entwickeln, die sich von der kausalen Ausrichtung des bestehenden Leistungssystems abheben, zumal dieses oftmals selbst da, wo final ausgerichtet, in der Praxis kausal gehandhabt wird.

Der Herausgeber setzt sich explizit von einer historischen Ableitung der aktuellen Gestalt des Systems der sozialen Sicherung ab (S. 5). Damit löst er Zielsetzung und Umsetzung sozialer Leistungen aus dem Kontext sozialer und politischer Auseinandersetzungen, die letztlich bestimmen, was als ein soziales Problem anerkannt wird und was nicht, wer für deren Überwindung verantwortlich ist und wie Leistungsergebnisse als „richtig“ oder „falsch“ bewertet werden. Denn gerade in der Sozialpolitik gilt: Was des einen Uhl, ist des anderen Nachtigall! – und umgekehrt. Hier einfach auf eine Zielkonkordanz zu setzen, muss hinterfragt werden. Werte und Normen haben Träger und werden im politischen Raum konflikthaft und/oder im Kompromiss umgesetzt. Gerade dieses könnte auch der transdisziplinäre Ansatz im Blick haben, sind doch die partizipativ einzubeziehenden Betroffenen bzw. Leistungsbezieherinnen und -bezieher selbst zwar keine homogene Gruppe, aber eben nicht nur individuelle, sondern auch soziale Interessenträger. Das Ziel sozialer Kohäsion geht über die Addition von Einzelinteressen hinaus.

Fazit

Für die sozialer Sicherung gilt mehr denn je: semper reformanda! Nach einer sozialpolitischen Entscheidung, nach deren Implementation, nach deren Inanspruchnahme heißt vor neuen Entwicklungen und Beschlussfassungen stehen. Der vorgelegte Band verbindet Leistungseffizienz mit Gemeinwohlproduktion und Zielerreichungsgraden. Das ist wichtig und richtig, aber eben stets umstritten. Erst recht in einer pluralistischen Demokratie.


Rezensent
Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster
Evangelischen Hochschule RWL Bochum und Justus Liebig-Universität Gießen
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Zitiervorschlag
Ernst-Ulrich Huster. Rezension vom 04.10.2018 zu: Lutz C. Kaiser: Soziale Sicherung im Umbruch. Transdisziplinäre Ansätze für soziale Herausforderungen unserer Zeit. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2018. ISBN 978-3-658-06501-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24705.php, Datum des Zugriffs 17.10.2018.


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