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Anna Lena Rademaker: Agency und Gesundheit in jugendlichen Lebenswelten

Cover Anna Lena Rademaker: Agency und Gesundheit in jugendlichen Lebenswelten. Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2018. 326 Seiten. ISBN 978-3-7799-3678-7. 39,95 EUR.

Prävention im Kindes- und Jugendalter.
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Thema

In der vorliegenden Monografie mit einem Vorwort von Holger Ziegler thematisiert Anna Lena Rademaker Gesundheitsförderung aus der Perspektive Sozialer Arbeit als eine lebensweltorientierte Praxis und stellt Überlegungen an, wie diese mit jungen Menschen auszugestalten ist. Das Fachbuch möchte dem Anspruch gerecht werden, „Gesundheitsförderung nicht nur aus Perspektive lebensweltorientierter Sozialer Arbeit zu konturieren, sondern eine fundierte Verortung vorzulegen, die es Sozialarbeiter_innen ermöglicht, Gesundheitsförderung aus Perspektive ihrer Profession zu vertreten“ (S. 9). Herzstück der Arbeit ist eine empirische Analyse von Lebens- und Gesundheitswelten Jugendlicher.

In einer Danksagung zum Beginn des Bandes (S. 5) wird neben anderen Personen auch dem Rezensenten für Anregungen aus seinen Schriften gedankt. Von dem Vorhaben der Dissertation und der Monografie hatte ich keine Kenntnis.

Autorin

Dr. phil. Anna Lena Rademaker ist an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, tätig.

Entstehungshintergrund

Grundlage für die Monografie ist die Dissertation von Anna Lena Rademaker, die sie 2016 an der Universität Bielefeld mit einer Disputation abgeschlossen hat.

Aufbau

Die Monografie gliedert sich in drei Teile:

  1. Im theoretischen Vorspann der Kapitel 3 bis 7 werden Agency und Gesundheit in jugendlichen Lebenswelten als Herausforderungen für Soziale Arbeit, anschließend Entwicklungslinien von Sozialer Arbeit und Gesundheit, Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit in der Lebensphase Jugend und subjektorientierte Alltagskonstruktionen von Gesundheit herausgearbeitet.
  2. Der theoretische Vorspann bildet den Überbau für die quantitative und qualitative empirische Untersuchung. Nach der Skizzierung der empirischen Methodik und des Designs (Kapitel 8) werden im Kapitel 9 ausführlich die Ergebnisse zu Gesundheit und Gesundheitsressourcen der Jugendlichen vorgestellt: zum körperlichen und psychischen Wohlbefinden, zu den Hauptkomponenten biopsychosozialer Gesundheit, zu den gesundheitsbezogenen Entwicklungsaufgaben, zu Kontrollüberzeugung/Kohärenzsinn/ Selbstwirksamkeitsüberzeugung, zu subjektiven Gesundheitsvorstellungen und schließlich gesundheitsbezogener Handlungsfähigkeit. Anhand der quantitativ empirisch ermittelten Ergebnisse werden drei Gesundheitstypen entwickelt. In den Gesundheitstypen zugeordneten Gruppeninterviews werden Charakteristika qualitativ verdeutlicht.
  3. Im abschließenden Kapitel 11 geht es um die Förderung gesundheitsbezogener Agency in jugendlichen Lebens- und Gesundheitswelten.

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Inhalt

Dass eine Vielzahl gesundheitsbezogener Problemlagen Jugendlicher mit ihrer sozialen Herkunft zusammenhängen, wird im Kapitel 3 auf der Basis des Kinder- und Jugendgesundheitsurveys (KIGGS) des Robert-Koch-Instituts, des 13. Kinder- und Jugendberichts von 2009 sowie der internationalen Kinder- und Jugendgesundheitsberichtserstattungen der WHO herausgestellt. Trotz enger Bezüge der Ergebnisse zur Kinder- und Jugendhilfe ist es immer noch nicht in der Sicht der Autorin gelungen, Gesundheit und Gesundheitsförderung als konstitutive Bestandteile in die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe zu integrieren, obwohl Gesundheit mit den Lebensbereichen menschlichen Alltags verwoben ist.

Nach einem knappen Rückblick zu Gesundheit im Wandel der Zeit richtet sich der Blick im Kapitel 4 auf die gesundheitsbezogene Soziale Arbeit. Hervorgehoben wird (S. 27), dass sich Gesundheit im Alltag in Subjekt-Gesellschafts- Macht-Figurationen herausbildet. Damit wird hervorgehoben, dass Handlungsfähigkeiten stets an die strukturelle Begrenztheit der Lebenswelt rückgebunden sind. An dieser Herausforderung knüpft Agency an. Im Mittelpunkt des Kapitels 4 stehen die Handlungsbereiche und Handlungsfelder, Basiskonzepte (u.a. Gesundheitsförderung und Prävention), ferner Kooperation und Partizipation.

Kapitel 5 zu Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe wird untergliedert in Mikro-, Meso- und Makroebene. Auf der Mikroebene geht es um die Stärkung der Gesundheitsressourcen, auf der Mesoebene um Vernetzung und Kooperation und auf der Makroebene um die Aufgabe der Gesamtpolitik, gesundheitliche Ungleichheit abzubauen. Zusammengefasst geht es darum, die gesundheitsbezogene Kinder- und Jugendhilfe an den soziokulturellen Gegebenheiten und strukturellen Rahmungen auszurichten und Kinder und Jugendliche als handlungsfähige Subjekte mit Ressourcen im Kontext der sozialen Strukturen so auszustatten, dass sie ihre gesundheitsbezogene Agency stärken können.

Im Kapitel 6 werden Bildung und Gesundheit sowie Geschlecht und Gesundheit in den Blick genommen. Im Fokus stehen Entwicklungsaufgaben und Gesundheit. Eine gesunde Verwirklichung in der Lebensphase Jugend basiert auf den Möglichkeiten, sich körperlich, psychisch und sozial nach individueller Maßgabe entfalten zu können (S. 89). Zu den Grundfreiheiten gesunder Verwirklichung gehören u.a., sich angemessen ernähren zu können, über eine angemessene Unterkunft zu verfügen, Möglichkeiten zu sexueller Befriedigung zu haben, sich von einem Ort zu einem anderen bewegen zu können und auch in der Lage zu sein, das eigene Leben und nicht das von jemand anderem zu leben. Kurzum: „Ein auf Grundfähigkeiten ruhendes Verständnis gesunder Entwicklung sollte sich an subjektorientierten Alltagskonstruktionen von Gesundheit junger Menschen orientieren und diese kritisch vor dem Hintergrund eigener Möglichkeiten, gesellschaftlicher Strukturen und wohlfahrtsstaatlicher Verantwortungsübernahme hin analysieren“ (S. 105) zu können.

Subjektive Theorien zu Gesundheit werden im Alltag konstruiert (Kapitel 7). Sie können erheblich von wissenschaftlichen Theorien abweichen. Es lassen sich vier Basis-Typen subjektiver Theorien unterscheiden:

  1. Gesundheit als On-Off-Dynamik,
  2. als Reduktionsprozess,
  3. als Regenerations- und
  4. als Expansionsprozess.

Wissenschaftliche Gesundheitstheorien in Bezug auf Kindheit und Jugend folgen vier Traditionslinien: einer strukturanalytischen, einer funktionalistischen, einer skriptanalytischen und einer gesundheitspsychologischen.

Daten über subjektorientierte Gesundheitskonstruktionen Jugendlicher sind nach wie vor lückenhaft. Feststellbar ist, dass Jugendliche über ein großes Repertoire an verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten über ihre Gesundheit und Krankheit verfügen. Vor diesem Hintergrund sind zwischen Jungen und Mädchen erhebliche Einschätzungsunterschiede registrierbar.

Im empirischen Teil (Kapitel 8,9 und 10) geht es Anna Lena Rademaker mit Hilfe quantitativer und qualitativer Verfahren zunächst (Kapitel 8) darum, die gesundheitsbezogene Handlungsfähigkeit anhand der Verfügbarkeit von Ressourcen zu erfassen und diese an konkrete Handlungsvollzüge in der Lebenswelt der Befragten zurückzubinden (S. 139). Die Autorin verknüpft dabei eine Fragebogenerhebung mit dem Gruppendiskussionsverfahren. Im Fragebogen werden insgesamt 482 Schüler und Schülerinnen aus Haupt-, Realschule sowie Gymnasium mit einem Fragebogen zur Lebens- und Gesundheitswelt Jugendlicher (F-LGJ) befragt. Anhand bi- und multivariater Analysen sowie einer daraus gewonnenen Gesundheitstypologie werden ausgewählte Schüler und Schülerinnen in typenhomogenen Gruppendiskussionen interviewt.

Insbesondere geht es der Autorin dabei um die Ermittlung von Gesundheitsressourcen im Kontext lebensphasentypischer Entwicklungsaufgaben, und zwar:

  • um psychische und physische Gesundheit sowie alltägliches Wohlbefinden,
  • um personale und umweltbezogene Ressourcen,
  • um soziale Unterstützung in Familie, Freundeskreis und Schule,
  • um Körperaufmerksamkeit, Bewegungs- und Ernährungsverhalten sowie
  • um Vorstellungen von Gesundheit und Umgangsformen mit Gesundheit im Alltag (S. 140).

Bei den für die Gruppeninterviews ausgewählten Schülern und Schülerinnen wird davon ausgegangen, besonders typische Repräsentant_innen zu berücksichtigen, ferner davon, Schüler_innen mit einem gemeinsamen Erlebens- und Erfahrensraum zu gewinnen. Insgesamt führt die Autorin sechs Gruppendiskussionen mit jeweils drei bzw. vier Personen aus gleichem Jahrgang und gleicher Schule durch.

Im Zentrum der quantitativ empirischen Untersuchung steht die Erfassung der Gesundheitswelt der Jugendlichen anhand des F-LGJ. Im umfassenden Kapitel 9 werden die Ergebnisse der Untersuchung anhand der Dimensionen körperliches Wohlbefinden und Anzahl der Erkrankungen, psychische und subjektive Gesundheit sowie Lebenszufriedenheit vorgestellt.

Die Ergebnisse fließen in ein Hauptkomponentenmodell, das der multivariaten Analyse von Zusammenhängen mit jugendtypischen Entwicklungsaufgaben (Unterkapitel 9.4), Gesundheitsressourcen (9.5) und alltagsorientierten Alltagskonstruktionen von Gesundheit (9.6) dient. Tendenziell bestätigen die ermittelten Ergebnisse die Daten aus den KIGGS-Studien. In ihrer empirischen Studie ermittelt Anna Lena Rademaker: Der Mehrzahl der Heranwachsenden geht es gut bis sehr gut. Einschätzungen hängen aber stark vom Geschlecht (insbesondere dem psychischen Wohlbefinden) und überdies von der sozialen Herkunft ab. 80 % der Befragten sind mit ihrem Leben zufrieden. 75 % geben an, sich meist „fröhlich zu fühlen“. Jedoch trifft dies insgesamt auf Mädchen weniger als auf Jungen zu (S. 163).

Ein wichtiges Segment der vorliegenden Untersuchung bildet die Erfassung gesundheitlicher Ungleichheit im Zusammenhang mit lebensweltlich einflussnehmenden Einflussfaktoren (9.3). Das Hauptkomponentenmodell „biopsychosoziale Gesundheit“ resultiert aus sechs erklärstarken Dimensionen aus den Items zur Gesundheit. Eine Hauptkomponente ist z.B. das „alltägliche Gefühl innerer Zufriedenheit mit dem eigenen Leben“, eine weitere Hauptkomponente umschreibt „ein sorgenfreies und unbeschwertes Leben“, eine weitere den „physischen Beschwerdedruck“. Außerdem geht es um die „emotionale Dimension alltäglichen subjektiven Wohlbefindens“, um „körperliches Wohlbefinden“ und sechstens schließlich um „Ängstlichkeit und Prävalenzen für Depressionen“.

Die empirisch ermittelten Ergebnisse unterstreichen, dass eine persönliche gesundheitsbezogene Handlungsfähigkeit eingebettet ist in ein soziokulturelles/-ökonomisches Präferenz- und Referenzsystem für Gesundheit im Alltag. In der Konsequenz resultiert daraus, Jugendliche nicht nur als handlungsfähige Subjekte, sondern sie in der strukturellen Verwobenheit mit ihrer Lebenswelt zu sehen. Die gesundheitsbezogene Agency ist überdies auch an die spezifischen Entwicklungsaufgaben rückgebunden.

Im statistischen Verfahren der Clusteranalyse arbeitet Anna Lena Rademaker drei Gesundheitstypen heraus. Im Kapitel 10 werden Ergebnisse der Gruppendiskussionen dargestellt. Die Autorin hat besonders typische Vertreter_nnen eines jeden Clusters herausgefiltert und diese dann zu Gruppendiskussionen eingeladen. Auf der Grundlage dieser Verknüpfung entsteht eine enge Verzahnung zwischen den quantitativ und qualitativ gewonnenen Ergebnissen. Vertreter_innen des Typs I zeichnen sich im Vergleich zu denen der beiden anderen Typen durch eine überdurchschnittlich hohe Einschätzung psychosozialen Wohlbefindens aus, Vertreter_innen des Typs II durch eine vergleichsweise gute Einschätzung der Anzahl wahrgenommener körperlicher Erkrankungen, hingegen Vertreter_innen des Typs III durch ein vergleichsweise schlechtes alltägliches und körperliches Wohlbefinden. Differenziert ermittelt die Autorin die Unterschiede der drei Typen in quantitativer Hinsicht.

  • Typ I nennt die Autorin funktional-leistungsorientiert,
  • Typ II ausgleichs-balanceorientiert und
  • Typ III reaktiv-ausgleichend (S. 266 f.).

Ausführlich werden in Kapitel 10 auf der Grundlage der Gruppeninterviews die Typenvertreter_innen charakterisiert. Am Schluss des Kapitels reflektiert Anna Lena Rademaker Jugendgesundheit als Herausforderung auf der Grundlage der Ergebnisse aus den Gruppendiskussionen.

Zusammenfassend kann anhand der Ergebnisse der Empirie festgehalten werden, „dass personale Gesundheitsressourcen der Selbstwirksamkeit, des Kohärenzsinns und der Kontrollüberzeugung ein Erleben gesundheitsbezogener Handlungsfähigkeit stärken und damit als wichtige Ressource gesunden Aufwachsens hervorzuheben sind“ (S. 280) und dass sich die Handlungsfähigkeit über die gesamte Lebenswelt Heranwachsender erstreckt. Im zweiten Untersuchungsteil kann die Autorin rekonstruieren, „wie gesundheitsbezogene Handlungsfähigkeit im Alltag formiert wird und sich in Form subjektorientierter Alltagskonstruktionen von Gesundheit herausbildet“ (S. 280).

Im abschließenden Kapitel 11 formuliert Anna Lena Rademaker Überlegungen zur Förderung gesundheitsbezogener Agency in jugendlichen Lebens- und Gesundheitswelten seitens der Sozialen Arbeit. Hierbei wird zwischen Mikro-, Meso- und Makroebene unterschieden. Auf der Makroebene erinnert die Autorin an das konkrete Forderungsprofil des 13. Kinder- und Jugendberichts aus dem Jahr 2009 und stellt fest: Einiges sei zwischenzeitig angestoßen worden. Bis Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe jedoch umgesetzt sein werde, bleibe noch Vieles zu tun, nicht zuletzt seien die Handlungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendhilfe nach wie vor sehr begrenzt. Im zweiten Teil der Zusammenfassung geht es um Implikationen für die Praxis (S. 287 ff.). Hierbei wird auf partizipative Methoden der Gesundheitsförderung und auf Sozialraumorientierung verwiesen.

Im Ausblick bleibt Anna Lena Rademaker nicht nur bei einem kritischen Statement stehen, sondern wiederum mit Bezug auf den 13. Kinder- und Jugendbericht hebt sie hervor, dass sich bereits „insbesondere im Kinderschutz, der Prävention und den Frühen Hilfen wegweisende Entwicklungen gezeigt“ (S. 292) hätten.

Diskussion

Anna Lena Rademaker hat in zweifacher Hinsicht eine anspruchsvolle Gesundheitsstudie vorgelegt: Zum einen verbindet sie auf theoretischer Ebene das Agencykonzept in seiner relationalen Auslegung mit einem auf das Konzept der Salutogenese begründeten Verständnis von Gesundheit in Bezug auf jugendliche Lebenswelten als Herausforderung für die Soziale Arbeit.

Im Zentrum der Monografie steht der empirische Teil: Mit Hilfe einer Fragebogenuntersuchung wird mit großem empirischen Aufwand gesundheitsbezogene Handlungsfähigkeit Jugendlicher ermittelt, die die Basis für eine rekonstruktive Studie zur Erfassung von Gesundheit in der Lebenswelt Heranwachsender bildet. Nach dem empirischen Teil (Kapitel 9 und 10) folgt nicht nur, wie so oft vorfindbar, ein knappes Conclusio mit allgemein gehaltenen Anspruchsformulierungen an Profession und Praxis, sondern eine Analyse, die konkret Herausforderungen an die Profession, Wissenschaft und Praxis formuliert.

Insgesamt bereichert die vorliegende Monografie den wissenschaftlichen Diskurs in der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit sowohl auf der Ebene der Disziplin wie auch der Profession. Zehn Jahre nach der Veröffentlichung des 13. Kinder- und Jugendberichts mit dem Titel „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen“ zeigt die Monografie von Anna Lena Rademaker, dem programmatischen Titel entsprechend, Stand und anstehende Aufgaben für eine gesundheitsbezogene Kinder- und Jugendhilfe. Es ist der Autorin gelungen, eine vorbildliche quantitative und qualitative empirische Studie zu erstellen. Dies ist insofern bemerkenswert, da zwar zwischenzeitig qualitative Studien, aber sehr wenige quantitative Studien und schon gar nicht beide Facetten verbindende Arbeiten im disziplinären Rahmen der Sozialen Arbeit vorliegen.

So weit, so gut und damit alles bestens? Was ich mir mit Blick auf die S. 4 des Einbandes erhofft hatte und schon sehr gespannt darauf war, ist einen Rekurs zur Verknüpfung gesundheitsbezogener Agency mit dem Capability Approach im Theorieteil finden zu können. Einen solchen Rekurs gibt es zwar in „zarten Ansätzen“, nicht aber so systematisch, wie erhofft. Dazu wären dann allerdings auch differenzierte Analysen zum Agencykonzept und zum Capability Approach nötig gewesen. Vielleicht schießt ein solches Anliegen aber auch über das Ziel hinaus und wäre eine weitere Monografie.

Fazit

Für Studierende und Lehrende im Studiensegment „Gesundheit und Soziale Arbeit“, aber auch für die Gesundheitspsychologie und die Gesundheitswissenschaften ist der Band „Agency und Gesundheit in Jugendlichen Lebenswelten“ fachlich uneingeschränkt anregend. Er liefert Impulse für weitergehendes Nachdenken in den Handlungsfeldern der Praxis, aber auch für Anschlussforschungen.


Rezensent
Prof. Dr. Hans Günther Homfeldt
Prof. em. an der Universität Trier, Fach Sozialpädagogik/ Sozialarbeit
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Zitiervorschlag
Hans Günther Homfeldt. Rezension vom 15.10.2018 zu: Anna Lena Rademaker: Agency und Gesundheit in jugendlichen Lebenswelten. Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2018. ISBN 978-3-7799-3678-7. Prävention im Kindes- und Jugendalter. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24710.php, Datum des Zugriffs 17.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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